Foldequity bei cbet mit Hilfe con Equilab

    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      Hi,

      Ich möchte nun mit Equilab arbeiten. Ich brauche Feedback, um zu sehen, was ich richtig verstehe und was ich besser machen muss.

      Beispiel: ich openraise mit 76s und SB (TAG) callt. Bitte nur die folgende Range als gegeben ansehen.

      Board: 9dAhKs
      Equity Win Tie
      MP2 90.25% 89.46% 0.79% { TT-44, AJs-A9s, A7s, A2s, KTs+, QTs+, J9s+, T8s, 97s, 87s, AQo-ATo, KJo+ }
      MP3 9.75% 8.96% 0.79% { 7c6c }


      Ich habe keine Equity, aber trotzdem kann ja eine Cbet bei seiner Range erfolgsführend sein.

      http://img153.imageshack.us/i/image001bm.png/

      Hieraus sehe ich, dass er 80 Kombos am F callt:

      3: set
      2: 2pair
      38: toppair
      27: middlepair
      ca. 8: 1/4 von lowpp
      ca. 2: 1/4 von lowpair


      Weiter foldet er 44 Kombos:

      19: nix
      ca. 22: 3/4 von lowpp
      ca. 3: 3/4 von lowpair

      Foldequity: 44/(44+80)= 0,35

      Also habe ich eine Foldequity von 35 %.

      Wenn ich 2/3 pot am F setze, brauche ich folgene Erfolgsquote: 1,20 / (1,20 + 1,75) = 40,66%

      Da meine Foldequity unter 40,6 % liegt, sollte ich hier nicht cbeten!?

      1. Wie beurteilt ihr meine Kombo-Einschätzung?
      2. Stimmen meine Rechnungen und Schlußfolgerungen?
  • 6 Antworten
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      prinzipiell stimmen deine annahmen. allerdings musst du 3 punkte berücksichtigen:
      1. du hast nicht null, sondern 9% EQ. du wirst die vollen 9% zwar nicht realisiert bekommen, aber es gibt durchaus situationen, wo du am turn ein pair triffst oder runner runner 2pair/trips machst und damit einen mittelgroßen pot gewinnen kannst. bei ganz knappen entscheidungen sollte man daher betten.
      2. du kannst nicht nur eine street im vakuum betrachten, da es evtl sein, dass die cbet leicht -ev ist, aber eine 2nd barrel stark +ev, weil er am turn alles außer tp+ folden wird. es ist zwar prinzipiell nicht gut ohne EQ zu barreln, aber gegen gewisse villains trotzdem +ev und daher besser als der ev-neutrale fold am flop.
      3. floaten leute solche boards auch mit BD-FDs und GSs.
    • Schwarzerelb
      Schwarzerelb
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2008 Beiträge: 3.849
      Die SB Defending Rang ist viel zu loose gewählt.
      Das ist ehr ne BB Defending Range.
    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      zu 1. Kann man meien Eq. in die Formel einbauen oder einfach z. B. 5 % drauflegen?
      zu 2. Ja klar den K bring ich am T zum Folden. Steigert das aber meine Equity am Flop? Auf dem T steigt der Kx des Villain meine Foldequity. Wie soll man das am Flop berücksichtigen in der Formel?
      zu 3. Genau, da sind gutshots und backdoors. Ein Tag unterstelle ich, dass er das nicht callt. Sagen wr mal ich habe einen loosen Spieler, wie verändern sich meine Annahmen? Ich habe ja weniger Fe. Wie kann ich das ausdrücken? Einfach mehr Kombos bei call?! Und wieviele?
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Eine Fold Equity Formel für eine c-bet anwenden zu wollen bringt nix. Selbst wenn du weißt, dass du theoretisch 35% FE brauchst, kannst du dir gegen verschiedene Gegner nie sicher sein, wieviel FE du nun tatsächlich hast, bzw wie sie reagieren.
      Nehmen wir ein AK4 r Board, eine CS wird fast immer callen, ein solider TAG, der weiß, dass du hier fast immer 100% deiner openraising Range c-bettest könnte raisen oder floaten etc.
      Am Flop sind die Einsätze im Vergleich zu den Stacksizes meist noch relativ klein, von daher ist es dann schwierig, auf mathematischem Weg zu einem soliden Ergebnis kommen zu wollen, einfach weil das Verhalten der Gegner zu unvorhersehbar ist, sie noch genug Stacksize übrig haben und noch weitere streets gespielt werden.
      Anders sieht das zB aus, wenn du am Turn einen großen semi-bluff Raise bringst.
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      Original von freddydeebster
      zu 1. Kann man meien Eq. in die Formel einbauen oder einfach z. B. 5 % drauflegen?
      ja, man könnte die eq einbauen. formal handelt es sich dann um einen semibluff und die formel dazu findest du hier mit sicherheit irgendwo (oder kommst selbst drauf)

      aber selbst dann hast du nur einen theoretischen wert, da - wie sleppycat schon gesagt - noch 2 streets kommen und etliche faktoren das ergebnis beeinflussen können/werden.


      zu 2. Ja klar den K bring ich am T zum Folden. Steigert das aber meine Equity am Flop? Auf dem T steigt der Kx des Villain meine Foldequity. Wie soll man das am Flop berücksichtigen in der Formel?
      deine eq am flop steigert es nicht, aber es könnte(!) sein dass der gesamt ev von bet flop+bet turn>0 ist, obwohl die flopbet im vakuum ev<0 hat.

      ev berechnungen über mehrere streets sind sehr komplex und und auch nur sinnvoll, wenn man alle parameter sehr sicher evaluieren kann. kannst ja mal mit programmen wie cardrunners ev oder pokerazor herumspielen.



      zu 3. Genau, da sind gutshots und backdoors. Ein Tag unterstelle ich, dass er das nicht callt. Sagen wr mal ich habe einen loosen Spieler, wie verändern sich meine Annahmen? Ich habe ja weniger Fe. Wie kann ich das ausdrücken? Einfach mehr Kombos bei call?! Und wieviele?
      gerade gute tags werden hier oft mit GS oder BD draws callen, weil deine cbetting range sehr weit ist sie dich in position gut floaten können.



      insgesant solltest du dich von dem gedanken befreien, nl holdem mathematisch einfach über simple ev berechnungen lösen zu können. das klappt noch ganz gut, wenn das geld preflop reingeht (bzw insgesamt bei all-in situationen) oder man entscheidungen am river hat, aber sobald mehrere streets involviert sind, spielen sehr viele parameter eine rolle, die man oft nur in einem groben intervall einschätzen kann und folglich groß ist die mögliche abweichung im endergebnis.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      die generelle Idee in einem spot seine FE zu bestimmen indem man Villain ne Range gibt, schaut wieviele Combos diese umfasst und dann schaut wie viele Combos er je nach Aktion von uns wie weiterspielen wird (und also auch wieviel % er foldet) ist exzellent.
      Genau so und nur so spielt bzw. lernt man Poker auf eine Weise wie es auch die weltbesten Leute spielen.

      Das Problem bei deinem Beispiel ist allerdings, dass du einen scheinbar einfachen spot gewählt hast (simple cbet) der aber in Wahrheit einer der allerschwersten ist in dieser Hinsicht der Comboabschätzung, da eben noch sehr viele weitere Entscheidungen anstehen und extrem viel an Randbedingungen reinspielt.
      (wie groß ist deine Openraiserange? Wie ist dein Image? Wie ist deine cbet Frequenz? Was ist Villain für ein Spieler? Was denkt er, wenn du dieses board cbettest? Was ist dein Plan wenn er callen oder raisen sollte?, usw.)

      Das Equilab kann dir helfen die gegnerische Range besser einzugrenzen und dir klar zu machen wie diese strukturiert ist.
      Aber um dieses Denken in Ranges und Combos zu üben bieten sich viel einfachere spots an.
      Solche sind welche bei denen nicht noch (möglicherweise) viele weitere Entscheidungen anstehen - also vor allem Riverentscheidungen und dann wiederum solche bei denen die Range relativ überschaubar (klein) ist, was meist auch am River der Fall ist.

      In der Praxis ist es also so, dass das Preflopspiel und dann das cbet Spiel am Flop scheinbar sehr "Standard" ist und Turn und Riverentscheidungen die wirklich harten Nüsse sind.
      Betrachtet man es aber so logisch strukturiert mit EV Analysen ist es genau andersrum, da sind Riverspots (oder all in calls) viel klarer, da viel mehr Parameter bekannt sind.

      Ich würde also wie gesagt mit Rivercalls/bet/raises egal ob als valuebet oder als bluff anfangen, auf diese Weise bekommt man sehr schnell ein Gefühl für diese Dinge und dann kannst du bei mehr Spielerfahrung dazu übergehen dir genau zu überlegen wie deine cbet Range auf einer gegebene Boardtextur gegen einen bestimmten Gegner idealerweise aussehen sollte. - Das läuft dann unter dem Stichwort: "game plan" ist aber wirklich etwas für (sehr) fortgeschrittene Pokerspieler.