08.11.11
Interview mit Prof. Dr. Haase: Poker zu verbieten, halte ich für abwegig
Wie wir bereits berichteten, stellte das Forschungsinstitut TNS Emnid letzte Woche die Ergebnisse einer großen, repräsentativen Befragung zum Glücksspiel in Deutschland vor. Wissenschaftlicher Begleiter war Dr. Haase, Professor für Psychologie an der Universität Frankfurt, den wir anschließend interviewten.
Den Bericht über die Ergebnisse findet ihr hier.
"Es gibt keinen Grund, ausgerechnet die Pokerspieler auf den Präsentierteller zu stellen."
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| Prof. Dr. Haase (rechts) präsentiert die Ergebnisse in Berlin |
Henning Haase: Die ist so gut, wie man das erwarten kann. Selbstverständlich kann jemand a) lügen, b) nicht in der Lage sein sich überhaupt richtig zu äußern und er kann c) die Frage nicht richtig verstanden haben.
Das ist aber in allen Befragungen so. Was einen vor allzu großen Irrtümern schützt, ist die Analyse, ob sich der Befragte einigermaßen konsistent verhält. Widerspricht er sich oder widerspricht er sich nicht? Das wird in diesen Befragungen kontrolliert. Was wir dann auf dem Tisch haben, ist also vermutlich richtig.
Henning Haase: Nein, ganz bestimmt nicht. Es wird ja gepokert, insbesondere übers Internet und das ist ein großer Anteil. Immerhin vier Prozent der Personen, die befragt wurden, gingen offensichtlich dem Pokerspiel im Internet nach.
Henning Haase: Das würde ich so nicht sagen. Es ist sicherlich so, dass im Durchschnitt gesehen das meiste Geld für Poker ausgegeben wird, aber es sind noch andere Formen, die ebenfalls erheblich zu Buche schlagen. Man muss immerhin sehen, dass auch die Lottospieler, die jede Woche ihren Zettel ausfüllen, relativ viel Geld ausgeben. Ich würde das nicht als ein riesen Problem ansehen. Es gibt keinen Grund, ausgerechnet die Pokerspieler auf den Präsentierteller zu stellen. Es gibt einfach Leute, die gerne spielen und für alles Mögliche Geld ausgeben.
"Das ganze Spiel zu verbieten, halte ich für abwegig."
Henning Haase: Mit Sicherheit. Nicht mehr und nicht weniger. Davon abgesehen hatten wir in der Stichprobe von 15.000 Befragten nur 33 Personen, die unter das Kriterium des pathologischen Spielers fallen. Das muss man sich mal quantitativ vorstellen! Wir können uns auch darüber unterhalten, ob das überhaupt eine sinnvolle Diagnostik ist. Es werden bestimmte Kriterien abgefragt, wie zum Beispiel "Ich jage dem Geld nach", "Ich denke häufig darüber nach", "Ich habe schon mal Leute betrogen" und dergleichen…
33 Personen, das sind 0,23%. Das ist ein Problem, das wirklich so gering ist, dass man sich tatsächlich fragen muss, warum man da so einen großen Aufstand macht. Es wird immer Personen geben, die mit irgendwelchen Angeboten unzweckmäßig umgehen. Ich nehme auch an, dass die Pokerspieler nicht durch das Spielsystem besonders gefährdet sind, sondern es gibt einfach Menschen, die bei jedweder Tätigkeit aus dem Ruder laufen. Das ist nach meinem Dafürhalten kein riesengroßes Problem. Man sollte diese Leute sicherlich identifizieren, man sollte sie therapieren und darauf hinweisen, dass es therapeutische Möglichkeiten gibt. Aber darüber hinaus das ganze Spiel zu verbieten, halte ich für abwegig.
Henning Haase: Wir haben 156 Risikospieler gefunden. Grundlage war die sogenannte Stinchfield-Skala, die auch im DSM-IV [Diagnosemanual, Anm.d.Red.] benutzt wird. Wenn man dort zwei Fragen von 19 mit "Ja" beantwortet, dann ist man ein Risikospieler. Das haben 156 Personen gemacht. 31 Personen gehören zu den sogenannten problematischen Spielern. Diese haben vier der 19 Fragen mit "Ja" beantwortet. Ab fünf positiven Kriterien zählt man zu den pathologischen Spielern und das sind sage und schreibe 33 von 15.000. Insgesamt sind es also etwa 2% der Befragten, die in irgendeiner Weise als problematisch eingestuft werden, wobei die pathologischen mit 0,23% zu Buche schlagen.
