Statsanalyse: AF und AFq

    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      Hi,

      ich benutze pokertracker. Mir ist nicht klar, welcher Unterschied zwischen Af und AFq besteht. Bzw. für welche Überlegungen ziehe ich welchen Statwert heran? Mir ist nämlich aufgefallen, dass manche Spieler einen hohen AF haben (2,5-3) und die Afq ist relativ niedrig (35-40). Was sagt mir das z.B??
  • 8 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      AF = (Bet + Raise)/Call

      AFQ =((Raise + Bet) / (Raise + Bet + Calls + Folds)
    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      Also das kann ich auch aus PT3 entnehmen.
      Ich weiß halt aber nicht was das konkret auf das Spiel bezogen heißt, in einer formellosen Sprache. Welche reads kann ich denn konkret daraus ableiten??
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      AF gibt dir den Quotienten aus aggressiven Geldinvestitionen zu passiven Geld investitionen an. D.h. ein AF von 4 z.b. kann auf folgende weise zustande kommen:

      Bet + Raise = 8x beobachtet und Call = 2x beobachtet
      Bet + Raise = 4x beobachtet Call = 1x beobachtet

      Der AF an sich lässt keine Aussage über die tatsächliche Aggression zu, da z.b. ein Spieler mit 8 AF (8x öfter gebettet/geraist als gecalled) möglicherweise einfach nur selten am Flop called und er immer Raise oder Fold spielt. Der AF kann nur mit dem Vpip und dem WTS zusammen richtig interpretiert werden.

      Hier kommt jetzt die AFQ ins Spiel, die am Flop noch die Frequenz der Calls und Folds berücksichtigt und somit wirklich abbildet wie aggressiv ein Spieler auf einer bestimmten Straße (oder Overcall) ist. Hier werden alle aggressiven Aktionen ins Verhältnis mit allen passiven Aktionen gesetzt - (z.b. hat jemand eine AFQ von 0.5, wenn er 3x gebettet hat; 3x geraist hat;3x gecalled hat und 3x gefolded hat bisher). Die AFQ ist im Gegensatz zum AF keine absolute Zahl, sondern eine relative Zahl (was ich damit sagen willst das der AF immer eine Zahl zwischen 0 und unendendlich sein wird, der AFQ immer eine Zahl zwischen 0 und 1 sein wird - manchmal wird der AFQ mit 100 multipliziert, dann hast du halt wieder absolute Werte zwischen 0 und 100).
      Der AFQ lässt also (isolierte) Rückschlüsse auf die Spielweise eines Spielers zu.
    • MrFister
      MrFister
      Bronze
      Dabei seit: 10.10.2006 Beiträge: 4.667
      hi ghostmaste, sorry, dass ich hier schlaumeiere:

      sowohl AF als auch AFQ sind relative werte!

      relativ bedeutet, dass ein größe in bezug zu einer anderen größe gesetzt wird. das geschiet bei beiden werten.

      die aussage, der AFG würde zu einem absoluten wert, wenn er mit 100 multipliziert wird, ist ebenfalls falsch. er bleibt genauso relativ wie vorher auch. nun ist es allerdings eine prozent zahl.

      Bet + Raise = 8x beobachtet und Call = 2x beobachtet Bet + Raise = 4x beobachtet Call = 1x beobachtet


      hier kann ich zwar erahnen, was du meinst, das liegt aber wohl vor allem daran, dass ich weiß wie der AF sich berechnet ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wir reden hier von statistischen Werten. Eine relative Häufigkeit beschreibt

      1. den Anteil der Versuche eines Zufallsexperiments, bei dem ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist.

      2. den Anteil der Objekte mit dem gleichen interessierenden Merkmal an einer Grundgesamtheit an,

      Beides trifft auf den AF nicht zu, aber auf die AFQ. Daher kann schon laut statistischer Definition der AF kein relativer Wert sein, da sich der Zähler nicht auf eine Grundgesamtheit (die im Nenner stehen würde) bezieht, sondern auf einen vollkommen anderen Wert. (in dem Fall der Call) Wenn es keine relativer Größe ist ist, dann muss es wohl eine absoluter Größe sein im Umkehrschluss.

