26.02.12

Top 5 der Fehler in Poker-Filmen und -Sendungen

In unserer neuen Topliste zeigen wir euch die fünf schlimmsten Fehler, die Produzenten von Filmen und Sendungen machen, wenn sie Pokerszenen darstellen. Natürlich darf auch James Bond nicht fehlen...

Zu Beginn dieser Woche befasste sich Barry Carter mit der Frage, warum fiktive Pokerszenen in TV und Film echte Pokerspieler immer wieder enttäuschen. Heute präsentieren wir euch von diesen Szenen die aus unserer Sicht fünf schlimmsten.

5. I calle... und dann raise ich

Die meisten Filmhelden in Pokerszenen würden wohl nicht lange in einem Casino geduldet, sondern aufgrund von Angle-Shooting und String Bets aus dem Card-Room geworfen werden. Grund dafür ist, dass ein Raise im Film traditionell durch den Satz "Ich calle... und dann raise ich..." angekündigt wird.

In einem echten Pokerspiel callt man entweder oder man raist. Ein Spieler darf aber nicht das eine ankündigen und anschließend das andere. Wenn ihr in einem echten Pokerraum "Ich calle und ich raise" sagen würdet, dann wäre die erste Aussage bindend. Außerdem würde man euch wohl schnell des Angle-Shootings bezichtigen, indem ihr versucht, zusätzliche Informationen zu gewinnen, bevor ihr raist:



4. Betrug

Auch wenn wir nur zu gut Wissen, dass im modernen Spiel durchaus betrogen wird, so regen sich Pokerspieler immer wieder über das Vorurteil in Pokerfilmen auf, dass Cheating ein unvermeidbarer Teil jedes Spiels sei. Tatsächlich ist es sehr schwierig, in einem modernen Casino zu cheaten. Noch wichtiger ist, dass Betrüger fast immer von der Poker-Community geächtet werden.

Insofern kann es sehr frustrierend sein, wenn man in den meisten Pokerfilmen Spieler sieht, die Karten in ihren Ärmeln und Kameras unter dem Tisch angebracht haben. Ganz zu schweigen vom Versuch, James Bond zwischen zwei Händen zu töten. Diese Szene jedoch, die aus der britischen Comedy-Sendung "Bottom" stammt, ist ziemlich witzig:



3. Slowrolling

Es mag zwar eine dramaturgisch hervorragende Möglichkeit sein, einer Szene zusätzliche Spannung zu verleihen, in Wirklichkeit aber verletzt kaum ein Verhalten so sehr die Pokeretiquette wie Slowrolling. Weil es aber in Filmen so häufig geschieht, machen es auch immer wieder unerfahrene Pokerspieler, ohne überhaupt zu wissen, um was für eine verachtete Praktik es sich eigentlich handelt.



2. Bets, die über dem Tisch-Limit liegen

Filmcharaktere werden oft vor unmögliche Entscheidungen gestellt, wenn ihr Gegner mehr setzt als Hero selbst am Tisch hat. Sie erwarten dann, dass Hero sich genügend Mittel verschafft um zu callen, oder ansonsten die Hand aufgibt. Oftmals muss sich der unter Druck stehende Spieler dann Geld leihen und etwas setzen, das ursprünglich gar nicht Teil des Spiels war.

Wenn dies eine echte Regel des Pokerspiels sein würde, dann wäre es ein ganz anderes Spiel. Ein Spieler müsste dann nur so viel Geld mit an den Tisch nehmen (oder einfach nur besitzen), wie kein anderer Spieler bezahlen kann, und würde mit einem All-in jede Hand gewinnen.



1. Unwahrscheinliche Handverläufe

Mit der wohl nervigsten Sitte, die es in Pokerfilmen gibt, zerstören Filmproduzenten oftmals ansonsten gute Szenen: Wenn die letzte Hand beinahe unmöglich ist. Dazu gehören zum Beispiel Quads over Quads, ohne dass jemand nur an die statistische Unwahrscheinlichkeit solch einer Hand denkt.

Pokerspieler würden wohl viel lieber Hände sehen, in denen noch eine dünne Value Bet mit einem Third Pair oder ein Hero Call mit King high gemacht wird. Stattdessen muss ein Spiel immer in einer Hand wie dieser kulminieren (in der zudem unglaublich geslowrolled wird):



von Barry Carter