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Augen lasern - Tripreport

    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635


      Hi,

      da es mittlerwerweile einige Threads zum Thema gibt, viele Interesse bekundet haben und ich den Bericht auch in anderen Foren, in denen ich die anderen Reports auch sehr hilfreich fand, hier mal mein Tripreport zur gestern stattgefundenen Laser-OP.

      Ob ich Ort und Namen der Klinik bzw. des Arztes poste weiß ich noch nicht, gäbe es dadurch evtl. Probleme?

      Ich habe relativ viel recherchiert und mich eigentlich schon für die LASIK mit Flap entschieden (zur relex smile habe ich einige schlechte Dinge gelesen), jedoch kam ich dann durch Zufall auf die Seite von Schwind und das SmartSurface Verfahren. Ganz kurz erklärt: Die Hornhaut ist dem Laser im Weg und muss entfernt werden. Bei den ersten Verfahren (PRK) wurde die Hornhaut in Alkohol aufgelöst bzw. mit einem Instrument manuell weggeschabt. Bei der LASIK wird die Hornhaut in einem fast vollständigen Kreis aufgeschnitten, sodass sie dann hochgeklappt werden kann. Nach der Behandlung wird sie wieder runtergeklappt und verwächst an der Nahtstelle wieder. Das hat den Nachteil, dass es einige Stellen im Verfahren gibt, an denen Komplikationen auftreten können, v.a. da es einen manuellen Eingriff des Operateurs erfordert. Auch Jahre nach der OP wird die Nahtstelle noch nicht komplett verheilt sein und es kann bei Gewalteinwirkung auf das Auge (Airbag, Kampfsport, Sturz...) dazu kommen, dass der Flap sich wieder ablöst. Beim SMILE Verfahren, welches in den meisten Kliniken und Ketten als das neueste Verfahren beworben wird, wird nur ein kleiner Schnitt gesetzt und dann mit der Pinzette Gewebe durch den Schnitt rausgezogen. Auch das erfordert wieder einen manuellen Eingriff und bietet mehr Freiheitsgrade für Fehler.

      Das als grobe Erklärung, evtl. stimmen meine Angaben nicht so genau, Kern der Aussage ist jedoch die Notwendigkeit des manuellen Eingriffs und möglicher Flapkomplikationen auch Jahre nach der OP. Im Gegensatz zur Aussage vieler Anbieter, Relex Smile sei das neueste und beste Verfahren, gibt es mit der SmartSurface Trans-PRK aber ein noch neueres Verfahren, über welches jedoch nicht viele Anbieter verfügen. Dabei wird die Hornhaut mit einem Laser entfernt und wächst dann vollständig nach, sodass kein mechanisches Eingreifen am Auge stattfindet und im Nachhinein keine Komplikationen mit dem Flap entstehen können.

      Eignungscheck:
      Es wird ein kostenloser Eignungscheck angeboten bei dem die Sehschwäche annäherungsweise bestimmt und die Hornhautdicke gemessen wird. Das Gespräch führt man mit einem Angestellten, nicht mit dem Operateur selbst. Ich hatte mich im Vorfeld gut informiert und auch vom Marketing-Sprech gelesen, was dann auch nicht lange auf sich warten ließ. "So Herr KBE, Sie wollen also endlich ein Leben ohne Brille?"

      Da ich keine Lust auf ein Verkaufsgespräch hatte habe ich direkt auf die Epitheldicke umgelenkt und ein paar Fragen zum Ablauf gestellt. Nach der Messung, welche etwa 20 Minuten dauerte, erklärte voller Elan:



      "Sie sind perfekt geeignet. Das Epithel ist nicht übermäßig dick, aber ausreichend."

      >perfekt geeignet

      Da ich mittlerweile nicht mehr in Deutschland lebe und extra dafür aus dem Ausland anreise, haben wir den Termin zur umfangreichen Voruntersuchung auf Mittwoch gelegt, die Operation auf Donnerstag und die Nachsorge auf Freitag sowie den darauffolgenden Montag. Die Wartezeit bis zur OP waren ca. 4 Wochen.

