Optimalen Value aus seinen guten AX Händen ziehen

    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Hallo
      Generell ist es ja bei den guten AX händen(also Ats+,AJo+) so, dass wir preflop zwar ne gute Edge haben gegen die gegnerische Range, allerdings postflop meist das Dillema haben, dass wir keinen Value mehr bekommen wenn wir treffen, außer es ist eine Coolersituation, wo der Gegner ebenfalls TP trifft mit schlechterem Kicker.

      Auf Middlecard Boards haben wir meistens keine Chance zum showdown zu kommen, weil der Gegner diese besser repräsentieren kann und uns mit Aggression leicht zum folden bringen kann.

      Wenn wir hitten und Action bekommen sind wir häufig nicht vorne und rennen gegen Sets, 2 Pair etc.

      Daher hab ich mir überlegt, dass es mit diesen Händen meist besser ist deceptive zu spielen. Openraise ist natürlich standard aber zum Beispiel 3bet mit AQ,AK etc. gibt uns viel weniger value als ein Flatcall, denn wir teilen unserem Gegner mit der 3bet sozusagen unsere Range mit und er kann Postflop perfekt dagegen spielen. Außerdem gibt es viele Spieler, die oft auf 3bets folden und dann verlieren wir wieder ne Menge Value.

      Der Nachteil dieser Spielweise ist es natürlich, dass wir öfters am Flop aufgeben müssen auf die Cbet des Gegners.

      Also was denkt ihr? Sollte man eher mit diesen Händen deceptive spielen oder rein nach Preflop equity 3bet/4bet spielen?
  • 20 Antworten
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Also was denkt ihr? Sollte man eher mit diesen Händen deceptive spielen oder rein nach Preflop equity 3bet/4bet spielen?

      Das riecht aber sehr stark nach FL. Die Frage, ob du AK oder AQ etc 3-bettest hat bei NL eigentlich nix mit der EQ zu tun, sondern mit anderen Faktoren.
    • busfahrer09
      busfahrer09
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 10.678
      FR oder SH? ?(

      Ich (FR) flatte des öfteren auch AK aus den von dir genannten Gründen um die Villains in ihre schlechten TP Hände reinzulevln, aber auf SH is das doch reines Money Burning....
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Auf SH ist flatten mit AK nicht unbedingt schlecht. Eine 3-bet mit AK for Value macht nur dann Sinn, wenn Villain mit schlechteren Händen callt oder raist. Foldet er alles außer QQ+ und 4-bettet bzw pusht dann, haben wir ein Problem...
    • busfahrer09
      busfahrer09
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 10.678
      naja die 12/10/3 spieler sind jetzt auf SH seltener als auf FR^^

      auf SH wird doch außerdem insta gesqueezed in solchen spots...
    • uriel2k3
      uriel2k3
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2007 Beiträge: 4.790
      Und was stört dich daran, wenn du AK hast und jemand squeezt? Gilt natürlich auch für TT+

      Gegen Gegner die zu viel auf 3bets folden ist callen mit Premiums um Postflop Value zu extrahieren ein sehr guter Plan, dafür lieber trash 3betten (Ax, Kx).
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Wenn wir z.B im SB sind mit AK und ein aggressiver Spieler der Postflop viel Floated, bluffed etc. raised vom CO und wir 3betten und er called uns. Er called uns zwar zu 95% mit ner schlechteren Hand, aber die Frage ist hier doch, ob wir postflop Value aus unserer Hand holen können.
      Vielleicht bin ich auch einfach nur zu ängstlich und so ein Spieler spielt dann doch oft genug Fit or Fold postflop, aber ich denke halt, dass er Low/Middle/drawy Boards ziemlich oft floaten/bluffraisen oder auch stark hitten wird und wir dann in einer schlechten Situation sind. Und ich glaube, dass ein Setup, dass z.B beide TP treffen nicht so oft vorkommen wird. Das heisst wir bekommen postflop in den seltensten Fällen Value für unsere Hand.
      Andererseits ist es auch sehr weak einfach nur zu callen um dann Fit or Fold spielen zu müssen gegen Gegner die oft den Flop und den Turn cbetten.
      Ist ne schwierige Situation. Ich weiss auch nicht, was da das optimale Spiel ist auch gegen Leute, die mit schlechteren Händen wie Suited Connectors etc. die 3 bet callen.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Er called uns zwar zu 95% mit ner schlechteren Hand


