17.02.12

Schleswig-Holstein bereitet Vergabe von Glücksspiellizenzen vor

Ab März soll es in Schleswig-Holstein Glücksspiellizenzen geben, über 80 Glücksspielanbieter haben sich bereits um eine Lizenz beworben. Das bestätigte Hans-Jörn Arp gegenüber PokerStrategy.com.

Auf dem Sportbusiness-Kongress SpoBiS in Düsseldorf diese Woche gab der stellvertretende Vorsitzende der CDU im Landtag von Schleswig-Holstein, Hans-Jörn Arp bekannt, dass sich in Schleswig Holstein bereits 86 Glücksspielanbieter um eine Lizenz beworben haben.

Das bestätigte er auch nochmals gegenüber PokerStrategy.com. "Wir gehen davon aus, dass es ab März Lizenzen geben wird. Ob direkt am 1. oder 2.März, das muss man sehen." In den nächsten Tagen werde eine Überwachungsverordnung bekannt gegeben, die festlegt, wie die Anbieter kontrolliert und überwacht werden. Damit sei der Weg frei, um ab März Lizenzen an Glücksspielanbieter in Schleswig-Holstein zu vergeben.

Die Koalition in Schleswig-Holstein habe keinen Grund an der bisherigen Marschrichtung zu zweifeln, sagte Herr Arp weiter. Zwar unternehme die SPD noch einen letzten Versuch das Gesetz zu kippen, er räumt diesem Unterfangen jedoch keine Erfolgsausichten ein. Er gehe außerdem davon aus, "dass die anderen Bundesländer über kurz oder lang unserem Beispiel folgen werden."

200 Millionen Euro Steuereinnahmen

Die Glücksspielbranche nimmt diese Nachrichten mit wohlwollen auf. Sven Stiel, Director Northern Europe bei Pokerstars sagte laut Medienberichten auf dem Sportbusiness-Kongress in Düsseldorf: "Das Modell Schleswig-Holstein zeigt, was möglich ist: nämlich Spielerschutz und Kanalisierung des Spieltriebs in Einklang zu bringen mit attraktiven Angeboten für Unternehmen, Nutzer und den Staat."

Schleswig-Holstein bestreitet als einziges der 16 deutschen Bundesländer einen Sonderweg der Glücksspielregulierung und hat bereits ein gültiges, von der EU ratifiziertes Gesetz verabschiedet, das Onlinepoker und andere Glücksspiele erlaubt. Im Gegenzug verlangt Schleswig-Holstein die vergleichsweise geringe Abgabe von 20% Steuern auf den Rohertrag. Das nördlichste Bundesland rechnet mit bis zu 200 Millionen Euro an Steuereinahmen durch die Regulierung.

Die anderen 15 Bundesländer warten noch auf ein Urteil der EU, die ihren Vertragsentwurf derzeit überprüft. Experten räumen dem Entwurf jedoch wenig Chance ein, da er die Anbieterzahl auf 20 Lizenzen beschränkt und eine Steuer von 5% auf jeden Wetteinsatz vorsieht. Viele Glücksspielanbieter bezeichneten das in der Vergangenheit als wirtschaftlich unrentabel.

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