Der Traum vom Poker leben zu können

  • 67 Antworten
    • Mueslirocker
      Mueslirocker
      Bronze
      Dabei seit: 16.03.2009 Beiträge: 1.469
      Man verbindet damit wohl Freiheit und Unabhängigkeit, für mich wäre es trotzdem nichts. Ich verbinde damit auch Einsamkeit, außerdem ist es eine nutzlose Tätigkeit, man erwartet von seiner Arbeit ja auch eine gewisse Selbsterfüllung im Idealfall.
    • 2weiX
      2weiX
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.116
      weil die meisten denken daß pokerSPIELEN in der tat ein ganz grosses langes SPIEL ist, total Spaß macht und überhaupt nicht frustet.
    • RaiserBlade
      RaiserBlade
      Bronze
      Dabei seit: 17.10.2007 Beiträge: 5.759
      "Glückspiel" ist das größte, oder letzte, Versprechen des Kapitalismus.
      Spielend Geld verdienen. Es ist glaub ganz normal, dass man möglichst ohne großen Aufwand an viel Geld kommen möchte.
      Aber natürlich hat auch diese Medaille 2 Seiten.
    • Stivi888
      Stivi888
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2007 Beiträge: 285
      ich denke jeder birgt diesen Traum in sich.
      Mit einer Tätigkeit die einem Spaß macht seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
      Jeder Job hat seine vor und nachteile.
      Auch die Erfüllung liegt bei jedem in einem anderen Bereich. Ich würde nicht behaupten, dass stink normale Banker der nützlichsten Tätigkeit nachgehen. Ich denke es kommt immer darauf an, wie man das ganze definiert.

      Aber vom Pokern leben zu können ist sicher verbunden mit Freiheit, Unabhängigkeit und keinen Geldsorgen.

      Natürlich muss man auch die andere Seite der Medaille anschauen.

      Man hat kein normales Arbeitsumfeld für Soziale Dinge. Man ist alleine zu Hause vorm PC. Andere Personen (vor allem Aussenstehende) verstehen nicht mal was man da eigentlich tut. ;)

      Letzendlich ist es eine Entscheidung die jeder selbst für sich treffen muss.

      mfg
    • Illmatic1402
      Illmatic1402
      Bronze
      Dabei seit: 23.07.2010 Beiträge: 1.427
      Die Unabhängigkeit wird es wohl zum größten Teil sein!

      Nichts desto trotz ist es mit harter Arbeit verbunden und es geht auch ziemlich auf die Psyche (was nun gut oder schlecht sein kann)

      Ich denke allerdings nicht, dass man in Einsamkeit stirbt, da man auch hier einen geregelten Ablauf schaffen kann, sodass durchaus die sozialen Kontakte nicht hinten anstehen müssen!
    • Medio
      Medio
      Bronze
      Dabei seit: 30.11.2007 Beiträge: 940
      Ist doch relativ leicht zu verstehen, wer träumt nicht davon von zu Hause aus als seiner eigener Chef zu agieren und dabei gutes Geld zu machen?

      In welcher Art und Weise das auch immer gehen mag, es wird immer verlockend bleiben.

      Medio
    • Nygis
      Nygis
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 488
      Original von Martink1979
      Warum gibts ihm und wie ist er zu erklären?
      Ich habe ein großes Problem damit obwohl es mir teileweise gelungen ist von Poker leben zu können ist der Traum immer noch da warum?

      Weil der Traum wohl eher darin besteht um 12 Uhr aufzustehen, seine Betthäschen auszuchecken, im Restaurant lecker zu essen und danach ein paar Bälle auf dem Grün zu schlagen.
      Abends schlenderst du dann ins Casino um in lockerer Atmosphäre ein paar Tausender über den Tisch zu ziehen um dich danach wieder dem Alkohol, leichten Mädchen und den anderen angenehmen Dingen des Lebens widmen zu können.

      Demgegenüber steht wohl die knallharte Realität die für die meisten die davon leben wollen nur die Fliessbandarbeit vorsieht, es ist zwar vielleicht relativ einfach gutes Geld zu verdienen, aber ob man tägliche 12h Schichten beim 20-tablen mit 5k im Monat und dem Risiko des Verlusts als absoluten Traumjob bezeichnen kann weiss ich nicht.
      Sicher gibt es auch hier im Forum Spieler die soviel verdienen dass andere(incl. mir) nur davon träumen können, aber wenn du nur gut genug bist um bis zu einem gewissen Level aufzusteigen wird der Traumjob wohl auch ein Traum bleiben, denn dann besteht deine einzige Möglichkeit noch mehr zu verdienen darin mehr zu spielen und dann ist es wirklich reine Fliessbandarbeit.
    • Att0r
      Att0r
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 3.800
      Mit dem Traum verbinde ich auch noch, in der Welt rumzureisen, die ganz großen Turniere zu spielen und einfach das machen wozu man gerade bock hat!

