Bringe dein Spiel auf die nächste Stufe mit dem Pokerstrategy.com Equilab
Einleitung
In diesem Artikel- Wie du mithilfe des Equilabs ausführliche Handanalysen durchführst
- Wie du den Scenario-Analyser verwendest
- Wie du dein Spiel mit dem Equitytrainer weiter verbesserst
Für einen Pokerspieler gehören schwierige Entscheidungen zum Alltag. Es gibt Hände, bei denen man in jeder einzelnen Setzrunde eine schwierige Entscheidung treffen muss. Um solche Situationen erfolgreich zu meistern, ist ein gutes Verständnis für Handranges und Handkombinationen notwendig. Man muss verstanden haben, wie diese beiden Aspekte den Faktor beeinflussen, der bei jeder Entscheidung im Poker wohl die größte Rolle spielt – die Equity.
Die meisten Entscheidungen erscheinen zunächst schwieriger, als sie es tatsächlich sind, denn über die einzelnen Setzrunden hinweg hast du eine riesige Fülle von Informationen erhalten, die es scheinbar unmöglich macht, innerhalb weniger Sekunden die richtige Line zu wählen.
In diesem Artikel lernst du, wie du mithilfe des Equilabs verschiedene Situationen so weit auflöst, dass du sie angemessen analysieren kannst. Außerdem erfährst du, wie du die Informationen aus deiner Analyse verwerten kannst, um dein Pokerspiel zu verbessern und so am Tisch bessere Entscheidungen zu treffen.
Grundfunktionen
Die folgende Beispielhand wurde in einem der Handbewertungsforen gepostet. Sie wird nun dabei helfen, die grundlegenden Funktionen des Equilabs vorzustellen.
PokerStars - €0,05 NL (6-max) – Hold'em - 6 Spieler
Stacks &Stats
UTG: €5,00
MP: €5,00
CO: €5,64
Hero (BU): €5,00
SB: €5,00
BB: €9,75
Preflop: (€0,07) Hero is BU with ![]()
![]()
3 folds, Hero raises to €0,20, fold, BB calls €0,15
Flop: (€0,42) ![]()
![]()
(2 players)
BB checks, Hero bets €0,30, BB calls €0,30
Turn: (€1,02)
(2 players)
BB bets €0,50, Hero...
Heros Hand
Zunächst musst du deine eigene Hand ins Equilab eingeben. Klicke dazu auf den grün umkreisten Button (siehe unten, Bild 1) und wähle im Fenster, das sich daraufhin öffnet, Heros Startkarten aus (![]()
).
Villains Range
Als nächstes muss die gegnerische Range bestimmt werden. Dazu klickst du auf den blau umkreisten Button (siehe Bild 1).
Nun kannst du die Hände markieren, mit denen er deiner Meinung nach aus dem BB dein BU-Openraise callt. Du gibst ihm hier kleine bis mittlere Pocketpairs (22-TT) sowie ein paar Suited Connectors und Broadways. Da du davon ausgehest, dass er JJ+, AQs und AK 3-betten würde, schließt du sie aus der Callingrange aus.
Bist du der Meinung, dass er looser oder tighter callt, musst du entsprechend mehr bzw. weniger Hände auswählen. In Bild 2 siehst du die aktuelle Rangeauswahl.
Vordefinierte Ranges
Alternativ gibt es auch vordefinierte Ranges zur Auswahl (siehe grüner Kreis, Bild 2). Beachte dabei allerdings, dass die meisten Ranges auf Fixed Limit Charts basieren. Wenn du No-Limit Spieler bist, solltest du lediglich die Ranges unter "Pokerstrategy.com - No Limit" verwenden. Alle anderen Ranges sind in der Regel viel zu loose – auch die meisten loose-passive Spieler würden nicht so viele Hände callen.
Der Range-Regler
Endlich gibt es eine äußerst nützliche Funktion, mit der du ganz schnell grobe Abschätzungen der gegnerischen Range vornehmen kannst – den Range-Regler (siehe blauer Kreis, Bild 2).
Hast du Stats von deinem Gegner, so kannst du ihm damit ganz einfach eine Range zuweisen:
Der rechte Teil des Reglers stellt den gegnerischen VPIP dar, der linke Teil des Reglers steht für den PFR.
Wenn dein Gegner im Big Blind beispielsweise einen VPIP von 20 hat und einen 3-Bet Wert von 10% (der 3-Bet-Wert entspricht in dieser Situation dem PFR), kannst du den rechten Regler auf 20% stellen und den linken Regler auf 10%. Das Equilab wählt dann als Range automatisch die 10% der Hände aus, die sich zwischen den beiden Werten befindet, so dass du direkt mit der Auswertung fortfahren kannst.
Obwohl du mit dieser Methode einen bestimmten Spot recht schnell analysieren kannst, wird die Auswertung weniger genau sein als bei einer manuellen Eingabe der Daten.
Generell ist es empfehlenswert, ein wenig mit den Ranges zu spielen. Sieh dir an, wie groß jede Range bezüglich ihres prozentualen Anteils an Händen eigentlich ist (oranger Kreis, Bild 2). Dadurch lernst du besser zu verstehen, was bestimmte Statistiken überhaupt aussagen.
In Bild 2 siehst du nun die Range, die du ihm hier gegeben hast. Sie beinhaltet 12,22% aller Hände.
Bild 1: Equilab-Hauptfenster Bild

