Praktische Arbeit mit Pokertracker


Nachdem ich in den vorangegangenen Kapiteln, die Funktionen und generellen Möglichkeiten, die Pokertracker bietet, im Detail vorgestellt habe, will ich mich jetzt den praktischen Aspekten in der täglichen Arbeit mit Pokertracker widmen. Allen voran der Analyse des eigenen Spiels.


Allgemeines zu Filtern


In den folgenden Abschnitten werde ich immer wieder auf die Benutzung von Filtern in Pokertracker zurückgreifen und will deshalb hier die wichtigsten Filter Funktionen vorstellen.

Die ersten groben Filter, um die zu untersuchenden Datensätze einzugrenzen findet man in den „Ring Game Player Statistics“ im Tab Preferences. Dort lassen sich Hände bestimmter Limits und bestimmter Zeiträume herausfiltern. Eine genauere Beschreibung dieser Funktion befindet sich in Kapitel 3.8.

Wesentlich wichtiger ist der Dialog „Filters“ im Tab „General Info“ der „Ring Game Player Statistics“:



In diesem Dialog lassen sich die im Tab „General Info“ angezeigten Hände nach diversen Bedingungen Filtern. Die meisten Einstellungsmöglichkeiten sind selbsterklärend. Einiges will ich trotzdem noch zusätzlich erwähnen.

Position: Pokertracker nummeriert die relativen Positionen am vollen Full Ring Tisch wie folgt:

0: Button
1: Cut Off
2: MP3
3: MP2
4: MP1
5: UTG+2
6: UTG+1
7: UTG
8: Big Blind
9: Small Blind

Filter speichern: Pokertracker speichert, sofern man einen Namen für den Filter angegeben hat, die aktuelle Kombination an Einstellungen für diesen Filter. Er lässt sich dann später über das Dropdown-Menü „Select An Existing Filter“ wieder aufrufen.

Achtung: Wollt ihr einen neuen Filter erstellen, und keinen bestehenden verwenden, benutzt immer die Option „Create New Filter“, da ansonsten die Einstellungen des gerade aktiven Filters überschrieben werden.


Das eigene Spiel analysieren


Beachtet bitte immer, dass zur Analyse der von Pokertracker errechneten Werte, eine ausreichende Anzahl von Händen notwendig ist. Ausführliche Arbeit mit Statistiken lohnt sich erst ab ca. 20.000 Händen. Vorher fällt die Varianz einfach zu stark ins Gewicht, und die Werte sind nur wenig aussagefähig. Man kann zwar sicherlich auch mit weniger Händen korrekte Tendenzen erkennen, aber um auf dieser Grundlage das eigene Spiel zu ändern, sind die ermittelten Werte einfach nicht sicher genug.

Beachtet bitte auch, das alle Maßnahmen, die ich hier vorstelle, nur beispielhaft für eine noch größere Zahl an Möglichkeiten stehen, mit den Statistiken zu arbeiten. Wer besonders gute Kniffe und „Untersuchungsmöglichkeiten“ im Umgang mit Pokertracker kennt, mag sich gerne an mich wenden, damit ich das dann hier einbauen kann.

Zuletzt sei noch einmal gesagt, dass das Arbeiten mit Statistiken einen, auf der Suche nach Leaks, zwar oft auf die richtige Spur führt, aber selten exakte Aussagen über das eigene Spiel zulässt. Es ist unerlässlich mit den „vagen“ Informationen, die einem die Analyse der Statistiken liefert, dann in die konkrete Analyse von einzelnen Händen einzusteigen. Besonders möchte ich allen die exzessive Benutzung der Beispielhandforen ans Herz legen.


a. Ein grober Überblick

Unbedingte Voraussetzung für die Analyse des eigenen Spiels mit Pokertracker ist eine mehr oder weniger konkrete Fragestellung. Die statistischen Werte, die Pokertracker darstellt, können ohne konkrete Fragestellung kaum vernünftig ausgewertet werden. Gerade Einsteiger werden sich, auf der Suche nach Schwächen im eigenen Spiel, hier schwer tun. Einen guten Anhalt bekommt man aber, wenn man sich die gesammelten, eigenen Werte einmal in Ruhe anschaut. Dazu öffnet ihr über „Ring Game Player Statistics -> General Info -> More Detail …“ die Zusammenfassung eurer „Stats“. Hier seht ihr schwarz auf weiß, sämtliche über euer Spiel gesammelten Werte.

Fixed Limit Shorthanded Spieler finden hier einen guten Ansatzpunkt, um die Werte zu überprüfen: http://forumserver.twoplustwo.com/showfl...rt=1&PHPSESSID=

Für No Limit Spieler gibt es keine brauchbaren Vergleichswerte, da No Limit, was persönlichen Stil angeht, wesentlich flexibler ist als Fixed Limit. Trotzdem lohnt sich ein Blick hier: http://forumserver.twoplustwo.com/showfl...?Number=4669192

Sollten jetzt einer oder mehrere der Werte außerhalb der Referenzbereiche liegen, fangt nicht blindlings an, etwas an eurem Spiel zu ändern. Ihr wisst zwar, das etwas ungewöhnlich ist, aber noch nicht, ob ihr falsch spielt und was ihr falsch macht. Jeder Wert außerhalb der Referenzbereiche sollte sorgfältig untersucht werden.

VP$IP und PFR%: Auffälligkeiten hier lassen sich relativ leicht kontrollieren und beheben. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, das Preflop Spiel wirklich nach den hier verfügbaren Ressourcen (Starting Hand Chart, etc.) zu gestalten. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung des Tilt Controll Filters (siehe unten).

Blind Stealing und Blind Defense: Auch hier sei empfohlen, die zur Verfügung stehenden Artikel über dieses Thema noch einmal zu überarbeiten.

Alle anderen Werte, wie Won $ When Saw Flop, Went to Showdown, Won $ at Showdown, Aggression Factors, Folded To River Bet, usw., lassen sich nur durch sorgfältige und regelmäßige Überprüfung einzelner Hände wirklich auf Leaks hin kontrollieren. So mächtig Pokertracker auch ist, führt oft kein Weg an einer guten Handanalyse in den Beispielhandforen vorbei.