"Es gibt einen gewissen Bodensatz an Personen, die ein Problem haben."
Henning Haase: Das ist völliger Quatsch! Es gibt in Deutschland und international eine Lobby, die den Spielen Suchtpotenzial zuschreibt. Es gibt Personen, die Probleme mit sich selbst und ihrer sozialen Umwelt haben, die wählen dann vielleicht Alkohol oder Glücksspiele. Das wird man nie verhindern können. Dass das Spiel als solches suchtfördernd ist, ähnlich wie man sich vergiften kann, wenn man E605 zu sich nimmt, das ist eine Behauptung, die einfach nicht stimmt.
99% spielen Glücksspiele und haben kein Problem damit. Es gibt einen gewissen Bodensatz an Personen, die ein Problem haben. Aber man kann nicht sagen, dass das Spiel sie in diese Problematik gebracht hat, sondern die hatten schon vorher ein Problem. Die sind mit ihren Problemen dort hineingeraten. Diese These vertrete ich. Sie ist etwas ungewöhnlich, aber man muss sich an sie gewöhnen.
Man kann durch solche Verbotsstrategien überhaupt nichts ändern. Diese Leute, die in irgendeiner Weise ein Problem haben, arbeiten das dann an einer anderen Stelle ab, wenn man z.B. Poker oder Daddelautomaten oder dergleichen verbieten wollte. Das ist völlig klar. Wenn eine problematische Figur ihre Probleme in Alkohol ertränkt und der Alkohol wegfallen würde, dann würde diese Person eben Rauschgift nehmen oder irgendwelche anderen Dinge machen.
Henning Haase: Das ist eine Sache, über die man nachdenken müsste, wenn man den großen Verbotshammer schwingt. Die betätigen sich eben im Glücksspiel. Wenn man das in pathologischer Form macht, ist es natürlich ein Problem, da man sich selbst und seine Familie finanziell ruinieren kann. Wenn man das nun verbieten würde, würde ein Mensch, der zu diesen pathologischen Reaktionen neigt und somit anfällig ist, sich etwas anderes ausdenken. Ob das nun sozial schädlicher ist oder nicht, kann man nicht sagen. Aber man sollte diese Menschen an der Oberfläche lassen, damit man sie identifizieren kann, damit man sie beobachten kann, damit man sie therapieren kann.
"Es ist nicht das Spielangebot, das süchtig macht."
Henning Haase: Im Moment ist es Poker durch die Fernsehpräsenz, durch Boris Becker usw. Es könnte sein, dass in fünf Jahren etwas anderes auf den Tisch kommt. Vielleicht wird das Hütchenspiel mal wieder modern, ich weiß es nicht. Diese Betätigungsfelder, die in irgendeiner Weise prominent herausgestellt werden, kommen und gehen.
Aber man muss immer wieder sagen, dass weit über 90% der Leute damit völlig normal umgehen. Die machen das eine Zeit lang, wie man als Jugendlicher vielleicht mit abgesägtem Auspuff Mofa fährt und die Leute belästigt, und dann lässt man es wieder sein. Sehr, sehr viele Spieler hören auf, wenn sie heiraten, eine Familie gründen und dergleichen. Das sind Phasen, durch die man geht. Aber es gibt eben auch Leute, die aus verschiedenen Gründen vorgeschädigt sind und die mit allen Angeboten, die es im Glücksspielmarkt gibt, pathologisch umgehen. Das ist ja keine Frage, dass es solche Leute gibt.
Meine Intention ist es, klarzustellen, dass es nicht das Spielangebot ist, das süchtig macht. Diese Leute sind krank und wählen jetzt zufälligerweise ein Spielangebot, das en vogue ist. Die Präsenz etwa der Automaten in den Spielhallen, das Pokern im Fernsehen, das ist nun mal da.
