12.06.12
Kommentar: Politik versagt bei der Regulierung von Online-Poker
CDU und FDP in Schleswig-Holstein sind abgewählt, Torsten Albig von der SPD wurde am Dienstag zum Ministerpräsidenten gewählt. Die neue Regierung will die Liberalisierung des Glücksspielmarktes stoppen und dem europarechtlich bedenklichen Vertrag der 15 anderen Bundesländer beitreten.
Am Dienstag wurde Torsten Albig, Spitzenkandidat der SPD, zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt. Damit ist offiziell bestätigt, was eigentlich schon seit einigen Wochen klar ist. CDU und FDP wurden abgewählt, die Dänenampel aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit SSW übernimmt ab sofort die Regierungsgeschäfte.
Zwar verteilten die Väter des liberalen Glücksspielgesetzes kurz vor der Regierungsübergabe noch sieben Lizenzen an Sportwettenanbieter, leider wurden aber keine Lizenzen an Online-Pokeranbieter vergeben. Der Versuch einer Regulierung von Online-Poker ist damit vorerst gescheitert.
Denn die neue Regierung ist gegen das Gesetz und strebt eine "bundeseinheitliche Regelung des Glücksspiels" an, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Sie will "prüfen, wie die Aufhebung des schleswig-holsteinischen Glücksspielgesetzes ohne Schadensersatz möglich ist und wie es durch eine Gesetzesänderung wettbewerbsrechtlich möglich ist, die Lizenzvergabe zu stoppen."
Klagewellen
Die meisten Rechtsexperten gehen zwar davon aus, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag erneut gegen EU-Recht verstößt, allerdings war die Kritik der EU so diplomatisch formuliert, dass einige Politiker die Stellungnahme der EU-Kommission als grünes Licht werteten. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass die Behörden stärker als bisher gegen Online-Poker vorgehen, weil die Rechtsgrundlage bisher noch nicht offiziell für europarechtswidrig erklärt wurde.Hier dürften sie aber auf erheblichen juristischen Widerstand stoßen. Namhafte Rechtsexperten wie der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Papier erklärten den Vertrag bereits für rechtswidrig, deshalb werden die Pokeranbieter aller Wahrscheinlichkeit nach weitermachen wie bisher. Sie können davon ausgehen, dass sich faktisch nichts geändert hat und sie kaum etwas zu befürchten haben.
Juristischen Widerstand und Schadensersatzforderungen darf auch die neue Regierung in Schleswig-Holstein erwarten, wenn sie die bereits verteilten Lizenzen wieder einziehen will, die eigentlich bis 2018 gelten.
Versagen der Politik
Die verantwortlichen Politiker verteidigen ihr Glücksspielmonopol und verweigern sich mit vorgeschobenen Argumenten einer längst überfälligen Öffnung und Liberalisierung des Glücksspielmarktes. Das Verbot von Online-Poker begründen sie dabei regelmäßig mit dem angeblich erheblichen Suchtpotential dieser Spielart, verweigern sich jedoch einer wissenschaftlichen Debatte darüber.Man darf die Suchtrisiken von Glücksspielen nicht verharmlosen, trotzdem bestätigte der Glücksspielforscher Prof. Dr. Haase gegenüber PokerStrategy.com, dass Online-Poker kein gesteigertes Suchtpotential besitzt: "Das ist genauso wie bei den anderen Spielvarianten einfach nicht der Fall!"
Auch die Untersuchungsergebnisse von Prof. Dr. Dr. Peren der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gehen in die selbe Richtung. Im Interview mit PokerStrategy.com echauffiert sich der Wissenschaftler außerdem über das Verhalten der Politiker und stellte konsterniert fest, dass "die Bundesländer an ihren monopolisierten Einnahmen festhalten möchten".
Auf Kosten ihrer Partikularinteressen versäumt es die Politik daher zum wiederholten Male, eine klare Rechtssituation zu schaffen. Zwei Drittel der Deutschen spielen unregelmäßig Glücksspiele mit und um Geld, davon hatten sechs Prozent bereits Berührung mit Poker. Sie werden kriminalisiert und in den Graumarkt abgeschoben.