Nach diesem groben Überblick werde ich jetzt einige Maßnahmen zur Analyse des eigenen Spiels im Detail vorstellen.


b. Der Tilt Controll Filter

Der Tilt Controll Filter ist ein einfaches Werkzeug um Verluste durch loose Preflop Tilts aufzuspüren. Viel zu viel Tilt läuft unbemerkt ab und wird all zu schnell wieder „vergessen“. Es ist sehr nützlich regelmäßig das eigene Spiel nach der hier beschriebenen Weise zu überprüfen, um kostspielige Tilts abzustellen. Die hier beschriebene Weise richtet sich an Benutzer des Starting Hand Charts also Full Ring Fixed Limit Spieler. Analog dazu lässt sich das ganze aber auch auf andere Preflop Strategien übertragen.

• In Pokertracker öffnet ihr die „Ring Game Player Statistics“ und klickt im Tab „General Info“ auf „Filters“.
• Klickt auf „Create New Filter“
• Als Filter Description gebt ihr z.B. „Tilt Controll Early Position“ ein.
• Dann wählt ihr „Hands With Between 10 and 10 Players At The Table“ aus.
• Dann: „Positions Off The Button Between 5 And 7“ um nur die Hände aus Early Position zu betrachten.
• Wählt dann unter "Vol. Put $ In Pot" die Option "Put Money In"
• Dann klickt ihr auf „Select Specific Hands …“ und wählt alle Hände aus die ihr laut Starting Hand Chart nicht aus Early Position spielen sollt.
• Klickt dann auf „OK“ und der Filter wird gespeichert.

Entsprechend dieser Anleitung erstellt ihr auch Filter für Middle Position und Late Position. Dabei müsst ihr dann natürlich „Positions Off The Button Between …“ entsprechend wählen: Zwischen 4 und 2 für Middle Position, bzw. zwischen 0 und 1 für Late Position. Ihr gebt wieder die Hände an, die ihr nach Starting Hand Chart nicht in der jeweiligen Position spielt.

Ihr habt jetzt für alle drei Positionen Filter erstellt, die ihr nach Klick auf „Filters“ im „General Info“ Tab über das Dropdown-Menü auswählen könnt. Ihr seht dann, je nachdem welchen Filter ihr ausgewählt habt, ob ihr in der jeweiligen Position, mehr Hände gespielt habt, als das Starting Hand Chart vorgibt. Jede Hand die hier auftaucht, solltet ihr genauestens untersuchen: Warum habe ich die Hand da gespielt? Wie war das Ergebnis? Habe ich ansonsten Fehler in der Hand gemacht, die auf Tilt hindeuten?

Die Schwäche des Tilt Controll Filters liegt darin, dass abhängig von der Funktionsweise von Pokertracker nur volle Tische problemlos untersucht werden können.


c. Problemhände finden

Bevor ihr damit anfangt, legt euch am besten das Starting Hand Chart bzw. Open Raise Chart und was zu Schreiben bereit. Ihr werdet es brauchen.

Jeder hat Hände die er gerne spielt, und Postflop sicher zu Ende spielen kann. Jeder hat aber auch solche Hände, die ihm gerade im Postflopspiel Probleme bereiten. Mit der folgenden etwas langwierigen Prozedur kommt man solchen persönlichen Problemhänden auf die Spur.

Öffnet in Pokertracker die „Ring Game Player Statistics“. Öffnet das Tab „Preferences“ und überprüft, das nur die Limits und Daten ausgewählt sind, die ihr auch wirklich analysieren wollt. Danach wählt wieder das Tab „General Info“ aus. Klickt auf „Filters“, aktiviert bei „Blind Status“ „Not A Blind“ und wählt die Anzahl der Spieler am Tisch aus: Für Full Ring also „Hands With Between 8 And 10 Players At Table“.

In der Liste der Starthände seht ihr jetzt alle Hände, die ihr an „fast vollen“ bis vollen Tischen außerhalb der Blinds gespielt habt. Jetzt heißt es mit Hilfe des Starting Hand Charts diese Tabelle durchzusehen. Mit allen im Starting Hand Chart aufgeführten Hände solltet ihr theoretisch Gewinn gemacht haben. Notiert euch alle Starthände bei denen dies nicht der Fall ist.

Beachtet dabei bitte Folgendes: Mit marginalen Starthänden, wie zum Beispiel kleinen Suited Connectors, braucht man eventuell (sehr) viele Hände, um Gewinn zu machen. Da der durchschnittliche Gewinn pro Hand sehr klein ist, kann ein Bad Beat genügen, so dass das Netto Ergebnis mit dieser Hand lange im Minus bleibt. Das macht die Hand noch lange nicht zur Problemhand.

Ist man sich unsicher, ob es sich nun um eine Problemhand handelt oder nicht, ist es hilfreich ganze Handgruppen zu betrachten. Macht man zum Beispiel mit 76s Verlust, aber mit allen anderen Suited Connectors Gewinn, so ist es recht wahrscheinlich, das man ein statistisches Phänomen vor sich hat, und nicht eine große Schwachstelle. Im Zweifelsfall sollte man dies aber immer an Hand der gespeicherten Hand Histories überprüfen.

Habt ihr die Liste eurer (möglichen) Problemhände nun schwarz auf weiß vor euch, erstellt ihr daraus jetzt, wie folgt beschrieben, einen Filter in Pokertracker. So habt ihr jederzeit schnellen Zugriff auf die Liste, und könnt den Verlauf leicht beobachten.

• Klickt im Tab „General Info“ auf „Filters“
• Klickt auf „Create New Filter“
• Als „Filter Description“ gebt zum Beispiel „Problemhände“ ein.
• Bei „Blind Status“ wählt ihr „Not A Blind“
• Dann: „Hands With Between 8 And 10 Players At The Table“
• Dann klickt auf „Select Specific Hands…“ und kreuzt die möglichen Problemhände an.
• Ein Klick auf „OK“ speichert dann den Filter. Dieser ist ab jetzt jederzeit nach Klick auf „Filters“ im Tab „General Info“ im Dropdown-Menü „Select An Existing Filter“ auswählbar.


