14.07.09

Abseits der WSOP: Bobby’s Room

Wenn die Toppros in Las Vegas Highstakes-Cashgamerunden suchen, fällt die Wahl mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Bobby’s Room. Insbesondere zur WSOP wechseln dort im Stundentakt Millionen den Besitzer.

Bei dem Thema Highstakes-Livepoker fällt ein Name immer wieder: Bobby’s Room. Auch als 'Big Game' bekannt, laufen dort regelmäßig die teuersten Cashgamerunden der Welt, mit Stammgästen wie Doyle Brunson, Barry Greenstein, Sam Farha, Jennifer Harman und Phil Ivey.

Besonders zur Word Series of Poker platzt der exklusive Cardroom aus allen Nähten, und nachdem man im April aufgrund der schlechten Wirtschaftslage die Blinds auf $1.000/$2.000 halbierte, liefen die Spiele in den vergangenen Tagen so gut wie schon seit Jahren nicht mehr, verriet Doyle Brunson in seinem Blog.
 
Doyle Brunson"In fact, I haven’t seen games like the ones going on for years. There are millions of dollars on the two tables in Bobby’s Room every night. The high action games have even moved out into the main poker rooms because there are so many of them. I saw two 4-8 thousand mixed games, a 3-6k mixed game, a 2-4 mixed and a 2-4k blind pot limit Omaha going at the same time. There are lots of Europeans playing with the local players and huge amounts of money are being won and lost."
 
Wer am Ende des Tages zu den Gewinnern oder Verlieren gehört, ist dabei nur schwer auszumachen, da die Action kaum noch überschaubar ist, wie Doyle (im Bild rechts) weiter verriet.

"A French business man seems to be the big winner but it’s hard to be accurate on winners and losers. I know myself that I’m small winner but have played 3 pots with a million dollars in the middle."

Das eine oder andere Vermögen wird in den kommenden Tagen also wohl noch den Besitzer wechseln, bevor auch im exklusivsten aller Cardrooms wieder zum Alltagsgeschäft übergegangen werden kann.

bobby's room 
Dass Casinos einen abgetrennten Bereich für Highroller zur Verfügung stellen ist nichts ungewöhnliches, und dennoch ist Bobby’s Room im Bellagio etwas ganz Besonderes. Mit der exklusiven Ausstattung und den höchsten Limits die zu finden sind, gelingt es den Verantwortlichen mit dem im April 2005 eröffneten Cardroom regelmäßig die besten und populärsten Spieler der Welt ins Bellagio zu locken.

Ein Blick in Bobby's RoomBenannt wurde der Raum nach Bobby Baldwin, der 1978 als junger Spieler das Main Event der WSOP gewann und sich vom Berater des Golden Nugget zu dessen Präsidenten hocharbeitete. Später leitete Bobby das Bellagio und ist derzeit unter anderem CEO des Unternehmens Mirage Resorts. Darüber hinaus verfasste Baldwin viele Kolumnen und schrieb einen Abschnitt in Doyle Brunsons Super System.

Anfang des Jahres entwickelte sich eine rege Diskussion über die Buy-ins und Blinds im Big Game, da aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage immer weniger Spieler ihren Weg ins Bellagio fanden.

Darunter litt auch der Highroller-Raum, und schließlich war es Doyle Brunson, der sich in seinem Blog öffentlich für kleinere Limits aussprach.

Als Folge wurden das Minimum-Buy-in von $80.000 auf $20.000 gesenkt und die Blinds auf $1.000/$2.000 halbiert. Mit Erfolg, denn die Tische im Big Game sind seit dem wieder gut gefüllt. Höhere Limits sind, wenn sich die Spieler dazu finden, natürlich weiterhin möglich.