      Bin mir sicher das es genug Spieler gibt, die nicht täglich 12h grinden müssen um davon leben zu können! :D
    • thorkeus
      thorkeus
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2010 Beiträge: 1
      Der Traum funktioniert deswegen, weil man zunächst mal gar nichts können muss, um zu Pokern (All you need to poker is a chip and a seat! - so oder so ähnlich lautet ein berühmtes Pokerzitat). Poker ermöglicht Erfolgserlebnisse und sei es eigentlich noch so unwahrscheinlich, dass diese eintreten.

      Es ist ähnlich wie beim Fussballtrainer. Jeder, der dabei zuschaut, glaubt er wäre auch ein guter Trainer und könnte diesen Job mit Leichtigkeit machen, weil es eben auch nur dargestellt wird, als ob der Trainer während des Spiels auf der Bank sitzt und sonst nicht viel macht. Und die Erfolge sehen nach "Leichtigkeit" aus.

      Beim Pokern sieht es auch so aus, als würde man mit "Leichtigkeit" ein Profi werden, wobei ich daran zweifle, dass selbst die TopTen ein leichtes Leben hat. Man schaue sich einfach mal die Bilanz der Dwanwette an - gegen Antonius liegt er mal eben 2 Millionen vorne, allerdings verliert er das Geld quasi an den nächsten (zum Teil zumindest). Irgendeiner in dem Karussel muss eben auch verlieren. Und wie ein Vorredner schon meinte, ist das nun mal die Perfektion des Kapitalismus. Auch an der Börse gibt es Gewinnner nur durch Verlierer!

      Zurück zum Jedermann: Wie viele Spieler können wirklich die Systematik des Spiels begreifen? Wohl eher die Minderheit. Trotzdem glauben so gut wie alle, dass sie es besser können als andere (Ich will mich hier nicht ausschließen). Beim Pokern gibt es halt immer wieder auch die glücklichen Zufälle, die einige Spieler am Leben erhalten und sie weiter an ihren Traum glauben lassen. Andere haben einen guten Start und leben den Traum bis sie die Normalverteilung einholt und sie immer wieder an den guten Start denken und so den Glauben an ihren Traum nicht verlieren. Und einige wenige sind vielleicht wirklich so gut oder glücklich, dass sie dauerhaft die Normalverteilung outperformen. Ob sie davon leben können und wie lange, ist bestimmt eine andere Geschichte!
    • Razello
      Razello
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2009 Beiträge: 2.287
      Das alles von Traum, Weltrumreisen, Turniere mitspielen verliert irgendwann seinen Reiz.

      Wenn man mit Pokern seinen Lebensunterhalt verdient, verliert man am eigentlichen Spiel auch irgendwann den Spaß. Vielleicht nicht jeder, aber es wird für jeden Situationen geben, wo Pokern das Letzte ist was man tun will.
      Einsamkeit würde ich nicht unbedingt sagen, das hat glaube ich damit zu tun inwieweit man sich sozialen Kontakten öffnet. Als Pokerpro hat man wohl mehr Zeit als viele andere Menschen.

      Nur der Traum wird irgendwann Normalität. Jeden Tag auszuschlafen, macht nicht glücklich, sondern träge. Man muss extrem hart und diszipliniert arbeiten um was zu erreichen, was über den Standard hinausgeht.
      Es ist kein Traumjob, das ist aber sehr schwer nachzuvollziehen ohne die eigene Erfahrung.
    • STYLE51
      STYLE51
      Bronze
      Dabei seit: 18.02.2007 Beiträge: 1.870
      Kann Razello nur hart zustimmen, spreche aus eigener Erfahrung.
      Aber es muss ja weitergehen ;op
    • justspoon
      justspoon
      Black
      Dabei seit: 19.04.2007 Beiträge: 25.767
      es ist halt der beste und schlimmste job den es gibt und meist sind beide seiten nicht wirklich weit voneinander entfernt. für die meisten wird zocken nie die erfüllung sein, egal wie erfolgreich man es betreibt. andererseits gibt es auch genug leute der normal arbeitenden bevölkerung die alles zun würden, um aus ihrem alltagstrott rauszukommen. man will halt immer das was man nicht hat. hinzukommen swings, etc. die einen schon runterziehen können. wenn sowas noch mit persönlichen rückschlagen einhergeht wird man teilweise schon auf eine harte probe gestellt.