Diese Problemhände bedürfen ab jetzt natürlich genauester Beobachtung. Ich empfehle am Ende eines jeden Pokertages den Verlauf der Winrate mit diesen Händen zu überprüfen. Das geht sehr gut, indem man zum einen den gerade erstellten Filter „Problemhände“ auswählt, und dann im Tab „Preferences“ verschiedene Zeiträume auswählt. Desweiteren empfiehlt es sich, auch wenn es sehr Zeitaufwendig ist, bei hartnäckigen Problemhänden, die einzelnen Hand Histories durchzusehen, in Pokertracker nachzuspielen, und eventuell in den Beispielhandforen dazu Rat einzuholen.

Ich persönlich halte die Arbeit mit so einer Liste von Problemhänden für einen der besten Wege im Umgang mit Pokertracker. Der Mensch wiederholt seine Fehler sehr gerne, und man wird so am ehesten auf Probleme aufmerksam. Auf jeden Fall wesentlich leichter, als wenn man zum Beispiel in den Gesamtstatistiken sieht, der „Went To Showdown“ Wert ist zu hoch, und man sich dann krampfhaft auf die Suche nach der Ursache macht. Fehler erkennt man am besten, wenn man kurz am Ende jeden Pokertages, mit Filtern wie den „Problemhänden“ oder „Tilt Controll“, das gerade geschehene überprüft.


d. Problemhände in Abhängigkeit von der Position analysieren

Man sollte immer im Auge behalten, das Gewinn oder Verlust nicht nur von der relativen Stärke der eigenen Hand abhängen, sondern auch von der relativen Position. Gerade bei No Limit Holdem ist die Position oft ein Schlüsselfaktor für den Ausgang einer Hand. Ich empfehle daher alle Problemhände auch einmal detailliert nach der relativen Position am Tisch zu untersuchen.

Dazu öffnet ihr die „Ring Game Player Statistics“ und wählt zunächst im Tab „Preferences“ den zu untersuchenden Zeitraum sowie das jeweilige Limit aus. Öffnet dann den Tab „Position Stats“. In der oberen Liste wählt ihr dann die jeweiligen Positionen aus. Haltet ihr die „Strg“ Taste gedrückt, könnt ihr mehrere Positionen gleichzeitig asuswählen.

Für Full Ring Games sind das:

Early Position: Positionen 5-7
Middle Position: Positionen 2-4
Late Position: Button und Pos. 1

Inder Liste darunter seht ihr dann die jeweils in dieser Position gespielten Starthände. An Hand der Liste eurer (möglichen) Problemhände, könnt ihr jetzt überprüfen, ob sich die Probleme eventuell auf das Spiel in einzelnen Positionen zurückführen lässt.

Es ist auch generell keine schlechte Idee, diese Liste einmal in Abhängigkeit von der Position (Early, Middle, Late) zu überfliegen, und zu schauen, ob Starthände, die ihr bis jetzt nicht als Problemhände markiert habt, in einzelnen Positionen Probleme machen.

Beachtet dabei bitte: Wenn ihr Starthände nach Positionen gefiltert untersucht, ist die Anzahl der gespielten Hände in einer einzelnen Position natürlich deutlich kleiner, als die Gesamtanzahl. Somit ist auch das Netto Ergebnis, im Hinblick auf die Varianz, wesentlich weniger verlässlich. Bevor ihr also hier Starthände als Problemhände markiert, betrachtet sorgfältig die einzelnen Hand Histories, ob euch nicht eventuell nur einige Bad Beats die Statistik vermiesen.


e. Die Top 10 des Tages

Hierbei handelt es sich um eine weitere kleine „Übung“ um sich am Ende einer Session oder am Ende eines Pokertages einen groben Überblick über die Qualität des eigenen Spiels zu verschaffen. Das ganze dauert nicht lange, sollte also in 20 bis 30 Minuten zu erledigen sein. Man schaut dazu einfach die zehn Hände mit dem größten Gewinn und die 10 Hände mit dem größten Verlust an. Dabei sind die Gewinner Hände oft interessanter als die, die man verloren hat. Dort „übersieht“ man Fehler viel eher als bei Händen, die man verliert, und über die man allein deswegen schon ausreichend genug nachdenkt.

• Dazu wählt ihr im Tab „Preferences“ das jeweils aktuelle Datum aus.
• Im Tab „Game Notes“ wählt dann bei „Show Only Hands Played By:“ euren aktuellen Nickname aus.
• Klickt dann auf „Get All“.
• Dann sortiert ihr die Tabelle durch Klick auf „Net“ nach Netto Gewinn bzw. Verlust.
• Ein Klick auf die blaue Handnummer bringt euch dann zur jeweiligen Hand History und der Möglichkeit die Hand in Pokertracker noch einmal nachzuspielen.


f. Spiel in den Blinds / Blindsteals

Das Spiel in den Blinds ist nicht einfach zu analysieren. Es kommt hier auf die konkrete Fragestellung an. Diese lässt sich dann mit Hilfe geeigneter Filter auswerten. Ich führe hier die wichtigsten Fragestellungen beispielhaft auf.

Beachtet bitte, das Pokertracker nicht in der Lage ist, einen reinen Stealraise und einen Value Raise First In aus Late Position zu unterscheiden. Auch ein First In Raise mit AA aus dem Cut Off wird von pokertracker als Steal Raise gewertet. Das macht die Analyse des ganzen nicht gerade einfacher. Bei der Analyse des Spieles in den Blinds bzw. von Blindsteals ist man oft darauf angewiesen viele einzelne Hand Histories anzuschauen. Somit ist das eine recht Zeitraubende Angelegenheit.

Eine einfache, kurze Möglichkeit zu überprüfen ob man in den Blinds Gewinn oder Verlust macht ist folgende: Öffnet die „Ring Game Player Statistics“ und wählt im Tab „Preferences“ den entsprechenden Zeitraum und das jeweilige Limit aus. Öffnet dann im Tab „General Info“ den Dialog „Filters…“. Unter „Blind Status“ wählt ihr dort „Either Blind“. Unter „Vol. Put $ In Pot“ wählt ihr „Put Money In“. Bestätigt das ganze mit „OK“. Jetzt betrachtet ihr in der Liste der Starthände den Wert „BB/Hand“ in der Zeile „Totals“.