      Mittwoch, ein Tag vor der OP, Voruntersuchung:
      Ich hatte mir bei AirBnB ein kleines Apartment von Dienstag bis Montag gemietet, da ja Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Montag Termine stattfinden. Mittwoch also die Voruntersuchung. Ein wünderschöner Apriltag, 26 Grad, heiterer Himmel und Sonnenschein. Ich wackel ins Laserzentrum und es werden die Tests vom Eignungscheck wiederholt sowie andere Untersuchungen gemacht, inkl. Sehtest. Gegen Ende bekam ich Augentropfen, die die Pupille maximal weiten. Ich sah aus als hätte ich mir alles an Drogen reingezogen was ging. Ich konnte dann gehen und ging aus dem Gebäude. Wie erwähnt war es ja ein wunderschöner, sonniger Tag.



      Ich konnte kaum was sehen, selbst auf den Boden schauen war kaum zu ertragen, alles war so extrem hell. Meine Begleitung brachte mich dann wie ein Blindenhund zurück zum Apartment. Meine Pupillen waren bis recht spät am Abend noch geweitet und haben sich allmählich zusammengezogen. Abgesehen hiervon war der Abend dann sehr entspannt.

      Donnerstag, OP Tag:
      Termin war um 14 Uhr, hab dann morgens noch eine letzte Session gespielt bevor ich ein paar Tage Zwangspause machen muss. Im Augenzentrum angekommen bekam ich vorab eine Schmerztablette und zwei weitere für Freitag Abend und bei Bedarf Samstag. Zudem Augentropfen zum Benetzen, so oft nehmen wie nötig, und ein Rezept für weitere Augentropfen, 4x täglich für zwei Wochen. Die musste meine Begleitung aus der Apotheke holen. 20 Euro. Wenn man 2900€ für die Sache bezahlt könnte das als Service eigentlich auch noch drin sein. Eine kleine Ampule mit betäubenden Tropfen für den Notfall war noch dabei, die maimal zwei Mal eingesetzt werden können. Und eine Sonnenbrille. Die hätten sie mir auch gestern schon geben können. Dann bekam ich noch Augentropfen und musste etwas warten.

      Als ich zur OP aufgerufen wurde empfing mich einer in voller OP Montur. Im Vorzimmer gab er mir nochmals Augentropfen und mimte den good cop, war einfühlsam und bot mir zwei Stressbälle an, die ich wenn ich will während der Behandlung zusammendrücken kann. Da es nicht mal die von Stars waren und ich meine leichte Nervosität unmöglich zugeben konnte hab ich dankend abgelehnt.



      Da ich meine Brille schon abgenommen hatte hab ich kaum was gesehen im OP Saal, der Operateur saß hinterm Laser, in der Ecke konnte ich schemenhaft den bis hierhin fehlenden bad cop erkennen:



      Letztlich hat der aber auch nur zwischendurch die Augen befeuchtet und ein paar Instrumente gereicht, angesichts dessen war sein Auftritt etwas überzogen. Ich sollte mich dann hinlegen, wurde unter den Laser gefahren und bekam das rechte Auge abgeklebt. Am linken wurden die Wimpern abgeklebt und eine Lidsperre eingesetzt, damit ich nicht mehr blinzeln kann. Dann gabs noch einige Tropfen. Der Laser beerechnet dann die Dauer, links waren es 37 Sekunden, rechts 40. Man schaut dann in ein grünes Licht das mit einer Frequenz von ca. 1 Hz pulsiert, das Gerät rattert und es riecht nach verbranntem Menschenfleisch. Ich kannte den Geruch aus Zivizeit und Praktikum in der Klinik, aber man gewöhnt sich kaum daran. Nach einigen Sekunden ist die Hornhaut dann abgetragen und das eigentliche Lasern geht los. Der Operateur sagte noch, dass gleich das grüne Licht schrittweise verschwommener wird, was dann auch so war und einerseits faszinierend, andererseits auch beängstigend ist. Man riecht wie das eigene Auge verbrannt wird und merkt sofort, dass es von Sekunde zu Sekunde verschwommener wird. (Keine Ahnung warum es erst schlechter wird und man dann plötzlich besser sieht...). Am Ende wurde noch eine Schutzkontaktlinse eingesetzt die bis Montag bleibt.