      Damit hast du ein klares Raise, bzw 3-bet for Value mit AK! Wenn er sehr loose 3-bets callt, hat er auch dominierte Hände wie KQ oder AQ in seiner Range. AQ wird er auf einem Axx Flop sicher nicht insta folden.
      Falls du im SB mit AK nur callst, und Villain hat sowas wie AJ und der Flop Kommt Axx, wird er sicherlich c-betten. Callst du seine c-bet wird er sich schon seine Gedanken machen, womit du callst, zB Set, 2Pair, besseres A und dann meist auf potcontrol spielen. Du bekommst mit AK in dem Fall auch nicht mehr Value.
    • busfahrer09
      busfahrer09
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 10.678
      Original von uriel2k3
      Und was stört dich daran, wenn du AK hast und jemand squeezt? Gilt natürlich auch für TT+

      Gegen Gegner die zu viel auf 3bets folden ist callen mit Premiums um Postflop Value zu extrahieren ein sehr guter Plan, dafür lieber trash 3betten (Ax, Kx).
      wie gesagt, ich hab kp von SH und meine vermutung das da zu 80+% gesqueezed wird war nur ne spieltheoretische Annahme was die tably dynamic betrifft...

      ich spiel FR und hasse es AK ohne Initiative ooP am Flop vs Squeeze weiterspielen zu müssen. Da meist nur nits rumrennen ist auch ne 4bet mit AK nix anderes alsn bluff... Ich raise es oder falte es pre... gegen ganz bestimmte gegner mit denen ich history hab und wo ich weiß das sie wissen das ich AK default raise flatte ich es mal um Villain in seine schlechten TPs reinzuleveln, ansonsten spiel ich AK straight forward...
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Original von SleepyCat06
      Er called uns zwar zu 95% mit ner schlechteren Hand


      Damit hast du ein klares Raise, bzw 3-bet for Value mit AK! Wenn er sehr loose 3-bets callt, hat er auch dominierte Hände wie KQ oder AQ in seiner Range. AQ wird er auf einem Axx Flop sicher nicht insta folden.
      Falls du im SB mit AK nur callst, und Villain hat sowas wie AJ und der Flop Kommt Axx, wird er sicherlich c-betten. Callst du seine c-bet wird er sich schon seine Gedanken machen, womit du callst, zB Set, 2Pair, besseres A und dann meist auf potcontrol spielen. Du bekommst mit AK in dem Fall auch nicht mehr Value.
      Naja mein Argument war ja, dass möglicherweise der Positionnachteil größere Bedeutung hat als der Equityvorteil. Wenn er z.B mit AJ called und der Flop kommt 79T, dann kann er mich postflop outplayen und ich kann nix dagegen machen.

      Wenn ich preflop nur calle und treffe, dann wird Villain fast immer ne Cbet machen auch wenn er Air hat. Wenn wir beide TP treffen bekomme ich so oder so Action.

      Das Problem ist halt, dass ich oft nicht treffen werde und am Flop vielleicht die beste Hand folde, wenn ich nur calle.

      Es ist echt schwierig zu sagen was jetzt das beste Play ist, wenn man Vorteile und Nachteile gegeneinander abwägt.
    • laghorn711
      laghorn711
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2009 Beiträge: 938
      Readless kannst du sowas natürlich nicht bewerten son!

      Wenn du weisst dass er mit dominierten Händen 3bets called, dann 3bette!

      Wenn du weisst dass er die wegschmeißt, wenn du 3bettest, dann flatte und suche dir boards auf denen du check/raise bluffen oder check/call spielen kannst mit air, also boards die er selten (gut) hittet aber cbettet. Vorraussetzung ist aber dass er auch einen Teil seiner Range bluffcbettet. Wenn er fit or fold spielt, check/foldest du halt runter. Wenn er 2nd/3rd barrelt machst du calldowns!

      Aber das wichtigste finde ich: Solange du dass nicht mit deinen eigenen Augen gesehen hast, spiel straight forward!
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      gibt wie immer keine pauschalantwort.

      1. villain foldet viel auf 3bets und 4bettet wenig -> flatcall
      - unsere 3bet hat kaum value, da wenig schlechteres callt
      - gegen seine 4betting range sind wir dog
      - mit dem call halten wir seine range weit und undereppen unsere hand
      -> vs IP gegen tighte spieler, die oop keine 3bet-calling-range haben
      (weiterer grund: squeezeinduce)

      2. villain callt viel auf 3bets und 4bettet nicht nur KK+ -> 3b/b
      - wir werden von genug schlechteren händen gecallt und haben sehr profitable dominationspot im rr pot
      - wir sind gegen eine brokerange zwar meist 40% dog, aber das wird durch den postflopvalue, wenn er callt und das deadmoney, wenn er auf die 3bet oder 5bet foldet, mehr als kompensiert.
      -> vor allem OOP gegen leute mit einer 3bet-calling-range, zb BB vs BU

      3. villain callt sehr viel auf 3bets und 4bettet nur KK+ -> 3b/f
      - die 3bet hat einfach zuviel value, da wir ihn lieber im rr pot mit initiative als im singleraised ohne initiative dominieren
      - auf eine 4et sind wir toast und können folden
      -> eher seltene konstelltion, die große samplesize/gute reads braucht
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      villain callt viel auf 3bets und 4bettet wenig -> flatcall - unsere 3bet hat kaum value, da wenig schlechteres callt - gegen seine 4betting range sind wir dog - mit dem call halten wir seine range weit und undereppen unsere hand -> vs IP gegen tighte spieler, die oop keine 3bet-calling-range haben (weiterer grund: squeezeinduce)


      Du meinst fold, oder?
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      generell sind die Gedanken von OP schon sinnvoll und gut.

      wichtig ist aber noch viel genauer zu differenzieren um sagen zu können was in einem spot sinnvoll ist.

      Ich liste mal die entscheidenden Faktoren auf:

      1. Position und des Openraisers (stacksize)
      2. unsere Position (effektive stacksize)
      3. Range des Openraisers
      4. unser Image
      5. vermutliche Reaktion der Spieler nach uns auf:
      a) einen call
      b) eine 3bet
      6. vermutliche Reaktion des Openraisers auf unsere 3bet (fold?, call? 4bet? - mit was für Ranges?)
      7. sein Postflopverhalten im:
      a) single raised Pot mit Initiative
      b) reraised Pot ohne Initiative (IP oder OOP)
      c) 4bet Pot

      Je nachdem wie diese Faktoren bestimmt sind ändert sich natürlich auch unsere Strategie... - ich will es nicht vorbeten, es kann ja jeder sozusagen als Übungsaufgabe selber überlegen, denn auf diese Weise lernt man es viel schneller und intensiver - 3 kurze Beispielaufgaben dazu:

      A) UTG (Todesnit) openraist bei FR, wir haben den BB und alle anderen folden.

      B) CO openraist eine 22% Range, wir haben den BU gelten als kompetenter TAG, er wird vermutlich fast keine 3bet OOP callen und eher ehrlich 4betten.
      - einmal sind die blinds totale Nits.
      - einmal sitzt ein 80/12 Fisch im BB.

      c) BU stealt, unser HUD sagt er stealt 45% vom BU, wir sind ne Nit im BB und er hat uns schon oft beklaut. Allerdings hat er einen fold to 3bet Wert von nur 55% und 4bettet auch immerhin 8%.

      Wie schon gesagt würde ich vorschlagen diese 3 spots zu analysieren und sich Gedanken über unsere 3bet Range bzw. unsere coldcall Range zu machen, also genauer wie maximieren wir unseren value in diesen völlig verschiedenen spots und hat man die Antwort auf diese Fragen ergibt sich automatisch was man mit den starken Ax Combos macht, denn - so viel sei vorweg verraten - es ändert sich je nach Umständen. ;)
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      Original von SleepyCat06
      villain callt viel auf 3bets und 4bettet wenig -> flatcall - unsere 3bet hat kaum value, da wenig schlechteres callt - gegen seine 4betting range sind wir dog - mit dem call halten wir seine range weit und undereppen unsere hand -> vs IP gegen tighte spieler, die oop keine 3bet-calling-range haben (weiterer grund: squeezeinduce)


      Du meinst fold, oder?
      ja klar, danke, habs gefixt
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Also villeicht war das bei mir nur Varianz weil ich erst vor kurzem wieder von Sngs auf Cashgame umgestiegen bin, aber ich hatte öfters die Situation , dass ich AK,AQ etc gegen nen loosen Gegner, der auch viele 3bets called, ge3bettet habe und ich dann entweder direkt am Flop geraised wurde oder meine Cbet gecalled wurde und ich hatte dann Ace high am Turn und hatte ehrlich gesagt keine Ahnung was ich machen sollte. Waren irgendwie alles scheiss Spots. Da freuen sich dann auch die Non Showdownwinnings, wenn man mal eben 25bb verliert.
      Aber wenn hier die meisten sagen, dass es profitabel ist und ich ihn oft wegen domination stacke dann glaub ich das mal.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      ich möchte nochmal auf mein "Quiz" hinweisen, wenn du das versuchst zu beantworten könnte das helfen zu verstehen wie man in solchen spots entscheidet was man tun soll... ;)

      Ansonsten poste halt Hände die du gespielt hast mit allen Infos dazu die du finden kannst und erkläre wieso du gemacht hast was du gemacht hast und wieso du unzufrieden oder unsicher mit deinem Spiel bist.

      _____________


      Diese "3bet halt AQ+ und coldcalle AT,AJ (oder alternativ: nur AK 3betten und AT-AQ coldcallen) dann schauen wir mal weiter" line ist halt absolutes Anfängerpoker, wo man im Allgemeinen mit diesen Spielzügen die wenigsten Fehler macht, aber eben je nach spot u.U. dennoch genau das falsche macht, wenn man einfach "standardmäßig" seine Spielweise durchzieht.
      Nur ein Beispiel - enorm viele FR Spieler, selbst auf Limits bis NL100 (vielleicht auch noch höher) gehen ohne nachzudenken mit AK preflop immer 3bet/broke.
      Dabei gibt es enorm viele spots wo nicht nur ein coldcall deutlich besser als ne 3bet wäre, sondern es ist auch sehr oft ein extrem großer Fehler mit AK preflop broke zu gehen und dann natürlich auch ein sehr teurer und viele merken es nicht mal und tun es als "ständige setups" ab, denn sie haben doch "Standard" gespielt...

      Du hast das doch schon gemerkt und deshalb diesen Thread aufgemacht, jetzt also weiter dran bleiben und rausfinden wieso und wie man sinnvoll abweicht. ;)
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      jo also ich denke auch,dass viele Leute einfach nach Charts spielen preflop ohne sich Gedanken über Ranges etc. zu machen.
      Wenn ich als Cashgame Anfänger auf Lowlimits, wo viele Spieler nichtmal dran denken auf ne 3bet zu folden, dann anfange viel zu 3betten, weil es vielleicht in irgendeinem Chart steht und mich dann in schwere Spots bringe ist das glaub ich eher kontraproduktiv für meine Entwicklung.
      Ich denke mal man sollte einfach tight und solide beginnen ohne große 3bet/4bet Auseinandersetzungen und dann langsam Limit für Limit seine Aggression gegen die richtigen Gegner steigern oder was meint ihr?
      Ich mache eigentlich auf den Lowlimits bisher am meisten Geld ,wenn ich das Stacktopotratio zunächst groß halte(weniger 3betten) und dann bei großen Equityedges Postflop mein Geld reinbringe.

      @scoop: Deine Auflistung von Punkten, die man in dieser Situation alle berücksichtigen sollte leuchtet zwar ein und ist auch richtig so, aber das Problem ist, dass ich als Cashgameanfänger im Spiel , wenn ich so meine 4 Tische spiele, diese Punkte nicht alle berücksichtigen kann :) Was ich machen kann ist zumindest den Openraiser grob kategorisieren und daraus schonmal schlüsse zu ziehen.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      naja, wenn du bei 4 Tischen damit überfordert bist die wichtigen Faktoren in der Hand alle in kurzer Zeit festzustellen und auszuwerten, dann spielst du definitiv zu viele Tische. ;)
      Ist letztlich alles ne Übungssache. Spieler mit viel Erfahrung können all das was ich in den Punkten aufgelistet habe ohne Probleme in 1-2 Sekunden überblicken und einschätzen. Wer weniger Erfahrung hat braucht halt länger und muss unter Umständen richtig nachdenken, aber ich denke es ist enorm wichtig sich die richtige Vorgehensweise anzutrainieren, wenn du es erstmal drauf hast kannst du immer noch mehr Tische spielen.

      Denn spielst du zu schnell zu viele Tische und triffst ungenaue Entscheidungen so leidet dein Spiel und damit auch deine winrate darunter - und zwar ausschließlich selbstverschuldet.

      Wenn du z.B. in meinem Beispiel 1 einen Spieler hast der sowas wie 11/10 spielt und wie gesagt bei FR aus UTG openraist, dann ist die Range die er wohl hat sowas wie 99+,AK.
      Wenn du jetzt mit AQo im BB sitzt dann ist gegen diesen Spieler die einzig richtige Vorgehensweise zu folden, selbst AK sollte man wenn überhaupt nur als bluff(!) 3betten (weil du AA,KK und AK blockst und er vielleicht 99-JJ (QQ) foldet) und auch nie coldcallen preflop.

      Wenn dir das entgeht, weil du zu viele Tische spielst und die Infos nicht schnell genug auswerten kannst und eben mit AK "weil es doch Standard ist" 3bet/broke spielst gegen diesen Spieler - dann verschenkst du in nur dieser einen Hand sehr viele bb und er wird sich freuen wieder nen Kunden gefunden zu haben der nicht merkt, dass er megatight unterwegs ist und sein KK+ auszahlt.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Das Problem was du in deinem Post beschreibst ist ziemlich simpel zu lösen:

      1. Du sagst das deine Gegner deine Handrange ganz einfach erkennen können, wenn du 3-bettest. Das Problem dahinter ist, dass auf den Microlimits mittlerweile sehr viele weake Spieler unterwegs sind, die lieber einmal zu viel folden. D.h. wenn diese Gegner deine Handrange so einfach lesen können, dann spielst DU falsch gegen sie und müsstest deine eigene Handrange verändern. D.h. du willst mehr bluffen mit spekulativen Händen (die falls du doch gecalled wirst Postflop noch spielbar sind)

      D.h. z.b., wenn du da jemanden hast der eine weite Range im CO openraist, aber sehr viel auf 3-Bets folded und du da sitzt mit QTo im BTN, dann kannst du die Hand zwischendurch auch mal einfach 3-betten anstatt einfach zu folden. Dein Gegner wird extrem viel folden auf die 3-Bet (du hast direkten Value) und Postflop hat QTo halt auch noch ein paar Möglichkeiten (grade IP kannst du ja sehr effektiv den Pot gestalten wie du willst). Da dein Gegner deine Handrange sowieso als sehr stark ansieht (wie du selber sagst), kannst du dir dieses Image auch zu Nutze machen.

      Jetzt musst du aber drauf achten, dass

      i) nicht jeder Spieler dir überhaupt eine Handrange gibt - die meisten spielen einfache ihre Hände und das Board und interessieren sich nicht dafür was du tust. Manchmal hat man einfach tausende Hände lang dann Phasen in denen man einfach keine Action bekommt, weil der Gegner halt einfach nichts trifft.

      ii) das eigene Image richtig bewerten. Oft überbewertet man das eigene Image und erwartet vom Gegner eine Anpassung. Die meisten Microlimitregs werden sich überhaupt niemals anpassen, sondern einfach ihr Ding weiter runterzwirbeln. D.h. selbst wenn du jemanden 5x nacheinander 3-bettet hast und du weisst das der da an 10 Tischen spielt, dann wird seine erste 4-Bet meistens einfach gar nicht der Bluff sein.

      Über die anderen Anpassungen bezüglich 3-Bets werden dich die Posts der anderen User im Thread weiter erleuchten.

      2. Postflop:

      Wenn du z.b. mit AQ openraist und dein Gegner den AXX Flop called und am Turn auf deine 2nd Barrel dauernd folded, dann hast du dort einen Spot gefunden in denen du anfangen kannst auch ohne AQ zu 2nd barreln. Z.b. kannst du gegen solche Gegner anfangen Flushdraws und Straightdraws (also ich 2nd Barrel solche Hände sowieso fast immer, aber ich weiss nicht wie das in der Strategiesektion gesagt wird), Gutshots oder sowas 2nd Barreln, da ein Gegner, der ein Axx Board called und am Turn folded halt schlichtweg häufig mit irgendeinem sehr schwachem Ass am Flop gecalled hat und keine weitere Action will oder mit einer der x Karten.

      Interessant sind in diesem Zusammenhang übrigens Spieler, die am Flop nur Ax Hände und stärker callen. Hierbei muss man dann am Turn etwas aufpassen mit der 2nd Barrelfrequenz, da diese 2nd Barrel nur in Kombination mit der 3rd Barrel erfolgreich sein wird und man dabei extrem stark aufs Board achten muss und auf die eigene Range (bzw. welche Range uns der Gegner gibt).

      Es macht z.b. wenig Sinn dann Axxr Boards zu 2nd Barreln mit Draws, wenn der Gegner sowieso egal welches Ax nicht folded. Dagegen macht es viel Sinn zu 2nd barreln und 3-barreln, wenn unsere Handrange stark ist (z.b. hast du 78s UTG geraist und der Flop ist A62r)
      Dein Gegner called die Cbet und du denkst seine Callingrange ist Ax, Monster, 6x, 77, 88, 99 etc.
      Daher entscheidest du dich zu 2nd barreln auf die 5 am Turn, da du gegen einen Teil seiner Range Foldequity hast und falls du deine Straight triffst den Pot weiter aufbaust.
      (du musst dich in der Situation schon fragen wie deine Valuebettingrange hier aussieht -> 55, 66, 22, AA, A6s, A2s, A7s, AK, AQ, AJ, vielleicht mal ATs - wobei ATs wahrscheinlich schon zu dünn ist)

      (ich bin grade nicht zuhause, aber das ist halt schon ein gar nichtmal so kleiner Anteil unserer UTG Openraisingrange - ich schätze mal 30%)
      D.h. gleichzeitig, dass du mit einer 3rd Barrel (egal ob unser Draw ankommt oder nicht) immer noch einen erheblichen Anteil von starken Händen in deiner Range hälst und je nach Karte (pairende Boardkarten sind z.b. sehr schlecht, weil sie die Anzahl der wahrscheinlichen Kombinationen Made Hands in unserer Range verringern) nochmal bettest (auch wenn du nur 87s) hälst.

      Der Witz dahinter ist, dass du an diesem Turn NUR bluffst, wenn du Equity in deine Range bekommst, ABER gleichzeitig noch eine große Anzahl von Valuehänden in deiner Range hast. Dieses Prinzip trägt sich auf auf den River weiter: Z.b. stehst du am River und bettest Pot. Dein Gegner bekommst 2:1 Odds mit seiner AT Hand und musst jetzt überlegen. Er muss in 33% der Fälle deine Range beat haben, um zu callen. D.h. für dich, dass 33% deiner Riverbettingrange einen Bluff enthalten kann gegen seine Hand und er egal was er macht nicht gewinnen kann.

      In der Praxis ist das natürlich nicht so einfach, da du dort entscheiden musst, ob dein Gegner eher folded (dann kannst du deine Riverbluffrequenz erhöhen und gewinnst Geld) oder eher der Caller ist (dann musst du deine Riverblufffrequenz verringern, kannst aber je nach Gegner (z.b. wenn da jemand mit Ax runtercalled) auch mit AJ auf eine Q am River nochmal valuebetten.
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