BSS schon empfehlenswert?

    • Merfinder
      Merfinder
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2011 Beiträge: 149
      Das wird mein erster Post im Ps-Forum daher bitte ich bei eventuellen inhaltlichen Fehlern um Nachsicht :D

      Ich habe jetzt in der Anfängersektion die BSS und MSS Artikel gelesen und aus den Comments entnommen , dass es bei den relativ neuen MSS Artikeln generelle Unstimmigkeiten bezüglich deren Anwendungstauglichkeit gibt.

      SSS lasse ich jetzt einmal aussen vor , da diese ja anscheinend nicht mehr so profitabel zu spielen sei.

      Die MSS scheint mir ein wenig zweifelhaft zu sein , da dort ja geraten wird auch mit eher schlechteren händen zu shoven (u.U. JJ+ im CO,Button) und das scheint mir sehr gewagt , als es langfristig profitabel sein könnte aber mich qualifiziert absolut nichts , diese Aussage zu treffen , da ich bisher nur sehr tiltig und fishig Free-Rolls und dann kleinere DoNs auff Everest gespielt habe.

      Sollte ich wie beim 1ten BSS Artikel empfohlen jetzt erst einmal 10k+ Hände nach der MSS spielen und dann erst zu BSS wechseln oder könnte ich theoretisch ohne Nachteile gegenüber dem soeben genannten gleich mit BSS anfangen , wenn ich mich strikt daran halte ?

      Ich würde mich selbst als fishig und zum tilt tendierend bezeichen :-D
      Ich dachte bevor ich jetzt anfange BSS zu lernen (habe meine 50$ noch nicht angerührt) und diese dann versemmel , will mich hier jemand davon abraten und mir lieber die MSS für den "totalen" Fisch ans Herz legen.

      Grüße :f_love:
  • 5 Antworten
    • maechtigerHarry
      maechtigerHarry
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2007 Beiträge: 5.596
      Fehler bei der BSS sind teurer als Fehler bei der MSS.
      Gute Entscheidungen bei der BSS bringen mehr Geld als gute Entscheidungen bei der BSS.

      Natürlich sehr pauschalisiert gesagt und trifft selbstverständlich nicht immer zu aber im groben kann man das schon so sagen.

      Das heißt als Anfänger der logischerweise noch viele Fehler macht und nicht sooo viele gute Entscheidungen trifft ist die BSS schwerer zu spielen.

      Das heißt aber nicht das sie prinzipiell eine schlechte Wahl ist. Die Gegner auf NL2 (wo man gewöhnlich anfängt) machen ebenfalls noch sehr viele Fehler. Wenn man bereit ist schnell zu lernen und diszipliniert zu spielen ist es daher auch für Anfänger möglich sehr schnell auf einen grünen Zweig zu kommen.
      Nicht indem man keine Fehler mehr macht sondern schlicht indem man weniger Fehler macht als die Gegner, und da diese viele Fehler machen ist das auch für Anfänger durchaus schaffbar.

      Das Problem ist nur folgendes:

      Je kleiner die Stacks sind desto eher lässt sich eine mittelgute Spielweise durch Charts, Tabellen und Standartlines pauschalisieren.
      Je größer die Stacks sind desto schwieriger ist das weil die Entscheidungen komplexer werden.

      Eine wirklich gute Spielweise lässt sich nie in Charts packen aber die ist wie gesagt auch gar nicht nötig zu Beginn. Eine Mittelgute reicht zum Start vollkommen aus.
      Da bei der MSS die Stacks also kleiner sind sind die Vorgaben für Anfänger prinzipiell besser während bei der BSS die Charts weniger hilfreich sind. Preflop wo die Entscheidungen noch relativ einfach sind und es wenig Situationen gibt ist das auch bei der BSS noch einigermaßen gut machbar. Postflop wird es sehr schwer und da ist dann eigenes denken gefragt.
      Da Anfängern das mit eigenen denken oft noch schwer fällt - nicht weil sie dumm sind natürlich sondern weil ihnen die Erfahrung fehlt - werden sie oft Probleme haben und vor schwierigen Entscheidungen stehen die sie bei der MSS in dieser Form oft nicht haben werden.

      Wenn du also mehr auf ausweniglernen stehst dann spiel MSS.
      Wenn du mehr darauf stehst selbst Pläne zu entwickeln dann spiel BSS.

      Du wirst bei beiden Strategien beides brauchen, gar keine Frage. Wirklich gut MSS oder SSS zu spielen ist auch bei weitem nicht einfach und braucht auch sehr viel Eigeninitative aber die Grundlagen sind einfacher über Charts zu lernen als bei der BSS.

      Ach und das mit Abstand aller aller wichtigste: Bring dein Tiltproblem in den Griff!!!!!!!! Das ist absolute Grundvorrausetzung um in irgendeiner Pokervariante, egal in welcher Erfolg haben zu können!
    • Karlimancan
      Karlimancan
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 705
      Original von maechtigerHarry
      Fehler bei der BSS sind teurer als Fehler bei der MSS.
      Gute Entscheidungen bei der BSS bringen mehr Geld als gute Entscheidungen bei der MSS.
      ansonsten, Jap!
    • Merfinder
      Merfinder
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2011 Beiträge: 149
      [quote]Original von maechtigerHarry

      "Da bei der MSS die Stacks also kleiner sind sind die Vorgaben für Anfänger prinzipiell besser während bei der BSS die Charts weniger hilfreich sind. "

      Also wäre die MSS wohl besser für mich geeignet , denn es liegt doch auf der Hand , dass je mehr ich mich an etwas halten kann und je weniger ich selbstständig Entscheidungen treffen muss (für den Einstieg ins Pokern erstmal) , desto besser kann ich den Tilt vermeiden bzw. desto weniger Einfluss hat der Tilt auf mich , da ich ja größtenteils das Schema runterspiele.

      sehe ich das richtig ? Falls ja , werde ich wohl dann doch erst mal eine Tausend Hände MSS spielen.
    • Hommsen
      Hommsen
      Bronze
      Dabei seit: 20.10.2009 Beiträge: 2.299
      Naja Tilt wird auch ber der MSS sehr teuer werden. Aber ja, du kannst dich an Vorgaben (Charts) halten und kannst so auch nicht so viele Fehler machen, wie bei der BSS, wo man öfter im Postflop-Spiel in komplizierte Spots kommt.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Sowohl die BSS als auch die MSS Einsteigerstrategien haben mit Poker wenig zu tun, wenn wir mal ganz ehrlich sind.

      Einsteigerstrategien sind darauf auslegt möglichst komplexe Entscheidungssituationen so weit zu vereinfachen, dass man keinen Profit mehr aus ihnen ziehen kann. Was ich damit sagen will ist folgendes:

      Der SHC gibt Anweisungen wie man unabhängig der Tischdynamik Hände spielt. Das Problem dabei ist, dass dieser SHC nicht beschreiben kann, ob ein konkreter Spielzug grade profitabel ist, sondern kann nur Situationen abbilden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Durchschnitt profitabel sind.

      Z.b. sagt der SHC, dass man in früher Position eine Hand wie JTs folden soll. Dies ist mit Sicherheit auch richtig, aber der SHC beachtet nicht, ob im BB ein Fisch sitzt.
      Z.b. sagt der SHC auch, dass man UTG AJs openraisen soll. Dabei kann dieser Openraise -EV zu sein, wenn hinter uns sehr gute Spieler sitzen, die wissen wie sie uns OOP unter Druck setzen können.

      Postflop wird das ganze noch viel kritischer, da das Preflopspiel in Holdem eigentlich sehr simpel zu lösen ist (zumindest zwischen 20 bis 150BB). Postflop werden alle Entscheidungen viel problematischer.

      Die MSS hat hier etwas den Vorteil, dass man durch die reduzierten Stacksizes einige Verallgemeinerungen einführen kann, die langfristig profitabel sind. In der BSS wurde dies zwar auch probiert, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass dies nicht besonders profitabel ist. Selbst die MSS Strategie ist mit suboptimalen Spielempfehlungen durchzogen.

      Es ist daher langfristig sinnvoller, dass du dich von Anfang an auf eine Strategie konzentrierst mit der du dein Ziel verfolgst. Wenn du nur nach einer Strategie suchst, mit der du ein bisschen liest und loszocken kannst, dann ist aber die MSS die Strategie, die du bevorzugen sollst. Die Entscheidungen sind Preflop und Postflop wesentlich einfacher zu erlernen.