Pocket-Pairs gegen Stealraises lieber callen als 3-betten

    • dardanos
      dardanos
      Bronze
      Dabei seit: 26.07.2007 Beiträge: 633
      :s_thumbsup: lesenote
    • Analyst
      Analyst
      Silber
      Dabei seit: 23.07.2006 Beiträge: 499
      Noch ein Nachtrag zum Thema:

      Der einzige wirkliche Nachteil, der sich mit kleinen Pocket-Pairs aus den Blinds ergibt, ist meiner Meinung nach der Positionsnachteil.

      Die Implied Odds bezogen auf die gegnerische Range sind in Steal-Situationen aus den genannten Gründen durchaus vorhanden, sie ergeben sich eben nur nicht aus der gegnerischen Preflop-Handstärke, sondern aus dem niedrigen Respektlevel, der einem im Kampf um die Blinds entgegengebracht wird.

      Nur ist auch Position ein wichtiger Faktor für Implied Odds. Drawing-Hände lassen sich ohne Positionsvorteil leider nur sehr schwer spielen (und kleine Pockets sind - wenn man nicht gerade shortstacked spielt - ja nichts anderes als reine Drawing-Hände, weil man sie unverbessert nicht auf Showdown-Equity spielen kann).

      Insofern ist es weniger die Steal-Situation, über die man sich im Hinblick auf die Beurteilung der Implied Odds Gedanken machen sollte, als vielmehr die unvorteilhafte Lage, in den Blinds out of position zu sitzen. Es wäre also falsch, gegen einen Button-Raiser automatisch zu folden, bloß weil man ihm eine weite Range gibt, gegen einen MP-Opener aber genauso automatisch mit einem kleinen Pocket aus den Blinds auf Set-Value zu callen.
    • JurassicDaniel
      JurassicDaniel
      Global
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 3.960
      Mit nem PP würde ich preflop nur 3beten, wenn Villain mit schlechteren Händen callt. Angenommen wir halten 99 und wissen, dass Villain nur mit besseren PP und Broadways callt, liegen wir gegen seine Range hinten. Zum CC nehme ich auch sehr oft Broadways, falls Villain nicht mit schlechteren Händen callt. Die I. O. sind mit PP auf jedenfall vorhanden. Die Spieler werden immer aggressiver und vermuten hinter jedem c/r nen Bluff. Die gehen viel leichter broke. In Siete-Videoreihe wird der passive Defend doch wunderbar beschrieben.
    • Kiirby
      Kiirby
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 1.184
      Ziemlich coole Argumente die mich persönlich überzeugt haben.

      Aber wie du selbst sagst ist es blöde mit SC's OOP zu spielen und um deine Range zu balancen musst du ja auch deine lowcard SC's gegen ein Stealraise cc.
      Callest du dann generell jeden SC oder mit welcher Frequenz defendest du zB mit 45s bzw 35s die du ja in deiner Range haben solltest um auf so Boards wie zB. 2 7 3 nen Draw reppen zu können ...

      Zudem glaube ich, ist es longterm ziemlich schwer selbst 67s OOP ohne Initiative profitabel spilen zu können. Denkst du,d ass deine Winnings durch Sets das ganze dann wirklich mehr +EV machen als wenn man nur 66+ spielt und dementsprechend auch nur 67s+ defenden muss oder schaffst du es vlt. sogar alle SC's profitabel OOP zu spielen. oO
    • Analyst
      Analyst
      Silber
      Dabei seit: 23.07.2006 Beiträge: 499
      Warum sollte ich auf Low-Card-Boards viele Hände repräsentieren wollen? Wenn ich mit meinen Sets auf diesen Boards ausgezahlt werden will, ist es doch gerade mein Ziel, wenige Kombos zu repräsentieren.

      Es ist nicht nötig, kleine Suited Connectors aus den Blinds zu callen, um irgendwas zu balancen.
    • Kiirby
      Kiirby
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 1.184
      Dann bluffcheckraised du so lowcardboards also auch schonmal mit Overs oder wie ??

      Kapier ich nich. Du redest von Balancing, damit du eben Gutshots etc. etc. in deiner Range lässt für V aber auf so lowcardboards kannst du halt echt nur nen Set reppen wenn du checkraised ... imo
    • Analyst
      Analyst
      Silber
      Dabei seit: 23.07.2006 Beiträge: 499
      Also zunächst muss man differenzieren:

      Der eine Punkt ist das Repräsentieren von legitimen Handkombinationen. Wenn ich kleine Suited Connectors wie 54s flatte, kann ich auf Low-Card-Boards eine weitere Range an starken Händen und solchen mit guter Equity repräsentieren, weil kleine Connectors dort häufig Straights, Two Pairs und Kombo-Draws treffen.

      Darum geht es aber nicht beim Balancen von Set-Value-Calls. Mit einem gefloppten Set wünscht man sich im Gegenteil, möglichst wenige legitime Checkraise-Hände auf einem Low-Card-Board zu repräsentieren. Denn je weniger man repräsentiert, desto weniger Respekt kriegt man und desto besser ist die Auszahlung. Es darf eben nur nicht der Eindruck entstehen - und damit wären wir beim anderen Punkt -, dass man nur starke Hände checkraist. Daher ist es hilfreich, hin und wieder zu bluffen.

      Nur würde ich, wenn ich schon bluffe, Hände mit Equity nehmen. Auf einem 2 :spade: 7 :heart: 3 :diamond: -Flop wären gute Hände zum Bluffen bspw. K :spade: Q :spade: (Overcards + Backdoor-Flushdraw) oder A :club: 5 :diamond: (Gutshot + Overcard). Das wollte ich damit nur sagen.