[Games ohne Edge I - Nachdiskussion] Heads UP vs JoosP

    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.427
      Diskussionsthread zum Video:

      http://de.pokerstrategy.com/video/17377/

      Also: Villain ist joosP

      Punkt 1: depolarisierte c/r Range als Adaption


      Wir haben bislang ungfähr ~0.5k Hands NL HU (wovon leider die meisten HU SnGs waren, womit häufig andere Stack-Pot-Ratios im Spiel waren) gegeneinander gespielt und ich hatte den Eindruck, dass er im Schnitt seine cbetting Range (~55%) depolarisiert gegen mich, d.h. viele Middleparis, weake Top Pairs und sogar Flushdraws hin und wieder behindcheckt und dann seine starken Hände cbettet und große Teile seiner Air-Range. Problem ist, dass er gerne durchbarrellt.
      100% BU openminr.

      Vor dem Match hatte ich häufiger c/c im Reportoire und hatte mir dann diese c/r Strategie als Adaption überlegt, eben weil ne weake cc Range sich da nicht toll spielt und tendenziell ich der bin, der Fehler macht. Kann meine Range Preflop auch nicht viel stärker bekommen, weil er 100% vom BU minr.

      $1/$2 No Limit Holdem
      FullTiltPoker
      2 Players
      Hand Conversion Powered by weaktight.com

      Stacks:
      SB Pokerhunta ($744.60)
      BB KTU ($200)

      Pre-Flop: ($3, 2 players) KTU is BB 5:heart: A:spade:
      Pokerhunta raises to $4, KTU calls $2

      Flop: 5:club: K:spade: 6:diamond: ($8, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta bets $4, KTU raises to $14

      Final Pot: $26

      KTU wins $25.50 (net +$7.50)

      Pokerhunta lost $8


      Punkt 2: toughe Calls und Umgang mit Overbets


      Wie im Video bereits gesagt, habe ich keine genauen Vorstellungen von seinen Overbet-Freq. Wir hatten nur mal eine Meta-Diskussion in der er meinte, dass Overbets zu 70% for Value sein sollten, wenn man sie ins eigene Spiel integriert.

      Gameflow und Gedanken finden sich im Video. Was haltet ihr von meinen Entscheidungen?

      i)
      $1/$2 No Limit Holdem
      FullTiltPoker
      2 Players
      Hand Conversion Powered by weaktight.com

      Stacks:
      SB Pokerhunta ($458.35)
      BB KTU ($200)

      Pre-Flop: ($3, 2 players) KTU is BB 10:spade: A:club:
      Pokerhunta raises to $4, KTU calls $2

      Flop: J:spade: K:spade: 5:club: ($8, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta checks

      Turn: A:diamond: ($8, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta bets $8, KTU calls $8

      River: 2:spade: ($24, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta bets $46, KTU calls $46

      ii)
      $1/$2 No Limit Holdem
      FullTiltPoker
      2 Players
      Hand Conversion Powered by weaktight.com

      Stacks:
      SB Pokerhunta ($418.75)
      BB KTU ($204.50)

      Pre-Flop: ($3, 2 players) KTU is BB K:club: 9:heart:
      Pokerhunta raises to $4, KTU calls $2

      Flop: J:diamond: K:heart: Q:spade: ($8, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta bets $5, KTU calls $5

      Turn: Q:club: ($18, 2 players)
      KTU checks, Pokerhunta bets $30, KTU folds

      Pokerhunta wins $47.50 (net +$8.50)

      KTU lost $9

      iii)
      $1/$2 No Limit Holdem
      FullTiltPoker
      2 Players
      Hand Conversion Powered by weaktight.com

      Stacks:
      SB KTU ($200)
      BB Pokerhunta ($514.65)

      Pre-Flop: ($3, 2 players) KTU is SB K:club: 7:diamond:
      KTU raises to $5, Pokerhunta raises to $18, KTU raises to $41, Pokerhunta calls $23

      Flop: 4:club: 2:spade: 2:diamond: ($82, 2 players)
      Pokerhunta checks, KTU checks

      Turn: 5:heart: ($82, 2 players)
      Pokerhunta checks, KTU checks

      River: 7:heart: ($82, 2 players)
      Pokerhunta bets $473.65, KTU calls $159



      Punkt 3: schreibt einfach auf was euch sonst noch so aufgefallen ist. Ich nehme dann dazu Stellung

