Auswirkungen der Antes auf die Pushing und Calling Ranges

    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Hallöchen, ich wollte mal einige Beobachtungen von mir teilen und hoffe auf Meinungen diesbezüglich. Ich vermute persönlich ich stand eine ganze Weile auf dem Schlauch und hab das vermutlich einfache Prinzip lange Zeit völlig außer Acht gelassen. Aber zum Punkt.

      Ich beziehe mich auf die Blindstruktur auf Pokerstars.

      Diese sieht ja so aus:

      10/20
      15/30
      25/50
      50/100
      75/150
      100/200
      100/200/25
      200/400/25
      300/600/50
      400/800/50
      600/1200/75

      Höher geht es in der Regel nicht und zudem dürften bei sehr hohen Blinds die Spieler in SNGs (9 und 18 man) short genug sein, damit der Ante nicht mehr groß ins Gewicht fällt.

      Meine Annahmen konzentrieren sich auf Mid-Late-Phase in diesen Turnieren, also bei 100/200/25 und 200/400/25, ggf. sogar 300/600/50.

      Unsere Pushing Range ist abhängig von verschiedenen Faktoren, u.A. unserer Stacksize verglichen zu den Blinds und die der Gegner nach uns, also der effektiven Stacksize. Diese wird in BB gemessen und nach zahlreichen Übungen im Wizard bekommt man etwa ein Gefühl was man zB für 8BB von verschiedenen Positionen pushen kann.

      Unsere Calling-Range wird bestimmt durch die Odds die wir erhalten sowie der etwaigen Pushing Range des Gegners.


      Wir nutzen 3 Methoden um unsere Stacksize zu ermitteln, die BB, den M (Stack durch Blinds+Antes) und den trueBB (M*1,5)

      Gehen wir verschiedene Situationen durch:

      Blinds 100/200, Stack 1000.

      BB = 5
      M = 3,33
      trueBB = 5

      Hier pushen wir für 5 BB und haben noch etwas Foldequity.

      Blinds 100/200/25 (FR) , Stack 1000

      BB = 5
      M = 1,9
      trueBB = 2,8(!)

      Hier pushen wir effektiv nur noch für knapp 3BB. Unsere FE ist so gut wie nichtig, da der BB etwa 2:1 Odds bekommt und viel looser callen kann.

      Blinds 100/200/25 (6max), Stack 1000

      BB = 5
      M = 2,22
      trueBB = 3,33

      Auch wenn wir nur noch shorthanded sind haben wir weniger als die 3,5 BB für ein Minimum an Foldequity und der BB kann uns hinreichend light callen.

      Blinds 200/400/25 (7max), Stack 3500

      BB = ~9
      M = 4,5
      trueBB = 6,7

      Hier haben wir zwar noch Foldequity, müssten eigentlich aber sehr viel looser pushen und könnten schnell ausblinden, wenn wir die Antes nicht hinreichend einbeziehen.

      De Facto ergeben sich effektive Stacksizes:



      ------------------

      Wie man sieht kann es also schnell passieren, dass man seine FE extrem überschätzen kann wenn man die Antes nicht genügend mit einbezieht in die Überlegungen ob man pushen sollte.

      Möglicherweise erklären sich dadurch unterschiedliche Resultate im Vergleich von Micro- zu Low-Limits.

      Pusht man auf den Micros mit zu wenig Fold-Equity kann man bei sehr schlechten Gegnern überdurchschnittlich oft noch einen Fold sehen, bei dem mit Sicherheit in den meisten Fällen ein nach Odds korrekter Call zu finden wäre.
      Auf den Low-Stakes hingegen scheinen die Gegner immerhin bereits begriffen zu haben, dass man bei guten Odds lighter callen kann und dies bisweilen auch umsetzen. Mit hoher Sicherheit aber in größerer Häufigkeit als auf den Micro-Stakes.
      Daraus könnte man schließen, dass sich trotz gutem Abschneiden auf den Micros ein großes Nachlassen auf den Low-Stakes erklären könnte, wenn man sich bisher nicht auf die Antes entsprechend angepasst hat.

