12.01.12
Wie viel Privatsphäre können berühmte Pokerspieler erwarten?
In der letzten Zeit schafften es immer wieder Geschichten aus dem persönlichen Leben berühmter Pokerspieler in die Mainstream-Presse. Anhand zweier Beispiele stellt sich für Barry Carter die Frage, wie viel Privatsphäre die bekanntesten unter den Pokerspielern erwarten können.
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| Bedeutet der Weltmeistertitel auch den Verlust der Privatsphäre? |
Aber muss ein 'berühmter' Pokerspieler die gleiche Behandlung hinnehmen oder sogar erwarten?
In der letzten Zeit gab es zwei Beispiele dafür, wie das Privatleben von Pokerspielern sowohl in den Mainstream-Medien als auch in den Pokerblättern (und -seiten) breitgetreten wurde. Zum einen wurde Jonathan Duhamel, Gewinner des WSOP Main Events, in seinem Wohnhaus in Kanada überfallen, zusammen geschlagen und seines Bracelets beraubt. Als anschließend seine frühere Freundin deswegen angeklagt wurde, fanden auch persönliche Details ihrer Beziehung den Weg in die Presse.
Ein weiterer sehr bekannter Spieler, Phil Ivey, musste Details seines Scheidungsprozesses in den Medien nachlesen. Darunter war die vielleicht interessanteste Meldung über ihn die, dass er monatlich $920.000 von Full Tilt erhielt.
In der heutigen Welt ist die Privatsphäre ein zerbrechliches Gut und von Prominenten wird geradezu erwartet, ihre aufzugeben. Die Klatschpresse hat sich zu einem erheblichen Markt entwickelt und die meisten Storys, in denen in das Privatleben der Schönen und Reichen eingedrungen wird, werden mit einem öffentlichen Interesse gerechtfertigt.
Aber wollen wir das auch im Poker so?
Öffentliches Interesse?
Sowohl in den Fällen Ivey als auch Duhamel gibt es wohl ein legitimes Interesse der Pokerszene. Besonders bei Ivey verdienen alle Pokerspieler und besonders diejenigen, die noch auf Geld von der Pokerseite warten, Informationen dazu, was er von Full Tilt monatlich bekam.Bei Duhamel ist es der Verlust des Main Event Bracelets, der begehrtesten Trophäe im Poker, eine Geschichte, die wohl die meisten Pokerspieler interessiert. Unglücklicherweise war seine Exfreundin in die Sache involviert, was dazu führte, dass die Geschichte noch mehr nach Sensation roch.
Wenn es einen pokerspezifischen Grund dafür gibt, eine Story zu veröffentlichen, dann ist es denke ich nur fair, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Cheating-Skandale zum Beispiel, hohe Schulden von Spielern bei anderen Spielern oder alles, was das Benehmen eines Spielers an den Tischen betrifft.
Was aber, wenn es um Dinge geht, die mit Poker nichts zu tun haben? Verlieren bekannte Spieler ihren Anspruch auf Privatsphäre?
Eines der wichtigsten Argumente von Journalisten bei der Rechtfertigung, warum in einem bestimmten Fall private Details veröffentlicht werden müssen, ist ihre Rolle als Botschafter einer Sache oder Vorbild allgemein. Ein Beispiel der letzten Zeit ist Tiger Woods, welcher als Botschafter für bestimmte Produkte Millionen verdiente und gleichzeitig ein Vorbild für Kinder in aller Welt war. Seine Affären wurden als Aufmacher gerechtfertigt, weil ihm unterstellt wurde, er habe seine Fans und Sponsoren enttäuscht.
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| Nicht viele Pokerspieler müssen sich vor Paparazzi fürchten |
Vorbilder
Kann dasselbe aber auch für Pokerspieler gelten? Sind sie überhaupt Vorbilder? Obwohl sich viele von uns zweifelsfrei wünschen würden, sie könnten so spielen wie Ivey oder die Auftritte eines Daniel Negreanu bewundern, so bin ich mir unsicher, ob man Pokerspieler als Vorbilder im traditionellen Sinn betrachten kann.Wir wollen zwar wie sie spielen, aber wir wollen beispielsweise keine Ratschläge für unser persönliches Leben bekommen. Die meisten Pokerneulinge sind bereits erwachsen und nicht viele Kinder schauen zu Pokerspielern hoch. Gerade Kinder sind es aber, die für die weniger bewundernswerten Charaktereigenschaften eines Prominenten anfällig sind und ihm auch in diesen Punkten nacheifern wollen.
Bliebe also noch die Rolle des Botschafters einer bestimmten Sache. Die meisten bekannten Spieler werden von einer Firma gesponsert und aus diesem Grund müssen sie damit rechnen, dass bei ihnen in einem gewissen Rahmen genauer hingeschaut wird, wenn sie sich daneben benehmen.