Bild 2: Handauswahl-Fenster
Nachdem du dem Gegner eine Range und Hero eine Hand gegeben hast, kannst du auf "Auswerten" klicken. Das Equilab zeigt dir nun an, dass du preflop 76,81% Equity gegen seine Range hast.
Eingabe der Flop-Karten
Als nächstes wird der Flop bestimmt. Nehmen wir als Beispiel die Karten "6h2s8d". Du kannst sie entweder manuell in das orange umkreiste Eingabefeld eingeben (Bild 1) oder du klickst auf den Button, der sich direkt neben dem Feld befindet und wählst dann die Karten aus.
Nach Eingabe des Flops klickst du auf "Auswerten". Das Equilab zeigt dir, dass sich deine Equity gegen seine Range auf 81,13% erhöht hat.
Anpassen der Ranges
Wenn der Gegner allerdings checkt und deine Bet dann callt, so musst du seine Range entsprechend anpassen, da er gewöhnlich nicht mit allen Händen callt – hätte er in diesem Fall zum Beispiel ![]()
oder ![]()
, würde er höchstwahrscheinlich nur check/fold spielen.
Um seine Range anzupassen, musst du wieder das Handauswahl-Fenster (blauer Kreis, Bild 1) öffnen und die Hände abwählen, die er aus deiner Sicht folden wird.
Wie du in Bild 3 siehst, gehen wir hier davon aus, dass er einige Overcards ohne Draws sowie Hände wie 33, 44 und 55 folden wird.
Du hast zudem einige starke Hände wie z.B. Sets aus der Range genommen, weil du erwartest, dass er mit diesen am Flop checkraisen würde – sobald er also check/callt, sind sie nicht länger in seiner Range.