Weitere News zur Glücksspielregulierung in Deutschland:
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• Statement: Neuer Entwurf des Glücksspielstaatsvertrages unzureichend (7. November 2011)
• Ministerpräsidenten einigen sich auf Glücksspielstaatsvertrag (28. Oktober 2011)
• Schleswig-Holstein: Bereits 28 Anbieter an Glücksspiellizenzen interessiert (9. Oktober 2011)
• Urteil des BGH: Glücksspiele im Internet bleiben verboten (29. September 2011)
• FDP Sachsen plädiert nun für das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz (27. September 2011)
• Glücksspielgesetz in Schleswig Holstein: Eine Analyse (14. September 2011)
• Glücksspielgesetz in Schleswig Holstein angenommen (14. September 2011)
von Volker Rueß



#1
FrankyBlue, 12.06.12 15:48
first#2
stylus20, 12.06.12 15:54
naja die regulierung hätten sie eh versaut .. politiker's gonna politiker...#3
roflushh, 12.06.12 15:55
man sind wir arm dran haha#4
pingolfin, 12.06.12 16:08
LOLO...irgendwie kommt mir die ganze Geschichte so bekannt vor...bei der korrupten Drogenpolitik sind klare Paraellen zu erkennen, z.B. wissenschaftliche Argumente vs Suchtpotential...#5
Dilas, 12.06.12 16:09
Jeder bekommt das, was er verdient...ähh...wählt#6
Finsbury47, 12.06.12 16:11
fick spd#7
grrgrrbla, 12.06.12 16:11
ist doch eh nice wenn .de nicht abgeschottet wird + keine steuern, illegalität lebe hoch! wer das geld aus steuereinnahmen nicht will solls lassen :D#8
Zugwat, 12.06.12 16:14
Fand die Liberalisierung besser#9
pingolfin, 12.06.12 16:14
@6...glaube nicht das das an einer Partei liegt, wohl eher ne dicke UNDERGROUND-LOBBY...#10
Zocker007, 12.06.12 16:17
Welche Vorteile haben die regulierten Franzosen, Spanier, Italiener gegenüber den unregulierten Deutschen?#11
enjoy2playAK, 12.06.12 16:17
Prof. Dr. Papier xD#12
Dilas, 12.06.12 16:36
@10 nur einen einzigen:Sie machen sich nicht strafbar, wenn sie online pokern
#13
Zocker007, 12.06.12 16:48
@12 Wurde schon mal ein Deutscher wegen Teilnahme am Onlinepoker verklagt?#14
Tableadmin, 12.06.12 17:02
@101.Wir duerfen offiziel Steuern bezahlen :-(
2.Wir spielen in nem riesigen Teich mit spanischen Fischen :-)
#15
Zocker007, 12.06.12 17:16
@14 Wenn es sich longterm rechnet, trotz höherem Rake und Steuern. Dachte ich eigentlich nicht.#17
Tableadmin, 12.06.12 17:43
Der Rake laesst sich verkraften und die steuerliche Situation ist ja noch nicht endgueltig geklaert. Es deutet aber eiiges darauf hin, dass es noch Aenderungen zum Vorteil der Spieler geben wird.#18
Syton, 12.06.12 17:51
Ich frage mich, warum mein Beitrag gelöscht wurde. Das, was der Prof. Hase da von sich gegeben hat, ist schlichtweg Müll.Alle Spiele, bei dem der Spieler aktiv am Ausgang mitwirken kann, bergen ein extrem hohes Suchtpotenzial. Bei Spielen, wo der Spieler selbst nur passiv mitwirken kann, ist das Suchtpotenzial dagegen gering.
#19
stylus20, 12.06.12 19:18
@18 so wie bei novoline automaten?#20
28111981, 12.06.12 19:19
die gesamte eu ist in dieser beziehung absolut inkompetent#21
PHPNick, 12.06.12 20:38
Wie können sog. Spitzenpolitiker nur so realitsfern sein?! *facepalm* Aber hey, keine Steuern!#22
BHSurfer, 12.06.12 20:41
@18darum stehen auch so wenige vor den Daddelautomaten und verspielen große Teile ihres Hartz IV Einkommens bei book of ra. Ist nur ein passives spielen und daher nicht suchtgefährdend...
großes LOL
#23
danic00, 12.06.12 20:52
@18 Das Dümmste was ich je gehört habe...Hauptsache Spielautomaten sind weiterhin legal,aber Onlinpoker bleibt wegen suchtgefährdung verboten.
Würde mich mal interessieren wie man das begründet.
Spielhallen sollten nämlich verboten werden. Die zerstören garantiert weit mehr Existenzen....
#24
Smoover, 12.06.12 21:30
Ich kann den Typ net leiden und Carstensen wahr schon fürn Arsch aber dieser Albig bringt mich jedes mal in rage wenn er nur den Mund aufmacht.#25
Syton, 13.06.12 09:06
@19, 22, 23Kapiert Ihr überhaupt, was ich geschrieben habe? :facepalm:
#26
Mephisto87, 13.06.12 09:15
jaja sucht, hoffe ab morgen verschwinden die kippenautomaten und der alk aus den regalen.alles schwachsinn. Die lobby is halt einfach leider nicht mächtig genug in sachen poker...
#27
Tableadmin, 13.06.12 09:58
Davon, dass Spielautomaten nicht suechtig machen, ueberzeugt der Herr Gauselmann die Politik(er) regelmaessig mit grosszuegigen Parteispenden.#28
donoldinio, 30.06.12 17:56
Es ist völlig egal was sich diese BRD Idioten ausdenken. Die BRD ist eine Firma. Geht mal auf bundeswertpapiere.de und dann auf das Impressum. Diese GmbH mit Haftungskapital 25.500 € ist mit über 2. Billionen Euro verschuldet. Grundgesetz 23.09.1990 mit Streichung Artikel 23 Geltungsbereich aufgehoben. Ein Gesetz das keinen Geltungsbereich besitzt gilt nirgens. Es gibt auch keine ordentlichen Staatsgerichte in der BRD § 15 Gerichtsverfassungsgesetz aufgehoben, § 16 sagt niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden. Entweder Ihr lasst diese Vwerbrecher wegtreten oder lasst Euch weiter nach Strich und Faden verarschen. Könnt Ihr alles nachlesen. Das Grundgesetz haben die Amerikaner und Russen am 17.06.1990 zur Aufhebung beschlossen. Ratifiziert mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung 23.09.1990. Ich lasse die Bande regelmäßig wegtreten. Ich wünsche allen Liebe, Glück und Wohlergehen.