Henning Haase: Ja. 97% der Leute sagen ganz einfach, irgendwann ist der Spaß für mich zu Ende. Bei 3% dieser Leute kann man sagen, dass sie größere Schwierigkeiten hatten, wobei selbst davon kaum jemand therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt. Aber wenn man sich das bildlich vorstellt, die Zahlen sieht und die Leute aufgereiht vor sich sieht, dann muss man sagen, dass diejenigen, die dort hängen bleiben und ein Problem für sich und für andere darstellen, abzählbar wenige sind. 0,23%, das ist nichts.
"Das in die Köpfe der Politiker zu bringen, ist offenbar unheimlich schwierig."
Henning Haase: Das ist genauso wie bei den anderen Spielvarianten einfach nicht der Fall! Dr. Gerhard Meyer von der Universität Bremen, der ja viel darüber geschrieben hat, hat 1983 eine Dissertation vorgelegt, in der er behauptete, das Automatenspiel mache süchtig. Die neuesten Veröffentlichungen mit seinen Kollegen sagen sogar aus, es gäbe bestimmte Spielformen, die aufgrund ihrer Struktur Sucht produzieren. Das ist einfach schwachsinnig! Es ist geradezu abenteuerlich verrückt, so etwas zu behaupten.
Denn Glücksspiele machen nicht krank, wie man es zum Beispiel wird, wenn man ein Bakterium schluckt. Das ist eine Verwischung der Begriffe. Die tätigkeitsbezogenen Süchte gegen die stoffbezogenen Süchte. Wenn Sie sehr viel Alkohol trinken oder Heroin nehmen oder dergleichen, dann haben sie eine physiologische Veränderung in ihrem Körper, während man sich bei den tätigkeitsbezogenen Süchten sagen kann: "Ich nehme das wahr", "Mir macht das Spaß", "Ich will mich diesen Zufällen aussetzen". Man wird dabei also nicht beschädigt. Sie können auch aufhören, wenn sie Lust haben. Während sie als Alkoholkranker ihre ganze Physiologie so gestört haben, dass sie immer wieder neuen Stoff brauchen.
Das in die Köpfe der Politiker zu bringen, ist offenbar unheimlich schwierig. Man muss ganz einfach sagen, dass die Karten, die beim Poker auf dem Tisch liegen, keineswegs jemanden krankmachen. Es ist vielmehr immer wieder eine einzelne Person, die ein Problem bekommt und dieses Problem in das Spiel hineinbringt. Man kann natürlich sagen, wenn es das Spiel nicht gäbe, dann gäbe es keine Pokersüchtigen. Aber wenn jemand schon ein Problem hat, dann würde er eben bei der Wahrnehmung irgendwelcher anderen Aktivitäten süchtig werden.
Dann könnte man beispielsweise sagen, derjenige ist autosüchtig, modesüchtig oder kaufsüchtig. Es gibt ja viele, viele Möglichkeiten seine Verrücktheiten auszutoben. Dass man ausgerechnet das Pokerspiel oder andere Glücksspiele als das Übel ansieht, hat einfach historische Gründe. Es ist offenbar nicht gottgewollt. Wie es schon im Alten Testament steht, denn man soll das Leben im Schweiße des Angesichts fristen. Wenn jemand auf Glück pokert, dann arbeitet er quasi nicht. Das sind solche soziologischen, kulturhistorischen Vorurteile, die sich ausgerechnet auf das Spiel beziehen.
"Die ersten Würfel sind in Prag gefunden worden, damals haben die Leute schon gewürfelt."
Ich persönlich finde die Verbreitung von Vorurteilen, die sich so tradieren und von einer Generation zur anderen übertragen werden, derart anti-aufklärerisch, dass es mir den Magen umdreht, wenn ich nur die Überinterpretation von Untersuchungen höre, die eigentlich nichts beweisen außer die bloße Tatsache, dass irgendwelche Leute Spaß daran haben, solche Glücksspiele zu spielen. Schon seit der Steinzeit gibt es das. Die ersten Würfel sind in Prag gefunden worden, das waren solche Knöchelchen von Ziegen. Schon damals haben die Leute gewürfelt. Manche Leute machen das eben gerne.Und Poker hat natürlich noch den Vorteil, dass es nicht ein reines Glücksspiel ist, sondern die eigenen Fähigkeiten ebenfalls eine Rolle spielen. Man muss sich einfach damit anfreunden, dass Leute versuchen, dort ihre Intelligenz einzusetzen. Poker ist ja kein simples Würfelspiel. Es hat unheimlich viele Facetten, die sehr interessant sind. Dass sich Leute dafür interessieren, ist die eine Angelegenheit, ob sie süchtig werden nach Poker, das ist eine zweite Sache. Die Neigung süchtig zu werden, haben sie sich woanders geholt. Sie sind schon beschädigt und gehen beschädigt dummerweise nun mal in das Pokerspiel hinein. Und dann sagt man plötzlich, Poker macht süchtig. Das ist nicht der Fall.
Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Wie auch Lottospielen nicht süchtig macht. Man müsste ja schon eine Menge merkwürdiges Temperament haben, wenn man Spaß daran hätte, jeden Samstagabend der Lottofee dabei zuzuschauen, wie sie sich an der Trommel betätigt. Wenn jemand notorisch Lotto spielt und darüber Haus und Hof verkommen lässt, dann wird man wohl doch nicht sagen, dass das Ankreuzen auf irgendeinem Zettelchen ihn süchtig gemacht hat.
Aber man hat eine schlechte Lobby, weil es offenbar nicht "gottgewollt" ist, dass man sein Schicksal einem Los aussetzt. Man soll ernsthaft arbeiten. Und es ist sehr schwierig, das aus den Köpfen heraus zu bekommen. Man muss zum Beispiel Nevada sehen, wo im Augenblick eine Diskussion darüber geführt wird, ob man öffentliche Lotterien einführen sollte. Da wird die Doppelmoral offensichtlich. Der Bundesstaat Nevada holt sich sein Geld in Las Vegas, aber gegen Lotterien wehren sich insbesondere diese merkwürdigen religiösen Gruppen, die in den Vereinigten Staaten in großer Vielfalt auftreten.
Henning Haase ist emeritierter Professor der Psychologie an der Universität Frankfurt und Spezialist für Markt- und Kommunikationsforschung. Er ist Autor des Buches "Der Spieler. Zwischen Wissenschaft und Propaganda" (1992).
Das Interview führte Volker Rueß




#2
murschi, 08.11.11 12:03
Alle nicht süchtig. Sie spielen alle weil sie totale Winningplayer sind :f aber generell sehr gute Sache, hoffentlich bewirkt es was in der Politik#4
HeilLoki, 08.11.11 12:08
I like!Irgendwie will ich diesen DSM-IV Test auch machen. Bin sicher die volle Suchtnudel! :D
#5
HeilLoki, 08.11.11 12:17
P.S.: Politiker sind süchtig danach, anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu leben haben.#6
richum, 08.11.11 12:17
Im Durchschnitt wird das meiste Geld für Poker ausgegeben? Kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen.#7
mcil3ah, 08.11.11 12:24
gut zu lesendes interview#8
Nani74, 08.11.11 12:26
caught the pokerprof#9
ladykaka, 08.11.11 12:37
@6könnte mir vorstellen, dass bei Poker die meisten rumlaufen, die die Kosten noch im Blick haben. Weil einfach die Dichte derer, die sich wirklich Gedanken um das Spiel machen, höher ist. Und selbst wenn sie Loosing Player sind, wissen sie dann eher, wieviel sie verloren haben. Gerade bei OnlinePoker ist es ja viel einfacher seine Kosten im Blick zu halten mit Tracker, etc.
#10
Fliegus123, 08.11.11 12:41
Danke für das Interview. Wär schön, wenn das auch mal so medienwirksam gemacht würde, dass die Poltiker und Lobbyisten nicht darumhin kommen.(own opinion obv)
#11
MGF001, 08.11.11 12:42
Wenn 4% der Befragten Poker spielen und 2% der befragten mindestens Risikospieler sind, is das wohl nicht sone gute Statistik fürs Pokern.Aber wahrscheinlich bezieht sich die Risikoskala auch auf andere Spiele und damit ist mein Post obsolet^^
MfG. MGF
#12
HeilLoki, 08.11.11 12:44
@ladykakaDu solltest nicht von dir auf andere schließen. Der durchschnittliche Fisch zahlt ein, wenn er kein Geld mehr auf dem Pokerkonto hat. Wenn die Kohle in 1 Woche durch ist, wird eingezahlt, ist die Kohle er in 1 Monat durch, wird eben dann eingezahlt. Die Übersicht geht da sehr schnell verloren. Sowas wie Pokertracker und Holdem Manager kennen die nicht oder sie wissen nicht, wozu man sowas brauchen könnte. Wozu 100 Bucks ausgeben, wenn man doch so auch "gut gewinnt" (und 5k auf NL5 down ist).