      Die AFQ ist laut dieser Definition eindeutig eine relative Größe. Wo du recht hast ist meine Aussage bezüglich der Multiplikation mit hundert. Natürlich wird die AFQ dadurch nicht zu einem absoluten Wert; ich dachte mir aber das es leichter verständlich ist, wenn ich das so beschreibe.

      Edit: Und bevor wir jetzt in eine ewige Diskussion ausbrechen über relative und absolute Werte, soll sich jeder selber ein Bild machen. Es mag sein das ich im Unrecht bin, aber es geht hier ja nur im die Interpretation des AFQ und AF und ich denke das ist jetzt klar geworden
    • MrFister
      MrFister
      Bronze
      Dabei seit: 10.10.2006 Beiträge: 4.667
      korrekt ist, dass der AF eine größe nicht in relation zu einer grundgesamtheit setzt. allerdings setzt er dennoch zwei (bzw. drei) größen in einem verhältnis zu einander, nämlich die aggressiven größen "absolute bethäufigkeit + absolute raisehäufigkeit" in relation zu "absolute callhäufigkeit". dadurch entsteht die relative größe aggressionhäufigkeit geteilt durch callhäufigkeit.

      mittlerweile ist es mir aber peinlich, dass wir über diesen belanglosen punkt diskutieren ;)
    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      Sorry, dass ich so spät darauf eingehen kann. ICh hoffe, es wird noch darauf reagiert.

      @Ghostmaster: du sagst der AF hängt vom Vpip und dem WTS ab. Ich würde gerne ein paar Beispiele hören.
      Wenn jemad z.B. AF von 2 hat und VPip 35 und WTS 31, heißt dass, dass seine Aggression auf dem T (c/r z.B.) ernster zu nehmen, als wenn sein AF 4 wäre?
      Man kann ja wie du angedeutet hast, die AFQ für jede street anzeigen lassen. Ist das zu empfehlen (ich denke viel zu unübersichtlich), auch wenn ich schon festgestellt habe, dass viele Spieler mehr Action auf F als auf dem T machen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Jemand der 35% seiner Hände spielt und in 31% der Fälle am Showdown anzutreffen ist und dabei trotzdem einen AF von 2 hat, kann nicht grade der passivste Spieler sein.


      Einer 35% Range:

      55+,A2s+,K3s+,Q6s+,J7s+,T7s+,97s+,87s,A4o+,K8o+,Q9o+,J9o+,T9o

      31% von 35% sind sind 10,85%

      77+,A9s+,KTs+,QTs+,ATo+,KQo

      Wenn er jetzt noch einen PostflopAF von 2 hat, dann spielt er jede 2 von 3 Händen aggressiv.

      Die Stats können dir nicht sagen mit welchen Händen genau er aggressiv und mit welchen passiv spielt, das kannst du nur über Beobachtung herausfinden.

      Ein AF von 4 würde bedeuten, dass er 4 von 5 Händen Postflop aggressiv spielt.

      Der WTS ist insofern relevant, dass je öfter ein Spieler am Showdown ist und je aggressiver er ist, desto wahrscheinlicher wird es das er marginale Hände überspielt. Der Vpip ist relevant dabei, weil du daraus ableiten kannst wie seine Range überhaupt ist und wenn du guckst wie oft er am Showdown mit seiner Range ist, dann kannst du aus dem AF schon ganz gut ableiten, ob da jemand sitzt der marginale Hände eher called, raist oder folded. (letztendlich hilft das aber nicht soviel wie ein konkreter Read - das solltest du immer bedenken)

      Ja die AFQ für einzelne Streets ist sehr gut, weil es viele Spieler gibt die auf den ersten Blick sehr passiv sind (50/10 mit 1.2 AF), aber den AF so verteilt haben Flop 0.5, Turn 0.5 River 10. Das wäre z.b. ein Spieler dessen Lieblingsbeschäftigung am River nicht daraus besteht zu callen, sondern zu raisen oder zu folden. Mit der AFQ kannst du dann auch noch herausfinden, ob er lieber folded oder raist.