Graphen betrachten während man pokert: Ja/Nein?

    • Perseus1
      Perseus1
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2010 Beiträge: 894
      Hallo,

      schaut ihr während ihr pokert, immer wieder auf euren graphen, sprich wie viel up/down ihr seid?
      ich will das vermeiden, aber wenn ich nicht nachschaue, wie soll ich dann wissen wann ich aufhören soll, falls es schlecht läuft (stop-loss-limit)

      wenn ich nachschaue und sehe ich bin 3 stacks unter EV, tiltet das ein bisschen und das A-game leidet

      oder manchmal spiele ich 30min und sehe ich bin 4 stacks up, dann höre ich auf, weil ich nicht wieder die ganzen winnings verlieren will, was eigentlich blöd ist, solange man A-game durchzieht
  • 7 Antworten
    • habeichja
      habeichja
      Silber
      Dabei seit: 29.12.2007 Beiträge: 7.667
      Du brauchst einen anderen Bewertungsmaßstab, ob du up oder down bist ist egal. Versuche mal dein Spiel nach der Qualität deiner Entscheidungen zu bewerten.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      man kann überall lesen dass man seine entscheidungen unabhängig von den resultaten treffen soll und versuchen muss sich so gut man kann gegen resultatorientiertes denken zu wappnen

      von daher ist es doch offensichtlich kontraproduktiv wenn man sich seine liveergebnisse anschaut

      wenn du im spiel das gefühl hast sehr viel verloren zu haben und merkst dass du nicht mehr gut spielst und anfängst über die ergebnisse nachzudenken solltest du schlicht aufhören aber nicht weil du soundsoviel geld verloren hast sondern weil du nicht mehr gut spielst

      die idee eines stopp-loss ist ja überhaupt nur dann nötig wenn man merkt dass man verliert und schlechter spielt als man kann das aber nicht wahrhaben will und immer weiter spielt um die verluste wieder reinzuholen
      wenn man so denkt ist das kind längst in den brunnen gefallen und ertrunken

      von daher ein klares nein
      man sollte nie in einer session auf die resultate schauen und es ohnehin auch danach so wenig wie möglich tun

      eine möglichkeit das zu erleichtern ist ein defensiveres bankrollmangement so dass du selbst bei größeren verlusten am stück nie in gefahr gerätst und dann eben versuchen zunächst immer erst nach einer session auf die ergebnisse zu gucken dann vielleicht erst am ende des tages dann am ende der woche und wenn du es schaffst vielleicht sogar erst am ende des monats (so zumindest die theorie letztlich sind wir alle menschen und daher zutiefst neugierig aber sinnvoller wäre es eben wirklich so vorzugehen ;) )
    • 1667Paranoid
      1667Paranoid
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2011 Beiträge: 2.004
      mach ich ständig, tilted mich nicht wirklich, ich mache meine Entscheidungen auch nicht davon abhängig ob ich up oder down bin. Hab aber auch keine krassen Up- oder Downswings in meinem Game, das muss ich dazusagen.
    • michaelg5pro
      michaelg5pro
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2006 Beiträge: 2.629
      Ich bin kein Fan davon, aber auch anfällig für sowas. Bei ganz wenigen Tischen klebte ich mir früher ab und an meinen Stack zu und machte beim Showdown die Augen zu - und schaute erst ein paar Hände später nach. Klingt dämlich, war aber bei der damaligen Anfälligkeit für Ergebnisorientiertheit nicht die schlechteste Maßnahme.
    • pokerr4b3
      pokerr4b3
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2007 Beiträge: 2.008
      Ich halte es klar für einen Fehler auf die Graphen zu schauen, aber bin leider auch schon Opfer dieses Verhaltens geworden.

      Was sind die Vorteile?
      Man kann verhindern zuviel in einer Session zu verlieren.
      Aber: Wenn man in einer Session "zu viel" verlieren könnte, dann hat man meiner Meinung nach ein falsches BRM ( wie auch WeisserWal beschreibt)

      Nachteile:
      -Ablenkung vom Spielen (alleine, dass man sich mit den Graphen auseinandersetzt. Hängt natürlich von der Frequenz ab mit der man sich die Graphen anschaut)
      -Man setzt ständig neue Referenzpunkte, die oft (wahrscheinlich fast immer) mit Emotionen verknüpft sind. Freude wenn man up geht, ärger bzw. Frust, wenns down geht.
      Als theoretischen Ansatzpunkt würde ich die Prospect Theory von Kahnemann und Tversky nehmen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Prospect_Theory

      Grundlegende These ist, dass Menschen Verluste als schlimmer empfinden, als den gleichen Betrag zu gewinnen.
      Eine These wäre dann z.B. ,dass die Riskofreudigkeit steigt, falls man in die Verlustzone abrutscht und sie sinkt, falls man in der Gewinnzone ist.

      -> Ich glaube, davon kann man sich auch kaum freimachen und viel läuft unterbewußt ab.

      Fazit:
      Sehe kaum einen Vorteil den man hat, indem man sich während des Spiel Graphen anschaut, aber viele (potentielle) Nachteile

      Grüße,
      pokerrabe
    • agonyship
      agonyship
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2009 Beiträge: 4.929
      Schau dir deinen lifetime-graphen an, wenn du im downswing bist. Wenn die Sample-size groß genug ist siehst du dann, dass es völlig wayne ist, denn du siehst im Grunde genommen kaum irgend etwas. Könnte gut gegen tilt sein?! Spiel zur Zeit ohne Tracking-Programm.
    • hanz007
      hanz007
      Gold
      Dabei seit: 08.02.2010 Beiträge: 2.066
      Wenn ich mir nicht sicher bin ob ich vielleicht zu müde bin um weiter zu zocken schaue ich mir meine Showdownlosses an. Wenn die auf einmal extrem stark abfallen bin ich übermüdet und sollte sofort aufhören.