      Danke für eure Aufmerksamkeit :)
  • 17 Antworten
    • devildog88
      devildog88
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2009 Beiträge: 164
      sehr nice thump up....
    • Att0r
      Att0r
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 3.796
      thx für die Arbeit, pls sticky machen @mods :heart:
    • notabigdeal
      notabigdeal
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2010 Beiträge: 887
      ich sprech jetzt eher für die 18er. 9er hab ich zuwenige gespielt, als das ichs jetzt treffend verlgleichen könnte

      die frage ist doch mitunter, ob ein call bzw ein fold den gegner insgesamt zu sehr crippled.
      durch die antes ist es imo gleichzeitig lukrativer zu stealen. gerade wenn man droht die fe zu verlieren. finde grad sh, wo man öfter in den blind sitzt, ist es sehr wichtig ein wenig von seinem tighten image zu leben, um seinen stack etwas auszubauen, bevor man fe verliert

      Eine andere frage die sich mir in den raum stellt ist, ob die anderen spieler den lighteren callingspot durch die antes wahrnehmen, oder viele nur sehen: "der pusht mit 5bb is mir zuviel fold", oder der anblick der zahl die ihnen pokerstars zum callen anzeigt, ihnen unbewusst sagt:"dieser call ist billiger".
      bei mir persönlich ist es wegen erfahrung das unterbewusste, aber die frage ist wieviel erfahrung man dafür braucht und wieviele spieler antes nahezu ignorieren, weil früher habe ich es sicher auch hart ignoriert
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Ich spiel die Teile seit 3 Jahren und das Ausmaß ist mir jetzt eben erst klar geworden :facepalm:

      Kann durchaus sein, dass man mit 4BB noch FE hat, das Problem ist bloß dass Gegner gerne mal brutal loose Calls auspacken können und damit nichtmal zwangsläufig einen Fehler im Sinne des ICM machen. Die Frage besteht trotzdem fort, inwiefern die Gegner selbst die Wichtigkeit der Ante begreifen. Angenommen sie tun es, dann muss man ihnen auch wieder ganz andere Ranges geben.

      Eine weitere möglicherweise sehr interessante Frage ist, wie verfahren wir mit einem ante-Stack mit unter 2 bis 3,5BB? Wir gehen ja davon aus keine FE mehr zu haben. Dennoch dürften wir noch einige Manöver im Gepäck haben um profitable Entscheidungen zu treffen.


      Pushen ohne All-In zu gehen (außerhalb der Blinds) (3-3,5BB)

      Statt alles reinzustellen raisen wir "normal" auf 2,5 BB. Das sieht an sich viel gefährlicher aus als ein verzweifelt wirkender Push. Mitunter können wir dadurch Fear-Equity erzeugen, wenn der Gegner denkt wir wollen gecalled werden. Bei einem Call stellen wir freilich auf jedem Flop den Rest rein. Trotzdem: Mit welchen Händen können wir das tun?


      Overcall eines Pushes (in den Blinds oder außerhalb der Blinds) (<2BB)

      Wenn vor uns ein größerer Stack pusht nutzen wir seine FE aus um zumindest einen HU-Showdown zu bekommen. Dabei können wir dank des Dead-Moneys mit etwas Glück verdreifachen und wieder ins Spiel zurück finden. Die Odds sind also gut genug.
      Auch hier: Gibt es Hände die wir trotzdem folden sollten?


      Der Stop'n'Go (in den Blinds, Aggressor außerhalb!) (3-8BB)

      Hier wollen wir einen Stealraise einfach nur callen um auf dem Flop dann direkt zu pushen (egal was kommt), wenn wir glauben den Gegner durch einen Reraise nicht mehr zum folden zu bringen Preflop. Dabei ist es Postflop wichtig first-to-act zu sein. Da der Gegner in 2/3 der Fälle den Flop nicht trifft bzw bei vielen overcards sein kleines Pocket noch muckt, wird der Move profitabel.
      Frage trotzdem: Was tun wenn der SB/BB mit einsteigt? Mit welchen Händen können wir diesen Move machen?

