Overcallingrange in den blinds vs UTG und MP-BU

    • gondolieri
      gondolieri
      Bronze
      Dabei seit: 22.11.2010 Beiträge: 3.570
      Hi,
      ich bin in letzter Zeit des öfteren in Spots gekommen, in denen UTG geopened hat und es einen coldcall in MP-BU gab. Ich saß dann mit einer hand wie std broadways/cnnctrs oder nem nem kleinen PP in den blinds.
      Hier die generellen gegebenen Annahmen zu diesen Spots: Der BB wird niemals light squeezen falls wir den SB auffüllen, aber ab und zu overcallen.
      Falls wir im BB sitzen, sehen wir einen 3-way-flop.
      Der UTG-OR ist ein TAG mit ~10-16% EP-raising-range. Der coldcaller kann alle möglichen Tendenzen von Fisch bis TAG darstellen. Der BB (falls wir im SB sitzen) soll erst mal eine untergeordnete Rolle spielen, je fischiger er ist desto größer kann natürlich unsere overcall-range sein).

      Da wir Postflop immer OOP spielen werden, frage ich mich, welche hände es sich lohnt, zu overcallen. Mit Pockets ist das so eine sache, zwar haben wir zwei gegner, die unser Set auszahlen könnten, andererseits wird in Multiway-pots einfach viel ehrlicher und vorsichtiger gespielt. Mit Std cnnctrs sind unsere Pairs nichts wert und selbst flushes können wertlos sein da bei action oft einer der beiden villains einen höheren flush hat.
      Bei broadways können wir uns nie sicher sein, dass wir nicht dominiert sind.
      Squeezen ist auch nicht das gelbe vom Ei, da der UTG-Raiser eine tighte opening-range hat und außerdem der coldcall-fish (so er denn einer ist) auch die 3bet callen könnte.

      Was ist das korrekte play? Immer folden und nur AQ/AJs/88-JJ zu callen ist imo einfach zu weak...
  • 1 Antwort
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Also für "immer" wird es so oder so keine passende Antwort geben. ;)

      Letztlich bleibt doch immer die gleiche Frage: Kann ich die Hand callen und sie Postflop profitabel spielen? Wenn nicht, kann ich bluffen oder sollte ich folden?

      Ob du die Hand Postflop profitabel spielen kannst hängt natürlich nicht nur von deinen Gegnern ab (die dennoch jedes Mal wechseln, daher bringt eine Verallgemeinerung nicht viel), von deinem Skill und das im Zusammenhang mit deiner Erfahrung. Wenn du gewisse Spots schon häufig gespielt hast, wirst du natürlich sicherer und kannst gewisse Aktionen deiner Gegner besser abschätzen.

      Mit PPs wirst du da in den seltensten Fällen einen Fehler begehen, die Hand ist am Flop klar eingeordnet und wenn du da mal Set over Set läufst, ist das halt so. Letztlich baust du da auf die implieds und gerade wenn einer der beiden Gegner etwas "komisch" spielt, sollte das klar gehen.

      Bei Händen wie SCs oder SAs kommts dann halt drauf an. SCs sind spielbar, es sind MW-Hände, natürlich stört die Position. Bei suited Aces gehts dann in einen Grenzbereich, da sie weniger drawing Charackter hat (Straight unwahrscheinlicher), dafür aber dominiert ist (so leicht foldet man mit A3s einen Axx-Flop dann halt auch nicht).

      Dafür eignen sich Axs Hände natürlich auch zum squeezen Dank des Card Removals Effect. Schätzt du also die Playability in dem Spot mit 56s oder A3s nicht als gut an, kannst du 56s folden und mit A3s mal einen Squeeze ansetzen.

      Dass UTG tight sein mag ist ja nicht die Frage, die Frage ist was er auf deinen Squeeze weiterspielt. Wenn er da 10% openraist, aber nur mit QQ+/AK im Pot bleibt, hast du 75% Foldequity alleine gegen ihn. So schlecht ist das nun weiß Gott nicht.

      Mit Broadways sind Squeezes auch gerne gesehen, da sie meistens einen Card Removal Effect haben aber nun keine MW-Hand sind. Sie sind immer leicht dominiert und haben zudem einen geringen drawing Charakter.

      Letztlich ist es so: Stufst du die Playability als nicht ausreichend ein und findest einen Bluff nicht erfolgsversprechend genug (beides aus o.g. Gründen), dann folde die Hand einfach. ;)