      ein problem ist auch dass man sich nicht nur selbst isoliert, sondern auch isoliert wird. nicht nur leute die einen nicht kennen reagieren seltsam auf einen, wenn das thma lebensunterhalt zur sprache kommt sondern auch leute die man schon viele jahre kennt. ob das nun aus neid oder unverständnis geschieht kann ich nicht wirklich beurteilen, aber es ist schon deutlich zu spüren.

      als fazit kann man wohl sagen dass es schon ein außergewöhnlicher job mit vielen vorteilen, aber eben auch mit deutlichen nachteilen ist. wie lange sowas befriedigend ist bleibt abzuwarten...
    • sonnensb
      sonnensb
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2007 Beiträge: 2.545
      Hauptfrage ist doch, aus welcher Situation heraus man diesen Traum hat. Die meisten, die diesen Traum haben, werden mit ihrer aktuellen Situation einfach unzufrieden sein, mit Studium oder Arbeit. Und dann ist es sehr leicht, in irgendetwas, das einem temporär Spaß macht, alle positiven Dinge hineinzuprojizieren und die schlechten Dinge zu vernachlässigen bzw. nicht zu sehen, dass einiges der schlechten aktuellen Situation schlichtweg bestehen bleiben wird.

      Es ist einfach und bequem von Poker zu träumen, das ist alles (ja bin kein noob, der irgendwas faselt, ich könnte selbst LOCKER von Poker leben).
    • babbas90
      babbas90
      Black
      Dabei seit: 10.06.2008 Beiträge: 6.401
      Original von sonnensb
      Hauptfrage ist doch, aus welcher Situation heraus man diesen Traum hat. Die meisten, die diesen Traum haben, werden mit ihrer aktuellen Situation einfach unzufrieden sein, mit Studium oder Arbeit. Und dann ist es sehr leicht, in irgendetwas, das einem temporär Spaß macht, alle positiven Dinge hineinzuprojizieren und die schlechten Dinge zu vernachlässigen bzw. nicht zu sehen, dass einiges der schlechten aktuellen Situation schlichtweg bestehen bleiben wird.

      Es ist einfach und bequem von Poker zu träumen, das ist alles (ja bin kein noob, der irgendwas faselt, ich könnte selbst LOCKER von Poker leben).
      #
    • Pocketlose
      Pocketlose
      Global
      Dabei seit: 28.12.2010 Beiträge: 207
      die frage die sich stellt auch wer ist überhaubt jedermann ich glaube kaum das der sohn eines abgeordneten im bundeskabinet mit studium den traum vom poker profie hat

      ich kennen einen spieler der davon lebt mit cirka 10-14k im monat rhein-gewinn
      er ist gelernter KFZ-mechanicker der bei seinem normalen job mit 1,3 K auskommen müsste und 8-9 stunden an irgendwelchen corsas rumschrauben müsste

      für mich wäre es so gesehen definitiv ein reiz mit 3, 8 stunden sessions die woche monatlich 10k zu verdienen wenn ich monatlich nur ein fünftel verdiene alleine das 2-3 jahre konstant würde auch später bei einer rückkehr zu meinem beruf für eine steigerung der finanziellen möglichkeiten führen für Familien planung & Zukunft (sprich eigentuhms wohnung, auto....)

      jetz kommt für die unwissenden DSF schauer hinzu sie sehen die WSOP mit einem 9 Mio $ gewinn und denken sich wow als 8ter ist man schon $ millionär damit hätte man schon ausgesorgt sehen aber natürlich nicht das da keiner mehr sizt der sich just for fun hingesezt hatte ohne erfahrung und die 10 000$ buy-in werden auch nicht erwähnt
    • DuskoPull
      DuskoPull
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 2.593
      Neben dem pokertechnischen Skill, um auf ein bestimmtes Level zu kommen ist mMn für den dauerhaften Erfolg entscheidend, inwieweit derjenige in der Lage ist, sich abseits der Pokerwelt ein befriedigendes Umfeld zu schaffen inklusive Frau/ Freundin, stabiles soziales Umfeld, Vermeidung von Isolation, halbwegs geregelter Tagesablauf usw. Das halte ich fast für die größere Herausforderung dabei.

      In der Theorie geht das recht einfach, 4- 5h/ Tag grinden, 2h Theorie, Rest (sinnvoll verbrachte) Freizeit... Denk aber, dass in der Praxis ne Menge (semi-)Pros 10h+/ Tag vorm Rechner rumnerden (grinden, forum, freizeit).
      Behaupte mal, dass das die meisten Menschen nicht dauerhaft glücklich macht.