Das bedeutet zwar wie ich denke nicht, dass die Details der Scheidung eines Spielers in der Öffentlichkeit breit getreten werden sollten. Wenn sie aber regelmäßig beim Dealen mit Drogen erwischt würden oder andere Straftaten begingen, müssten sie damit rechnen, als Botschafter eines Pokerraums in Schwierigkeiten zu geraten.
Sind Pokerspieler berühmt?
| Sind die Details von Phil Ivey Scheidung von öffentlichem Interesse? |
Wahrscheinlich überschätzen wir die tatsächliche Mainstream-Tauglichkeit von Pokerspielern deutlich. Wenn ein einigermaßen bekannter Spieler es doch mal in die Zeitungen schafft, dann wird er in der Schlagzeile regelmäßig als 'Poker-Champion' oder schlicht 'Pokerspieler' bezeichnet und nicht mit seinem eigentlichen Namen beschrieben.
Dies führt mich zu meiner letzten Frage: Sollten wir als Pokermedien dieselbe Vorgehensweise bei unseren 'Stars' wählen wie die Mainstream-Presse es mit ihren Prominenten tut? Ich denke in den Fällen, bei denen es um die Interessen der Pokerspieler geht, verhalten wir uns meistens ganz richtig.
Dankenswerterweise gibt es ohnehin weit weniger Anreize für uns, Details aus dem persönlichen Leben der Spieler zu enthüllen, weil es dem Medium eher keinen zusätzlichen Profit bringt. Meistens würde wohl lediglich ein Sponsor des Spielers verärgert, der oftmals auch ein Affiliate-Partner des Mediums ist.
In sozialen Netzwerken und Foren-Communitys aber kann es regelmäßig vorkommen, dass das persönliche Leben von Pokerspielern zum Gegenstand der Diskussionen wird. Hier kommen auch die Dinge zur Sprache, die eigentlich nicht in die Öffentlichkeit gehören.
Das ist zwar nicht schön, aber es ist kein spezielles Problem der Pokerwelt. Vielmehr handelt es sich um den Preis, den wir alle für eine Welt der Transparenz zahlen, in der im Internet Informationen frei verfügbar und Meinungen fast genau so frei artikulierbar sind.
Oftmals stand ich vor ich einem Thema, bei dem mir die Entscheidung der Veröffentlichung nicht leicht viel. Zweifellos habe ich mich dabei auch mal verrannt oder die falsche Entscheidung getroffen. Genau so habe ich aber auch oft von Geschichten über Spieler gehört, deren Veröffentlichung mir in anderen Branchen ein Vermögen eingebracht hätte. Trotzdem habe ich sie für mich behalten, weil sie nicht das Spiel als solches betrafen.
All dies ist ein schwieriger Akt der Balance. Den meisten von uns geht es um den Schutz der Integrität des Spiels. Für mich bedeutet dies, die Berichterstattung auf Poker zu beschränken.
von Barry Carter





#1
OnHoldem, 12.01.12 15:01
fürst#4
Plastichamer, 12.01.12 15:15
Es stehen nur die Pokerpros in der öffentlichkeit die auch da sein wollen. Selbst wenn jemand das wsop mainevent gewinnt wird er nach einem halben jahr vergessen sein sofern er sich nicht durch werbung oder interviews in die öffentlichkeit schiebt.#6
mttforrules, 12.01.12 15:15
::#8
Todde1972, 12.01.12 15:21
lol pokerspieler#9
Th0m4sBC, 12.01.12 15:25
Ohne öffentliches Interesse, keine Live-Übertragung von grossen Events wie die WSOP. Ohne öffentliches Interesse keine Highstakes-CGs welche im TV übertragen werden. Ohne TV-Präsenz nix Sponsoring. Ohne Sponsoring nix mit sponsored by Seite XXX...... ohne Öffentlichkeit = wesentlich weniger Kohle.Es gibt Pros die suchen die Öffentlichkeit und dann sind Sie auch in den Medien. Das die Medien über alles berichten was interessant ist (also auch über schmutziges und sehr privates) ist doch nur logisch und darf eigentlich keinen Poker-Pro erstaunen.
Pokerpros haben Ihr Privatleben nicht freizugeben. Sie haben es teuer verkauft und jetzt müssen Sie halt damit leben.
Etwas anders schaut es mit den WAGs aus.....
#10
HeilLoki, 12.01.12 15:31
Phil Ivey hat weder Privatsphäre, noch sonst was verdient! WO IST DIE KOHLE, PHIL???#11
j3RRy91, 12.01.12 15:42
Eure News sind ja besser als die Bravo...#12
vvolf69, 12.01.12 15:42
das ist das dämlichste was ich je in den news von ps.de gelesen habe..."All dies ist ein schwieriger Akt der Balance. Den meisten von uns geht es um den Schutz der Integrität des Spiels. Für mich bedeutet dies, die Berichterstattung auf Poker zu beschränken."
iveys scheidung beinflußt also die spielintegrität? - wenn das so ist wo ist dann die einzahlungswarnung?
barry gefällt mir meist sehr gut. im letzten jahr hat er ein paar super kolumnen abgeliefert, aber dieses jahr ist katastrophe bisher. der schreibstil hat sich auch etwas geändert. ist das wirklich noch barry carter?