#13
richum, 08.11.11 12:47
@11 Ich bin jetzt kein Statik-Nerd aber die 2% beziehen sich auf die 15k befragten. Davon spielen 600 Poker davon wären dann 12 Risikospieler, was wohl nicht sonderlich schlimm wäre. Oder liege ich da jetzt falsch?#14
WicKeDWiEseL, 08.11.11 12:48
"99% spielen Glücksspiele und haben kein Problem damit. Es gibt einen gewissen Bodensatz an Personen, die ein Problem haben. Aber man kann nicht sagen, dass das Spiel sie in diese Problematik gebracht hat, sondern die hatten schon vorher ein Problem. Die sind mit ihren Problemen dort hineingeraten. Diese These vertrete ich. Sie ist etwas ungewöhnlich, aber man muss sich an sie gewöhnen.Man kann durch solche Verbotsstrategien überhaupt nichts ändern. Diese Leute, die in irgendeiner Weise ein Problem haben, arbeiten das dann an einer anderen Stelle ab, wenn man z.B. Poker oder Daddelautomaten oder dergleichen verbieten wollte. Das ist völlig klar. Wenn eine problematische Figur ihre Probleme in Alkohol ertränkt und der Alkohol wegfallen würde, dann würde diese Person eben Rauschgift nehmen oder irgendwelche anderen Dinge machen."
So true. Mehr braucht man da imo gar ned zu sagen ^^
#15
Romeryo, 08.11.11 12:49
Finds gut, dass sich endlich mal jemand Luft macht der Ahnung hat. Mit etwas Logik hätte man auch drauf kommen können als Politiker/Spießbürger. Aber in Schubladen denkt sichs bequemer, vor allem wenn sie schon hübsch eingeräumt sind, solang man nix anderes reintun oder es ausmisten will.Ja, Politiker-/Spießbürgerschublade :P
#16
ladykaka, 08.11.11 12:51
k.A. Poker kann man aber zumindest Professionell betreiben. Die anderen Spiele ja nicht. Ging mir ja auch nur um die Frage, warum am meisten für Poker ausgegeben wird. Wahrscheinlich a) weil es eben mehr leute spielen undb) weil der anteil derer, die wissen, ob und wieviel sie im Minus sind höher sind.
@MFG
Ich denke mal 2% derer, die angaben zu spielen, sind süchtig. Also sind in Deutschland 0,08 % der Deutschen spielsüchtig.
#17
richum, 08.11.11 12:51
@13 Das heißt Statistik :facepalm:#18
Tiltberger, 08.11.11 12:53
bin ich der einzige der dachte stefan raab macht wieder eine telefonverarsche???#19
betwinner, 08.11.11 13:00
werden jetzt immer die Kommentare ala "fürst" gelöscht oder wie ist es?#20
sebmanx, 08.11.11 13:06
@18...NEIN#21
sebmanx, 08.11.11 13:06
@19 about time#22
Pokerfu, 08.11.11 13:08
Unsere lieben Politiker, keine Ahnung aber eine Meinung haben.#23
richum, 08.11.11 13:11
@19 Wird wohl nach lust und Laune gemacht, meine Beschwerde darüber in den Kommentaren wurde letztens auch gelöscht :D.#24
betwinner, 08.11.11 13:16
"99% spielen Glücksspiele und haben kein Problem damit."Genau sie haben kein Problem damit werden nur ärmer, damit haben die auch kein Problem.
#25
Romeryo, 08.11.11 13:49
@24: macht das so nen Unterschied ob du beim Glücksspiel arm wirst oder beim exzessiven feiern/rauchen/saufen/shoppen etc.?#26
DoKwonTae, 08.11.11 14:36
Frage mich schon warum in diesem Land irgendwelche behinderten Leute die zufällig Politiker geworden sind entscheiden können was sie sich in ihrem beschränktem Kopf ausgedacht haben, und die Meinungen und Dissertationen von ausgewiesenen Experten einfach ignorieren dürfen.Das System funktioniert schon lange Zeit nicht mehr. Es wird regiert von irgendwelchen alten Säcken die nicht mit der Zeit gehen. Freiheit gibt es nicht in diesem Land. Da frag ich mich schon was sich seit 45 geändert hat.
