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Name: Johnson (John) Juanda
Spitzname: JJ, Mr. Nice guy
Geburtsort: Medan, North Sumatra, Indonesien
Wohnort: Marina del Rey, Kalifornien
Turniergewinne: ~ 6.900.000 $
WSOP - Bracelets: 3
John Juanda wurde am 8. Juli 1971 in Indonesien geboren. Eigenen Angaben zufolge hatte er eine wunderschöne Kindheit: Zunächst wuchs er bei seinen Großeltern auf, da seine Eltern beruflich sehr beschäftigt waren. Ab der 5. Klasse lebte er gemeinsam mit seinen drei Geschwistern (Bruder Rudy, Schwester Sally und sein mittlerweile verstorbener Bruder David) bei seinen Eltern.
Als erstgeborener Sohn und gleichzeitig ältestes Enkelkind hatte er stets eine besondere Stellung in der Familie inne, denn in Indonesien gilt es als Privileg der Erstgeborene zu sein. Zwar verwöhnte die Familie John nicht, dennoch wurde ihm besonders viel Aufmerksamkeit und Liebe zuteil, was seinem Selbstbewusstsein enorm zugute kam.
John liebt seine Mutter über alles, die während seiner Kindheit sieben Tage in der Woche arbeitete und trotzdem Zeit für ihre Kinder fand. Rückblickend findet er, dass er alles, was er heute besitzt, letztendlich seiner Mutter zu verdanken hat, die ihn und seine Geschwister zum respektvollen Miteinander erzogen hatte. Von seinem verstorbenen Vater erbte John das 'Gamblerherz', jedoch war dieser ihm ein eher schlechtes Vorbild, denn er spielte meist betrunken und verlor oft.
1990 ging John für die weitere schulische Ausbildung in die Vereinigten Staaten. An der High School war John ein exzellenter Sprinter und Läufer, der innerhalb von drei Jahren angeblich keinen Wettkampf vom 200m Sprint bis zur 5000m Langstrecke verlor. Später besuchte er die Oklahoma State University und machte danach seinen Master of Business Administration an der Seattle University. Als klinkenputzender Bibelverkäufer verdiente er sich etwas Geld hinzu. Er ist übrigens Buddhist.
Auf dem Flug in die Vereinigten Staaten brachte ihm ein Freund das Pokerspiel bei. Von Anfang an war John ein Theoretiker des Spiels und während er eine Pokerrunde im Casino beobachtet, entschied er sich, es einfach mal zu versuchen. Er perfektionierte sein Spiel während und nach der Ausbildung an der Universität durch ständiges Lernen und Spielen.
John sprach und verstand anfangs sehr wenig Englisch, jedoch wurde diese anfängliche Schwäche zu seiner stärksten Waffe am Pokertisch: Er lernte die Leute zu lesen und begann durch Beobachtungen am meisten zu lernen. Weiterhin beschreibt John Poker als 'psychologischen Krieg', denn "if you have your opponents beaten psychologically, they cannot win" [Wenn du deine Gegner psychologisch besiegst, können sie nicht gewinnen].
Zudem macht sich John sein nettes, höfliches, bescheidenes zurückhaltendes, respektvolles, lässiges, sympathisches Auftreten zunutze, indem er den Gegnern heimlich, still und fast unbemerkt die Chips nach und nach entzieht. Er wird mitunter 'Mr. Nice Guy' genannt, da er immer höflich, niemals ausfallend seinen Gegnern gegenüber ist. Er besitzt die Fähigkeit, sein eigenes Spiel und das der Mitspieler kühl zu analysieren und trotz seiner sympathischen Art unbarmherzig zu spielen und oftmals den bestmöglichen Gewinn zu erzielen.
Hinter dem sympathischen Lächeln verbirgt sich ein stiller Analytiker, der sich am Pokertisch ständig Strategien und Spielzüge ausdenkt, während er selbst undurchschaubar bleibt. Sein Spiel ist demnach nicht ausschließlich auf Aggression aufgebaut, sondern er versucht durch seine Spielzüge und Einsätze möglichst viele Informationen über die Gegner zu sammeln und diese zu nutzen.
John zählt zu den besten Turnierspielern der Welt, sagt jedoch über sich selbst nicht der beste zu sein: Ivey sei beispielsweise ein besserer Seven-Card-Stud-Player, Negreanu besser in Omaha high-low, Seidel hingegen stärker im Pot-Limit-Omaha. Auch im No Limit Hold'em sei er zwar nicht der Beste, aber ist überzeugt, er fände einen Weg zu gewinnen, wenn er mit den weltbesten Spielern an einem Tisch säße. John ist sehr beliebt in der Pokerszene und Spieler wie Daniel Negreanu zählen zu seinem Freundeskreis.
So wie er sich die Chips der Gegner ‚erschleicht', erscheint er auch unbemerkt in zahlreichen Ergebnislisten. 1996 begann John Turniere zu spielen und von Beginn an spielte er möglichst viele. Er zählt zweifellos zu den besten Allroundern auf der Tour (Turnierchampion des Jahres 2002 und 3 "Best All Around Player"-Auszeichnungen). Bei der Wahl zum 'Player of the Year' des Cardplayer Magazines belegte er 2001 und 2002 den 2. Platz. John ist weiterhin Mitglied des 'Team Full Tilt' von Full Tilt Poker.
WSOP-Bracelets:
2002: $1.500 Triple Draw Lowball Ace to Five ($49.620)
2003: $2.500 Seven Card Stud Hi-Lo ($130.200)
2003: $2.500 Pot Limit Omaha ($203.840)
Auswahl weiterer Turniererfolge:
2001: Sieg bei den Jack Binion World Poker Open
2005: erster Platz beim Monte Carlo Millions Consolation Tournament ($500.000), 6. beim Monte Carlo Millions Main Event und 2. beim FullTiltPoker-Net-Event.
2006: gewinnt er beim Speed Poker Event der Aussie Millions umgerechnet ~732.000 $ in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld.
Insgesamt erreichte er 39 ITM-Platzierungen bei der WSOP und 14 bei der WPT, darunter 6 Final Tables, womit er sein konstantes Turnierspiel unter Beweis stellt. Bei dem Main Event der WSOP erreichte er mit dem 31. Platz 2005 seine bisher beste Platzierung.
In naher Zukunft will sich John einen Kindheitstraum erfüllen: Er will Medizin studieren und dann als Arzt in einem Entwicklungsland tätig sein - auch ohne Geld dafür zu bekommen. Der einzige Grund, der ihn momentan noch in der Pokerszene hält, ist die Konkurrenz und der Wettbewerb. Mal sehen, wie lange ihn dieser Reiz noch von der Verwirklichung des Kindheitstraumes abhält....