[BSS] 200k Hände BE / DS - Phase (Running Bad ...)

    • Toolshed
      Toolshed
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 167
      Okay, hätte nie gedacht, dass ich in dem Forumsbereich mal einen Beitrag verfassen würde aber langsam bin ich dermaßen deprimiert, dass ich mir ein paar andere Meinungen einholen muss.

      Mein Problem: Ich laufe sehr stark unter EV. Und das bei einer Samplesize von fast 200k Händen. Habe mal alle Hände durch Sect laufen lassen und folgender Graph ist entstanden:









      Auf die letzten 35k Hände hier mal ein Winnings <-> adjusted EV Beispiel:



      Auf dem Limit, das ich spiele (NL10), entspricht das ca. 12 Stacks, bzw. 1200bb. Das ist eine Abweichung von fast 4bb/100 von meiner Winrate. Und das ist keine Ausnahme sondern bei mir eigentlich an der Tagesordnung.


      Folgende Probleme entstehen dadurch:
      - Ich gehe mit der Einstellung an die Tische, eh nur wieder ausgesuckt zu werden und höre mit der Session oft nach wenigen Händen und einem Bad Beat auf, um größere Verluste zu vermeiden. Gleichzeitig beende ich die Session auch, wenn ich kleine Gewinne einfahre, weil ich befürchte alles wieder zu verlieren.
      - Ich kann die Limits nicht aufsteigen. Durch die ständigen Verluste bin ich mit Rakeback immer Break Even. Kann eigentlich nicht von mir behaupten, jemals einen länger anhaltenden Upswing (Im Sinne von mehr als 5 Sessions) erlebt zu haben.
      - Meine Motivation mich weiterhin mit Poker zu beschäftigen ist vor allem seit 2011 zurück gegangen. Ich trete nur auf der Stelle rum und setze mich immer weniger an die Tische.

      Ich bin dank The Poker Mindset, The Eightfold Path to Poker, Tolerance-Videoserie von DC und diversen anderen Büchern und Videos absolut nicht tiltanfällig. Ich bin mit meinem Spiel in 95% der Fälle zufrieden und kann deshalb bis auf die oben genannten Probleme alle emotionalen Faktoren ausschließen. Ich beschäftige mich ständig mit neuen Konzepten, analysiere mein Spiel und konzentriere mich während einer Session nur aufs Pokern. Mir ist bewusst, dass der Lernfortschritt eigentlich die einzige „messbare und aussagekräftige“ Konstante ist und die Varianz eine gravierende Rolle spielt. Aber das richtige Spiel gemacht zu haben, als Favorit sein Geld in die Mitte zu stellen und dann am Ende doch wieder nur ausgesuckt zu werden ist eben kein Trost und bringt mich – verdammte Scheisse nochmal - in den Limits nicht weiter.

      Habe mir paar Sachen durch den Kopf gehen lassen und würde nun gerne wissen, was andere mir in meiner Situation raten würden. Evtl. hat ja auch schon jemand ein ähnliches Problem gehabt und es überwunden.

      - Hab letztes Jahr mit den 50$ von PS.de angefangen und sie dann auf ca. 300 Euro ausgebaut, wo der Spass begonnen hat. Ansonsten habe ich nie geld einbezahlt. Evtl. sollte ich nun meine Bankroll mit einer eigenen Einzahlung so weit vergrößern, dass ich NL25 spielen kann? Mit dem FDB hätte ich zusätzlich auch eine weitere Motivation wieder öfter zu spielen. Der Rake ist auf NL25 kleiner und mit dem FDB könnte ich, sollte es tatsächlich weiter so beschissen laufen, trotzdem kleine Gewinne einfahren. Dadurch würde sich auch mein Spiel wieder verbessern weil ich langfristig auf den kleinsten Limits außer ABC Poker nicht wirklich was lernen.
      Ein Problem was ich dabei sehe ist, dass man eigentlich nicht aufsteigen sollte, wenns nen Limit drunter nicht schon besonders gut läuft.