      Dann kam das rechte Auge dran, der Ablauf ist genau gleich. Gestunken hat es aber noch mal intensiver und ich hatte kurz einen Würgereiz...



      Good cop hat mich dann aus dem Laser rausgefahren und nett wie er ist zwei Traubenzucker geschenkt.



      Danach wurde ich noch mal in einen Warteraum gesetzt. Der Seheindruck war als hätte ich eine leicht trübe Milchglasscheibe vorm Auge, aber schon viel besser als vorher (ich hatte -4.25 und -3.75 dpt). Ich konnte schon einzelne Schriftzüge lesen, Schmerzen hatte ich keine. Im Abschlussgespräch meinte der Arzt, dass alles gut verlaufen sei und noch eine Dioptrie fehle, die mit dem Zusammenwachsen der Hornhaut dann kommt, könnte aber ein paar Wochen dauern bis die volle Sehleistung da ist. Im Raum in dem das Gespräch war gab es keine Fenster und es war ziemlich dunkel, die Deckenleuchte war aus. Im Gespräch hat sie zwei Mal kurz geflackert und ich habe den Operateur gefragt, ob das Flackern von der Lampe kam. Er meint trocken "ne, was für ein Flackern?", musste dann aber lachen. Sehr witzig.



      Danach konnte ich gehen, keine Schmerzen, kaum geblendet, Visus ganz okay. Der Rest des Tages war dann entspannt, ich hatte nur ein Gefühl als hätte man seine Kontaktlinsen morgens um 7 eingesetzt, den ganzen Tg auf einen Monitor geschaut und dann bis morgens um 6 in einem verrauchten Lokal gesessen. Ein leichtes Kratzen, etwas unangenehm, aber geht. Einschlafen war dann recht einfach.

      Freitag, ein Tag nach der OP:
      Nachts um etwa 2 Uhr bin ich aufgewacht und hatte das Gefühl, mir hat jemand eine ganze Flasche Flüssigkleber ins Auge geschüttet. Nachdem ich es aufbekokmmen hatte und ca. 2000 Mal geblinzelt hatte, habe ich getropft und dann versucht weiter zu schlafen. Nach gefühlten zwei Stunden konnte ich dann wieder einschlafen.

      Der Wecker war für die Nachsorge auf 7.45h gestellt, um 6 bin ich aufgewacht und musste sofort wieder Tropfen, es hat deutlich intensiver gebrannt als zuvor. Habe dann nen joeingram Podcast gehört und die Augen geschlossen gehalten, war aber nicht sehr angenehm. Mit der Zeit wurde es dann besser, zur Nachsorge (wieder strahlender Sonnenschein) konnte ich sogar ohne Sonnenbrille. Dort war alles okay.

      Seit dem Kontrolltermin haben sich die Schmerzen nochmals etwas intensiviert, ich spüre ein konstantes, unangenehmes Brennen. So muss es sich anfühlen, wenn man seine Kontaktlinsen drei Tage am Stück getragen hat und jede Nacht saufen war. Die Kühlbrille gerade war jedoch sehr angenehm. Ich höre mal weiter podcasts und ergänze später dann, sofern ich kann. Schreiben geht so einigermaßen, längere Zeit auf den Bildschirm schauen kann ich nicht, aber ich kann nirgendwohin längere zeit schauen. Am besten ist es abwechselnd die Augen zu schließen und eine Weile zu öffnen und viel zu blinzeln.

      Tippfehler korrigiere ich aus offensichtlichen Gründen mal noch nicht.
  • 19 Antworten
    • bluffem
      bluffem
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2007 Beiträge: 3.812
      Hey KBE danke für deinen Tripreport. :deadhappy:

      Gerne per PN welche Praxis/Klinik du gelasert wurdest.
    • Dogdo
      Dogdo
      Bronze
      Dabei seit: 19.06.2008 Beiträge: 7.272
      Hätte da ein paar fragen vllt. kannst du sie mir ja beantworten:
      Wielange muss dazwischen sein bevor du wieder selbstständig Autofahren darfst / Durftest?
      Wie sieht das ganze hinterher aus wenn beispielsweise wie in meinem Fall die Brille in den Führerschein eingetragen wurde? Gibts da hinterher ein Attest mit dem man das wieder austragen kann?
      Ab wann macht denn Lasern generell Sinn? Machen die Ärzte da schon was bei -1,5dpt in Bezug auf das "risiko" der OP.