      Grüße
      KTU
  • 31 Antworten
    • joosP
      joosP
      Black
      Dabei seit: 26.04.2007 Beiträge: 13.801
      bevor die diskussionen ausbrechen, möchte ich eines vorweg nehmen:

      anzusprechender coach für das video ist KTU, nicht meine wenigkeit. ich wusste worum es in dem vid geht und wollte ihm einen attraktiven start ermöglichen. ich selber bin atm nicht an public coachings interessiert.


      bitte habt verständnis, dass ich nicht negative freerollen möchte und nicht ausführlich auf meine gedankengänge eingehe. ich bin sicher ktu kann eure fragen mehr als zufriedenstellend beantworten.

      ich bin bereit das ein oder andere holding von mir zu verraten und kann auch mal kurz was kommentieren, sehe mich aber nicht als contentlieferant.


      grüße
    • docsanchez
      docsanchez
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2007 Beiträge: 8.589
      punkt 2 sehe ich persönlich so (von außen, war ja nicht beteiligt und mein Gedankengang ist neutral gesehen wohl ein anderer) ; die K9 Hand mit der Turn Overbet auf JQKQ; idR müssten hier beide Spieler ja wissen dass der Turn eine schlechte Barrelkarte ist, der großteil deiner Flopcalling range wird auch am turn nicht folden; mit der Overbet und der Voraussetzung dass beide den Turn als schlechte Karte sehen, bringt man sogar Kx in einen toughen Spot, wenn wir seine Frequenz kennen - ich persönlich Frage mich ob die Fold Equity der Overbet am Turn besser ist, als turn und river einfach normal zu barreln - denke aber dass sie schon sehr scary aussieht, vorallem weil am River halt immernoch die Riesenbet kommen kann, so gesehen "spart" man sich evtl. sogar bisschen was mit dem Bluff bzw kann noch immer den River bomben.


      Bei der K7 vs AA hand frage ich mich, warum JoosP hier den River shippt - unsere Hand sieht relativ face up aus, der River improve't unsere Hand sehr selten, und der größere Teil unserer Range ist am River noch immer unpaired; gibt uns JoosP trotzdem noch pairs wie 88/99 (Alles höhere würde wie KTU schon sagt den Turn betten) die nicht gegen 6 Outs protecten wollen?
      Die Hand sieht so aus als wären wir maximal geownt worden aber ich würde gerne Joosps Gedankengang dazu hören.


      Greets
    • goldflair03
      goldflair03
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2008 Beiträge: 1.957
      hi,
      tolles video - hat mich sehr zum nachdenken angeregt :]

      versteh allerdings nich warum du auf ne angenommen polarisierte cbet mit einer depolarisierten c/r-range adapten wolltest. die gängige adaption ist ja normalerweise nen call, weil man sich ansonsten halt gegen die starke "nutrange" isoliert und besonders bei der A5- hand seh ich überhaupt keinen zweck/exploit in einem c/r gegen seine range.

      deine adaption zu seinem preflopspiel fand ich auch teilweise recht unschlüssig. du 3bettest am anfang 2 sc's obwohl joosp nur minopend,
      du weißt, dass er dünn value4bettet ( ka ob AQ am anfang eines matches hu ne dünne value4bet ist ?? )
      und wahrscheinlich auch vernünftig bluff4bettet, besonders weil du bestimmt nich nochmal bock hast ne bluff5bet auszupacken.
      und sobald du am sd siehst, dass er 85s auf ne 3bet callt flattest du AT ?(
      würd da eher ne ~30% valuerange 3betten, auf bluff3bets fast völlig verziechten und auch postflop mehr mit air barreln um ihn von seiner weaken range runterzubekommen - obwohl wenn ich wüsste das ich gegen joosp spiele, dann würd ich auch eher auf meinem geld sitzen :D

      @joosp: kann die turnoverbet gegen ktus range im vakuum auch nich nachvollziehen. musst ihn ja schon sehr gut kennen und selbst dann gäbs 100mal bessere spots. wolltest du mit der hand "günstig" ne overbettinghistory aufbauen um dass dann später wie in der AA-hand auszunutzen? deswegen haste auch die 53s-hand als buff gezeigt...

      das videoformat ist übrigens echt hammer, weiter so :s_thumbsup:
    • nleeson111
      nleeson111
      Bronze
      Dabei seit: 14.09.2007 Beiträge: 25.298
      Warum ist dies hier im Handbewertungsforum?
      Passt doch hier besser rein: http://de.pokerstrategy.com/forum/board.php?boardid=1455
    • docsanchez
      docsanchez
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2007 Beiträge: 8.589
      @ goldflair ich denke dass die 53 overbet und die AA hand schon eher nicht viel miteinander zu tun haben bzw die eine die andere nicht voraussetzt (!) - immerhin is die eine normaler raised pot mit weiten ranges und die andere 4bet pot mit narrow ranges und einer (perceived) face-up hand von ktu...