Ein Wert von -0.375 würde bedeuten, das ihr genauso viel Geld durch das spielen der Hände verloren habt, als wenn ihr einfach gefoldet hättet, und eure Blinds nicht verteidigt hättet. Alles über -0.375 heißt, das ihr zumindest einen Teil eurer Blinds zurückholt. Alles darunter ist eine Katastrophe …

Eine ähnlich einfache Untersuchung könnt ihr achen, wenn ihr im Dialog „Filters…“ unter „Steal Attempted Against Your Blind“ „Steal Attempted“ auswählt. Auch hier ist der magische Wert für die durchschnittlichen „BB/Hand“ wieder -0.375.


Wie erfolgreich bin ich, wenn ich im Small Blind bei Limpern vor mir complete?

Viele Spieler neigen dazu im Small Blind mit Limpern zu viele Hände zu completen. Darum ist es gut, einmal mit folgenden Einstellungen zu prüfen, wie erfolgreich man in diesen Situationen spielt:

• Wählt im Tab „Preferences“ das entsprechende Limit und den jeweiligen Zeitraum aus.
• Klickt dann im Tab „General Info“ auf Filters.
• Bei „Blind Status“ wählt „Small Blind“
• Bei „Vol. Put $ In Pot“ wählt „Limped w/ PC“
• Bestätigt das ganze mit „OK“.

Ihr seht jetzt nur die Starthände, die ihr gegen Limper im Small Blind completed habt. Arbeitet die Liste sorgfältig durch, und schaut ob marginale Hände auch wirklich nach der Theorie hier +EV spielbar sind.

Hier lohnt es sich besonders auch einzelne Hände noch einmal nachzuspielen, da man im Small Blind nun einmal für den Rest der Hand die schlechteste Position hat, und das Postflop Spiel somit nicht unbedingt einfach ist.


Wie erfolgreich verteidige ich den Small Blind / Big Blind gegen einen Steal Raise ?

Hier muß man zunächst einmal wissen, das Pokertracker einen Steal Raise, als solchen wertet, wenn es sich um einen First In Raise aus Late Position handelt. Raises aus MP3 gelten nicht als Steal Raise, auch wenn sie teilweise Steal Charakter haben.

Um sich die entsprechenden Hände anzeigen zu lassen wählt man auch hier im Tab „Preferences“ das jeweilige Limit und den entsprechenden Zeitaum aus, und öffnet dann im Tab „General Info“ den Dialog „Filters…“. Hier wählt man unter „Blind Status“ dann seine jeweilige Position, also Small oder Big Blind.

Unter „Steal Attempted Against Your Blind“ muß man dann auswählen, welche Steal-Versuche man betrachten will:

Steal Attempted: Zeigt alle Hände an, in denen versucht wurde den eigenen Blind zu stehlen.
Steal Attempted & Called / Re-raised: Ihr habt den Steal Versuch gecalled oder gereraised.
Steal Attempted & Folded: Ihr foldet gegen den Steal Versuch.

Die beiden letzten Optionen, kann man auch noch mit der Einschränkung „Heads-Up“ auswählen. So werden auch wirklich nur Hände angezeigt, in denen man Heads-Up gegen den Steal-Raiser antrat, und nicht noch ein anderer Spieler mit in der Hand blieb.


Wie erfolgreich stehle ich die Blinds?

Grob kann man den Erfolg der eigenen Steals schon unter „More Detail…“ im Tab „General Info“ sehen. Detaillierter analysieren kann man die entsprechenden Hände wie folgt:

Man wählt im Tab „Preferences“ wie gewohnt das entsprechende Limit und den jeweiligen Zeitraum aus. Dann klickt man im Tab „General Info“ auf „Filters...“. Dort kann man unter „Chance To Steal Blinds“ dann auswählen welche Hände man untersuchen möchte.

Chance To Steal And Raised: Man hat First In aus Late Position oder dem SB geraised.
Chance To Steal And Called: Man hat First In aus Late Position oder dem SB gecalled.
Chance To Steal And Folded: Man hat First In aus Late Position oder dem SB gefoldet.

In der Liste der Starthände findet ihr dann die entsprechend gefilterten Hände, die man dann durchsehen kann.


g. Abschließende Gedanken

Wie ich eingangs schon erwähnt habe, sind mit den oben vorgestellten „Übungen“ noch lange nicht alle Möglichkeiten erschöpft. Denkbar sind viele Fragestellungen, die durch Wahl und Kombination geeigneter Filter analysierbar sind. Ich empfehle jedem, der ernsthaft an der Verbesserung des eigenen Spiels interessiert ist, sich ausgiebig mit Pokertracker zu beschäftigen. Insbesondere mit dem „Filters…“ Dialog mit Tab „General Info“.

Erwähnt habe ich noch nicht die verfügbaren Filter zum Thema Showdown. Besonders interessant finde ich immer wieder den Filter „Foldet To River Bet“, der gerade auf der Suche nach Händen, die durch weak tighte Tilts beeinflusst werden, sehr hilfreich ist.

Ich möchte zudem noch einmal erwähnen, das Pokertracker kein Zaubermittel ist, mit dem man schnell und einfach das eigene Spiel verbessern kann. Die Arbeit mit Pokertracker, und ganz besonders die Einarbeitung, kosten einiges an Zeit. Geht es dann ans Eingemachte, kommt man trotz Pokertracker nicht um eine vernünftige und gründliche Handanalyse herum.


Das gegnerische Spiel analysieren


Eine tiefer gehende Analyse des gegnerischen Spiels ist im Wesentlichen in zwei Punkten hilfreich. High Limit Spieler, die regelmäßig gegen die gleichen Gegner antreten, werden nach Schwachstellen und Eigenheiten im gegnerischen Spiel suchen, um den Gegner effektiv „bekämpfen“ zu können. Für Spieler auf niedrigeren Limits ist es ein guter Weg, um eine Blick in die „Gedanken“ und Spielweise typischer Gegner zu werfen.

Meiner Meinung nach, ist es gerade für Low Limit Spieler wichtig, eine Vorstellung davon zu haben, wie die typische Calling Station, der typische TAG, LAG, Rock oder Maniac „denkt“ und spielt. Dazu nehme man sich einen typischen Vertreter des jeweiligen Spielertyps mit möglichst vielen aufgezeichneten Händen aus der Pokertracker Datenbank und analysiere sein Spiel wie folgt. Notizen bzw. Aufzeichnungen über das Spiel typischer Gegner können im späteren Spiel hilfreich sein.

