"Emotional" Calls/Bets/Folds

    • Toshman007
      Toshman007
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2008 Beiträge: 976
      Servus,

      ich weiß zwar gar nicht ob ich in der richtigen Rubrik gelandet bin, allerdings wüßte ich auch nicht, nach was ich suchen sollte, da ich selbst keine Bezeichnung dafür habe.

      Ich würde es einfach mal als "Emotional Decisions" bezeichnen bzw. Bauchentscheidungen und wissen wollen ob es euch auch so geht bzw. wie ihr damit umgeht.

      Also zur eigentlichen Sache...
      Es gibt Situationen in denen ich, rein pokertechnisch, "falsche" Entscheidungen treffe und zwar aus dem Grund, das mir mein Bauchgefühl sagt, ich müßte z.B. die Bet jetzt callen, anstatt zu folden, was das einzig richtige wäre.
      Oder ich limp jetzt hier nur hinterher, obwohl eine Bet definitv die richtige Entscheidung wäre...
      Heißt, ich weiß eigentlich was ich machen müßte, tue dies aber nicht. Das kommt nicht wirklich häufig vor, vielleicht 2-3 mal pro Session, mal mehr mal weniger.
      Meine eigentliche Frage zielt allerdings darauf ab, woher kommt das und wie soll ich das kontrollieren, oder es einfach zulassen. Ist das mein Unterbewußtsein, welches die Line des Gegners derartig interpretiert, oder ist es einfach der Moment, in dem ich der Meinung bin, genau das ist jetzt der Spot in dem es wert ist, hier Aktion X auszuführen?!?!?
      Prinzipiell war ich der Meinung, das ist burning money, als ich darauf bewußt aufmerksam wurde, also hab ich mich hingesetzt und mir die Mühe gemacht aus dem HM derartige Hände zusammenzusuchen und mal unter die Lupe zu nehmen. Zu meiner eigenen Überraschung war es nicht so, das ich hier Unmengen an Geld verloren hab, lief eigentlich Alles in Allem relativ breakeven...
      Waren Hände dabei wie J5o mit gefloppten Drilling, volle Auszahlung mit Q3s und geflopptem Flush. Natürlich auch viele Folds oder verlorene Pötte, wie gesagt aber fast breakeven...
      Ich weiß nicht ob man das als Leak interpretieren kann, ich denke allerdings das es meiner Psyche in irgend einer Art und Weise Zufriedenheit gibt, ab und zu einfach mal was "gegen den Strom" zu machen...

      Wie seht ihr das bzw. geht damit um?

      Grüße
  • 13 Antworten
    • klick4FUN
      klick4FUN
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2008 Beiträge: 1.864
      ich hab das immer bei spots, wo villan nur und einfach ausschließlich die nuts rept
      da denk ich mir immer "niemals hast du sie jetzt"
      und dann "FUUUUUUUUUUUUU!!!!!!!111111111111111"
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Wenn ich in einem Spot echt mal der Meinung bin ich muss jetzt diese oder jene Aktion bringen, obwohl es auf den ersten Blick falsch erscheint, dann tu ich das.
      Allerdings basieren solche Entscheidungen ja in der Regel auf reads und auf reads zu vertrauen ist grundsätzlich nicht verkehrt.
    • HockeyTobi
      HockeyTobi
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2005 Beiträge: 23.227
      @ Toerke, ich glaub er meint jetzt nicht unbedingt die Reads. Das sind ja keine Bauchentscheidungen, sondern das sind Entscheidungen, die aus rationalen Gründen gemacht werden.

      Wenn jetzt solche Sachen wie ein Preflopcalls wie eben mit J5 gemeint sind, dann war es wohl nur Varianz, dass es noch Breakeven gelaufen ist, denn ich kann mir sehr sehr wenige Situationen vorstellen, wo ich J5o Preflop überhaupt spielen möchte. Das es BE war wird dann wohl eher eine Varianzsache sein.

      Ist aber wirklich die Frage, ob es bei dir wirklich die reinen Gefühls-Entscheidungen sind, oder doch irgendwelche Reads dahinterstehen. Das kann dir aber glaub ich niemand so einfach erklären.

      Viele Grüße
      Tobi
    • EpicFail86
      EpicFail86
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2010 Beiträge: 718
      @op

      klingt nicht so überzeugend, denn selbst wenn du in diesen spots breakeven bist kannst du sie auch weglassen.
      und "fast breakeven" auf z.b 50k hands ist auf 500k hands oft schon ein deutlichers minus.
    • Toshman007
      Toshman007
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2008 Beiträge: 976
      Jep, also ich meine hiermit nicht explizit reads die ich auf diverse Gegner hab, obwohl vielleicht ist es ein Misch Masch aus allem, hab eben keine Ahnung, deswegen frag ich, ob es Leute gibt denen es ähnlich geht.

