15.12.11
Neuer Glücksspielvertrag unterzeichnet
Die 15 Bundesländer haben einen neuen Glücksspielstaatsvertrag unterzeichnet. Schleswig-Holstein hat sich enthalten und baut weiter auf sein eigenes Gesetz.
Die Regierungschefs von 15 Bundesländern haben heute einen neuen Glücksspielstaatsvertrag unterzeichnet. Schleswig-Holstein hat sich enthalten und baut weiter auf sein eigenes Gesetz, das ab Januar in Kraft tritt und eine Vergabe der Lizenzen ab März 2012 vorsieht.
Der neue Vertrag der 15 Bundesländer sieht eine stellenweise Öffnung des Glücksspielmarktes vor, Online-Poker allerdings bleibt auch weiterhin verboten. Der Vertrag wurde im Vorfeld von vielen Seiten kritisiert. Im Fokus der Kritik stehen vor allem die vergleichsweise hohe Steuer von 5% auf jeden Wetteinsatz und die Begrenzung der Lizenzen auf maximal 20 Glücksspielanbieter bundesweit.
Endgültige Ratifizierung steht noch aus
![]() |
| Volker Bouffier, CDU |
Aus diesem Grund haben sich die Ministerpräsidenten auch darauf geeinigt, den Vertrag der EU-Kommission vorzulegen, bevor er durch die Länderparlamente ratifiziert werden kann. Der erste Entwurf des jetzt unterzeichneten Vertrags war in Brüssel auf europarechtliche Bedenken gestoßen. Daraufhin besserten die Länder an einigen Stellen nach, erhöhten die Zahl der Lizenzen und verringerten die Steuerlast. Vielen Experten und Anbietern gingen diese Änderungen nicht weit genug. Der Prozess der Vertragsnovellierung verzögert sich damit nochmals um weitere Monate
Rechtskonforme Alternative besteht
Mit Schleswig-Holstein besteht zudem eine Alternative, die bereits von der EU abgesegnet wurde. Im nordischen Bundesland werden ab März 2012 Lizenzen an Poker- und Glücksspielanbieter vergeben. Wie zahlreiche andere Pokeranbieter hat sich z.B. PokerStars bereits für eine Lizenz beworben und wirbt außerdem bald im deutschen Profifußball für seine Dienste.In Schleswig-Holstein zahlen die Lizenznehmer lediglich 20% Steuern auf ihren Rohertrag und dürfen im Gegensatz zu den anderen Ländern auch Werbung schalten. Das könnte für einen Wettbewerbsvorteil der nordischen Sportvereine sorgen. Die 15+1 Lösung wird aber vor allem weitere Verwirrung und Rechtsunsicherheit mit sich bringen.
Kritische Stimmen der Glücksspielanbieter
![]() |
| Peter Reinhardt, Betfair |
Auch Günter Boyks, Direktor der digibet UK Ltd äußerte sich kritisch zu der Vertragsunterzeichnung. "Nun ist die Rechtsunsicherheit in Deutschland in puncto Glücksspiel auch für die nächsten Jahre festgeschrieben. Durch die 15+1-Lösung wird darüber hinaus aber die ohnehin schon existierende Rechtsunsicherheit weiter fortgeschrieben", so Boyks weiter. "Mit Klagen von privaten und auch staatlichen Anbietern kann daher gerechnet werden."
Statement von PokerStrategy.com
Wie bereits ausführlich dargestellt, ist der neue Glücksspielstaatsvertrag aus unserer Sicht und der weit überwiegenden Meinung der Rechtsexperten, wie z.B. kürzlich von dem ehemaligen Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Papier ausgeführt, nicht vereinbar mit dem EU-Recht. Wir gehen fest davon aus, dass die von den 15 Ländern erhoffte positive Rückmeldung der EU-Kommission ausbleibt und die EU-Kommission klarstellen wird, dass erheblicher Nachbesserungsbedarf besteht.Wie ein vernünftiges und europarechtskonformes Glückspielgesetz aussieht, hat Schleswig-Holstein gezeigt. Leider versuchen die anderen Bundesländer mit ihrem Glücksspielstaatsvertrag einen nicht haltbaren Kompromiss, der aufgrund der nicht wettbewerbsfähigen hohen Besteuerung auch nicht dazu führen wird, die Sportwettenanbieter aus dem Graubereich des Glücksspielmarktes zu holen.
Anfang März 2012 wird das neue Glücksspielgesetz von Schleswig-Holstein in Kraft treten und nach den zu erwartenden zusätzlichen Einnahmen des nördlichsten Bundeslandes durch die Glücksspielindustrie wird vielleicht der ein oder andere Ministerpräsident seine Entscheidung überdenken und die zu erwartende Aufforderung der EU-Kommission zur Nachbesserung des Glücksspielstaatsvertrages zum Anlass nehmen, den aktuellen Glücksspielstaatsvertrag noch rechtzeitig zu überarbeiten.
