02.02.12

Exklusiv: Groupe Bernard Tapie - Mehrere Pros begleichen ihre Schulden nicht

In einem exklusiven Statement gegenüber Pokerstrategy.com erklärt Behn Dayanim, der Rechtsanwalt der Groupe Bernard Tapie, dass die französische Investment-Gruppe einige offene Fragen bezüglich Full Tilts Finanzen aufgedeckt hat. Dazu gehört die Tatsache, dass einige Pokerpros dem Unternehmen eine erhebliche Summe Geld schulden.

Wie viele Spieler bereits wissen, ist die Groupe Bernard Tapie (GBT) eine französische Investment-Gruppe, die momentan dabei ist Full Tilt Poker zu übernehmen. Die Gruppe hatte bereits mit dem US-Justizministerium ein Abkommen unterzeichnet, indem die Übernahme der Vermögenswerte des Unternehmens in Höhe von $80 Millionen vereinbart ist - unter der Voraussetzung, dass mehrere andere Konditionen erfüllt sind.

Die GBT führte vor kurzem detaillierte Untersuchungen durch, um sich ein vollständiges Bild über die finanzielle Situation und das Innenleben von Full Tilt zu verschaffen. Ben Dayanim, ein Anwalt der die GBT vertritt, erklärte gegenüber PokerStrategy.com, das die Untersuchungen "sich dem Ende nähern, jedoch noch nicht abgeschlossen" sind.

Im Laufe der Untersuchungen fand die GBT heraus, dass die finanzielle Situation der Unternehmen, aus denen sich Full Tilt zusammensetzt erheblich schlechter ist, als sie es sich erhofft hatte. Eine der finanziellen Angelegenheiten, die die Situation negativ beeinflussen ist, dass viele bekannte Pokerspieler dem Unternehmen eine erhebliche Summe Geld schulden. Die meisten dieser Spieler lassen jedoch die Bereitschaft vermissen, dieses Problem anzugehen.

"Es könnte den Deal ernsthaft gefährden."

Aufgrund der Tatsache, dass sich Full Tilt in einer schlechteren finanziellen Verfassung befindet als bisher angenommen, gewinnt das Eintreiben dieser Schulden immer mehr an Bedeutung.

Behn Dayanim erklärte die Situation gegenüber PokerStrategy.com folgendermaßen:

Deutsche Übersetzung:

"Die GBT möchte keine Vermögenswerte akquirieren, die noch strittig sind. Insgesamt beträgt die Summe, die dem Unternehmen geschuldet wird, zwischen $10 und $20 Millionen. Unter den Spielern, die Geld schulden und bisher keine Bereitschaft erkennen ließen ihre Schulden zu begleichen, sind u.a. Phil Ivey, Layne Flack, David Benyamine und Erick Lindgren. Barry Greenstein, Mike Matusow und andere schulden einen geringeren, jedoch trotzdessen bedeutsamen Betrag.

Falls das Geld nicht hereinkommt, stellt es ein ernsthaftes Hindernis für das Zustandekommen des Deals dar. Das ist nicht die einzige Frage, die die Verhandlungen betrifft - und der Deal wird nicht an einer einzelnen Sache scheitern - doch es ist ein wesentliches Element."


Englisches Original:

"GBT doesn't want to acquire assets which will need to be litigated over later. In total, the sum owed to the company is between $10 and $20 million. Several of the players who owe money and have not yet expressed a willingness to pay their debts include Phil Ivey, Layne Flack, David Benyamine, and Erick Lindgren. Barry Greenstein, Mike Matusow, and others owe a smaller but still significant amount.

If the money doesn't come in, it creates a serious obstacle to completion of the deal. This isn't the only issue with the takeover, and the deal won't end on any one issue - but this is a substantial item."


Einige Pros haben in der Vergangenheit argumentiert, dass sie nicht an die GBT zahlen, sondern ihre Schulden nur begleichen wollen, falls das Geld direkt an die Spieler geht. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint dieses Argument bei genauerer Betrachtung jedoch unaufrichtig, da das Zustandekommen des Deals mit der GBT eine beachtliche Finanzspritze für die Spieler bedeuten würde.

Wie immer wird euch PokerStrategy.com bezüglich dieses Themas und anderer Entwicklungen in Sachen Full Tilt auf dem Laufenden halten.


Von Matt Kaufman