02.08.12

"Die Cashgames in Zypern sind unglaublich" - Interview mit Matt Savage (Teil 2)

Im zweiten Teil unseres Interviews mit dem WPT-Turnierdirektor Matt Savage sprechen wir über die anstehende WPT-Saison und die in dieser Woche beginnende WPT Merit Cyprus Classic.

Zu Beginn der Woche sprachen wir mit dem Turnierdirektor Matt Savage über die ungewöhnliche Nische, die er sich bei Twitter gesichert hat. Im zweiten Teil unseres Interviews geht es nun über die bevorstehende Saison der World Poker Tour und die WPT Meric Cyprus Classic.

Dabei erzählte er uns unter anderem von der "Matt Savage Golf Challenge", die während des ersten Events stattfinden wird.

"Die Action ist unglaublich und die Spieler nicht sehr gut"

cyprus
WPT Zypern
PokerStrategy.com: Wie ist dieses Golfturnier bei der WPT Merit Cyprus Classic entstanden?

Matt Savage: Golf ist eine meiner Leidenschaften und Zypern ist natürlich ein wunderschönes Fleckchen Erde. Außerdem gibt es dort einen tollen Golfplatz, auf dem wir unbedingt spielen wollen.

Im Sommer ist dort immer wesentlich mehr los, Freunde und andere Pokerspieler sind vor Ort, und alle wollen Golf spielen. Ich bin also in der Hinsicht im Sommer deutlich aktiver als im Rest des Jahres, da ich sonst sehr viel arbeite.

Auf Zypern haben wir es nun auf die Beine gestellt, damit wir dort eine weitere Beschäftigung haben. Wenn man die ganze Zeit bei solchen Events und ständig auf Reisen ist, ist es wichtig, dass man sich auch mal anderweitig beschäftigt. Golf eignet sich dazu ganz hervorragend.

PokerStrategy.com: Was können unsere Mitglieder sonst von der WPT Zypern erwarten?

Matt Savage: Ich war zwar noch nie dort, aber ich habe gehört, dass die Cashgames unglaublich sein sollen*. Es gibt viele wohlhabende Menschen in der Gegend, die dann alle zusammenkommen wenn die Turniere beginnen. Die Action ist also unglaublich gut, das Teilnehmerfeld eher schwach und damit die perfekte Kombination für jeden Pokerspieler.

*Von unseren Freunden bei der WPT haben wir erfahren, dass es eine große Auswahl an No-Limit, Omaha, Razz und Mixed Cashgames mit Blinds von $5/$10 bis $100/$200 geben wird.

PokerStrategy.com: Wie sieht es allgemein mit der neuen WPT-Saison aus? Was gibt es in diesem Jahr Neues?

Matt Savage: Wir haben in diesem Jahr viele neue Tourstops im Programm. Diese Locations sind nicht nur ziemlich einzigartig, sondern für uns auch ganz besonders spannend. So geht es zuerst nach Zypern und danach zu den Parx Open Classic in einem aufstrebenden neuen Casino auf der amerikanischen Tour.

Das sind die spannenden Neuzugänge zu den anderen tollen Events wie denen in Paris, Borgata, Jacksonville oder den kommenden im Commerce Casino, dem Bay 101 Shooting Star und dem in Florida.

"Die europäischen WPT-Events werden immer größer"

mad marvin
Marvin Rettenmaier ist neuster
WPT Champion
PokerStrategy.com: Es scheint in der letzten Zeit eine Entwicklung hin zu umfassenderen Pokerevents zu geben, die über das eigentliche Turnier an sich hinausgehen.

Matt Savage: In diesem Bereich war eine Konsolidierung nötig. Ein einfaches Beispiel: es war so weit, dass man buchstäblich in jeder Woche des Jahres ein $10.000 Event spielen konnte, was einfach zu viel war.

Es gab zu viele Tourstops, zu viele Locations und die Teilnehmer mussten zu viel Geld für Reisekosten ausgeben.

Mir gefällt der Weg, den die WPT beschritten hat, sehr gut. Es gibt einen abgespeckten Turnierplan mit Locations, die man sich nicht nur gerne anschaut, sondern an denen man noch andere Sachen unternehmen kann. So haben wir zum Beispiel in Zypern am 7. August neben dem Golf-Turnier noch eine VIP Beachparty für unsere Spieler.

PokerStrategy.com: Die europäischen Events der WPT scheinen sich sehr von den amerikanischen zu unterscheiden, fast so als wäre es eine andere Tour. Wie siehst du das?

Matt Savage: Wir haben uns sehr darum bemüht, die WPT zu einem angesehen europäischen Event zu machen und die Tour insgesamt hat sich sehr gut entwickelt, sodass unsere europäischen Turniere von Jahr zu Jahr größer werden. Ich war in den letzten beiden Jahren an der Organisation der WPT Wien beteiligt und kenne die dortigen hervorragenden Zahlen recht genau.

Es gibt einfach so viele Spieler in Europa und so viele mögliche Locations. Obwohl die europäischen Events also ganz klar zur gleichen Tour gehören, haben sie durchaus etwas Einzigartiges an sich.

PokerStrategy.com: Wie siehst du die Entwicklung der amerikanischen Events der Tour vor dem Hintergrund, dass es immer noch keine Lösung der Online-Poker-Problematik gibt?

Matt Savage: Das ist offensichtlich immer noch ein großes Problem, da es keine Online-Sponsoren und Online-Qualifikationen für diese Events gibt. Ich versuche den Casinos und unseren Geschäftspartnern immer klarzumachen, dass sie sich selber um Satellites und die Rekrutierung von Spielern kümmern müssen, um die Turniere zu einem Erfolg zu machen.

Diejenigen, denen das am besten gelingt, können sich über die meisten Teilnehmer freuen. Ich glaube der Erfolg hängt stark davon ab, wie viel unsere Partner in die Events investieren. Bei uns steht bald die Borgata Poker Open auf dem Programm, die im letzten Jahr 1.300 Teilnehmer hatte. Sie haben ihr Buy-in auf $3.500 reduziert, worunter der Preispool aber aufgrund der gestiegenen Teilnehmerzahl kaum gelitten hat.

Allgemein haben sich die Buy-ins zum Positiven verändert. Es wird weniger $10.000 Events geben und die Teilnehmerzahlen werden trotzdem so gut wie im vergangenen Jahr sein.

"Ich würde gerne flachere Preisgeldstrukturen sehen"

matt savage
Matt Savage
PokerStrategy.com: Die WPT war eine der ersten großen Tours, die Re-Entry-Events anbot. Was hältst du von diesem Format?

Matt Savage: Ich habe sie vor fünf Jahren im Commerce mit einem $300 Event und einem garantierten Preispool von $1 Million eingeführt.

Damals konnte man aber nicht am selben Tag wieder einsteigen. Ich mochte Rebuy-Events nicht besonders, weil man durch sie meiner Meinung nach einen unfairen Vorteil erlangen konnte und so suchte ich nach einer Möglichkeit, den Vorteil eines Spielers, der noch einmal von vorne anfing, zu verkleinern.

Ich bin zwar ein Fan der Re-Entry-Turniere, aber nicht mehr so sehr wie früher, da sie überstrapaziert werden. Mir gefallen Re-Entries nicht, bei denen man am selben Tag wieder einsteigen kann, da sie meine Meinung Geld aus der Pokerökonomie ziehen.

Das Hauptziel dieser Turniere ist doch, die Spieler jedes Mal neu anfangen zu lassen, was die Re-Entries, bei denen man nur einmal pro Tag spielen kann, sehr gut erfüllen.

PokerStrategy.com: Die meisten Turniere dürften mit einem Deal am Final Table enden. Sollte man die Auszahlungsstrukturen der Turniere etwas flacher gestalten?

Matt Savage: Ich habe verschiedene Auszahlungsstrukturen für die WPT zusammengestellt, Payout A und Payout B, die ich unseren Partnern bei der WPT vorschlage. Meiner Meinung nach sollte hier etwas verändert werden, denn obwohl die sehr spitzenlastigen Preispools attraktiv sind, widersprechen sie den Interessen vieler Teilnehmer.

Payout A ist die am häufigsten genutzte Auszahlungsstruktur, während Payout B die neue Struktur ist, bei der 12% ansatt der üblichen 9-10% der Teilnehmer ausbezahlt werden. Zusätzlich dazu ist die Struktur an der Spitze flacher, sodass die Unterschiede am Final Table zwischen dem 1. und 9. Platz nicht mehr ganz so krass sind.

Das Problem ist, dass es immer darum ging unter die Top 3 zu kommen, um das große Geld machen zu können. Diese Turniere, bei denen der Erste $1 Million gewinnt und der Neunte nur $60.000, scheinen unfair zu sein, da der Unterschied zwischen den beiden Spielern eigentlich nicht so groß ist. Ich würde also gerne etwas flachere Preisgeldstrukturen sehen als wir das bisher gewohnt sind.

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In dieser Woche berichten wir vom Auftaktevent der neuen Saison der World Poker Tour - der WPT Merit Cyprus Classic.

Für dieses Event könnt ihr leider keine Seats mehr gewinnen, dafür stehen die nächsten beiden großen europäischen Turniere der World Poker Tour schon vor der Tür und ihr könnt euch bei PartyPoker und WPT Poker qualifizieren.

Zu gewinnen gibt es ein $6.500 WPT Malta-Package, welches das Buy-in von $4.200, die Unterkunft im 5 Sterne Hotel und $850 Taschengeld beinhaltet.

Jeden Sonntag um 20:50 Uhr geht es in den $350-Qualifiern um die Packages. Satellites zu diesen Qualifiern laufen rund um die Uhr und gehen schon mit Freerolls los.

Ihr könnt euch aber auch für ein $13.000-Package für den legendären WPT Grand Prix de Paris entscheiden, in dem Unterkunft, $1.400 Taschengeld und das Buy-in von $9.500 enthalten sind.

Die $700-Qualifier finden immer Sonntags um 21:20 Uhr statt und auch hier laufen die Satellites rund um die Uhr.

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von Barry Carter