      - Auf die harte Tour weiter grinden und hoffen, dass es besser wird. Das ist eine Alternative, die ich eigentlich nicht mehr in Betracht ziehe. Nach so viele Händen und Suckouts glaube ich eigentlich fast nicht mehr an sowas wie nen Upswing oder ausgleichende Gerechtigkeit. Gleichzeitig verliere ich die Lust am Pokern weil ich nicht von der Stelle komme.

      - Pause / Pokern ganz beenden. Mhh, denke bevor ich das mache würde ich eher vorher Variante 1 probieren und dann aber, sollte es nicht besser werden, rechtzeitig die Reißleine ziehen.

      - Neuanfang auf einer anderen Plattform. Ich weiss nicht in wie fern das überhaupt in Frage kommt aber ich lese öfters im Forum, dass Leute auf verschiedenen Plattformen ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Ob Aberglaube oder nicht … ein Versuch wäre es vielleicht wert.

      - Hero ???


      Würde mich freuen, wenn paar Leute mit länger anhaltenden Downswings einige Worte dazu verlieren könnten. Oder ist das garkein Downswing sondern alles ganz normal?

      Mir ist übrigens klar, dass Allin-EV nicht die Aussagekraft hat, die man sich oft erhofft und viele das nur nutzen um sich etwas schön zu reden. Habe mich diesbezüglich informiert und deshalb auch SECT und andere Werte in Betracht gezogen, aber Fakt (gefühlt und bestätigt) ist nunmal: Ich schiebe meine Chips mit der besten Hand in die Mitte und werde verhältnismäßig zu oft mit Bad Beats belohnt. Und es kursieren hier auch Graphen, die weniger krass sind oder sogar gegensätzliche Tendenzen aufweisen, weshalb sich doch ein wenig Wahrheit dahinter verbergen muss.

      Help.
  • 7 Antworten
    • Pokermage2008
      Pokermage2008
      Bronze
      Dabei seit: 04.10.2008 Beiträge: 6.784
      ohne das alles gelesen zu haben, kann ich dir sagen das SECT schrott ist, gibts massig thread dazu hier und auf 2+2, Hm ev ist ganz gut um die allin situation abzudecken.

      und ja man kann 200k hands schlecht runnen, wenn du von dein spiel überzeugt bist mach weiter, sonst mach mal U2u mit nem winner auf deinem limit.

      gl
    • Toolshed
      Toolshed
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 167
      Okay, danke für den Hinweis aber über die Aussagekraft sollte es eigentlich auch garnicht gehen :)

      Wollte nur mal meine Situation bisschen optisch darstellen.

      Lege auch nicht wirklich viel Wert auf die Graphen, aber zu schreiben, dass man sich fühlt als würde man einen Suckout nach dem anderen erhalten ohne es irgendwie zu belegen, würde mich glaube ich auch nicht von 90% der anderen User hier im Forum unterscheiden.

      Generell sehen meine HM Grpahen ca. so aus:




      Dass solche BE Phasen im Rahmen des Möglichen liegen ist mir auch durchaus bewusst ... die Frage ist: Wie gehe ich am besten damit um?

      Und mir gehts z.Z. nicht um die Kohle, die ich verliere, sondern wie im am besten unter solchen Konditionen die Limits aufsteige und besser werde.
    • Pokermage2008
      Pokermage2008
      Bronze
      Dabei seit: 04.10.2008 Beiträge: 6.784
      naja generell kann man nur sagen, dass du es ausgrinden solltest wenn du das zeug dazu hast.

      sonst mach halt viel content , schadet nie :)

      und zum thema u2u, ich empfehle dir das wirklich, hilft unwarscheinlich, einfach weil man jeden kleinen spot hinterfragen kann und aus dem standard play rauskommt
    • mergelina
      mergelina
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2008 Beiträge: 2.653
      Original von Toolshed


      Folgende Probleme entstehen dadurch:
      - Ich gehe mit der Einstellung an die Tische, eh nur wieder ausgesuckt zu werden und höre mit der Session oft nach wenigen Händen und einem Bad Beat auf, um größere Verluste zu vermeiden. Gleichzeitig beende ich die Session auch, wenn ich kleine Gewinne einfahre, weil ich befürchte alles wieder zu verlieren.
      - Ich kann die Limits nicht aufsteigen. Durch die ständigen Verluste bin ich mit Rakeback immer Break Even. Kann eigentlich nicht von mir behaupten, jemals einen länger anhaltenden Upswing (Im Sinne von mehr als 5 Sessions) erlebt zu haben.
      - Meine Motivation mich weiterhin mit Poker zu beschäftigen ist vor allem seit 2011 zurück gegangen. Ich trete nur auf der Stelle rum und setze mich immer weniger an die Tische.

      Ich bin dank The Poker Mindset, The Eightfold Path to Poker, Tolerance-Videoserie von DC und diversen anderen Büchern und Videos absolut nicht tiltanfällig. Ich bin mit meinem Spiel in 95% der Fälle zufrieden und kann deshalb bis auf die oben genannten Probleme alle emotionalen Faktoren ausschließen.

      Help.

      hallo Toolshed,

      zuerst einmal möchte ich dir meine ehrlich anteilnahme versichren, das sieht ja wirklich sehr unglücklich aus ^^

      Aber:

      ich sehe grosse Widersprüche in deiner Schilderung und in deinem mindset.

      1. Du hast "The Poker Mindset" gelesen, aber Du hast Angst dich an den Tisch zu setzen, weil du ja sowieos wieder ausgesuckt wirst.
      Dann hast Du das Buch nicht verinnerlicht und solltest es dringend nocheinmal lesen.

      2. Du hörst nach wenigen Händen auf, wenn Du einen bad beat kassierst, um nicht mehr zu verlieren.
      Kann man akzeptieren, da die tiltgefahr gegeben ist. Aber du hörst auch auf, wenn du gewinnst, weil du Angst hast, es wieder zu verlieren.

      Und da wunderst du dich, dass du keine upswings hast? Wie sollen die denn zustandekommen, wenn du immer aufhörst, weil du gewinnst?

      3. Du sagst, Du bist überhaupt nicht tiltanfällig, eigentlich total tiltresistent. Aber was Du hier schilderst, ist definitiv eine Form von Tilt!
      Tilt ist, wenn man den Focus auf das Spiel verliert, aus den verscheidensten Gründen. Wut, Überheblichkeit, Rivalität, Ego und vor allem ANGST!.

      Angst ist es, was dich die session quitten lasst, obwohl du gewinnst.

      Was kannst Du nun dagegen machen.

      Deine Bindung zum Geld ist zu stark. Geld ist nur der Einsatz des Spiels. In der Hauptsache geht es darum, das Spiel gut zu spielen, die richtgen Entscheidungen zu treffen und nicht auf Ergebnisse zu schauen.


      Die Konsequenz einer Ergebnissorientierten Bewertung und Betrachtung ist:

      Du gewinnst = Du fühlst Dich bestätigt.
      Du verlierst = Du hast versagt


      Bei einem Spiel, das kurzfristig derart von Zufall bestimmt wird, kann diese Einstellung nicht zum Erfolg führen.

      Bewerte Deinen Erfolg nicht nach den winning und losses sondern nach den Entscheidungen, die du getroffen hast unbeachtet der Ergebnisse, die sie mit sich gebracht haben. Die Kontrolle darüber bekommst du durch Nachanalysen mit den gängigen Tools bzw HH und Equilab, bei Tourneys SNG wizzard.

      Dies führt zu folgender Bewertung:

      Du gewinnst, obwohl Du unprofitable entscheidungen getroffen hast
      = Du freust dich aber machst Dir den Fehler bewust und machst es zukünftig richtig

      Du gewinnst, weil Du profitable entscheidungen getroffen hast = Freude und Bestätigung

      Du verlierst, obwohl du profitable entscheidungen getroffen hast = so what? Eigentlich hast Du longterm in dieser situation verdient.