Bild 3: Handauswahl-Fenster für die Check-/Callingrange am Flop
Außerdem musst du im Hinterkopf behalten, dass die ausgewählte Range jetzt 66 Handkombinationen enthält, d.h. 4,98% aller Hände.
Das kann wichtig sein, um herauszufinden, wie oft er am Flop foldet:
Am Flop hatte er eine Range von 12,22%; jetzt enthält sie noch 4,98% aller Hände. Das bedeutet, dass er 12,22% - 4,98% = 7,24% gefoldet hat. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 7.24/12.22 = ~59% an seiner Floprange.
Falls die Annahmen stimmen, bedeutet dies also, dass du am Flop eine Foldequity von ca. 59% hast.
Da du hier in einen €0,42 großen Pot €0,30 investierst, kannst du mit Any Two profitabel c-betten:
Du riskierst €0,30 und kannst insgesamt €0,72 gewinnen, d.h. du benötigst eine Foldequity von €0,3/€0,72 = 41,6%. Und wie du gerade gesehen hast, foldet er auf diesem Board sogar noch mehr Hände.
Als nächstes musst du dich fragen, mit welchen Händen er am Turn donkbettet.
Es handelt sich dabei wohl um die schwierigste Aufgabe bei der Bewertung von Händen, da es einfach keine definitive Antwort gibt. Alle Annahmen, die du ab jetzt triffst, haben einen direkten Einfluss auf die Ergebnisse deiner Evaluation.
Hier passieren die größten Fehler. Zum Beispiel würden viele Spieler wohl sagen, "seine Donkbet macht doch keinen Sinn, er blufft nur!" Während eine solche Aussage in einem Vakuum vielleicht korrekt wäre, muss dir hier eine Sache auffallen:
Nachdem er am Flop check/call gespielt hat, gibt es in seiner Range nicht mehr viele schlechtere Hände, die er so spielen könnte. Du gehst hier davon aus, dass er mit unverbesserten Overcards nicht so spielt - AT, AJ und AQ kannst du daher ausschließen.
Mit dem Rest seiner Range könnte er durchaus als Erster setzen: TT und 99 sowie Straights und Twopairs könnte er hier for Value betten. Du schätzt seine Range damit auf: {TT-99, 77, T9s, 98s, 87s, 76s}.
Wenn du die Turn-Karte eingibst und dann auf "Auswerten" klickst, siehst du, dass du gegen diese Range eine Equity von 48,69% hast. Du musst €0,50 callen bei einer Potgröße von €1,02. Du benötigst also eine Equity von €0,5/(€1,02 + €0,5 + €0,5) = €0,5/€2,02 = ~24,75%. Da du mehr als 48% Equity besitzt, solltest du eine Bet auf jeden Fall mitgehen.
Die Kernaussage ist, dass man die Range des Gegners immer nur einschränken aber niemals um Hände erweitern sollte, die auf vorangegangenen Streets nicht in der Range waren.
Wenn er am Flop eine Hand foldet, kann sie auf einer späteren Street nicht plötzlich in seiner Range auftauchen. Natürlich könnte man immer zum Flop zurückgehen und dem Gegner dort eine weitere Range geben, einfach um zu sehen, wie dies das Ergebnis der ganzen Hand beeinflussen würde. Sobald du aber die Annahme aufstellst, dass er eine bestimmte Hand in einer Setzrunde foldet, solltest du dich auch an diese Annahme halten.
Eine gute Möglichkeit, dein Wissen und dein Verständnis für das Spiel auf schnelle Weise zu verbessern ist es, dir eine Hand zu suchen, sie zu bewerten und dann die Parameter zu verändern.
Es ist ja gut zu wissen, dass du die Hand im obigen Beispiel folden solltest, aber was tust du, wenn auf dem Board das nächste Mal nicht ![]()
![]()
, sondern ![]()
![]()
liegt? Welchen Einfluss hat dies auf seine Range und auf die Equity, die du dagegen hast?
Hier ein paar Vorschläge, welche Aspekte man dabei untersuchen könnte.
- (1) Wie beeinflusst ein