Anmerkungen: Wenn ich im Folgenden von Positionen spreche, gehe ich immer von Full Ring Games mit 10 Mann aus. Für Shorthanded Tische müssen die Positionsangaben dann angepasst werden. Sucht euch in jedem Fall Gegner mit möglichst vielen aufgezeichneten Händen aus, damit ihr ein aussagekräftiges Ergebnis erhaltet. Dank Datamining sollten ja ausreichende Datenmengen zur Verfügung stehen.


a. Analyse des Preflop Spiels

Die Analyse des Preflop Spiels beginnt mit der Analyse der Starthände in Abhängigkeit von der relativen Position. Dazu öffnet man die „Ring Game Player Statistics“ und wählt den jeweiligen Spieler aus. Öffnet dann das Tab „General Info“.


Welche Hände spielt der Gegner aus Early Position?

Öffnet den Dialog „Filters…“ und macht folgende Einstellungen:

• „Hands With Between 8 And 10 Players At The Table“
• „Positions Off The Button Between 5 And 7“
• „Vol. Put $ In Pot“ -> „Put Money In“
• „Preflop Raise“ -> „No Raise“

Nachdem ihr eure Eingaben mit „OK“ bestätigt habt, seht ihr die Liste der Starthände, die der Gegner aus Early Position nur gecalled hat.

Jetzt öffnet ihr wieder den Dialog „Filters…“ und ändert folgende Einstellung:

• „Pre-flop Raise“ -> „Any Raise“

Jetzt seht ihr die Starthände, die euer Gegner aus Early Position First In geraised hat.

Dann öffnet ihr wieder den Dialog „Filters…“ und ändert folgende Einstellungen:

• „Pre-flop Raise“ -> „Raised First In“

Schaut euch an, ob es einen Unterschied gibt, zwischen „Any Raise“ und „Raised First In“. Wie geht der Gegner mit Limpern um?

Reraises Preflop lassen sich leider nicht gesondert herausfiltern, so dass ihr hier selbst die einzelnen Hände anschauen müsst, um Auffälligkeiten zu entdecken.

Schaut euch dann noch die Hände an, mit denen der Gegner Raises cold called. Dazu ändert ihr folgende Einstellung:

• „Vol. Put $ In Pot“ -> „Cold Called“

Jetzt habt ihr ein recht gutes Profil des gegnerischen Preflop Spiels in Early Position. Ihr könnt das ganze selbstverständlich mit weiteren Filtern nach belieben weiter verfeinern. Für einen guten Überblick reicht die Analyse aber soweit.


Welche Hände spielt der Gegner aus Middle / Late Position?

Analog zur Betrachtung der Starthände aus Early Position, untersucht ihr dann die Starthände aus Middle bzw. Late Position. Lediglich die Positionsangabe muß im Dialog „Filters…“ wie folgt angepasst werden:

• Middle Position -> „Positions Off The Button Between 2 And 4“
• Late Position -> „Positions Off The Button Between 0 And 1“


Wie ist das Stealing Verhalten des Gegners?

Betrachtet die Hände, mit denen der Gegner versucht hat die Blinds zu stehlen. Macht dazu im Dialog „Filters…“ folgende Einstellungen:

• „Hands With Between 8 And 10 Players At The Table“
• „Chance To Steal Blinds“ -> „Chance To Steal & Raised“

Ihr seht jetzt die Liste der Starthände vor euch, mit denen der Gegner versucht hat die Blinds zu stehlen. Um das weiter einzugrenzen und zu verfeinern, verändert jetzt folgende Einstellung:

• „Chance To Steal Blinds“ -> „Chance To Steal & Called“

Bzw.

• „Chance To Steal Blinds“ -> „Chance To Steal & Folded“

So habt ihr eine ganz gute Idee davon, wie „mutig“ euer Gegner beim Stehlen der Blinds ist.

Beachtet bitte folgendes: Mit der obigen Untersuchung findet ihr nur Hände, die auch zum Showdown gekommen sind, bzw. wo aus anderem Grund die Starthand gezeigt wurde. Das ist somit recht unpräzise, da viele Stealing Situationen bzw. Blind gegen Blind Konfontationen ohne Showdown ablaufen. Um euer Bild über das Stealing Verhalten also zu komplettieren, solltet ihr also unbedingt im Tab „General Info“ den Dialog „More Detail…“ aufrufen, und mit den dort angezeigten Informationen über das Stealing Verhalten das Bild vervollständigen.


Wie ist das Blind Defense Verhalten des Gegners?

Wie oben bereits erwähnt, sollte man sich bei der Untersuchung des Blind Spiels / Stealing Verhaltens eines Gegners immer auch die Informationen anschauen, die man im Tab „General Info“ im Dialog „More Detail…“ findet.

Um dann die einzelnen (bekannten) Hände noch einmal zu betrachten, mit denen der Gegner seinen Blind verteidigt hat, macht man im Tab „General Info“ im Dialog „Filters…“ folgende Eingaben:

• „Hands With Between 8 And 10 Players At The Table“
• „Blind Status“ -> „Either Blind“
• „Steal Attempted Against Your Blind“ -> „Steal Attempted & Called / Reraised“

Ihr seht dann die Liste der Starthände, mit denen der Gegner seinen Blind verteidigt hat. Zusätzlich, um das Bild abzurunden, solltet ihr auch noch folgende Optionen betrachten:

• „Steal Attempted Against Your Blind“ -> „Steal Attempted & Folded“


Fazit

Jetzt habt ihr ein relativ vollständiges Bild über das Preflop Verhalten, des jeweiliegen Gegners. Wie eingangs schon gesagt halte ich es für eine sehr gute Übung, derartige Profile über verschiedene Archetypen von Gegnern zu erstellen. Das ist ungemein hilfreich, um die Ranges der Gegner in bestimmten Situationen einzuschätzen, und so für sich selbst die richtige Reaktion zu wählen.

Ich empfehle euch, die so ermittelten Hand Range der Gegner zu benutzen, um mit Hilfe der Artikel über fortgeschrittenes Preflop Spiel und Pokerstove zu erarbeiten, mit welchen Händen ihr dann gegen diese Gegner antreten könnt. So könnt ihr dann Entscheidungen im Spiel instinktiver, also schneller, treffen.



b. Analyse des Postflop Spiels

Eine vollständige Analyse des gegnerischen Postflopspiels ist eine sehr komplexe Angelegenheit, und die Fülle an gewonnenen Informationen ist im alltäglichen Spiel kaum anwendbar. Deshalb beschränke ich mich hier auf eine grobe Betrachtung der wichtigsten Faktoren im gegnerischen Postflop Spiel. Genauso wie beim Preflop Spiel, kann es sehr hilfreich sein, Profile über das Spiel von bestimmten Gegnertypen (Calling Station, TAG, …) anzulegen.

Für einen generellen Überblick öffnet im Tab „General Info“ den Dialog „More Detail…“. Hier solltet ihr euren generellen Eindruck vom Gegner bestätigt sehen. Calling Stations werden typischerweise einen hohen VP$IP und Went to Showdown Wert sowie niedrige PFR und Aggression Werte haben. Loose Aggressive Gegner (LAGs) dagegen werden überdurchschnittlich hohe VP$IP, PFR und Aggression Werte haben, dafür aber einen eher niedrigen Went to Showdown Wert, da sie viele Hände vor dem Showdown für sich entscheiden. Links zu „guten“ Durchschnittswerten findet ihr oben im Abschnitt über die Analyse des eigenen Spiels.


Jetzt betrachten wir das Spiel mit bestimmten Handtypen Postflop genauer:


Starke Made Hands:

Typische und leicht zu untersuchende (starke) made Hands sind zum Beispiel Sets / Trips. Um diese zu untersuchen, öffnet das Tab „Misc. Stats“ und wählt in der oberen Liste die Zeile „Three Of A Kind“ aus. In der Tabelle darunter seht ihr dann die entsprechenden Hände, und könnt an Hand der beiden Hand Cards und der Flop Cards sehen, bei welchen Händen der Gegner ein solch starke Hand geflopped hat.

Betrachtet dann durch Klick auf die blaue Handnummer die einzelnen Hand Histories bzw. spielt diese in Pokertracker nach. Achtet dabei darauf , wie aggressiv der Gegner diese Hände spielt, bzw. ob er die Hände slowplayed.

Andere Made Hands, die ihr ebenfalls so untersuchen könnt, sind Two Pair am Flop oder eben noch stärkere wie flopped Flushes und Straights.

Das Spielverhalten mit Overpairs untersucht man am besten im Tab „General Info“. Sucht euch einfach eine typische Overpair Hand aus (AA, KK, …) und betrachtet dann die Hand Histories von Händen in denen die Final Hand dann ebenfalls nur das Overpair ist. Bezieht bei Gegnern, die ihre Overpairs zu weit spielen, das in die Berechnung der Implied Odds mit ein.


Drawing Hände:

Straight und besonders Flush Draws lassen sich auf ähnliche Weise gut untersuchen. Wählt dazu im Tab „Misc. Stats“ in der oberen Tabelle die Zeile „Straight“ bzw. „Flush“ aus. Sucht dann in der Tabelle darunter an Hand der beiden Handcards und der Flopcards Hände aus, in denen der Gegner einen entsprechenden Draw geflopped hat.

Schaut euch mittels Klick auf die blaue Handnummer dann die jeweilige Hand History an, bzw. spielt die Hand nach. Achtet darauf, wie aggressiv der Gegner seine Draws spielt, oder Semibluffs macht, oder ob er eher passiv an die Sache herangeht.


Showdown:

Was ebenfalls untersucht werden sollte, ist das Verhalten des Gegners, was den Showdown angeht. Einen Hinweis darauf hat man ja schon, durch die generelle Kategorisierung des Gegners. Calling Stations sehen den Showdown häufig mit schwachen Hände, Rocks dagegen nur mit sehr starken, usw..

Um insgesamt zu sehen, welche (finalen) Hände der Gegner zum Showdown bringt, öffnet man das Tab „Misc. Stats“ und aktiviert oben rechts die Option „Show Only Hands That Were Not Folded“. Jetzt sieht man aufgeteilt nach finalen Händen, die Hände die der Gegner zum Showdown gebracht hat. Man hat so einen guten Anhalt dafür, wie stark die Hände sein müssen, mit denen der Gegner zum Showdown geht.

Habt besonderes Augenmerk auf schwache finale Hände, mit denen der Gegner den Showdown gesehen hat. Schaut euch hier auch einzelne Hand Histories an, bzw. spielt die Hände nach. Hat der Gegner Probleme damit schwache made Hands zu folden, auch wenn er wissen müsste, das er geschlagen ist? Richtet euer Value Bet Verhalten gegen diesen Gegnertypus entsprechend aus.

Ebenfalls interessant im Zusammenhang mit dem Showdown ist zu untersuchen, welche Hände der Gegner gegen eine Riverbet foldet. Öfffnet dazu im Tab „General Info“ den Dialog „Filters“ und macht folgende Eingaben:

• „Hands With Between 8 And 10 Players At The Table“
• „Showdown“ -> „Folded To River Bet“

Nachdem ihr mit „OK“ eure Eingaben bestätigt habt, seht ihr all die Hände vor euch, die der Gegner gegen eine Bet am River gefoldet hat. Schaut euch einzelne Hände an und achtet darauf, ob sich der Gegner der Pot-Odds bewusst ist. Ob er (schwache) Hände ungerechtfertigt am River foldet.? Zieht gegen solche Gegnertypen eventuell einen Bluff am River in Erwägung.


Fazit:

Jetzt habt ihr auch über das Postflopspiel des untersuchten Gegnertyps eine genauere Vorstellung, und könnt euer Spiel dahingehend ausrichten. Ich denke man einfach so eine bessere Vorstellung davon, was ein hoher Went To Showdown Wert oder ein niedriger Aggression Factor bedeutet. Zahlen sind oftmals sehr abstrakt und nur schwer zu begreifen. Hat man ein „Bild“ des Gegners vor Augen, lässt sich einfach leichter mit den statistischen Werten arbeiten.


c. Autorating

Pokertracker bietet die Möglichkeit, die Spieler (Gegner) automatisch an Hand der aus den aufgezeichneten Händen ermittelten statistischen Werte, bestimmten Kategorien (TAG, LAG, Calling Station, Rock, …) zuzuordnen. Je nach Kategorie lässt sich dann mittels Pokerace HUD oder Gametime+ neben dem Spielernamen am Tisch ein Icon einblenden, das die jeweilige Kategorie des Spielers anzeigt. Ich persönlich bin kein großer Freund dieser Funktion. Ich glaube, man arbeitet präziser, wenn man je nach Situation direkt die über zum Beispiel Pokerace HUD bereitgestellten Werten benutzt. Da es aber sicher einige gibt, die gerne ein kleines Icon als Zusammenfassung der Werte neben dem Spielernamen am Tisch haben wollen, werde ich die Funktion hier kurz vorstellen.

Als allererstes benötigt man Regeln, nach denen die Spieler den jeweiligen Kategorien zugeordnet werden. Man kann sich die Mühe machen, diese Kategorien selbst zu definieren. Man findet aber genügend sehr gute „Autorate-Rules“ zum Download im Netz, so dass man sich diese Mühe nicht machen muß. Am einfachsten ist es in den 2+2Foren (http://forumserver.twoplustwo.com/ubbthreads.php) danach zu suchen. Man findet dort Regeln für alle Varianten und Limits.

Habt ihr die Regeln dann heruntergeladen und als .txt Datei gespeichert, könnt ihr, wie folgt beschrieben, die Spieler ihren Kategorien zuweisen:

Schließt alle offenen Fenster in Pokertracker und öffnet dann „Utilities -> Auto Rate Players“.



Hier sollten die Einstellungen so vorgenommen werden, wie auf dem Screenshot ersichtlich. Lediglich bei „Players At Table“ müsst ihr eventuell eine kleinere minimale Spielerzahl wählen. Falls ihr Shorthanded spielt, empfiehlt sich hier das Minimum auf 5 Spieler zu setzen.

Klickt dann auf „Step 2 – Rules“:



Hier klickt ihr auf „Import Rules“ und wählt dann die gespeicherte .txt Datei mit den Regeln aus, die ihr heruntergeladen habt. Ihr solltete, wenn gefragt, auch unbedingt erlauben, das die Beschreibungen der Icons geändert werden dürfen. Macht also, wenn der Dialog aufpoppt, einen Haken bei „Also change my icon descriptions to match the rules being imported“.

Ihr seht jetzt die importierten Regeln und könnt diese noch einmal überprüfen.

Klickt dann auf „Step 3 – Rate“:



Hier müsst ihr dann nur noch auf „Rate players Now (Batch)“ klicken, und die Spieler werden den Regeln entsprechend den jeweiligen Kategorien zugeordnet. Sollte etwas schief gehen, könnt ihr diesen Prozeß rückgängig machen, indem ihr unten auf „Undo Last Batch Rating“ klickt.

Das Auto Rating kann man während des Importierens von Händen auch automatisch im Hintergrund ablaufen lassen. Macht dazu einfach im Autoimport Dialog einen Haken bei „Auto rate players when importing hand histories“


Pokerace HUD


Das Pokerace Heads Up Display ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden ambitionierten Pokerspieler. Damit projiziert ihr euch während des Spielens, die über die Gegner gesammelten Daten als Overlay auf den Pokertisch.

Alle Pokerstrategy.de Mitglieder erhalten im Rahmen des Mitgliederbelohnungssystems ebenso eine Lizenz für Pokertracker als auch für Pokerace HUD, sobald sie 2.000 StrategyPoints erreicht haben.

Eine FAQ zur Benutzung von Pokerace HUD findet ihr hier: [Software] Pokerace Heads Up Display FAQ



Datamining


Datamining ist das automatische Sammeln von Daten über die Gegner, ohne das man selbst am Tisch sitzt und spielt. Idealerweise hat man dazu ein Programm, das automatisch Tische eines bestimmten Limits und einer bestimmten Größe öffnet und Textdateien mit den Hand Histories erzeugt, die man dann in Pokertracker einlesen kann.

Eine Software Lösung für Datamining auf PartyPoker findet ihr hier: Datamining mit FPHG und iWitness v2


Achtung: Legt euch für das Importieren der durch Datamining gesammelten Hände auf jeden Fall pro Limit eine eigene Datenbank an. Hier entstehen in kurzer Zeit große Datenmengen, die sonst die Arbeit mit Pokertracker und auch mit Pokerace HUD extrem verlangsamen können. Hat man für jedes Limit einzelne Datenbanken, kann man auch in Pokerace HUD die Anzahl der benutzten Datenbanken verringern und somit die Performance teils erheblich verbessern.


Das ganze funktioniert dann, beispielhaft an Hand des Tools von Mr. Snood, wie folgt:

Ihr ladet euch das Tool von Mr. Snood herunter. Erstellt irgendwo ein Verzeichnis dafür, und entpackt die Dateien dorthin. Dann startet ihr mit einem Doppelklick auf „grabber“ das Programm. Klickt dann auf „Optionen“ und macht folgende Einstellungen:

• Gebt im Tab „General“ das Verzeichnis ein, in dem die Hand History Dateien gespeichert werden sollen. Erstellt dafür gegebenenfalls ein neues Verzeichnis.
• Gebt als „Hand History file extension“ „txt“ ein.
• Spielt und mined ihr gleichzeitig, aktiviert die Option „Datamine observed only“
• Damit Pokertracker Hand Histories von 6-max Tischen auch als solche erkennt, aktiviert „Add 6-max tag“, wenn ihr solche Tische mined.
• Im Tab „Open Tables“ aktiviert ihr die Option „Open tables automatically“
• Wenn ihr 6-max Tische minen wollt, aktiviert die Option „Open 6-max tables only“
• Die „Minimum number of players“ stellt ihr für Full Ring Tische auf 8, für 6-max Tische auf 5.
• Im Tab „Close Tables“ aktiviert ihr die Option „Close tables automatically“
• „Close table if number of players below“ stellt ihr für Full Ring auf 8, für 6-max Tische auf 5.

Jetzt ist das Tool so konfiguriert, das automatisch die maximale Anzahl an Tischen geöffnet wird, und diese Tische auch wieder geschlossen und neue geöffnet werden, falls die minimal sinnvolle Spieleranzahl unterschritten wird.

