01.08.12

Danke, PokerStars!

In dieser Kolumne äußert sich PokerStrategy.com-CEO Dominik 'Korn' Kofert zur Übernahme von Full Tilt Poker durch PokerStars, die am gestrigen Abend bekannt gegeben wurde.

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Dominik ' Korn' Kofert
Mehr als 15 Monate nach den berüchtigten Ereignissen rund um den Black Friday hat das Warten für die Spieler ein Ende.

Am 31. Juli 2012 gaben PokerStars und das Department Of Justice (DOJ) bekannt, dass der weltweit größte Online-Pokerraum Full Tilt Poker übernehmen wird. Teil dieser Vereinbarung ist auch, dass PokerStars alle Guthaben von Spielern außerhalb der Vereinigten Staaten auszahlt.

Nach dieser langen Wartezeit ist das für viele Spieler deutlich besser als erwartet und ihre Hoffnungen wurden erfüllt. Nachdem viele angekündigte Deals nicht zustande kamen – besondere Bekanntheit erreichte die mögliche Übernahme der Group Bernard Tapie – kam PokerStars zu Hilfe.

PokerStars wird $547 Millionen an das DOJ zahlen. Außerdem kommt der Anbieter für die ausstehenden Spielergelder der nicht-amerikanischen Spieler auf – das sind insgesamt $184 Millionen.

Das sind deutlich bessere Bedingungen als beim ursprünglich angekündigten Tapie-Deal und es ist eine große Erleichterung und Überraschung für die betroffenen Spieler.

Jetzt stellt sich die Frage, wie es weitergeht: Die Verantwortlichen von PokerStars gaben bekannt, dass sie Full Tilt Poker auch weiterhin als eigenständige Marke betreiben möchten und ein Relaunch in bestimmten Ländern vorgesehen ist. Bislang ist noch unklar, ob Spieler von PokerStars künftig gegen Spieler von Full Tilt Poker antreten können – also ob die Spielerpools zusammengelegt werden oder nicht. PokerStars kündigte an, dass sie die Software von Full Tilt Poker behalten möchten.

Sobald der Kauf komplett vollzogen und Full Tilt Poker wieder online ist, wird PokerStars seine Marktführerschaft weiter ausbauen: Der Online-Pokerraum ist bereits jetzt schon mit mehr als 60 Prozent Marktanteil der weltweit größte Pokeranbieter. Da sich andere Konkurrenten schwer tun, wäre es nicht verwunderlich, wenn sich der Marktanteil von PokerStars und Full Tilt Poker bis zum Ende des Jahres 2013 auf 75 Prozent erhöhen würde.

Viele werden diese Marktherrschaft kritisch begutachten. Wenn man sich allerdings das Verhalten von PokerStars in den vergangenen Jahren ansieht und davon ausgeht, dass sich die großartige Unternehmensphilosophie nach dem Ausscheiden des Mitgründers Isai Scheinberg nicht verändern wird, denke ich, dass PokerStars auch in Zukunft verantwortungsbewusst agieren und im Sinne der Spieler handeln wird – so wie es bereits in der Vergangenheit gehandhabt wurde.

Das PokerStrategy.com-Team möchte PokerStars dafür danken, dass sie diesen Deal möglich gemacht haben und dass der schlimmste Vorfall im Online-Poker ein glückliches Ende findet.

von Dominik ' Korn' Kofert, CEO PokerStrategy.com