      So wie ich das rauslese, ist man ja während des gesammten Vorgangs bei vollem bewusstsein. Hat man dich vorher gefragt ob du irgendwie Angstpatient oder sowas bist? Habe generell mega angst / Panik vor Blutabnahmen / Nadeln / Krankenhäuser generell. Lässt sich sowas auch unter vollnarkose machen?
    • ThESoNiC
      ThESoNiC
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2006 Beiträge: 6.015
      Nice TR :f_thumbsup:

      Hatte meine LASIK vor ca. 6 Jahren, eine der besten Lifestyle-Verbesserungen, die man sich für das Geld kaufen kann =)
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.653
      nice TR!
      ein freund von mir hat sich nach der ersten nacht die hornhaut mit dem ersten lidschlag mit runtergerissen. hats aber auch in ungarn machen lassen.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 9.804
      Original von Dogdo
      Hätte da ein paar fragen vllt. kannst du sie mir ja beantworten:
      Wielange muss dazwischen sein bevor du wieder selbstständig Autofahren darfst / Durftest?
      Wie sieht das ganze hinterher aus wenn beispielsweise wie in meinem Fall die Brille in den Führerschein eingetragen wurde? Gibts da hinterher ein Attest mit dem man das wieder austragen kann?
      Ab wann macht denn Lasern generell Sinn? Machen die Ärzte da schon was bei -1,5dpt in Bezug auf das "risiko" der OP.

      So wie ich das rauslese, ist man ja während des gesammten Vorgangs bei vollem bewusstsein. Hat man dich vorher gefragt ob du irgendwie Angstpatient oder sowas bist? Habe generell mega angst / Panik vor Blutabnahmen / Nadeln / Krankenhäuser generell. Lässt sich sowas auch unter vollnarkose machen?
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass das unter Vollnarkose geht. imho verdrehen sich dabei doch die Augen nach oben und können so obv. nicht mehr vom Laser gelasert werden.

      Kann mich aber auch täuschen.:thinking:
    • Onken
      Onken
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 4.182
      Original von feinheit
      nice TR!
      ein freund von mir hat sich nach der ersten nacht die hornhaut mit dem ersten lidschlag mit runtergerissen. hats aber auch in ungarn machen lassen.
      ist man dann blind auf dem auge oder kann man da noch was machen?
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.230
      Danke für den Tripreport, finde das Thema auch sehr interessant. Noch geht es bei mir ohne Brille, aber ich denke früher oder später werde ich eine brauchen und zu dem Zeitpunkt werde ich auch über Lasern nachdenken...
      Vertrauen die darauf, dass man seine Augen während des Vorgangs nicht bewegt? Wenn man doch mal reflexartig was anderes Fokussiert, stelle ich mir das ziemlich fatal vor. Oder sehe ich das Falsch? :D
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.653
      Original von Onken
      Original von feinheit
      nice TR!
      ein freund von mir hat sich nach der ersten nacht die hornhaut mit dem ersten lidschlag mit runtergerissen. hats aber auch in ungarn machen lassen.
      ist man dann blind auf dem auge oder kann man da noch was machen?
      er ist dann von seiner freundin ins KH gefahren worden, und mittlerweile ist auch alles wieder in butter und er sieht wieder 1A. nur der gedanke daran, dass man sich beim lidaufschlag die hornhaut runterreisst ist irgendwie nicht so geil
    • luxxx
      luxxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2006 Beiträge: 13.362
      Bin mir auch nicht sicher, ob mit der Tripreport jetzt mehr Angst gemacht hat oder mehr Vertrauen gebracht hat das Ganze irgendwann mal machen zu lassen.

      Meine Sehschwäche ist aber auch noch überschaubar mit "nur" -2,5 und Kosten/Nutzen sind da noch fragwürdig für mich, zumal die neueren Kontaktlinsen aus Silicon Hydrogel vom Tragekomfort her doch schon viele Klassen besser sind, als die grausamen Linsen, die es vorher so gab und auch immer noch gibt.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      So ich bin wieder in der Lage hier was zu schreiben.