Jetzt müsst ihr nur noch die PartyPoker Software starten und in der PartyPoker Software das Limit auswählen, von dem ihr Daten sammeln wollt. Dann klickt ihr im Grabber auf Start und es geht los.

Die gemineten Hand Histories könnt ihr entweder am Stück im Nachhinein nach Pokertracker importieren, oder direkt während des Dataminings über die Autoimport Funktion von Pokertracker importieren. Die zweite Option ist unbedingt der ersten vorzuziehen, da beim Datamining recht große Datenmengen entstehen, und Pokertracker ansonsten recht lange braucht, um diese am Stück zu importieren.

Öffnet also in Pokertracker den Dialog „File -> Auto Import Hand Histories / Tournament Summaries – Generic Setup …“. Jetzt klickt ihr auf „Configure“ und gebt das im Grabber angegebene Verzeichnis an, in dem die Hand Histories gespeichert werden. Der Timer kann ruhig auf eine Minute gestellt sein, da ja recht viele Hand Histories entstehen. Bestätigt eure Eingaben mit „OK“ und das Auto Import Fenster erscheint. Man sollte jetzt noch unbedingt die Option „Move processed files to the following folder when I close this window“ aktivieren. Gebt hier ein Verzeichnis ein (legt es vorher gegebenenfalls an) in das die abgearbeiteten Hand History Dateien verschoben werden. Diese Dateien sollte man einige Zeit aufbewahren (bis zum nächsten Backup der Datenbank), um bei einem eventuell Datenbankproblem nicht alle Daten zu verlieren. Im Notfall kann man dann halt die Hände noch einmal nach Pokertracker importieren.

Jetzt solltet ihr in kurzer Zeit eine ordentliche Menge an Informationen über die Gegner zusammenbekommen, die euch dann im Spiel mit Hilfe von Pokerace HUD zur Verfügung stehen.

Hier möchte ich noch einmal auf das Datenbanktauschforum hinweisen. Hier findet ihr Datenbanken / Hand Histories die andere Mitglieder zusammengetragen haben. Außerdem könnt ihr hier auch eure eigenen gesammelten Daten zum Download anbieten.



Table Selection


Table Selction, also die Auswahl der Tische an denen man spielt, ist ein wichtiger Aspekt des Pokerspielens, um die Winrate zu maximieren.

Pokertracker lässt sich auf verschiedene Weisen zur Table Selection benutzen:


a. Benutzung von PT Daten als Player Notes in PartyPoker

Da die Pokertracker Statistiken zu den Spielern mittels Pokerace HUD ja nur angezeigt werden, wenn man selbst am Tisch sitzt, hat man über das Exportieren der Statistiken in Pokertracker und anschließndes Importieren derselben in PartyPoker in die Player Notes ein gute Möglickeit, effektiv gute fischreiche Tische zu finden. Das ganze funktioniert wie folgt:

Öffnet in Pokertracker den Dialog „Utilities -> Import / Export Notes“:



Hier macht ihr die Einstellungen wie im Screenshot zu sehen. Gebt natürlich den Ort an, wo bei euch die Datei „Notes.txt“ gespeichert ist. Klickt dann auf „Advanced Export“:



Das einzige was hir hier eigentlich anpassen müsst, ist die minimale Anzahl an Spielern am Tisch. Sinnvoll sind wohl 5 für Shorthanded und 8 für Full Ring Tische. Wenn ihr nach einzelnen Limits Filtern wollt, wählt die jeweiligen Limts rechts aus. Klickt dann auf den Tab „Step 2 – Stats“:



Hier gebt ihr dann die Werte an, die ihr exportieren wollt. In dem Screenshot oben exportiere ich VP$IP, PFR und Went To Showdown im Format: „VP$IP: - PFR: - WSD:“

Durch einen Haken bei „Use?“ bestimmt ihr, welche Stats überhaupt exportiert werden sollen. Mit den Werten „Line#“, „Order“ und „Prec.“ Bestimmt ihr das Format der exportierten Werte. „Line#“ bestimmt die Zeile, in der der Wert dann auftaucht, „Order“ die Position innerhalb der Zeile und „Prec.“ Dann die Anzahl der Nachkommastellen.

Rechts könnt ihr noch folgende Einstellungen vornehmen:

Stat Seperator Character: Das Zeichen mit dem die einzelnen Stats voneinander getrennt werden.
Date Format: Das Datums Format.
General Desription: Habt ihr den Gegnern z.B. über die Auto Rate Funktion eine Beschreibung zugeordnet, könnt ihr die ebenfalls exportieren.
Hands Raised With …: Solltet ihr diesen Stat aktiviert haben, könnt ich hier die Anzahl der Hände angeben, die berücksichtigt werden

Ein Klick unten auf „Refresh“ gibt euch dann eine Vorschau davon, wie die exportierten Stats später aussehen.

Tip: In der Praxis reicht es sicherlich die wichtigsten Stats zu exportieren undnicht den vollen Funktionsumfang zu nutzen. Also: VP$IP, PFR, WSD, Aggression Factor Total und Total Hands. Für Benutzer der Autorate Funktion könnte auch die „General Description“ reichen.

Öffnet dann den Tab „Step 3 – Export“. Und klickt auf „Begin Export Now.“. Je nachdem wie groß eure Datenbank ist, kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. Fertig.

Hinweis: Benutzt ihr mehrere Datenbanken könnt ihr nach Klick auf „Combine Stats From Multiple Databases“ auch mehrere Datenbanken gleichzeitig bearbeiten, und die Stats kombinieren.


b. Gamblers Little Helper, Poker Table Select, …

Mittlerweile gibt es auch einige Tools, die eine bei der Table Selection auf PartyPoker unterstützen. Unter anderem den „Gamblers Little Helper“. Dabei handelt es sich um ein Tool, das von PokerStrategy.com entwickelt wurde. Es greift sowohl auf die PartyPoker Software zu, als auch auf Pokertracker Datenbanken, und präsentiert einem so eine Liste der verfügbaren Tische, die man nach Kriterien der Table Selection sortieren kann.

Das Tool und weitere Informationen findet ihr hier: Tool "Gambler's Little Helper"


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