Board seine Range und deine Equity dagegen? - (2) Was tust du auf einem


Board? - (3) Wie stehst du gegen ein Checkraise am Flop da? Oder anders gesagt: Wie sieht seine Checkraising-Range aus und welche Equity hast du dagegen?
- (4) Was wäre, wenn du 99 statt QQ hättest?
- (5) Würdest du die Turnbet mit A8s immer noch callen?
- (6) Was wäre, wenn er den Turn zu dir checkt? Solltest du betten?
- (7) Nimm an, du callst und am River kommt ein K. Willst du eine weitere Bet callen? Solltest du selbst betten, wenn er zu dir checkt?
- (8) Wenn er den Turn check/callt und am River eine 2 kommt, solltest du dann valuebetten?
Versuche nun einmal, diese Fragen selbst zu beantworten. Wie die Antworten darauf aussehen sollten, erfährst du am Ende dieses Artikels.
Farbauswahl
Manchmal weist du Villains Range gleichfarbige Hände zu, möchtest dabei aber nur die Hände einer bestimmten Farbe einschließen (zum Beispiel 65s-T9s, davon aber nur ![]()
- ![]()
).
Du kannst diese Hände nun manuell eingeben oder die Farbauswahl-Funktion benutzen. Dazu klickst du einfach auf den Button "Farbe auswählen" im "Handrange-Auswahl"-Fenster (blauer Kreis, Bild 5) und markierst die Hände, die du Villains Range zuweisen willst. Klickst du dann nochmal auf den Button "Farbe auswählen", öffnet sich ein Fenster, in dem du auswählen kannst, welche Farben du in seiner Range haben willst (blaues Rechteck, Bild 5).
Alternativ kannst du statt des Buttons "Farbe auswählen" auch die ALT-Taste gedrückt halten, während du die gewünschten Hände markierst.

Bild 4: Rangeauswahl-Fenster mit Farbauswahl-Funktion

Bild 5: Farbauswahl-Fenster
Schau dir nun ein Beispiel zum Card-Removal-Effekt an, das verdeutlicht, was unter dem Begriff überhaupt zu verstehen ist.
Gehe davon aus, dass du dich preflop in einem Spot befindest, in dem du dem Gegner genau {AA, KK, AK} gibst. Das ergibt 6 Kombinationen für AA, 6 für KK und 16 für AK.
Egal ob du nun z.B. 65s oder A5s hältst, seine Range verändert sich dadurch nicht – er hält weiterhin {AA, KK, AK}.
Was sich allerdings ändert, ist die Verteilung der Karten! Wenn du A5s hältst, befindet sich ein A weniger im Stapel, d.h. die Anzahl der Kombinationen für AK und AA verringert sich. Es gibt statt 6 nur noch 3 Kombinationen für AA und für AK gibt es statt 16 nur noch 12 Kombinationen.
Soll das Equilab diesen Umstand berücksichtigen, dann aktiviere die Checkbox "Card Removal anzeigen" unten links im Handrange-Auswahl Fenster (Bild 6, blaues Kästchen). Hat der Card-Removal-Effekt einen Einfluss auf deine aktuelle Hand, so wirst du bei der Anzahl von Händen in der Range sofort einen Unterschied sehen.
Berücksichtigt man diesen Effekt für die Floprange in Beispiel 1, so reduziert sich die Anzahl der Hände von 162 auf 126 (12,22% -> 9,50%). Welche Hände dabei vom Card-Removal-Effekt betroffen sind, siehst du an der etwas dunkleren blauen Einfärbung der jeweiligen Kästchen.
Dieser Punkt steht im Zusammenhang mit dem Card-Removal-Effekt. Aktivierst du die Option "# Kombinationen anzeigen" unten links im Handrange-Auswahl Fenster (Bild 6, blaues Kästchen), zeigt dir das Equilab an, wie viele Kombinationen einer bestimmten Hand Villain in seiner Range hat. Dies siehst du an den kleinen Zahlen in der unteren rechten Ecke jeder Hand, die du ausgewählt hast (Bild 6, orange eingekreist).
Ganz allgemein kann man sich die Anzahl vorhandener Kombinationen ganz leicht merken:
Offsuit Hände haben 12, suited Hände 4 und Pocketpairs 6 Kombinationen (diese Werte gelten allerdings nur, wenn es keinen Card-Removal Effekt gibt).
Du kannst die Optionen "Card Removal anzeigen" und "# Kombinationen" auch gleichzeitig auswählen.

Bild 6: Card Removal und Anzahl der Kombinationen

Bild 6a: Card Removal und Anzahl der Kombinationen
Dies ist ein nützliches Tool, das dir zukünftige Handevaluationen erleichtert und es dir ermöglicht, Hände schneller abzuarbeiten. Mithilfe dieser Funktion wird es ganz einfach, Handranges für häufig auftretende Spots abzuspeichern.
Nehmen wir Beispiel 1: Hier könntest du die Range abspeichern, die du Villain für das Callen deines Preflop-Openraises gibst, da du dich öfter in einem solchen Szenario befinden wirst. Analysierst du dann das nächste Mal eine Hand, in der du als BU gegen den BB gespielt hast, so kannst du einfach deine benutzerdefinierte Range aufrufen, anstatt von neuem alle Hände durchgehen zu müssen.
Dazu musst du zuerst eine bestimmte Range auswählen (siehe Bild 2) und danach auf "Speichern" (Bild 7, blaues Kästchen) klicken. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem du der Range einen Namen geben kannst (Bild 7, oranges Kästchen). Am besten wählst du hier keine Ziffern, sondern eine Bezeichnung, die das Szenario gut beschreibt, damit du es später ganz leicht wiederfinden kannst. Wir haben uns hier für den Namen "BU vs BB reg flatcall" entschieden.
Nachdem du den Namen mit einem Klick auf "OK" bestätigt hast, erscheint die Range unter "benutzerdefinierte Ranges" (Bild 7, grünes Kästchen). Wenn du deine vordefinierte Range dann verwenden möchtest, folge einfach der Beschreibung in Sektion 1.2 – Vordefinierte Ranges.
Du kannst für deine benutzerdefinierten Ranges auch Ordner erstellen. Dies funktioniert ähnlich wie das Abspeichern von Ranges. Klicke einfach auf "Ordner erstellen", gib dem Ordner einen Namen und speichere ab. Danach kannst du die Ranges per Drag & Drop in den Ordner deiner Wahl ziehen.

Bild 7: Benutzerdefinierte Ranges
Der Scenario Analyser
Der Scenario Analyser ist ein starkes Tool, mit dem du ganz schnell verschiedene Szenarien im Hinblick auf die Frage untersuchen kannst, wie sich eine bestimmte Hand im Bezug auf deine Equity entwickeln kann bzw. entwickeln wird.
Um die Daten der aktuellen Hand im Scenario Analyser auswerten zu lassen, musst du die Hände und Handranges einfach in das Equilab eingeben und dann oben im Menü auf "Scenario Analyser" klicken.
Zurück zum Beispiel:Es hat sich herausgestellt, dass du die gegnerische Turnbet in Beispiel 1 auf jeden Fall callen solltest, da du die benötigte Equity dazu hast.
Es gibt nun allerdings Szenarien, in denen du nicht weiterspielen kannst, z.B. wenn am River eine Scarecard kommt und Villain noch einmal bettet. Nun musst du herausfinden, welche River-Karten gut für dich sind.
Dazu gibst du im Equilab die gegnerische Range von {TT-99, 77, T9s, 98s, 87s, 76s} sowie deine eigene Hand und das Board ein und öffnest den Scenario Analyser.

Bild 8: Scenario Analyser Hauptfenster
Klickst du nun auf "River-Karten analysieren", siehst du sofort, wie deine Hand bei verschiedenen River-Karten abschneidet.
Im Hauptfenster erscheinen nun mehrere Balken. Diese symbolisieren die Equity, die du bei der jeweiligen River-Karte hast. Rechts siehst du diese Karten absteigend nach Equity angeordnet.
Auf Bild 8 siehst du einen orange eingekreisten Schieberegler (unten rechts). Mit Hilfe dieses Reglers lässt sich die Mindestequity einstellen, die du gegen die gegnerische Range haben möchtest. Der Scenario Analyser sortiert daraufhin all die Karten aus, bei denen du weniger Equity hast. Die Balken solcher Karten werden nun grau angezeigt.
Diese Funktion ist besonders nützlich, wenn du bestimmen möchtest, bei welchen Karten du eine Bet von Villain callen kannst.
Geh einmal davon aus, dass Villain am River mit seiner gesamten Range zwei Drittel des Pots bettet. Du bekommst damit Odds von 5:2 und brauchst grob geschätzt 28,6% Equity. Stellst du den Regler nun auf 29% (Bild 9, orangefarbener Kreis), so siehst du, dass du eine Riverbet bei allen Karten außer einer 5, einer T oder einer 9 callen kannst (Bild 9, blaue Kreise).

Bild 9: Scenario Analyzer - Equity Regler
Du kannst mit den Parametern dieser Hand ein wenig herumexperimentieren und dabei ganz bequem im Scenario Analyser-Fenster bleiben.
Der Equity Trainer
Der Equity Trainer ist ein weiteres nützliches Tool, das dir helfen wird, dein Verständnis und dein Wissen zum Thema Equity in den verschiedensten Situationen zu trainieren.
Öffne den Equity Trainer, indem du oben im Menü des Equilab Hauptfensters auf "Equity Trainer" klickst. Du kannst nun zwischen vordefinierten und benutzerdefinierten Szenarien wählen.
Möchtest du mit einem vordefinierten Szenario arbeiten, öffne das Dropdown-Menü, wähle die Situation aus, die du trainieren möchtest und klicke auf "Training starten".
Der Equity Trainer gibt dir nun auf verschiedenen Flops Karten aus Heros vordefinierter Range und lässt dich abschätzen, wie viel Equity die jeweilige Hand gegen Villains Range hat.
Du kannst die erwartete Equity entweder per Hand eingeben oder den Schieberegler dazu benutzen. Klickst du dann auf "Ergebnis", siehst du, wie viel Equity du tatsächlich hast und es folgt das nächste Szenario.
Um das Training zu beenden, klicke einfach auf den Button "Endergebnisse". Der Equity Trainer fasst deine Ergebnisse dann zusammen und du kannst jedes einzelne Szenario für eine weiterführende Analyse exportieren.
Möchtest du dein Equity-Wissen im Hinblick auf ganz bestimmte Spots trainieren, so gibt es auch hier die Möglichkeit, eigene Szenarien zu definieren. Nimm dazu das Preflop-Szenario aus Beispiel 1 und gib es in den Equity Trainer ein.
Dazu musst du zunächst den benutzerdefinierten Modus starten, den du im Hauptfenster des Equity Trainers einstellen kannst (Bild 9, oranger Kreis).
Dann musst du eine gegnerische Range festlegen (Bild 9, grünes Kästchen). Hier kannst du wieder deine benutzerdefinierte Range nutzen. Dazu öffnest du das Handauswahl-Fenster und wählst die Range "BU vs BB reg flatcall" aus, die du zuvor gespeichert hast.
Für Heros Hand nimmst du hier ![]()
(Bild 9, blaues Kästchen). Es ist allerdings auch möglich, eine komplette Range einzugeben (am besten die, mit der du vom Button openraist).
Klickst du nun auf "Training starten", wirst du auf verschiedenen Boards mit der gegnerischen Callingrange konfrontiert.

Bild 10: Equity Trainer Hauptfenster
Du openraist vom Button und der BB 3-bettet. Du gehst bei ihm mit {66+, A8s+, K9s+, Q9s+, JTs, T9s, 98s, 87s, ATo+, KJo+} von einer ziemlich weiten Range aus.
Mit AJo hast du gegen diese Range eine Equity von 49,84% und du entscheidest dich zu callen.
Am Flop fällt es vielen Pokerspielern schwer weiterzuspielen, wenn sie nichts getroffen haben. Ihr Problem ist dabei meist, dass sie nicht einschätzen können, wie viel Equity sie auf bestimmten Boards haben. Dieses Leak kannst du nun ganz einfach aus der Welt schaffen, indem du den Spot mit dem Equity Trainer einübst.
Die Funktionen verknüpfen
Du bist nun in der Lage, mit den Grundfunktionen des Equilabs so ziemlich jede Situation am Pokertisch korrekt zu bewerten. Wie immer im Poker gilt auch hier: Übung macht den Meister!
Im Folgenden findest du zwei weitere Beispielhände, die du nun analysieren sollst. Am Ende des Artikels findest du die Lösungen.
PokerStars No-Limit Hold'em, $0,50 BB (5-handed)
Stacks & Stats
UTG: $58
MP: $48,50
Hero (BU): $50
SB: $50
BB: $53,50
Preflop: ($0.75) Hero is BU with ![]()
![]()
2 folds, Hero raises to $1,50, 1 fold, BB calls $1
Flop: ($3,25) ![]()
![]()
(2 players)
BB checks, Hero checks
Turn: ($3,25)
(2 players)
BB bets $1,50, Hero...
Frage:
Am Turn musst du dir die Frage stellen, ob du auf die Bet raisen oder callen solltest.
Zuerst musst du deine Equity gegen die gegnerische Range abschätzen, um dann mit dem Scenario Analyser herauszufinden, wie viele Riverkarten für deine Hand gut wären.
Tipp: Wie beeinflusst dein Check am Flop die gegnerische Handrange für eine Turnbet?
PokerStars - €0,10 NL (6-max) – Hold'em - 6 players
Stacks & Stats
UTG: €10,00
MP: €10,00
CO: €10,30
Hero (BU): €10,00
SB: €10,00
BB: €18,60
Preflop: (€0,07) Hero is BU with ![]()
![]()
3 folds, Hero raises to €0,40, 1 fold, BB raises to €1,20, Hero calls
Flop: (€2,45) ![]()
![]()
(2 players)
BB bets €1,40, Hero...
Fragen:
- (1) Wie groß ist deine Equity gegen eine 6%-, 10%- und 15%-Prefloprange? Willst du gegen alle dieser drei Ranges eine 3-Bet callen?
- (2) Wie groß ist deine Equity gegen jede der drei Ranges am Flop? Was tust du, wenn der Gegner bettet – folden, callen oder raisen?
Tipp 1: Welchen Teil seiner Range wird Villain gegen ein Raise folden? Was bedeutet das für deine Foldequity?
Tipp 2: Um einen Call zu bewerten, kannst du mit den Scenario Analyser verschiedene Turnkarten simulieren. - (3) Wenn Villain preflop 10% 3-bettet und am Flop 100% c-bettet, wo stehst du dann mit deiner Hand, wenn du statt AJo 99 hältst?
- (4) Wie sieht es aus, wenn du 99 hältst und auf dem Flop


, 

oder 

liegt (wieder gegen eine 10%-Range, die am Flop 100% c-bettet)?
Zusammenfassung
In diesem Artikel hast du die Grundfunktionen (aber auch einige der fortgeschritterenen Funktionen) des PokerStrategy.com Equilabs kennengelernt. Du bist nun in der Lage, Hände so weit aufzulösen, dass du sie objektiv bewerten kannst.
Auf der Ausschau nach Leaks
Eine sehr gute Möglichkeit, dein Spiel zu verbessern ist es, Hände zu evaluieren und sie danach in den Handbewertungsforen zu posten. Andere Mitglieder sowie Handbewerter sehen sich deine Arbeit dann an und geben dir Ratschläge, was du noch verbessern könntest.
Sie zeigen dir potentielle Fehler auf und erklären dir, an welchen Stellen und warum du dort Fehler gemacht hast.