      Samstag, zweiter Tag nach der OP:
      Ich hatte den ersten Post schrittweise verfasst, die letzten paar Abschnitte konnte ich kaum noch was sehen weil alles immer mehr geblendet hat als vorher. Bei der Nachuntersuchung hat sie noch gesagt, das Blenden wird vmtl. noch etwas schlimmer als bei der Voruntersuchung. Ich dachte das geht nicht mehr schlimmer, aber weit gefehlt. Von Freitag Nachmittag bis Samstag morgen saß ich mit Sonnenbrille, Rollos und Vorhängen zu und Decke über dem Kopf im Bett. Alles hat mich extrem geblendet, selbst die kleine LED am Ladekabel vom Laptop war gleisend hell.



      Viel schlimmer waren jedoch die Schmerzen, welche in verschiedneen Facetten kamen. Es gab Brennen, Kratzen und ein Fremdkörpergefühl, meist einzeln und am Peak meist zwei gemeinsam. Brennen fühlt sich an als würde man Zwiebeln schneiden, diese dann mit Chilipulver vermengen und dann in die Augäpfel einmassieren. Nachts hatte ich eine Phase, in der alle paar Sekunden ein Schub dieses Gefühls kam und ich es nicht mehr aushalten konnte, daraufhin hat mich meinee Freundin überredet, die Betäubungstropfen zu nehmen und eine Schmerztablette zu schlucken. Die Tropfen haben relativ schnell gewirkt, primär jedoch am äußeren Rand des Auges, im Zentrum war immer noch ein etwas abgeschwächtes, aber intensives Brennen zu spüren. Ansonsten haben sich die Augen extrem heiß angefühlt, als ob man Fieber hätte. Die Kühlbrille funktioniert immer noch sehr gut.



      Das Kratzen habe ich schon beschrieben, es wurde noch mal lästiger, im Vergleich zum Brennen aber durchaus auszuhalten. Das Fremdkörpergefühl kam selten, war dann aber extrem frustrierend. Es war nur im linken Auge und fühlt sich etwa so an, als hätte man eine Wimper im Auge, wobei Kieselstein es eher trifft. Das Gefühl ging nicht weg, man ist zum massenhaften Blinzeln gezwungen und dreht fast durch, weil es so penetrant bestehen bleibt. Irgendwann ging es dann aber auch weg. Dummerweise muss ich regelmäßig tropfen und von Nachts bis heute Mittag hat das Tropfen jedes Mal erneut das Fremdkörpergefühl ausgelöst. Beim letzten Tropfen kam nichts mehr, hoffen wir, dass das so bleibt.

      Die Erholung heute Mittag ging überraschend schnell, vor drei Stunden hätte ich es noch für unmöglich gehalten, hier was zu schreiben. Der Bildschirm blendet nur leicht und ich kann im GEgensatz zu Donnerstag auch alles ziemlich scharf sehen. Es fällt mir schwer, die Oberlider längere Zeit oben zu halten und Dinge mit beiden Augen längere Zeit zu fokussieren, wenn es geht würde ich aber sagen, ich habe geschätzt maximal noch -0,5 Dioptrien, meine Sehkraft wurde also über nacht nochmals um 0,5 dpt besser. Wahnsinn! Nachdem zu Beginn rechts besser war, ist jetzt links besser. Die Ärztin sagte, das wechselt am Anfang noch häufig, da sich die Sehkraft als Funktion des Verheilens der Hornhaut entwickelt, und das kann in beiden Augen verschieden ablaufen.

      Ich versuche jetzt die Sonnenbrille wegzulassen, da ich den Eindruck habe, dass ich umso sensitiver bin, je mehr ich mich im Dunkeln einigle. Schmerzen gibt es gerade kaum, nur ein leichtes Brennen und Lichtempfindlichkeit, beides jedoch auszuhalten.