#13
Zocker007, 12.01.12 15:43
Wenn Ballacks Ex-Frau bei ihm einbrechen ließe um die ganzen Silbermedaillen zu klauen würde das auch durch die Zeitungen gehen.#14
18andabused, 12.01.12 15:43
#11 weiß wie die bravo news aussehen persocheck please#15
28111981, 12.01.12 15:56
in usa keine#16
DaveDelux, 12.01.12 16:07
kommt drauf an#17
Julez185, 12.01.12 16:07
Die Seite verkommt immer mehr. Fands früher eigentlich angenehm, dass hier keine Pseudo-Diskussionen losgetreten wurden...#18
easymuc, 12.01.12 16:37
"Für mich bedeutet dies, die Berichterstattung auf Poker zu beschränken."Genau das ist es und das habe ich bereits bei der ersten News zu der Scheidung von Ivey geschrieben.
Pokerspieler sind zum Teil auch über die Szene hinaus bekannt, leben auch von der Öffentlichkeit, aber ausschliesslich durch ihren Beruf. Wie andere Personen des öffentlichen Lebens auch. Und so lange sie nicht mit ihrem Privatleben (Homestories etc) Geld verdienen, ist es nicht statthaft, eben dieses Private in die Öffentlichkeit zu zerren.
Dass Ivey einen Haufen Kohle von Full Tlit bekam, das wäre auch ohne die Scheidung rausgekommen.
Und der Überfall auf Duhamel ist nur im Rahmen der Straftat von öffentlichem Interesse.
Selbst ein Phil Hellmuth, der seine Visage nun wirklich in jede Kamera streckt, hält sein übriges Privates aus den Medien.
Anderes Beispiel: Pius Heinz
Er ist un bei uns durch die Medien gereicht worden, aber als der Pokerspieler Pius Heinz, nicht als der Privatmensch Heinz.
Und wenn sich jetzt jemand meldet, der zu erzählen weiss, dass er in der Schule abgeschieben hat, dass er beim Mensch-Ärgere-Dich nicht geschummelt hat, dass er seine Freundin hat sitzen lassen oder jeden abend 20 Wodka-Bull säuft - hat das was mit seinem Pokerspiel zu tun, hat eine solche Info etwas auf PS.com zu suchen. NEIN!
#20
zurke, 12.01.12 16:51
@10bei seiner ex-frau? frag die doch mal, phil ivey hat auch kaum noch was haha
#21
zurke, 12.01.12 16:55
ach und zum angespreochenen thema von wegen"Wahrscheinlich überschätzen wir die tatsächliche Mainstream-Tauglichkeit von Pokerspielern deutlich"
ich glaube de meißten ist bewusst, dass selbst phil ivey kaum ein schwein kennt in deutschland z.b.
bis auf pokerspieler halt, oder evtl. noch nen paar, die nen pokerspieler als kumpel haben.
#22
testgfd, 12.01.12 16:56
wen interessiert so eine news?bla bla bla
#23
goldeneye91, 12.01.12 19:22
bestes beispiel pius heinzmedienwhore nr.1
#24
Bersi111, 12.01.12 19:23
wow mittlerweile habt ihr ja echt Bildzeitungsniveau#25
eslchr1s, 12.01.12 19:24
920k$ pro monat... lächerlich#26
0tijuana0, 12.01.12 20:36
@23 this!Der genießt echt das Rampenlicht, wenn ich demnächst auch ein Bracelet hab (:D) werd ich mir außer der obligatorischen TVTotal Einladung nix an Medgeben und erstmal paar Jahre untertauchen
#27
0tijuana0, 12.01.12 20:36
* an Medienrummel#28
Nino24, 12.01.12 20:42
Wie ihr kleinen Kacknaps nicht kapiert, dass Medienrummel gut ist. -.-#29
JamesFirst, 12.01.12 23:40
#28 wie redest du eigentlich#30
Chromatic, 13.01.12 00:29
prinzipiell hat #28 natürlich recht, umso mehr poker in den nachrichten, umso mehr potenzielle spieler werden erreicht--> gut für die poker ökologie.Allerdings ist es halt ne Frage ob jemand freiwillig in der Öffentlichkeit präsent ist ala Phil Helmuth, oder eigentlich weniger darauf aus ist wie Phil Ivey z.b. Letzterer ist halt nur dadurch bekannt, weil er der beste ist.
#31
HeilLoki, 13.01.12 20:19
@ 20 Du weißt ja garnicht wie sehr ich hoffe, daß du recht hast!#32
DonSeppone1, 14.01.12 05:16
Sind Pokerspieler berühmt? lol...