Gegnertypen: Die Bedeutung der Kenntnis des gegnerischen Stils
von Matthias Wahls
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Unvollständige Information
Im Gegensatz zu anderen Spielen wie beispielsweise Schach ist Poker ein Spiel mit unvollständiger Information. Man kennt die gegnerischen Karten nicht. Es entsteht dadurch eine Kenntnislücke, die einen davon abhält, den optimalen Zug zu machen. Der optimale Zug ist jener, den man bei Ansicht der gegnerischen Karten als perfekter Spieler machen würde. Diese selbstverständliche Einsicht wird in Sklanskys Fundamental Theorem of Poker wiedergegeben:
"Every time you play a hand differently from the way you would have played it, if you could see all your opponent’s cards, they gain; and every time you play your hand the same way you would have played it, if you could see all their cards, they lose. Conversely every time opponents play their hands differently from the way they would have if they could see all your cards, you gain; and every time they play their hands the same way they would have played it, if they could see all your cards, you loose. Aus “Theory of Poker”.
Es gibt durchaus Situationen, in denen eine autistische Sichtweise relativ ungefährlich ist. Angenommen, man startet mit einem hohen Pocket Pair und schaut auf einen ungefährlichen Flop (niedrige Karten) oder man floppt eine extrem starke Hand. In den meisten Situation jedoch erhält man eine verwundbare Hand, die sich in einiger Entfernung von den Nuts befindet. In solchen Fällen würde man gerne einschätzen können, über welche ungefähre Stärke die gegnerischen Hände verfügen. Die Methode, die gegnerischen Hände zu taxieren, nennt man Handreading. Durch gutes Handreading wird die spielimmanente Informationslücke (die verdeckten gegnerischen Karten) ein Stück weit geschlossen.
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