      Jetzt verstehe ich btw auch Menschen, die wegen einer unheilbaren KRankheit nicht mehr leben wollen. Müsste ich mein Leben lang im Zustand von heute Nacht verbringen, würde ich es beenden wollen.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Original von Dogdo
      Hätte da ein paar fragen vllt. kannst du sie mir ja beantworten:
      Wielange muss dazwischen sein bevor du wieder selbstständig Autofahren darfst / Durftest?

      Kann ich dir nicht sagen, da ich nicht mit dem Auto hier bin. Ich meine aber, dass man am Montag schon wieder fahren können soll.

      Wie sieht das ganze hinterher aus wenn beispielsweise wie in meinem Fall die Brille in den Führerschein eingetragen wurde? Gibts da hinterher ein Attest mit dem man das wieder austragen kann?

      Ich glaube ja, hab meine Brille aber im Führerschein nicht eingetragen.

      Ab wann macht denn Lasern generell Sinn? Machen die Ärzte da schon was bei -1,5dpt in Bezug auf das "risiko" der OP.

      Ja da wird auch schon gelasert.

      So wie ich das rauslese, ist man ja während des gesammten Vorgangs bei vollem bewusstsein. Hat man dich vorher gefragt ob du irgendwie Angstpatient oder sowas bist? Habe generell mega angst / Panik vor Blutabnahmen / Nadeln / Krankenhäuser generell. Lässt sich sowas auch unter vollnarkose machen?

      Kann mir nicht vorstellen, dass das unter Vollnarkose gemacht wird. Ich habe nach der OP beim Warten mit einer gesprochen, der eine Linse implantiert wurde (und die jetzt nachgelasert werden musste), das ging wohl unter Vollnarkose. Lasern an sich aber nicht, denke ich. Gefragt wurde ich nicht, good guy hat mir halt die Stressbälle angeboten. Es wurde beim Eignungscheck auch was von Beruhigungstablette gesagt, habe aber dann nur eine Schmerztablette bekommen. Wenn du was sagst, bekommst du vllt. eine Beruhigungstablette.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Original von feinheit
      nice TR!
      ein freund von mir hat sich nach der ersten nacht die hornhaut mit dem ersten lidschlag mit runtergerissen. hats aber auch in ungarn machen lassen.
      Darum habe ich mich für die Trans-PRK entschieden. Da kann so etwas nicht passieren, weil die Hornhaut entfernt wird und von "innen" nachwächst, anstatt umgeklappt und wieder geschlossen zu werden, wodurch eine fragile "Nahtstelle" entsteht.

      Original von pg89
      Vertrauen die darauf, dass man seine Augen während des Vorgangs nicht bewegt? Wenn man doch mal reflexartig was anderes Fokussiert, stelle ich mir das ziemlich fatal vor. Oder sehe ich das Falsch? :D
      Der Laser tastet die Augenposition ab und passt sich den Augenbewegungen an. Je nach Qualität besser oder schlechter, der neueste den ich haben wollte tastet mit ~1000 Hz ab, also 1000 mal pro Sekunde. Wenn das Auge zu weit weg bewegt wird und der Laserstrahl nicht angepasst werden kann bricht der Laser sofort ab. Ich bin mir auch sicher, dass ich während der OP ein paar Sakkaden hatte.

      Original von luxxx
      Bin mir auch nicht sicher, ob mit der Tripreport jetzt mehr Angst gemacht hat oder mehr Vertrauen gebracht hat das Ganze irgendwann mal machen zu lassen.