Weitere News zum Glücksspielgesetz in Deutschland:
• Betfair legt Beschwerde bei EU Kommission ein (5. Dezember 2011)• Verfassungsbedenken gegen Schleswig-Holsteins Glücksspielgesetz (4. Dezember 2011)
• PokerStars erwirbt Namensrechte am Stadion des VfB Lübeck (29. November 2011)
• Statement: Neuer Entwurf des Glücksspielstaatsvertrages unzureichend (7. November 2011)
• Ministerpräsidenten einigen sich auf Glücksspielstaatsvertrag (28. Oktober 2011)
• Schleswig-Holstein: Bereits 28 Anbieter an Glücksspiellizenzen interessiert (9. Oktober 2011)
• Urteil des BGH: Glücksspiele im Internet bleiben verboten (29. September 2011)
• FDP Sachsen plädiert nun für das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz (27. September 2011)
• Glücksspielgesetz in Schleswig Holstein: Eine Analyse (14. September 2011)
• Glücksspielgesetz in Schleswig Holstein angenommen (14. September 2011)
• EU-Kommission lehnt Entwurf zum Glücksspielstaatsvertrag ab (21. Juni 2011)
• Entscheidung zu Glücksspielstaatsvertrag verschoben (10. Juni 2011)
• Der Gegenentwurf aus Schleswig-Holstein im Detail (14. April 2011)





#1
klitschkos, 15.12.11 17:15
fürst#2
limed, 15.12.11 17:17
Soll doch illegal bleiben#3
Ramadamses, 15.12.11 17:24
Wieso kann ich dann spielen, wenn "Online-Poker weiterhin verboten bleibt"?#4
donblacky83, 15.12.11 17:26
Wer wohnt in SH ?!? ... moi ?!?... ach du grüne neune :)#5
Odin86, 15.12.11 17:29
Also vielleicht ist die Frage blöd, aber was ändert sich denn genau?Ich meine wir pokern doch schon seit Jahren illegal bei Firmen, die ihren Sitz irgendwo auf der Welt haben.
Und auch im Bereich Sportwetten dürfte sich doch nichts ändern, wenn wir weiterhin bei Firmen wetten, die nicht in Deutschland beheimatet sind.Oder werden dann automatisch alle deutschen Spieler gesperrt?
#6
sars1887, 15.12.11 17:32
is doch egal#7
Forstning, 15.12.11 17:35
Es würde sich im Grunde ändern, dass man sein Hobby nicht leugnen muss, dass Casinos gewissermaßen rechtlich angreifbar werden - zur Sicherheit der deutschen User und dass ein paar neue Fische kommen.#8
betwinner, 15.12.11 20:30
wie lächerlich doch unsere Politiker sind das ist einfach nur arm. Einfach nur die Zeit totschlagen mehr nicht.#9
quakehead, 15.12.11 22:43
bleibt beim onlinepoker dann alles beim alten?#10
SniffvsSnaf, 16.12.11 08:35
Statt der Staat für umme in jeder Wohnung Glücksspielautomaten auftellen läßt und ne Steuer kassiert...RaffTnix der Staat - Tasche leer! Hat fertig!
Ach ja epischer Name überigens... Professor Papier :-D
#11
GambleGrill, 16.12.11 11:48
Macht das jetzt in Zukunft sollte es beim aktuellen Stand bleiben einen Unzerschied ob ich in Schleswig H. Oder in irgendeinem anderen Bundesland spiele? Ist der Rake in SH ab März dann höher da Steuern gezählt werden?#12
domde, 16.12.11 13:30
das wird so nix.#13
6Scan, 16.12.11 15:33
#11 interessiert mich auch!weiss da jemand vielleicht schon wie es dann rechtlich aussieht? Eigtl reicht es doch, wenn in SH Poker legalisiert ist, damit alle Deutschen legal spielen dürfen. Aber gibts dann n neuen Client? Die sollen mal aus den Puschen kommen, damit zumindest da Klarheit besteht...
#14
AbeTheRotti, 17.12.11 00:56
Ein client, der vom Staat oder Land gestellt würde: Wir würden dem doch die Türen einrennen. Also mir wäre dass viel lieber als bei einem Client aus irgendeiner Bananen Republik mit entsprechender Kontrolle zu spielen.#15
Burkart, 17.12.11 14:07
Schön, dass ich in Schleswig-Holstein wohne :)