      Wie gesagt, ich denke mit Disziplin könnt ich das unterdrücken, aber ich befürchte das könnte sich negativ auf mein Mindset auswirken...

      Prinzipiell call ich J5 etc. preflop auch nicht und das die Geschichte Varianz ist, denk ich eigentlich auch, nur würd ich halt gern wissen inwiefern das durch mich beeinflußt wird. Na ja, ich werde das mal weiter beobachten müssen, bis ich da ne halbwegs Samplesize zusammen hab und das kann dauern :-)
    • Kaiserludi
      Kaiserludi
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2010 Beiträge: 1.456
      Unter Emotional Calls verstehe ich auch solche Dinger, wie Villian callt grundsätzlich meine Preflop UTG Pushes für 20BB 9.4o, weil er seine Freundin am 9.4 kennengelernt hat und dass deswegen seine Glückszahl ist oder er folet first in AA, weil er sie gefühlt die letzten 10 mal verloren hat. Ich denke, an den Beispielen wird deutlich, dass Entscheidungen, die nicht aus rationalen Grünen gemacht werden, sich nicht lohnen können, es sei denn man hat ein Leak und diese dank dem Leak einem nicht rational erscheinende Entscheidung, die man vom Bauchgefühl her dennoch trrfft, bringt in Wahrheit mehr EV als die einem rational richtig erscheinende Entscheidung. Wieder ein Beispiel: Man hat noch nie was von Oddscalls gehört und denkt, 72o ist immer schlecht und rentiert sich in keinem Spot longterm und denkt daher, es ist eigentlich die richtige Entscheidung, bei 50er Blinds im BB gegen den SB-Push für 51Chips zu folden. Nun sagt einem aber das Bauchgefühl, "hey, du hast die letzen 10 Hände immer mit 72 ausgesuckt, du bist gerade im Upswing, das klappt bestimmt nochmal" und du stelst aufgrund des guten Gefühls 72 rein, obwohl es deienr Meinung nach eigentlich falsch ist. In dem Fall hat dir dein Bauchgefühl dann die richtige Entscheidung gegeben. Wenn einen aber das Bauchgefühl häufig bessere Entscheidungen treffen lässt als man sie rational täte, dann sollte man dringend an seinem Spiel arbeiten, denn dann hat man offensichtlich massive Leaks.
    • luxxx
      luxxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2006 Beiträge: 12.516
      Man muss es so sehen. Je mehr Haende man spielt, desto mehr praegt sich einem der Ablauf von bestimmten Szenarien ein.

      So kann es sogar soweit gehen, dass man in bestimmten Spots ein unterbewusstes Gefuehl hat, dass der Gegner z.B. in Situation XY blufft.

      Viele kleine Dinge koennen da hinenspielen wie Timing oder Betsizing.
      Auch wenn man es als Bauchgefuehl sieht, ist es letztendlich etwas, was man seinem Gehirn antrainiert hat.

      Manchmal kann einen das auch in falscher Weise beeinflussen, weil im Poker nunmal nicht immer die Resultate einzelner Haende eine Rolle spielen, sondern das Ganze einer langfristigen Varianz ausgeliefert ist. Eine Anhaeufung von negativen Resultaten kann da seinem Gehirn deutlich machen, dass in einem bestimmten Spot die eben -EV Entscheidung als richtig angesehen wird.

      Daher sollte man soweit es geht seine Entscheidung rational untersuchen und eben nur dann, wenn man wirklich beim Coinflip ist, sein Bauchgefuehl nutzen und hoffen, dass es Recht hat.

      Ich denke im Livepoker spielt dieses Phaenomaen eine groessere Rolle, weil die Reize, die man dort einfaengt, eine viel groessere Rolle spielen.
      Teilweise levelt man sich aber auch selber in die falsche Entscheidung.

      @Kaiserludi: bitte mehr Absaetze benutzen!
    • Toshman007
      Toshman007
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2008 Beiträge: 976
      Original von Kaiserludi
      Wenn einen aber das Bauchgefühl häufig bessere Entscheidungen treffen lässt als man sie rational täte, dann sollte man dringend an seinem Spiel arbeiten, denn dann hat man offensichtlich massive Leaks.
      Ich hatte erwähnt, das das äußerst selten vorkommt, oder? Das diese Aktionen im Regelfall meinen Gewinn schmälern/Verlust erhöhen, ist mir bewußt...
      Meine Frage war lediglich "weglassen vs. zulassen" oder wie ich es lieber bezeichnen würde "Rationalität vs. Instinkt" :f_biggrin:
    • Pokerxx
      Pokerxx
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 6.317
      "Math is idiotic"

      Bauchgefühl > all
    • Kaiserludi
      Kaiserludi
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2010 Beiträge: 1.456
      Original von Toshman007
      Original von Kaiserludi
      Wenn einen aber das Bauchgefühl häufig bessere Entscheidungen treffen lässt als man sie rational täte, dann sollte man dringend an seinem Spiel arbeiten, denn dann hat man offensichtlich massive Leaks.
      Ich hatte erwähnt, das das äußerst selten vorkommt, oder? Das diese Aktionen im Regelfall meinen Gewinn schmälern/Verlust erhöhen, ist mir bewußt...
      Meine Frage war lediglich "weglassen vs. zulassen" oder wie ich es lieber bezeichnen würde "Rationalität vs. Instinkt" :f_biggrin:
      "Das diese Aktionen im Regelfall meinen Gewinn schmälern/Verlust erhöhen, ist mir bewußt."
      Warum willst du es dann ernsthaft zulassen?
    • oettinger4
      oettinger4
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 1.669
      Meistens mache ich solche "Emotional" bets oder calls mit sehr starken Händen obwohl ich aber weiß, dass in diesem Spot die starken Hände nicht viel wert sind.

      Bsp.: NL50 Rush 6-Max. ich MP mit AA gegen ein soliden Reg mit 16/14 Stats oder ähnlichen im SB. Effektive Stacks 150bb.

      Flop: 343

      Aktion: Ich cbette. SB check-raised. Ich calle.

      Turn: 5

      Aktion: SB bettet. Ich calle.

      River: 9

      Aktion: SB geht Allin. Ich calle.

      Gehe ich "emotional" an die Hand bzw. River ist es unglaublich schwer zu folden, denn es gibt ja scheinbar keine Hände die einen schlagen. Außerdem hat man selten eine bessere Hand in so einem Spot.

      Geht man dagegen nüchtern an die Sache und betrachtet die Range des Gegners sieht es so aus:

      Bluffingrange: praktisch keine. Das man selber ein Overpair hat ist obvs. Zudem kann man nicht erwarten, dass ein Reg diesen Spot blufft bzw. dass dieser meint, man würde ein gutes Overpair am River folden.

      Valuerange: Mit TT-JJ hätte er definitiv nur gecallt. QQ könnte er zwar am Flop und Turn so spielen würde diese Hand aber River wahrscheinlich nicht potsize betten, sondern kleiner. Zudem würde er QQ wahrscheinlich öfters PF 3 betten. KK wird er wahrscheinlich in 100% der Fälle SB/MP gegen mich (22/19) 3 betten. Somit gibt es nur eine Valuerange, die aus Händen besteht, die besser sind als meine. Konkret wären das 33 oder 44.

      Also nüchtern betrachtet: Easy fold.
    • NoxOne187
      NoxOne187
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2009 Beiträge: 847
      Ich hab das ständig. Ich will ständig offsuited connectors und gapper 3betten obwohls viel weniger Sinn macht als mit suited. Ich hab aber irgendwie das Gefühl ich hitte dann besser. Zum Beispiel T9o aus oop 3betten = nuts.
    • Toshman007
      Toshman007
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2008 Beiträge: 976
      Original von Kaiserludi
      Original von Toshman007
      Original von Kaiserludi
      Wenn einen aber das Bauchgefühl häufig bessere Entscheidungen treffen lässt als man sie rational täte, dann sollte man dringend an seinem Spiel arbeiten, denn dann hat man offensichtlich massive Leaks.
      Ich hatte erwähnt, das das äußerst selten vorkommt, oder? Das diese Aktionen im Regelfall meinen Gewinn schmälern/Verlust erhöhen, ist mir bewußt...
      Meine Frage war lediglich "weglassen vs. zulassen" oder wie ich es lieber bezeichnen würde "Rationalität vs. Instinkt" :f_biggrin:
      "Das diese Aktionen im Regelfall meinen Gewinn schmälern/Verlust erhöhen, ist mir bewußt."
      Warum willst du es dann ernsthaft zulassen?
      Original von Toshman007
      Ich weiß nicht ob man das als Leak interpretieren kann, ich denke allerdings das es meiner Psyche in irgend einer Art und Weise Zufriedenheit gibt, ab und zu einfach mal was "gegen den Strom" zu machen...
      this...

      Die Frage ist, ob es mir einen psychologischen Vorteil auf mein restliches Spiel gibt, der es wert ist, die Verluste dort zu "erlauben"