      Meine Sehschwäche ist aber auch noch überschaubar mit "nur" -2,5 und Kosten/Nutzen sind da noch fragwürdig für mich, zumal die neueren Kontaktlinsen aus Silicon Hydrogel vom Tragekomfort her doch schon viele Klassen besser sind, als die grausamen Linsen, die es vorher so gab und auch immer noch gibt.
      Letztlich muss das jeder abwägen, wobei ich bei meiner Recherche auch gelernt habe, dass Kontaktlinsen ebenfalls ein hohes (vergleichbares?) Risiko wie lasern haben. ich habe über 10 Jahre KL getragen und dabei oft auch so 12 Stunden, in Partynächten noch länger. Das Auge nimmt davon Schaden, bei mir haben sich Blutgefäße neu ausgebildet um den notwendigen Sauerstoff anzuliefern. Die wuchsen schon in Richtung Iris, was zu Problemen führen kann, da die Gefäße nie mehr weggehen (höchstens leer bleiben) und dann den Seheindruck trüben können. KL sind nicht ohne Risiko und Nachteil, bei mir wäre es nicht mehr lange gut gegangen. Ich habe die letzten paar Jahre KL getragen, die für Tag und Nacht gemacht sind und entsprechend viel Sauerstoff passieren lassen, konnte sie aber dennoch nur tagsüber tragen.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Sonntag, dritter Tag nach der OP:
      Soweit alles okay, kaum Schmerzen. Visus ist wechselhaft, geschätzt wurde es etwas schlechter.
      Meine Augen sind plötzlich sehr geschwollen, die Lider dick, kann sie deswegen kaum anheben und die Augen nur mit sehr viel Mühe offen halten. Das Schlimmste ist aber definitiv überstanden. Abends bekomme ich noch mal leichte Schmerzen, aber diese fühlen sich fast schon gut an, quasi "Heilungsschmerzen".

      Montag, vierter Tag nach der OP:
      Ich wache mit extrem trockenen Augen auf und renne zu meinen Benetzungstropfen wie ein Wüstenreisender zur Oase. Die Kontaktlinsen sind jetzt ja auch schon seit Donnerstag ununterbrochen im Auge, die Trockenheit ist wohl zu erwarten. Beim Tropfen fällt dann prompt die linke Linse raus, aber da ich in zwei Stunden sowieso die Nachsorge habe, bei der sie entfernt würden, ist das wohl kein Problem.

      Bei der Nachuntersuchung kann ich dann die andere entfernen und wir machen einen Sehtest. Die 60% Zeile geht problemlos, 80% auch noch. Bei der 100% habe ich die ersten beiden richtig, die letzten drei vertauscht. Der Optiker weißt mich auf den Fehler hin, ich korrigiere (hatte 8 und 9 verwechselt, die bei schlechtem Visus fast gleich aussehen, die 3 ist deutlich zu unterscheiden - ich wusste also allein dadurch, was ich sagen muss) und der Optiker überbringt mir die freudige Nachricht, dass ich ja schon fast 100% hätte, great success!




      Danach kam ich noch zum Gespräch mit dem Operateur, der schon eher reasonable war. Er meinte es ist schon ganz gut, oft ist der Visus noch nicht so gut (meist wohl 60-80%), Hornhaut sieht gut aus, muss noch weiter verheilen. Ist wohl momentan wie die Kruste bei einer Schürfwunde - das Loch ist zu, daher keine Schmerzen mehr, aber die Oberfläche ist noch uneben, daher der noch nicht perfekte Visus und die Halos und Doppelbilder. Mit der Zeit wird die Wunde aber abheilen und glatt, dann wird die Sicht wie sie sein sollte. Sport kann ich direkt wieder machen, gibt da keine Bedenken. Am PC arbeiten gestaltet sich noch als fast unmöglich, ich muss sehr nah an den Bildschirm weil alles verschwommen ist und die Augen sind davon schon sehr angestrengt. Zudem ist der Kontrast noch zu hoch und blendet, selbst bei niedrigster Bildschirmhelligkeit.

      Am Flughafen muss ich mich etwas näher an die Anzeige stellen um mein Gate lesen zu können und auch sonst ist die Sicht für den Alltag noch etwas einschränkend, auch Auto fahren wäre nicht möglich.

      Dienstag, fünfter Tag nach der OP:
      Ich wache wieder mit extrem trockenen Augen auf, aber schon besser als vorher. Ich bilde mir ein, besser als gestern sehen zu können, gefühlt vllt -0,5 bis maximal -1 dpt. Am PC arbeiten geht jetzt wieder, zumindest für ein paar Stunden, dann ist wohl eine Pause angesagt. Keinerlei Schmerzen mehr, leichtes Halo, keine Doppelbilder. Gestern bei Nacht auch keine Gesichtsfelderscheinungen gehabt.