      Du verlierst, weil du unprofitable Entscheidungen getroffen hast = hier darfst Du dich zurecht ärgern und diese situation aufarbeiten und dich verbessern.

      Mit dieser Einstellung kommst Du weiter.


      Und hör nicht auf, wenn Du gerade gewinnst, achte einfach gar nicht auf winning und losses.

      Damit dieses "Nicht darauf achten" auch gut funktioniert, musst Du ein angemesses BRM fahren.

      Deine Angst, winnings wieder zu verlieren ist etwas bekanntes und weit verbreitetes. Es deutet ganz einfach darauf hin, dass Du Dich in dem Limit nicht richtig wohl fühst. Du bist ganz einfach scared money, dass drückt dein A-game eminent nach unten.

      Mein Empfehlung, geh ein oder zwei limits runter, so dass du auch mal den verlust von 3 stacks locker wegstecken kannst. Hier kannst du dann unbeschwert dein spiel rein nach Entscheidungen gestalten und nicht danach, wie du diese session beendest.

      hoffe, es hilft dir,

      gruss

      mergelina

      Und lies nochmal "The Poker Mindset" !!!
    • Toolshed
      Toolshed
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 167
      Danke für die Antworten.

      Bin mittlerweile ein Limit runter, da bin ich nach Suckouts nicht mehr angepisst. Denke meine Bindung zum Geld war wirklich zu stark, danke für den Tip. Spiele nun aber auch an 2 zusätzlichen Tischen, um mehr Volumen reinzubekommen. Habe gestern auch eine U2U Session mit einem Kumpel gehabt, der ein ähnliches Limit spielt. War interessant mal live mit jemand über die Hände zu sprechen, denke das werden wir noch öfter machen. Ausserdem setze ich mir nun immer ein zeitliches Limit für eine Session, damit ich nicht vorzeitig die Tische verlasse.

      Mal schauen, ob das alles fruchtet aber momentan bin ich recht zuversichtlich :)

      Evtl. habe ich auch einfach nur ein Ventil gebraucht, denn irgendwie hat sich direkt nach dem Verfassen des Threads schon der Druck - monatelang von der Varianz ungerecht behandelt zu werden - ein wenig gelöst =]
    • Sphairon
      Sphairon
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2009 Beiträge: 110
      So etwas ist enorm frustrierend und motivationsbremsend. Vielleicht hilft dir die Geschichte von einem meiner Pokerkollegen:

      Er hat Ende letzten Jahres mit $100 auf NL5 angefangen und durch massive Suckouts fast alles verloren. Hat einige schlimme Wochen auf 30-40 Dollar verbracht, weil einfach nichts klappte, obwohl der EV-Graph nach oben ging. Am Ende lief er etwa 250$ unter EV (war auch ein bisschen NL10 dabei, also nicht ganz 50 Stacks).

      Seit diesem Jahr hasst die Varianz ihn jedoch nicht mehr ganz so sehr, und er steuert solide auf $1000 zu. Wichtig ist, dass diese vielen Suckouts dein Mindset nicht zerstören und du nicht mit der Einstellung an den Tisch gehst, heute müsse es klappen. Manche brauchen varianzbedingt länger als andere, aber mit solidem A-Game wirst du NL10 früher oder später auf jeden Fall crushen.

      Don't give up teh hopez! :)
    • Ronny1993
      Ronny1993
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2010 Beiträge: 6.780
      Und bitte nicht aufsteigen, du wirst noch härter auf die Fresse kriegen. Die Einstellung "weiter oben spielen sie sinnvoller, deshalb geh ich dahin" ist sinnlos, weil Nl25-Spieler im Durchschnitt IMMER besser als Nl10er sind. Und da dein Geld von den Fehlern deiner Gegner kommt, bleib einfach noch da, wo mehr Fehler gemacht werden. Kopf hoch! :)

      K