      Sonstige Fragen

      • Was tun wir im SB first-in mit <2BB und Trashhand?
      • Was tun wir am BU first-in mit 3BB und Trash?
      • Was tun wir am BU mit <1BB und Trash-Hand wenn der nächste BB weit entfernt ist und die Ante uns extrem schaden?


      Ich wäre froh wenn jemand Ergänzungen, Korrekturen und vor allem Antworten auf diese Fragen hat :)
    • notabigdeal
      notabigdeal
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2010 Beiträge: 887
      ok ich versuchs mal. und ich hoffe es richtig verstanden zu haben und es geht hier nicht um das bubbleplay.



      Eine weitere möglicherweise sehr interessante Frage ist, wie verfahren wir mit einem ante-Stack mit unter 2 bis 3,5BB? Wir gehen ja davon aus keine FE mehr zu haben. Dennoch dürften wir noch einige Manöver im Gepäck haben um profitable Entscheidungen zu treffen.
      klar, aber generell läuft ja die zeit die man hat aus, deswegen ist es oft besser zu versuchen gegen einen shorteren spieler auch ohne fe im bb mit einer halbwegs guten hand zu pushen, weil es ja eigtl gegen einen shorty lukrativer sein sollte zu gewinnen, weil man näher ans geld kommt, anstatt nen bigstack zu erleichtern<-- dabei bin ich mir aber weg von der bubble nicht so sicher


      Pushen ohne All-In zu gehen (außerhalb der Blinds) (3-3,5BB)

      Statt alles reinzustellen raisen wir "normal" auf 2,5 BB. Das sieht an sich viel gefährlicher aus als ein verzweifelt wirkender Push. Mitunter können wir dadurch Fear-Equity erzeugen, wenn der Gegner denkt wir wollen gecalled werden. Bei einem Call stellen wir freilich auf jedem Flop den Rest rein. Trotzdem: Mit welchen Händen können wir das tun?
      interessanter gedanke. warum eigtl nicht? ich dachte immer, dass die gegner eh denken, dass ich weiß, dass der raise hier einem push gleichkommt, weil ich eh nichts mehr folde. frage ist ob man das dann balancen sollte und dann auch mit starken händen so verfährt und nicht nur wenn man mit trash pusht und etwas fe erschlecihen will. evtl eine starke hand, die man so ein paar bb deeper gepusht hat zeigen, um so mit dem selben move dann mehr fe zu haben. aber bei vielen tischen hat man dafür ja auch keine zeit.


      Overcall eines Pushes (in den Blinds oder außerhalb der Blinds) (<2BB)

      Wenn vor uns ein größerer Stack pusht nutzen wir seine FE aus um zumindest einen HU-Showdown zu bekommen. Dabei können wir dank des Dead-Moneys mit etwas Glück verdreifachen und wieder ins Spiel zurück finden. Die Odds sind also gut genug.
      Auch hier: Gibt es Hände die wir trotzdem folden sollten?
      finde ich eigtl nicht verkehrt, aber man muss sich auf jeden fall die range des bigstacks anschauen, weil wenn er obv großes risk eingeht für den push, dann hat uns seine pushingrange oft total crusht und es macht vllt doch eher sinn A-rag zu folden und auf einen first in spot zu warten.


      Der Stop'n'Go (in den Blinds, Aggressor außerhalb!) (3-8BB)

      Hier wollen wir einen Stealraise einfach nur callen um auf dem Flop dann direkt zu pushen (egal was kommt), wenn wir glauben den Gegner durch einen Reraise nicht mehr zum folden zu bringen Preflop. Dabei ist es Postflop wichtig first-to-act zu sein. Da der Gegner in 2/3 der Fälle den Flop nicht trifft bzw bei vielen overcards sein kleines Pocket noch muckt, wird der Move profitabel.
      Frage trotzdem: Was tun wenn der SB/BB mit einsteigt? Mit welchen Händen können wir diesen Move machen?
      wenn ich diesen move versucht habe, dann hab ich sehr oft gesehen, dass A high unimproved callt, wahrscheinlich einfach weil villain dir genau diesen move gibt oder warum auch immer. auf jeden fall mache ich es genau deswegen sehr selten, aber vllt fehtl da auch die sample size für diesen move
      inzwischen mache ich soetwas wenn dann eher mit guten drawinghands oder kleine und mittlere pockets


      [*]Was tun wir im SB first-in mit <2BB und Trashhand?
      ich denke da kommt es sehr genau auf den spot an. erstmal die frage wie trashig die hand ist. hu ist 72o zb stärker als 32o. wenn wir wie bisher nicht über das bubbleplay reden dann macht es natürlich keinen sinn sich gegen einen shortstack noch irgendwelche fe vermuten. ich denke aber generell, je shorter der tisch, desto eher musst du broke gehen, da du bei einem fold weniger zeit hast einen spot zu finden.

      [*]Was tun wir am BU first-in mit 3BB und Trash?
      bin ja fast geneigt zu sagen easy fold, aber ich denke das ist uA eine frage des eigenen images, den stacks und callverhalten der blinds-besonders den des bb obv-und dem stack der darauf im bb sitzt

      [*]Was tun wir am BU mit <1BB und Trash-Hand wenn der nächste BB weit entfernt ist und die Ante uns extrem schaden?


      wenn sie uns extrem schaden, dann brauch ich ja nicht mehr zu folden, aber wenn das ante ich sag mal höchstens 1/5 deines stacks ist dann kann man einen fold imo in erwägung ziehen, besonders wenn vor uns irgendwelche action ist

      hoffe es lässt sich lesen und alles ohne gewähr^^
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Ja, sollte natürlich ergänzen dass in allen Fällen nichts desto trotz eine above average Hand easy rein geht^^

      Zum Stop'n'Go sei noch gesagt, dass solche A-High calls durchaus vorkommen können. Trotzdem ist der Move profitabel, da man Preflop ohnehin gecalled wird und dann einen Highcard-Battle hat meist. Man hat also immerhin noch etwa 50% Chance dass der Gegner foldet, und obv ist das lukrativer als Preflop in 100% der Fälle einen Showdown zu bekommen.
    • shakin65
      shakin65
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2005 Beiträge: 21.597
      vielen Dank schon mal für die Mühe, die du in den Beitrag gesteckt hast, werde ihn mir später im Detail durchlesen. =)

      es gibt auch schon einen Artikel (ab Gold), der sich mit diesem Thema beschäftigt.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Hoppla, stimmt :D Naja, Silberfisch und weit von Gold entfernt, zumal untracked auf Stars.

      Ich nutze den Thread hier noch ein bisschen um die Strategie bei einem Stack ohne (große) Fold-Equity noch etwas näher zu beleuchten. Ansonsten ist der eher auf die 18er gerichtet.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Ich versuch mal selbst auf den ein oder anderen Punkt einzugehen.

      Dabei gilt aber die Annahme: Als Shortstack ist unsere Turnier-Equity sehr gering, weswegen wir keinen sehr großen Bubble-Faktor haben. Also sollten unser cEV annähernd gleich mit dem $EV sein.


      Overcall eines Pushes (in den Blinds oder außerhalb der Blinds) (<2BB)

      Wenn vor uns ein größerer Stack pusht nutzen wir seine FE aus um zumindest einen HU-Showdown zu bekommen. Dabei können wir dank des Dead-Moneys mit etwas Glück verdreifachen und wieder ins Spiel zurück finden. Die Odds sind also gut genug.
      Auch hier: Gibt es Hände die wir trotzdem folden sollten?
      Berechnen wir einfach mal ein paar Situationen. Wir gehen einmal davon aus, dass die Blinds uns nicht callen werden und ignorieren die Overcalling-Range.

      Wir haben 2BB, der Pusher vor uns hat >5BB, die Blinds ebenfalls.

      D.h. wenn wir callen und gewinnen, dann verdoppeln wir unseren Stack und gewinnen zudem noch die Blinds (und Antes).

      Bsp. ohne Ante:

      Blinds 100/200

      Pot: 2BB + 2BB + 1,5BB = 5,5BB
      Zu Callen: 2BB
      Odds: 5,5 zu 2, oder 2,75 zu 1. Wir brauchen also etwa 26,6% Equity damit es profitabel wird.

