Kleines suited Ass 3bet gegen LP

    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Hallo Freunde der Minbets,

      ich habe in letzter Zeit Probleme mit einer bestimmten Sorte von Händen und hoffe dass mir ein paar erfahrenere Spieler vieleicht ein paar Sätze dazu schreiben können. Konkret geht es um kleine AXs Hände, die ich gegen ein openraise aus später Position 3bette. Besonders ekelhaft wird es dann, wenn ich auch noch im SB sitze, also OOP gegen Villain spiele.

      Laut Fullring Bronzechart 3bette ich gegen CO mit A5s+ und gegen BU mit A2s+. Nun kann ich im Wesentlichen 3 Sorten von Flops treffen. Ich treffe das Ass, ich habe eine FD, oder ich treffe garnichts. (Dass ich meinen Kicker treffe ignoiere ich mal.)

      Der letzte Fall ist unproblematisch, ich Contibette und wenn Villain callt überlege ich je nach Board, ob sich noch eine Turnbet lohnt oder ich die Hand aufgebe.

      Der zweite Fall ist auch noch relativ einfach, treffe ich den Flush, dann hoffe ich dass Villain mich ausbezahlt, ansonsten entscheide ich je nach board, Gegner und postflop Action was ich am River spiele.

      Ein Problem habe ich aber mit dem Ass auf dem Flop. HU habe ich OOP kaum eine andere Möglichkeit, als mein Toppair durchzubetten. Wenn Villain allerding auf einenm trockenen A-high board den Flop callt, dann hat er fast immer selber das Ass. Wenn Villain nicht völlig braindead ist, dann weiß er, dass meine 3betting Range zum Großteil aus A-high Händen besteht und wird fast alle Hände ohne Ass folden. In diesem Fall habe ich zwar preflop eine weitere SB reingeholt, aber erstens ist dass für das Risiko einer 3bet preflop kein so gloreiches Ergebnis, und zweitens wäre diese eine SB durch coldcall preflop und c/r F auch gewonnen.

      Lassen wir aber Villain mal auf dem A-high board weiter spielen. Meiner Erfahrung nach ist das dann fast immer ein Ass in seinen Pocket Karten. Wie man mit Equilab leicht feststellen liege ich aber z.B. mit A5s gegen die Asse aus COs Range weit hinten, ich "muss" aber mein Toppair durchbetten und verliere fast immer. Genz selten callt mal ein 2nd Pair oder PocketPair runter.

      Erschwerend hinzu kommt, dass nicht viele Gegner mit kleinen Assen Openraisen, das Openraise eines Fischs aus Late Position ist tendentiell tighter als das eines Regs. (Einen 30/5 Spieler, der A2s openraist soll man mir mal zeigen.) Ich liege also häufig noch weiter hinten, als gegen einen nach Chart spielenden ABC-Tag wie mich. Mit dem read, dass Villain eher tight stealt kann ich zwar adapten, aber dafür bräuchte man erst mal ein paar hundert Hände.

      Nun ist die Frage ob ich wegen des Problems mit Toppair häufig zu verlieren meine Spielweise ändern sollte.

      a) Ich gebe mein Toppair mit schlechtem Kicker auf:
      Ist obv die schlechteste Option. Eine Hand die ich HU als Toppair nicht spielen möchte kann ich im Prinzip gleich preflop weglegen und mir das Geld sparen.

      b) Ich 3bette tighter:
      Ist eine denkbare Möglichkeit. Ich bin dann mit einem Toppair stärker und gewinne öfter am Showdown. Nachteil ist allerdings, dass ich zu einen öfter den Flush verpasse, da ich ja nicht in der Hand bin. Zum Anderen steigt damit mein fold-SB-to-steal Wert, was den Gegner zu häufigeren Steals veranlassen könnte.

      c) Ich coldcalle:
      Hat einen gewissen Charme. Ich spare so zumindest eine SB, kann aber mit Monsterhänden immer noch später Action machen. Zudem könnte sich der BB zu einem Call animiert fühlen, und gerade mit Nutflushdraw möchte ich ja möglichst viele Gegner in der Hand haben, die mich potentiell ausbezahlen. Nachteil ist aber, dass man mich sehr schnell exploiten kann, wenn ich nur kleine AXs coldcalle und alles andere 3bet or fold spiele.

      d) Jemand erklärt mir, warum es trotz meines Ich-verliere-immer-mit-Toppair Problems gut ist kleine suited Aces weiterhin zu 3betten, dass ich ein Idiot bin wenn ich die irgendwie anders spiele und hat vieleicht noch den ein oder anderen sonstigen Tipp für mich. Das wären natürlich die Nuts.
  • 5 Antworten
    • Sentinel75
      Sentinel75
      Bronze
      Dabei seit: 03.07.2008 Beiträge: 78
      Ich nehme Tor drei ;)

      Spaß beiseite, Versuch es mit einer Mischung aus b) und c).
      Versuch dich auch schwierigen Situationen raus zu halten.

      Ciao TheSentinel75

      P.S. Man muss eine Hand auch weglegen können.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      a)
      zumindestens in Position muss man ja nicht 3 Streets mit A3s durchbetten, wenn der Verdacht sich erhärtet, dass man für den Gegner valuebetten könnte.

      b)
      sinnvolle Option.
      Vergiß den Chart an den FR-Tables, solange du dir nicht sicher bist, dass der mindestens genauso loose ist wie du selbst.
      Macht kein Sinn gegen ein Tightass mit Müll durchzudrehen.

      c)
      vergiß es.

      d)
      siehe b
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.553
      Ich wüsste nicht, was der cold Call bringen sollte. Du verlierst gegen genau die gleichen Hände genau gleich viel Geld, wenn du dein Ass triffst und verlierst ansonsten mehr, wenn keiner etwas trifft.

      Wenn du cold callst und das Ass triffst, wirst du für gewöhnlich checkraisen. Dann sind von dir und dem Stealer genau gleich viele Bets im Pot wie nach 3-bet und Contibet. Die Situation unterscheidet sich in diesem Fall überhaupt nicht von der 3-bet.

      Anders dagegen, wenn du nicht triffst und der Gegner auch nicht. Das passiert in ca. 30% der Fälle. Hast du cold gecallt, wirst du auf seine Contibet folden. Hast du die Initiative, wird er auf deine Contibet oft folden. Du gewinnst mit der preflop 3-bet öfter den Pot und im Schnitt auch mehr Geld. Ich sehe da keinen Vorteil für einen cold Call.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Stimmt, das sind Argumente, die ich garnicht bedacht hatte. Meine Idee war nach dem Coldcall bei einem Treffer Calldown zu spielen. Das ist aber natürlich mit Toppair nicht die Standardline. Zudem gebe ich damit OOP dem Gegner die Gelegenheit mit schlechteren Händen am Turn oder am River cb zu spielen, lasse also noch weitere value liegen falls ich vorne liege.

      cjheigel sagt außerdem, dass ich mit Initiative ja auch die Chance habe den Pot durch die Contibet mitzunehmen, wenn Villain keine Hand hat die er weiterspielen möchte. Das sollte im Durchschnitt HU oft genug passieren.

      Am besten ist dann wohl tighter zu 3betten, wenn die Spieler vor mir ziemlich niedrige PRF und ORL Werte haben, also eine starke Range aus Late Position spielen.

      Danke für eure Beiträge
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Wenn du weißt, dass der Gegner tighter open raised, solltest du in der Tat auch tighter 3betten. In der Goldsektion gibt es dafür das approx Chart, das für bestimmte PFR Werte des Gegners die Hände auflistet, die man 3betten kann.