      Hinzu kommt noch der Wunsch nach einer sinnvollen und ausfüllenden Tätigkeit mit dauerhafter Perspektive und Entwicklungsmöglichkeiten jenseits der Pokerskills, das Fehlen gesellschaftlicher Anerkennung, Moral (?), Rechtssicherheit (?), mangelnde Austauschmöglichkeiten/ Unverständnis, wenn man in seinem privaten Umfeld nicht gerade viele Pokerspieler hat....

      Abgesehen von dem Geld, das man machen kann (wobei viele da wohl auch ner Milchmädchenrechnung verfallen und Sachen wie Urlaubsgeld, Krankheit, Versicherungen... einfach nicht einkalkulieren), muss man sich halt fragen, was man zum persönlichen Lebensglück braucht.

      Das richtige dicke Geld werden eh nur sehr wenige mit Poker machen, wie in allen anderen Bereichen halt auch. Die Pokerindustrie ist natürlich immer darum bemüht, den Traum am Leben zu halten (Communitymitglied XY hat Tourney Z für $$$$$$$$ geshippt/ Nanonoko Vid), ist ja auch nur ne Frage von (erlernbarem) Skill, Fleiß und Disziplin (es liegt nur an dir, jeder kann es schaffen!).

      Aber gibt natürlich auch viele Zwischenstufen wie den Studenten, der sich das Studium damit finanziert, Poker als Nebenjob, Leute die dauerhaft in nem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten leben und sich mit recht geringem Aufwand nen gutes Leben machen können...

      Ziemlicher Roman geworden.
    • Medio
      Medio
      Bronze
      Dabei seit: 30.11.2007 Beiträge: 940
      Original von DuskoPull
      Neben dem pokertechnischen Skill, um auf ein bestimmtes Level zu kommen ist mMn für den dauerhaften Erfolg entscheidend, inwieweit derjenige in der Lage ist, sich abseits der Pokerwelt ein befriedigendes Umfeld zu schaffen inklusive Frau/ Freundin, stabiles soziales Umfeld, Vermeidung von Isolation, halbwegs geregelter Tagesablauf usw. Das halte ich fast für die größere Herausforderung dabei.

      In der Theorie geht das recht einfach, 4- 5h/ Tag grinden, 2h Theorie, Rest (sinnvoll verbrachte) Freizeit... Denk aber, dass in der Praxis ne Menge (semi-)Pros 10h+/ Tag vorm Rechner rumnerden (grinden, forum, freizeit).
      Behaupte mal, dass das die meisten Menschen nicht dauerhaft glücklich macht.

      Hinzu kommt noch der Wunsch nach einer sinnvollen und ausfüllenden Tätigkeit mit dauerhafter Perspektive und Entwicklungsmöglichkeiten jenseits der Pokerskills, das Fehlen gesellschaftlicher Anerkennung, Moral (?), Rechtssicherheit (?), mangelnde Austauschmöglichkeiten/ Unverständnis, wenn man in seinem privaten Umfeld nicht gerade viele Pokerspieler hat....

      Abgesehen von dem Geld, das man machen kann (wobei viele da wohl auch ner Milchmädchenrechnung verfallen und Sachen wie Urlaubsgeld, Krankheit, Versicherungen... einfach nicht einkalkulieren), muss man sich halt fragen, was man zum persönlichen Lebensglück braucht.

      Das richtige dicke Geld werden eh nur sehr wenige mit Poker machen, wie in allen anderen Bereichen halt auch. Die Pokerindustrie ist natürlich immer darum bemüht, den Traum am Leben zu halten (Communitymitglied XY hat Tourney Z für $$$$$$$$ geshippt/ Nanonoko Vid), ist ja auch nur ne Frage von (erlernbarem) Skill, Fleiß und Disziplin (es liegt nur an dir, jeder kann es schaffen!).

      Aber gibt natürlich auch viele Zwischenstufen wie den Studenten, der sich das Studium damit finanziert, Poker als Nebenjob, Leute die dauerhaft in nem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten leben und sich mit recht geringem Aufwand nen gutes Leben machen können...

      Ziemlicher Roman geworden.
      Aber was Du zum Thema dauerhaften Erfolg schreibst trifft auf nahezu jeden Beruf der Welt zu, ein Mensch der nur die Arbeit und den Erfolg kennt aber sich Abseits von sozialen Kontakten bzw. einem Ausgleich bewegt wird langfristig immer scheitern.

      Damit ist nicht ein scheitern im Beruf, sondern ein scheitern als Mensch gemeint. Denn wirkliches Glück lässt sich niemals durch Geld verwirklichen, es ist und bleibt immer ein Gesamtpaket.

      Geld macht vieles leichter, aber man muss sich einfach mal die Frage stellen was würde ich mit xy Summe im Monat mehr machen? Würde mich das erfüllen?

      Ich habe lange nur dem Erfolg (nicht beim pokern) hinterher gejagd und musste irgendwann mit Burnout und Depressionen eine 8 Monatige auszeit + Therapie nehmen. Das muss narürlich nicht bei allen so sein, was ich nur sagen möchte ist das wenn man dann seine schicke Wohnung hat, sein schönes Auto und man am Wochenende Lokalrunden schmeissen kann es kein Stück zum Seelenfrieden bringt wenn es eigentlich andere Dinge sind die einen bewegen.

      Just my 2 cent.

      MfG,
      Medio
    • Razello
      Razello
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2009 Beiträge: 2.287
      Die Sinnfragen kann ich nur bestätigen, mich hat an meinem damaligen Schritt zum Pro die Freiheit, bzw Unabhängigkeit vom Arbeitgeber, der Gedanke alles selbst in der Hand zu halten und die lukrativen finanziellen Möglichkeiten. Gib Gas und du packst es, wie viele der anderen kleinen Wunderkinder.
      Die Freiheit ist gleichzeitig auch eine Last. Immer ausschlafen und das tun wozu man Lust hat funktioniert nicht als Pokerpro. Jeden Tag muss man sich aufs neue an die Tische motivieren und dabei hochkonzentriert bleiben. Stetige Theorie um der rasanten Entwicklung im Poker bestmöglich ein Schritt voraus zu sein.

      Motivation ergibt sich auch aus der Bankroll, aus dem Ziel aufzusteigen und beser zu werden. Aber man brauch einen Haufen Disziplin damit das langfristig funktioniert.
      Die ersten Monate sind noch einfach, wo alles noch ne Menge Spaß macht und man auch exorbitante Fortschritte macht, indem man die grundlegenden Konzepte erlernt und auch merkt wie man besser wird. Nachdem man sich einen grundlegenen Gameplan zurechtgelegt hat, wird es härter und kostet wesentlich mehr Zeit besser zu werden. Die gewünschten Ergebnisse sieht man dann nicht immer oder erst spät.

      Das konsequente monatliche Auscashen zwingt einen zu soliden Einnahmen. Das heißt Faulheit oder mal nicht grinden, ist eigentlich nicht drin. Rücklagen müssen geschaffen werden. Schlechte Phasen, Downs gehen enorm auf die Psyche wenn man diese Rücklagen nicht hat. Und in den Momenten wünscht man sich weit weg vom Poker.
      Stellt euch die Phase mal vor , der Downswing hat deine BR angekratzt, du musst aber dringend auscashen. Dann zockst du 16h am Tag, jeden Tag und bist am Ende 10stacks down und verfluchst alles und vor allem dich selber, und deinen verantwortungslosen Umgang mit dem Geld. Dann kommen die Selbstzweifel, fühlst dich ständig ausgespielt usw usf..

      Das Gefühl wünsch ich keinem. Ich hab die Phase erlebt und gerade so die Kurve gekratzt und bin mittlerweile sehr konservativ was das BRM betrifft und vor allem sehe ich das Prodasein mittlerweile als richtigen/harten Job mit nicht nur Freiheiten sondern auch Pflichten, die ich mir natürlich selber auferlegen muss.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Kommen wir doch auf den gemeinsamen Nenner, dass es mit viel gutem Management in allen Bereichen trotzdem ein Traumjob sein kann.

      Ich stimme ja zu, dass Online Grinden manchmal echt zäh sein kann. Aber dafür seh ich Live-Poker als super Zeitvertreib und Spaß, was zudem meist auch noch das ein oder andere Extra einbringt. Und wenn man Live-Roll strikt von Bankroll und Privatausgaben trennt hat man keinerlei Druck und kann sich, wenn Not am Mann ist, immer mal ein bisschen abzwacken. Da tut das nicht weh, weil es einfach Freizeitcash ist.

      Aber für die Ewigkeit ist es definitiv nix. Aber was sind denn schon 5 Jahre in einem langen Leben, in denen man versucht hat sich auf diese Weise zu verwirklichen. Ist ja nicht so, dass man gleich tot umfällt wenns nicht klappt.