      Noch zum Tropfen: Ich habe eine Flasche Benetzungstropfen bekommen die ich bei Bedarf nehmen soll, auf Nachfrage noch eine zweite bekommen. Eine Flasche mit Tropfen gegen Entzündung musste ich vor der OP noch in der Apotheke holen (20 Euro für 5ml, stolzer Preis) und die seit der OP 4x täglich ein Tropfen, zwei Wochen lang. Danach noch andere entzündungshemmende Tropfen 3x täglich ein Tropfen für drei Wochen, 30 Euro in der Apotheke für zwei Flaschen.
    • JustgAMblin
      JustgAMblin
      Bronze
      Dabei seit: 09.01.2007 Beiträge: 11.483
      Danke für den TR! Bitte weiter berichten, wie es weitergeht!
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 16.541
      Schöner Bericht :f_thumbsup:

      Original von Krach-Bumm-Ente
      Eine Flasche mit Tropfen gegen Entzündung musste ich vor der OP noch in der Apotheke holen (20 Euro für 5ml, stolzer Preis) und die seit der OP 4x täglich ein Tropfen, zwei Wochen lang. Danach noch andere entzündungshemmende Tropfen 3x täglich ein Tropfen für drei Wochen, 30 Euro in der Apotheke für zwei Flaschen.

      Ob du 3000€ für das lasern bezahlst oder mit allem drum und dran 3050€ ist doch wohl auch egal! Du wärst wahrscheinlich sogar glücklicher wenn du beim lasern 3100€ bezahlt hättest und die 50€ Artikel "gratis" bekommen hättest.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Original von AyCaramba44
      Ob du 3000€ für das lasern bezahlst oder mit allem drum und dran 3050€ ist doch wohl auch egal! Du wärst wahrscheinlich sogar glücklicher wenn du beim lasern 3100€ bezahlt hättest und die 50€ Artikel "gratis" bekommen hättest.
      Ja darum erwähne ich es ja - bei dem Preis sollten sie einfach den Gesamtpreis leicht anheben und dafür die Tropfen gratis anbieten, das käme bei den Leuten viel besser an. Ist aber vermutlich wegen Rezeptbestimmungen nicht möglich.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Letzte Woche bin ich früh morgens daran aufgewacht, dass ich mir im Schlaf mit dem Finger im Auge gekratzt habe. Neben leichten Schmerzen war die Sicht erst Mal so, als hätte jemand mit einem nassen Lappen über das Auge gewischt und die Schlieren nicht weggemacht. Zunächst war der Schock groß und ich hatte schon Szenarien von abgerissener Hornhaut und longterm Sehproblemen im Kopf, im Lauf der nächsten zwei Tage hat es sich aber wieder weitgehend zurückgebildet. Momentan sehe ich manchmal noch leichte Doppelbilder auf dem Auge, aber alles scheint gut zu sein.

      Der Visus ist noch nicht voll da, im Alltag aber keine Einschränkung. Man merkt es nur bei Autokennzeichen o.ä., dass da noch nicht alles voll da ist. Was wirklich nervt sind die aktuell extrem trockenen Augen nach dem Aufwachen. Es tut etwas weh, wenn ich die Lider nach dem Aufwachen zum ersten Mal über das trockene Auge ziehe (Leute mit Hornhautschäden haben oft das Problem, dass morgens das Lid über die unbefeuchtete Hornhaut zieht und die Wunden wieder aufreißt) und dann brauche ich sofort und unbedingt die Augentropfen, weshalb sie jetzt direkt neben dem Bett liegen. Muss jetzt noch vier Wochen drei Mal täglichen entzündungshemmende Tropfen benutzen und die Benetzungstropfen nach Bedarf (morgens eben und über den Tag verteilt maximal ein bis zwei Mal).
    • Paxis
      Paxis
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.629
      Wie geht es den Augen mittlerweile?
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.635
      Gestern war die erste Nachkontrolle, alles gut. Tropfen gegen Infektion brauche ich keine mehr, nur noch gelegentlich morgens beim Aufwachen wegen trockenen Augen. Aber auch das geht bald weg meint der Arzt. Beim Sehtest konnte ich auf der 150% Linie die 8 nicht von der 9 unterscheiden, alle anderen Zahlen konnte ich lesen :f_thumbsup: