19.08.12

Klage von Pokerprofi Eddy Scharf: Urteil wohl noch in diesem Jahr

Der von Eddy Scharf geführte Musterprozess gegen den Staat wird voraussichtlich noch in diesem Jahr entschieden werden, laut Spiegel soll das Urteil am Finanzgericht Köln noch 2012 fallen. Scharf klagt gegen den Steuerbescheid des Finanzamts, da er Steuern für Pokergewinne zahlen soll.


Eddy Scharf
Obwohl Gewinne aus Glücksspielen in Deutschland generell steuerfrei sind und Poker bislang immer noch in diese Kategorie fällt, soll der ehemalige Full Tilt Profi Eddy eddyscharf Scharf Steuern für Pokergewinne zahlen.

Da der Kölner damit nicht einverstanden ist, hat er gegen den Steuerbescheid des Finanzamts geklagt. Nach Informationen des SPIEGEL soll in diesem Musterprozess noch in diesem Jahr Klarheit herrschen und ein Urteil gefällt werden.

Nach Ansicht des Finanzamts übt Scharf mit Poker eine gewerbliche Tätigkeit aus, die steuerpflichtig ist. So nutze er "persönliche Fertigkeiten und ein tieferes Spielverständnis" und verlasse sich nicht auf sein Glück.

eddyscharf, der früher die Flagge von Full Tilt Poker repräsentierte, konnte in seiner Karriere bei offiziellen Live-Events mehr als $1,3 Millionen gewinnen. Unter anderem schnappte er sich bei der WSOP 2003 bei einem $1.500 Omaha-Event ein Bracelet.

Scharf: Glück - Staat: Können


Scharf bei der WSOP 2011
Kurios ist bei diesem Prozess die Sichtweise der beiden Parteien: So wollen Eddy Scharf und sein Anwalt das Gericht davon überzeugen, dass es beim Pokern doch um Glück geht, um so eine Steuernachforderung zu verhindern.

Das Finanzamt sieht den Erfolg von Scharf eher als Können an. Bei diesem Musterprozess muss also auch die grundlegende Frage geklärt werden, ob Poker ein Glücksspiel oder ein Geschicklichkeitsspiel ist.

Als Grundlage für die Steuerforderung dürfte dem Finanzamt der Eintrag von eddyscharf bei Hendon Mob gedient haben. Hier werden zwar die Turniergewinne des Pokerprofis ausführlich aufgelistet - die Buy-Ins beziehungsweise der Reingewinn allerdings nicht.

Außerdem ist unklar, wie es sich mit Reise- und Hotelkosten verhält, die für eine Teilnahme an Pokerturnieren unerlässlich sind. Denn dadurch fällt der Reingewinn von professionellen Pokerspielern deutlich geringer aus.

Richtungsweisende Entscheidung für Pokerspieler?

Fest steht auf jeden Fall, dass der Musterprozess unseres PokerStrategen eddyscharf auch für viele andere Pokerspieler wichtig ist. Denn sollte der Staat anerkennen, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist, könnte dies auch Auswirkungen auf Online-Poker in Deutschland haben.

PokerStrategy.com wird euch natürlich auch weiterhin über den Fall informieren und auf dem Laufenden halten.

PokerStrategy.com-Forum: Eddy Scharf - Strategen im Strampelanzug

von
AdminTobias Frey