Heisst für mich ab diesem Jahr gehe ich wieder wählen und die Piraten werden es sein.
#27
kingwtf, 08.11.11 14:41
Sehr guter Mann! Ich könnte wetten, der is selber Online-Reg :)#28
chrsbckr75, 08.11.11 15:07
Ich bin nicht spielsüchtig. Wetten?#29
zwacke, 08.11.11 15:07
Also dieser Professor verfällt in so viele Stammtischphrasen und undifferenzierte Leerlaufargumente, dass ich mich nicht wundere, wenn er von Politikern oder Skeptikern des Glücksspiels nicht erhört wird. Grade Spielsucht abzutun als Mangel den jeder selbst zu verantworten hat ist für mich ein schwerwiegender Fehler, wenn man in der öffentlichen Diskussion überzeugen möchte. Es sollte imo mehr darum gehen, wie man dieses Problem in einem regulierten Markt viel besser angehen kann und wie nutzlos und gar schädlich der Zustand der Prohibition ist.#30
niknik88, 08.11.11 15:47
Warum denn 2%???Wenn ich rechne, hab ich bei 33/15000 irgendwie 0.2% raus, kp welche Methoden ihr benutzt. Und dann sind 4% und 0.2% auch garnicht mehr sooo sick.
#31
o3Rd, 08.11.11 15:48
#26 made my day :DDD#32
notwhatuthink, 08.11.11 16:03
In einer der letzten News hier war zu lesen, dass die Studie von Prof. Haase im Auftrag der Spielautomatenlobby entstanden ist. Sah so aus, als würde poker dort gar nicht so gut wegkommen.Von daher war ich jetzt erstmal sehr skeptisch, aber irgendwie sind das hier ganz andere Töne...
@29: ich verstehe ihn nicht so, dass die Leute für ihr Leid selber schuld sein sollen. Vielmehr, dass bei einigen so eine Disposition zur Sucht schon vorher besteht, und sich dann halt im poker maifestiert oder eben in anderen Abhängikeiten. Ich bin kein Psychologe, aber für mich klingt das einleuchtend.
#33
rudimente, 08.11.11 16:15
wer hat denn die studie in auftrag gegeben? wenn man die studie googelt kommen nur casino und poker seiten.#34
rudimente, 08.11.11 16:17
sry hat sich mit 32 überschnitten. nur ist die studie damit ziemlich wertlos.#35
holger1967, 08.11.11 16:39
Also mit Verlaub Herr Professor,so einen Schwachsinn habe ich lange nicht mehr gelesen.
Mit Ihrer Aussage disqualifizieren Sie sich selber und sind Munition für alle, die Poker verbieten wollen.
#36
funkphenomena, 08.11.11 16:42
Von der aussage her natuerlich nice fuer poker aber die form in der sich der herr professor aeussert klingt schon ganz schon stammtischmaessig.#37
skyvol, 08.11.11 16:44
Laut eigener Aussage ist das die erste Studie zu dem Thema, die nicht aus Fördermitteln finanziert wurde. sprich alle anderen Studien zu dem Thema sind vom Staat finanziert.Ich verstehe zwar deinen Einwand und sehe das auch kritisch. Dass die Studie damit wertlos ist, finde ich aber übertrieben.
Im Interview ging es hauptsächlich um die Meinung von Prof. Haase, der da scheinbar schon seit längerem mit dem Thema beschäftigt ist und somit über diese einzelne Studie hinausblickt
#38
TAHG2010, 08.11.11 17:05
Man wird dabei also nicht beschädigt. Sie können auch aufhören, wenn sie Lust haben. Während sie als Alkoholkranker ihre ganze Physiologie so gestört haben, dass sie immer wieder neuen Stoff brauchen.so ein dummfug. wenn ich mein belohnungszentrum nur auf spiele trainiere, dann verlangt es iwann auch danach.
Stinchfield-Skala ein schnelltest der bei 2/20 treffern eine diagnose stellt.... selten so gelacht. das ist obv ein lvl!
#39
skyvol, 08.11.11 17:16
@30: es gibt einen Unterschied zwischen pathologischen Spielern, problematischen Spielern und Risikospielern. alle drei machen etwa 2% aus, pathologische nur 0,2#40
rudimente, 08.11.11 18:23
@37 das problem ist, das die studie garnicht veröffentlicht worden wäre, wenn sie zu einem anderem ergebnis gekommen wäre. wer weiss wieviele die glückspielindustrie schon in auftrag gegeben hat. ausserdem sind 2% immer noch 160.000 menschen. zum alkohol vergleich: was ist denn mit psychisch abhängig machenden drogen, wie kokain und rauchen?#41
holger1967, 08.11.11 20:49
@40 na da rechne nocmal nach.#42
constentus, 08.11.11 21:03
Hat er Sie noch alle?Selbst wenn 1 einziger Mensch sein Leben mit der Zockerei verschwendet ist es schon wichtig, dass diesem geholfen wird. Ob nun 10% oder 0,4% das sind alles Menschen.
Er kann doch auch nicht ernsthaft sagen, dass wir Poker legalisieren sollten, weil eventuelle Süchtige sich sonst anderswo ihre Befriedigung suchen sollten?! Meiner Meinung nach ist es auch nicht richtig, dass Alkohol legal ist, da dieser Menschen vom Leben abhält. Meiner Meinung nach kann der Staat solche unproduktiven Tätigkeiten ruhig verbieten da diese sowieso nicht glücklich machen.
#43
rudimente, 08.11.11 21:11
@41 meinte natürlich 0,2%#44
JumpOffJoe, 08.11.11 22:17
lol, da hat der Prof. sich sicher keine Freunde bei seinem Auftraggeber gemacht. Das war nämlich die Automaten-Wirtschaftsverbände Info GmbH und denen ging es offenbar vor allem darum, zu zeigen, wie gefährlich "online" ist und dass die Leute doch lieber in die Spielo sollen. (nachzulesen hier: http://www.automatenblog.de/?p=273 )#45
larseda, 09.11.11 01:23
Alles Lobbypoltik .... man hat die Ergebnisse bekommen, für die man bezahlt hat#46
Zocker007, 09.11.11 03:27
Da wollte ein emeritierter Prof seine Pension aufbessern.Wayne
#47
Kingmurder, 09.11.11 06:25
Das ist zwar keine wissenschaftliche Arbeit aber ein sehr gutes Interview!#48
beni, 09.11.11 11:56
gutes beispiel dafür wieso man "studien" prinzipiell kritisch begegnen sollte. allzu oft kommt das raus, was rauskommen soll.#49
praios, 09.11.11 14:26
Stinchfield-Skala: welche fragen wuden denn da gestellt wüsste gerne mal wo ich da stehe :D#50
skyvol, 10.11.11 01:43
http://www.verspiel-nicht-dein-leben.de/de/spielsucht/gluecksspielsucht-test/index.html#51
fu4711, 10.11.11 02:15
Der Test ist ja mal der letzte Witz. Absolut tendenziös. Einfach nur auf Automatenjunkies zugeschnitten.12. Haben Sie Familienmitglieder, Freunde, Mitarbeiter oder Lehrer oft angelogen, wenn es um das Ausmaß Ihres Glücksspielens oder um die Höhe Ihrer Spielschulden ging?
Ich mein, wtf, ja, ich hab gelogen, aber nur, damit die Leute nicht anfangen sich einen Porsche zu Weihnachten zu wünschen.
#52
fu4711, 10.11.11 02:19
Na toll, Beratungsbedarf :( Immerhin steht da nicht einfach nur süchtig. Aber vermutlich kommt das immer raus, gleich mal testen.#53
fu4711, 10.11.11 02:22
Haha, so klar: Alles angehakt, selbes Ergebnis. Ist wohl für die Readingskills von Rouletteprofis gemacht.#54
skyvol, 10.11.11 20:06
man bekommt keine beratungsempfehlung wenn man höchstens 1 Frage bejaht. Alles andere ist beratungsbedarf. Ab zwei positiven Kriterien ist man ja auch schon Risikospieler.Ich habe auch so das Gefühl, dass der Test keinen Unterschied zwischen Pokersüchtigen und Pokerprofis macht.