      Greets
    • Razorlight87
      Razorlight87
      Black
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 7.902
      Hier schaut doch eh kein Arsch rein..
    • Aerox88
      Aerox88
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 2.906
      bei der AT hand in ca. min 34:00 mit der overbet von villian am River.
      was is da mit c/r Turn, is des garkeine option?
      villian hat meiner meinung fast keine hand die dich beatet (AQ, A5, AJ vieleicht).
      auserdem hast du nen paar hände davor den Turn schon gechackraised
    • joosP
      joosP
      Black
      Dabei seit: 26.04.2007 Beiträge: 13.801
      Original von Razorlight87
      Hier schaut doch eh kein Arsch rein..
      wo solls denn sonst hin?
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.427
      @goldflair03

      schöner Post!
      Eine Frage zu deiner cc Adaption hätte ich allerdings.
      Wie balanced du dann deine Lines mit welchen Holdings?

      Also zur Auswahl hast du dann so richtig nur:
      Flop/Turn/River
      1. cc/cc/cc
      2. cc/cf
      3. cc/cc/cf
      4. cc/cc/crai

      usw.

      Er barrelt eben viel, aber auch nicth völlig unbalanced.

      @docsanches
      Der Rivership von joosP ist easy. Stichwort: unealstische Callingranges

      @Aeroxx88
      Denke dass joosP da wenig Fehler macht, wenn du den Turn c/r und ein unterrepräsentiertes holding da mehr Value hat.
      Wo siehst du bei c/r den EV Gewinn?
    • goldflair03
      goldflair03
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2008 Beiträge: 1.957
      joa, würd grundsätzlich auf diesem board am flop eher zu ner c/c lastigen range neigen von kx,sets, medium händen bis stärkeren ace-high und je mehr er barrelt desto weniger ace-high würd ich reinnehmen.

      hab jetzt kaum ahnung von hu-ranges aber ich denke das wär schon ganz ok wenn man A5 gegen ne turnbet einfach turnt und c/rst und den river executed. ansonsten wirds nach dem flop halt runtergecheckt bzw. wenn er den turn behindcheckt und river bettet, dann sollte man halt bei den meisten karten den river c/r...

      er müsste dir dann eigentltich genug Kx hände in die range geben und dein image sollte da solide genug gewesen sein, dass du ihn von 90% der nicht-kx hände runter bekommst - oder ist das wunschdenken beim hu ?(
      naja wenn er zu light runtercallt dann lässt du halt die bluffs, c/r thinner for value und c/f A5 da einfach am turn.

      wie hast du dir denn vorgestellt wie du mit der hand/ range den spot nach einem flopc/r weiterspielst? c/c turn, c/f oder einfach durchballern und wo soll da der exploit stecken?
    • 599Pringles
      599Pringles
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 1.327
      Hi,

      ich möchte dein Vid sehr loben. Es hat mir sehr gut gefallen. An dieser Stelle möchte ich gar nicht auf das HU eingehen, sondern vielmehr auf das was vorher war. Dein methodisch-didaktisches Vorgehen hat mir ebenfalls sehr gefallen.

      Es ist sehr schön, dass PS.de als Coach gewonnen hat. Ich freue mich auf mehr.
    • joosP
      joosP
      Black
      Dabei seit: 26.04.2007 Beiträge: 13.801
      beispielhand 1:

      den c/r würde ich nicht als depolarisiert, sondern als bluff bezeichnen. dein argument ist vermutlich sowas wie " ich hab meist die beste hand und muss protecten". das stimmt, aber der effekt ist der gleiche als wenn du zB JTo c/r. wirst du gecallt, hast du eben nicht mehr die beste hand und falls das doch mal der fall ist (zB vs 78, 5x), wirst du ohne improvement dennoch die hand nicht gewinnen, es sei denn du turnst dein pair per 3barrel in nen bluff. was das für deine c/r range und deine frequencies bedeuten würde, ist so ziemlich out of control.
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.427
      ja genau. Es ist im Prinzip ein Bluff, weil ich zu dem Schluß gekommen bin, dass ich zu viele Probleme mit weaken cc Ranges gegen Dich hab.

      Ich halte es weiterhin für eine coole temporäre Adaption, d.h. ich mache es eine zeitlang gegen deine cbetrange Flop / Turn (Air lastig + unangenehme Barrell-Frequencies). Auf Dauer ist es natürlich schlecht, da du mich dann zu sehr auf einem perceived weaken Holding hast und genauso wie gegen cc Flop backplayst, womit ich auf Dauer sogar mehr Geld verliere als mit cc/cf und cc/cc/cf Lines in meinem Game.

      Da Du einmal ja sogar TPNK gefoldet hast, kann es so schlecht nicht gewesen sein, oder?

      Natürlich schwer dann den Switch zu finden. Und auf cc/... Lines umzusteigen.

      Wenn ich anfange gegen dich am Flop mehr zu cc, dann will ich eben nicht auch noch zeitgleich ne großartige c/r Range haben, die meiner Flopcalling Range nen harten Cut versetzt.

      Ich glaube insgesamt sollte ich ständig mein Game am Flop umstellen und mehrere Strategien haben:

      Hätten wir das Match länger gespielt, hätte ich es gerne so gehalten:

      Flopplay oop vs JoosP:

      1. keine cc Range, weite c/r Range. (absolute Air c/f)
      Nur gut, wenn Du auf c/r viel aufgibst, was nach dem 4.-5. c/r immer weniger funktionieren wird.

      Also wechseln zu:

      2. dünn 4 value c/r und hoffen dass du gerade auf meine zu weake c/r mit hoher blufffreq adaptest.
      Weake Holdings: Gutshot + Overcards, Pairs donken. Also jetzt den Überraschungseffekt auf die Donkingrange übertragen.

      Sobald auch das Donken in meinem Game ist mit vernünftigen cc Ranges anfangen zu arbeiten, da du denen vllt besonders viel Credit gibst anfangs, da ich ja zu weite c/r und donkingranges hab

      usw...

      Ist natürlich anstrengend, aber mir fällt keine schöne Standard-Apation gegen deinen Stil ein.
    • joosP
      joosP
      Black
      Dabei seit: 26.04.2007 Beiträge: 13.801
      donken ist der richtige ansatz. frag mal den anderen coach aus dem forum ;)

      edit: ich hab im HU keinmal TPNK auf ein c/r gefoldet
    • Valyrian
      Valyrian
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 24.193
      ist nicht die wichtigste Adaption gegen eine 100% minopenraise Strategie schon preflop richtig zu reagieren?

      wenn man <50% defended aus dem BB macht der openraiser schon immediate profit. [Es ist die Frage ob man das nicht ohnehin in Kauf nehmen muss als BB, weil man Positionsnachteil hat, aber zu tight darf man halt keinesfalls werden = deutlich mehr als 40% defenden ist ein Muss (mache sagen, dass es mind. 50% sein müssen die man defended, siehe z.B. die neue "pr1nnyraiding 3" Serie bei dc) ich habe da so meine Zweifel, aber sei es drum.].
      Wenn man nun enorm viel coldcallt preflop, hat man den dreifachen Salat:
      - selber ne schwache Range
      - keine Initiative
      - keine Position
      ... dass man dann am Flop in großen Problemen ist, kann nicht wirklich überraschen denke ich ;)

      Von daher sollte man imo mind. 22% 3bet haben gegen ne 100% Range und dann könnte eine solche Range z.B. so aussehen:

      22+, A9s+, KTs+, K4s-K2s, QJs, Q6s-Q2s, ATo+, A5o-A2o, KQo, K6o-K2o (24%)

      und die cc Range so:

      K9s-K5s, QTs-Q7s, J9s-J7s, T8s-T7s, 97s, 86s+, 75s+, 65s, A9o-A6o, KJo-K7o, Q8o+, J8o+, T8o+, 98o, 87o, 76o (25%)

      [man kann freilich die Ranges anders gewichten und/oder z.B. die PP nur zu 75% 3betten und zu 25% cc um weniger lesbar zu sein]

      auf diese Weise wird die eigene cc Range relativ klein obwohl man fast 50% defended und bleibt dennoch relativ stark, insbesondere was playability angeht, was ja gerade OOP nicht ganz unwichtig ist.

      Dass man freilich auch hier in toughe spots kommt liegt in der Natur der Sache, aber als grundsätzlicher Ansatz ist ein solcher, der eben preflop wesentlich aggressiver an die Sache rangeht um die eigene cc Range leichter spielbar zu machen, doch wesentlich effektiver, als eine (zu) weite cc Range zu haben und dann am Flop oft im Regen zu stehen und in einer balancten(!) donkbetting Strategie Zuflucht nehmen zu müssen.

      my 2 cent.
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Initiative ist imo so eine Sache gegen gute Spieler. Sie müssen nicht mehr folden, nur weil ihr Gegner die Initiative hat. Im Grunde investiert man mit einer zu hohen 3betting Frequency nur mehr Geld mit marginaleren Händen OOP.

      Wenn man unbeding den Flop betten möchte, kann man z.B. auch öfter donken. Klar muss man das balancen, aber muss man bei seinen 3Bets und CBets auch.

      Ich glaube auch nicht, dass es immer Sinn macht soviele PPs zu 3betten. Man hat dann oft das Gefühl, man kann ohne Set relativ easy aufgeben auf einigen Boards, aber man hat immerhin ein größeres Investment und foldet dann ggf. viel EQ gegen eine Range, die auch aus Floats besteht.
    • meisenmann2
      meisenmann2
      Bronze
      Dabei seit: 17.12.2006 Beiträge: 2.562
      Gegen einen guten Spieler wie Joosp, der konstant miropenraised halte ich es nicht für richtig oop zuviel zu 3betten für > 100 bb.
      Ich würde da vermutlich nicht mehr als 10% 3betten.

      Ich bin auch ein Freund von donkbets, man muss sie halt gut mixen.
      Und auch hin und wieder mit einer medium made hand bereit sein

      bet/c c/c c/c oder
      bet bet/c c/c zu spielen
    • joosP
      joosP
      Black
      Dabei seit: 26.04.2007 Beiträge: 13.801
      Original von goldflair03
      ...würd da eher ne ~30% valuerange 3betten...

      @joosp: kann die turnoverbet gegen ktus range im vakuum auch nich nachvollziehen. musst ihn ja schon sehr gut kennen und selbst dann gäbs 100mal bessere spots. wolltest du mit der hand "günstig" ne overbettinghistory aufbauen um dass dann später wie in der AA-hand auszunutzen? deswegen haste auch die 53s-hand als buff gezeigt...

      er hat btw auch um die ~30% ge3bettet.

      in der 53s hand hat er nie ein FH, fast nie die str8 und selten trips. ich dagegen kann alles reppen und gegen seine range sogar sehr thin for value overbetten. das ist dann eben das problem bei einer hart depolarisierten 3betrange. selbst top seiner range wirds am river schwer haben eine weitere bet zu callen (wobei er das mit K9 ja quasi bereits ist), geschweige denn eine weitere overbet. der spot macht macht aus meiner sicht nur im vakuum sinn. dann aber, als exploitive line, um so mehr. gezeigt hab ich dann obv nur aus metagame gründen.

      die AA hand ist am river dagegen von beiden seiten ziemlich stani . selbst AK könnt ich wohl knapp for value shippen und stünde selbst gegen ne reasonable merged range noch ganz gut da. die rivered 7 ändert jetzt auch nicht soviel, da ich in dem spot bei dem rundown quasi nie A oder Khigh habe und er nie schlechter als sowas wie Qhigh ist. somit ist seine relative handstärke bei der rivercard sogar schon underreppt und sein call ein ziemlicher nobrainer. der fehler liegt in cb flop+turn, da er gegen meine frequencies mit Khigh am river sonst ziemlich sicher -Ev spielt.

      hand 2 (AT) ist auch okay, unter der bedingung das er mir eine depolarisierte overbettingrange gibt. "top seiner range" zu sein, wäre ansonsten ziemlich nutzlos, das versaut nur die callingfrequenz und kostet sehr viele regs regelmäßig viel geld.
      zu beginn eines matches kann showdownbound aber nicht so verkehrt sein


      edited


      dont post drunk :s_ugly:
    • Valyrian
      Valyrian
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 24.193
      Original von meisenmann2
      Gegen einen guten Spieler wie Joosp, der konstant miropenraised halte ich es nicht für richtig oop zuviel zu 3betten für > 100 bb.
      Ich würde da vermutlich nicht mehr als 10% 3betten.
      hast du auch nen Grund für diese Ansicht?! :P
      Wer 100% minopenraist freut sich wenn der Gegner tight defended und freut sich noch mehr wenn er nur sehr selten attackiert wird preflop.

      Wenn ich also preflop 100% openraisen kann und du nur 10% 3bettest und dann um die 40% coldcallst, um nicht schon preflop zu viel zu verlieren, so sehe ich durch mein 1,5bb Investment fast immer den Flop (oder gewinne die blinds kampflos) und kann die Equity meiner random Range sehr gut realisieren:

      Beispielsweise dürfte die Equity der Ranges in etwa 56:44 für dich sein, wenn du coldcallst:


      Board:
             Equity     Win     Tie
      SB     44.01%  42.42%   1.58% { zufällig }
      BB     55.99%  54.41%   1.58% { 88-33, ATs-A2s, KJs-K6s, Q2s+, J4s+, T6s+, 96s+, 86s+, 76s, 65s, AJo-A6o, K5o+, Q7o+, J7o+, T8o+, 98o }


      und ich behalte alle Vorteile der Position und erzeuge zudem maximale FE preflop. - Das weite coldcallen kann daher unmöglich eine gute Gegenstrategie sein, im Grunde scheint es mir sogar die schlechteste Weise zu sein wie man reagieren kann. (abgesehen davon immer zu folden obv).

      Ich meine es geht ja gar nicht aggressiver als 100% zu openraisen und im Grunde auch nicht unverschämter als dafür nur das Minimum zu investieren, auf diese Provokation mit Passivität zu antworten kann einfach nicht richtig sein :)


      Original von meisenmann2
      Ich bin auch ein Freund von donkbets, man muss sie halt gut mixen.
      Und auch hin und wieder mit einer medium made hand bereit sein

      bet/c c/c c/c oder
      bet bet/c c/c zu spielen
      In der Tat sind donkbets ein mögliches Mittel. Man könnte die Sache ja auch umdrehen und sich das so denken: wir haben OOP ne ~40% Range (unsere cc Range) geopenraist und der Irre defended einfach 100% als flatcall, so dass wir jetzt am Flop mit einer stärkeren Range dastehen und eben einfach so spielen als ob wir der PFA wären und eben dann cbetten, wenn wir es für sinnvoll erachten.

      Der Haken dieser Geschichte bleibt aber der, dass Villain in diesem Fall wie gesagt schon preflop +EV spielt, wenn wir nicht mind. 50% defenden und selbst wenn wir 50% defenden wird er fast immer den Flop sehen und man trifft halt auch mit random trash die Flops, hat man dann noch die Position und du donkst ständig in mich rein, so fühle ich mich doch wie im Schlaraffenland?!

      Genau deshalb muss man FE erzeugen preflop (= 3betten) bzw. ihn zwingen mehr Geld zu investieren, wenn er mit seiner extrem weiten Range den Flop sehen will.

      ***

      Es hat zudem, wenn ich mich nicht sehr täusche, kein einziger der bekannten high stakes HU Spezialisten ne ernsthafte donking Range, mal ne donkbet - sicher, aber ne >30% donkbetting Range hat einfach kein Mensch und das hat Gründe...

      Zudem haben alle ne 16-20% 3bet Range und diese geht ja vor allem gegen das typische 3bb openraise und einen 80-95% openraise Range - gegen minraises und 100% openraise sollte die 3bet Range theoretisch sogar deutlich erweitert werden.
      Das ist übrigens auch der Hauptgrund wieso die meisten starken Leute keine 100% Range openraisen, weil die eigene Range dann so viel off suited trash enthält, dass man auf 3bets extrem viel folden muss, während "nur" 85-90% zu openraisen eben schon gleich so viel Mist draußen lässt, dass man weniger anfällig für 3bets wird.

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      KTU hat doch im Video gleich zu Beginn gesagt, dass er aufgrund der History und dem Wissen, dass JoosP 100% minopenraist eine aggressive 3bet Strategie fahren will und auch ansonsten sehr aggressiv gegenhalten will.
      Nur ging das Konzept praktisch mit Hand 1 dann den Bach runter und er hat sich nicht mehr dran gehalten, sondern versucht schon nach 10 Händen zu adapten, bzw. seine Strategie und Ranges zu ändern was vermutlich doch etwas zu viel Respekt war...
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