16.08.12

Mitglied des Monats Juni 'grind' im Interview

Für seine unglaubliche Tierliebe habt ihr unseren PokerStrategen grind zum Mitglied des Monats Juni gewählt. Im Interview spricht der Schweizer unter anderem über seine Tiervideos, die kuriose Rettungsaktion ausgesetzter Katzen in Sizilien und seine Pokerkarriere.

Die Katzen von grind
PokerStrategy.com: grind, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Mitglied des Monats Juni. Hand aufs Herz - hattest du damit gerechnet?

grind: Herzlichen Dank! Ehrlich gesagt habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, da die BBV-Army ja bereits erfolgreich für Schoeneberg30 mobilisiert hat. Dieser hat sich ja dann aber zurückgezogen und ich habe "geerbt". Habe ja auch den einen oder anderen Vote erhalten. Vielen Dank allen Voters und auch an Schoeneberg!

PokerStrategy.com: Du bist für deine tatkräftige Mitarbeit im cuteness overkill-Thread nominiert und dann auch ausgezeichnet worden. Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, regelmäßig Bilder und Videos deiner Katzen zu posten?

grind: Angefangen hat es ja nicht mit den Videos, sondern mit so cuteness-Zeugs aus dem Internet, auf welches ich bei der täglichen "Internetrecherche" bei der Arbeit gestoßen bin - ich hoffe, mein Chef liest nicht mit hier (lacht). Ich habe das einfach mal geteilt und da es gut ankam, habe ich es weiter gemacht.

"Im Auto auf die Fähre geschmuggelt, dann über die Grenze und ab nach Hause."

PokerStrategy.com: Also kann man davon ausgehen, dass du schon immer tierlieb bist. Wie viele Katzen hast du eigentlich zu Hause?

grind: Ja, Tiere sind super! Bei mir leben zurzeit zwei Katzen - Lea und Tigi.

PokerStrategy.com: Und kam es da schon einmal zur einen oder anderen kuriosen Situation?

grind: Allerdings, es vergeht eigentlich keine Stunde, ohne dass sie irgendetwas Dummes anstellen. Ab und zu geht mal was in die Brüche oder wird zerfetzt. Damit muss man leben, die sind halt neugierig beziehungsweise ich hätte bessere Ordnung halten sollen. Mühsam wird es, wenn ich vergesse, den Laptop zuzuklappen.

Da der schön warm ist, legen sie sich mit Vorliebe drauf. Die haben mir schon Facebook-Einträge verfasst, Ordner umbenannt oder auch gelöscht, oder irgendwelche Programme 463x geöffnet...die Klopapierrolle muss auch immer aufgerollt sein, also es darf wirklich kein loses Blatt rausschauen - sonst wird die Wohnung damit dekoriert.

PokerStrategy.com: Du hast im Forum über eine Rettungsaktion sizilianischer Katzen berichtet, die Jungtiere hattest du in einem Karton im Müll gefunden.

grind: Ja, es war wirklich unglaublich. Die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die es übers Herz bringen, so etwas zu tun, hat mich erschüttert. Was müssen das nur für Leute sein? Natürlich war mir auch schon vorher bewusst, dass unschuldige Lebewesen gequält werden. Nur will man es irgendwie nicht wahrhaben und wenn man dann direkt im richtigen Leben damit konfrontiert wird, trifft es einen noch etwas emotionaler.

PokerStrategy.com: Die fünf Katzenbabys hast du dann mitgenommen und zu Hause gepflegt?

grind: Genau, im Auto auf die Fähre geschmuggelt, dann über die Grenze und ab nach Hause. Anschließend erst einmal zur Tierärztin - die hat dann so ziemlich jede Krankheit festgestellt, die die Kleinen haben konnten: Würmer, Schnupfen, Milben, Durchfall, Viren und vieles mehr. Mittlerweile sind aber alle gesund, munter und vermittelt!

PokerStrategy.com: Wäre es nicht auch eine Option gewesen, die Katzen in einem heimischen Tierheim abzugeben?

grind: In Italien gibt es keine Tierheime für Katzen. Die sind ausschließlich für Hunde. Eines habe ich auch von innen gesehen und den Tieren geht es einfach nur schlecht! Die Hunde haben praktisch alle die sogenannte Leishmaniose. Eine Infektionserkrankung, welche durch Mücken übertragen wird.

Dazu kamen die Fälle von Räude und anderen hochansteckenden Krankheiten, dagegen wird einfach nichts unternommen. Wahrlich ein Bild des Grauens! Italien - insbesondere Sizilien - geht es finanziell grundsätzlich schon ziemlich mies. Es kann sich jeder selbst ausrechnen, dass da am ehesten bei Dingen wie Tierheimen gespart wird.

Hinzu kommt die überall sichtbar grassierende Korruption. Von den gesprochenen Geldern in Rom kommen wahrscheinlich keine 10 Prozent beim ursprünglich vorgesehenen Empfänger an. Aber das ist ein anderes Thema. Um deine Frage zu beantworten: Leider nein, keine Option. Ich hätte sie am liebsten auch in ein anständiges örtliches Tierheim gegeben, aber Fehlanzeige.


"Ich möchte mich noch bei 'Nervermore' bedanken, welcher von sich aus $100 gespendet hat!"

PokerStrategy.com: Lass uns über deine Pokerkarriere sprechen. Wie erfolgreich bist du an den virtuellen Tischen?

grind: Online bin ich nie richtig in die Gänge gekommen. Ein anständiges Volumen abzuspulen, Tools und Content zu nutzen ist mir viel zu eintönig und aufwendig...ich kann zudem nicht so gut multitablen, nach einer Stunde bin ich meist völlig fertig. Ich spiele nur ab und zu als netter Zeitvertrieb und das meist im Vollsuff (lacht). Live hingegen läuft es ganz okay. Bei mir in der Gegend hat es einige unglaubliche Runden, die haben mir mein derzeitiges Auto finanziert.

PokerStrategy.com: Und welche Limits werden normalerweise gespielt?

grind: Omaha-Micros, mehr lässt die Online-Roll nicht zu. Das stört mich aber kein bisschen.  Beim Live-Game was halt gerade läuft..alles bis 4/8.

PokerStrategy.com: Zum Abschluss: Welche Ziele hast du dir pokertechnisch gesetzt und auf was können sich alle Katzenfreunde bei uns im Forum in der Zukunft noch freuen?

  grind: Also ich möchte niemals eincashen - sollte ich broke gehen, war es das mit der Online-Karriere. Und ansonsten möchte ich natürlich Spaß beim Spielen haben. Geplant habe ich nichts: Die meisten Videos sind spontan entstanden, das werde ich auch so weiterführen.

Ich möchte mich noch bei Nervermore bedanken, welcher von sich aus $100 gespendet hat! Das hat mich sehr gefreut. Das Geld ging an einen Verein, welcher Tieren in Not einen Platz vermittelt. Sollte sich ihm noch jemand anschließen wollen, hat da bestimmt niemand etwas dagegen...

PokerStrategy.com: grind, vielen Dank für das Interview.

von Tobias TobiasFrey Frey