      Geben wir dem Pusher eine Range, die er pushen könnte vom CO (wir sind im BU)

      10BB: 29.1%, 22+ A2s+ A4o+ K6s+ KTo+ Q8s+ QTo+ J8s+ JTo T8s+ 98s
      (nach Nash)

      Für 5BB pusht er nur etwa 2% mehr.

      Unsere Equity:
      • Wir callen any-Two: 38,45%
      • Wir callen best 80%: 40,77%
      • Wir callen best 50%: 44,81%

      • Villain pusht nur 20%, wir any two: 34,39%
      • Villain pusht nur 20%, wir best 50%: 39,21%

      • Villain pusht nur 10%, wir any two: 32,20%
      • Villain pusht nur 10%, wir best 50%: 36,45%



      Wie wir sehen können wir immer einen profitablen Any-Two Call machen.

      Beispiel mit Ante:

      Blinds 100/200/25 7 Spieler


      Pot: t475 (Blinds+Ante) + t650 (unser Stack) + t650 (effekt. gegnerischer Stack) = t1775
      Zu Callen: t650
      Odds: 1775 zu 650 bzw 2,7 zu 1. Wir brauchen also 26,8% Equity um profitabel callen zu können.

      Der Gegner pusht etwa 31.8% (22+ Ax+ K3s+ KTo+ Q8s+ QTo+ J8s+ JTo T8s+ 98s) nach Nash bei ähnlich großer Stacksize wie die Blinds.

      • Wir callen any-Two: 38,99%
      • Wir callen best 80%: 42,37%
      • Wir callen best 50%: 45,47%

      • Villain pusht nur 20%, wir any two: 34,39%
      • Villain pusht nur 20%, wir best 50%: 39,21%

      • Villain pusht nur 10%, wir any two: 32,20%
      • Villain pusht nur 10%, wir best 50%: 36,45%



      Die Resultate sind nahezu identisch, wenn wir die Ante mit einbeziehen in unsere wahre Stacksize. Ergo ist der Move für 2BB mit any-Two cards profitabel. Sogar wenn Villain sehr tight pusht (99+, AQs+, AQ+; 5%) bekommen wir mit ATC 27,61% Equity; noch tighter jedoch und es wird unprofitabel).


      Beispiel wenn wir 3,5BB left haben:

      Pot: 3,5BB + 3,5BB + 1,5BB = 8,5BB
      Zu Callen: 3,5BB
      Odds: 8,5 zu 3,5 oder 2,4 zu 1. Hier brauchen wir 29,1% Equity um profitabel callen zu können. Diese erhalten wir wenn Villain nicht weniger als 6% (99+,AJ+, ATs+) pusht.

      Möglicherweise müssen wir trotzdem tighter agieren bzw in Betracht ziehen zu folden um später selber zu pushen mit minimaler FE da mit größerem Stack auch ein höher Bubble-Faktor mit ins Spiel kommt. Zudem dürften overcalling-Ranges von den Blinds das Ergebnis schon beeinflussen, allerdings gäbe es in dem Fall auch mehr zu gewinnen (aka bessere Odds).
      Wieviel tighter wir agieren müssen aufgrund des Bubble Faktors kann ich jedoch grade nicht einschätzen, da ich mich damit noch näher beschäftigen muss.

      Ich wäre froh wenn ihr Meinungen dazu habt bzw mich korrigieren könnt, falls ich irgendwo was übersehen habe.
    • notabigdeal
      notabigdeal
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2010 Beiträge: 887
      Original von Romeryo
      Ich versuch mal selbst auf den ein oder anderen Punkt einzugehen.

      Dabei gilt aber die Annahme: Als Shortstack ist unsere Turnier-Equity sehr gering, weswegen wir keinen sehr großen Bubble-Faktor haben. Also sollten unser cEV annähernd gleich mit dem $EV sein.

      hätte das fast überlesen und gefragt warum kein $EV^^

      dachte eigtl es herrscht im ganzen sit and go eine art bubblefaktor, der es uns verbietet nach cEV zu spielen. gilt das nichtwenn wir shortstacked sind? ich mein wenn wir unseren stack jetzt verdoppeln sind wir doch meistens wieder dabei und haben equity auf den preispool, aber wenn wir busten haben wir 0 equity.
      müssen wir da wirklich showdowns eingehen mit händen gegen eine pushingrange die unsere oft crusht nur wegen den odds?
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Der Bubble Faktor wird ja umso größer, je höher die Differenz zwischen cEV und $EV ist, also in der Nähe der Bubble am stärksten. Da wir als Shorty aber weder viel $Equity noch irgendeine Foldequity haben ist unser Bubble Faktor gering. Am stärksten wäre er wenn wir als Bigstack mit einem anderen Bigstack kollidieren. Man könnte also sagen, wenn wir ohnehin nix mehr zu verlieren haben ist der Bubble Faktor gering. Anders sieht es aus wenn es viele shorties gibt und vor allem, wenn es noch shortere als uns gibt. Aber das führt zu weit, weswegen ich die Annahme unter cEV durchgeführt habe.

      Wenn wir nur noch weniger als 2 oder 3 BB haben ist es vermutlich ein kleinerer Fehler einen Push mit korrekten Odds zu callen, als mit einem Push von unserer Seite aus dem BB korrekte Odds zu geben. Für letzteres sollten wir schon eine above average Hand haben.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Hab jetzt mal die Bubble Faktoren am Final Table der 18-mann SNGs berechnet.

      Aus der oberen Tabelle kann man den durchschnittlichen BF ablesen, die beiden unteren zeigen unseren BF wenn wir der einzige Supershorty sind. Es könnte also leicht variieren wenn noch andere Supershorties am Start sind.




      Das belegt aber immerhin, dass meine Annahme richtig ist, dass man mit weniger als 3BB annähernd nach cOdds callen kann.
      Man kann sich auch noch fragen ob man für den ersten Tisch auch schon einen BF einbeziehen kann. Dadurch könnte die Bubble zum Final Table auch noch die ein oder andere interessante Besonderheit aufweisen.
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Also wenn unsere Foldequity rapide abnimmt können wir doch zumindest die Nashrange shoven. Ich denke die Nashrange ist hier ein guter Orientierungspunkt.
      Mit den Antes handhabe ich es so, dass ich 2-3BB looser shove als ohnte Antes.
      Aber das hast du ja auch schon ganz gut dargestellt. An meinen Callingranges muss ich aber wahrscheinlich auch noch arbeiten. Man muss ja dann genau wissen, wieviel Equity man bei welcher Chipanzahl benötigt. Wo bei Holdem Manager das glaub ich mittlerweile sogar mit livetracking anzeigen kann, was aber bei mir irgendwie nicht funktioniert :(
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Jep, nach wie vor gilt, dass wir unsere above average Hands (bzw die nach Nash) auch mit <3BB reinstellen können.
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      Original von Romeryo
      Da wir als Shorty aber weder viel $Equity noch irgendeine Foldequity haben ist unser Bubble Faktor gering.
      Um so weiter unser Stack vom average weg ist um so höher ist der BF
      und FE wird im BF gar nicht verwendet

      zu deiner tabelle
      1,18 ist nicht annähernd ChipEV ... sonst kannst auch 45% coinflips callen ;)

      es kann eigendlich nicht sein, dass der bei 3BB niedriger ist als bei 2BB ... sicher das da alle zahlen richtig sind ?
      oder gehst du etwa davon aus, das hero BB is ?

      is spät und bin drunk ... falls das müll is was ich schreibe :D
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Die Berechnungsformeln sollten eigentlich stimmen^^ Aber auch wenn der Bubblefaktor 1,2 betragen sollte, können wir bei 2,5:1 Odds immer noch profitabel mit 32% Equity callen, was in den meisten Fällen gegeben ist.
    • hanratty
      hanratty
      Bronze
      Dabei seit: 18.02.2008 Beiträge: 1.905
      schöne rechnungen romeryo :s_thumbsup: