Setzmuster erkennen!?

    • nathe
      nathe
      Silber
      Dabei seit: 27.01.2009 Beiträge: 1.199
      Ich wollte mal fragen, wie ihr am besten die Setztmuster von Villain analysiert!?Mir kommt es so vor als hätte ich da noch ein sehr großes Verbesserungspotential!

      Ich schreib mir da schon immer einiges auf,aber ich glaube nicht, dass ich viele Setzmuster von den meisten regs habe, die z.B. ne komplette Hand von Flop bis River mit allen Setzhöhen etc. wiedergeben!?

      Geht mir auch teilweise zu schnell!markiert ihr euch die Hände und schaut sie nachher im HM nochmal nach und macht euch dort die Notes?Ich nutze für Notes bisher eigentlich nur die note Funktion von meinem Poker Clienten!

      Wäre cool, wenn der ein oder andere mal son bisschen was dazu sagen könnte!?

      Viell. gibts auch noch irgendwo Artikel oder Videos zu dem Thema?
  • 5 Antworten
    • thomasSP
      thomasSP
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 981
      spiel mal ein paar k hände hu, finde das hilft

      und hände im nachhinein ansehen sicher auch =)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Ist ein schwieriges Thema. Meiner Meinung macht es nicht allzu viel Sinn.

      Natürlich ist es wichtig zu wissen ob Villain in der Lage ist dreimal durchzubarreln, aber da jetzt für jede Line Wahrscheinlichkeiten für Bluff/Value rauszubekommen, da bräuchtest du schon unglaublich viel Hände und müsstest sehr viel über Villain wissen.

      Ich weiß nicht welches Limit du gerade spielst, aber gerade auf den kleineren Limits wechseln die Gegner ja recht häufig. Ich finde da Punkte wie table selection/Fischsuche/Arbeit am eigenen Spiel etc. wichtiger als zu versuchen einen vermeintlichen Reg so zu observieren, dass du irgendwann seine ganzen Lines verstehst (was im Grunde kaum möglich ist). Und letzten Endes hört er auf / wechselt das Limit/den Anbieter, steigt auf, steigt ab etc.

      Überlege mal selbst, wovon du deine Cbet, deine 2nd Barrels, deine 3-barrel-Bluffs abhängig machst? Deine Hand, das Board, die Anzahl und die Art deiner Gegner etc.pp.

      Auch wenn ich da 20 Hände von dir genauestens untersuche werde ich dich nicht durchschauen können. Jede Situation ist anders, gegen jeden Gegner spielst du anders und ich werde häufig falsche Rückschlüsse ziehen.

      Du kannst also nicht mehr machen wie SD-Hände sammeln, so dass du weißt dass Villain in der Lage ist 3mal auf dry Board zu bluffen oder eben thin for Value zu betten. Das ist dann eine grobe Tendenz die dir helfen kann, viel mehr aber auch nicht.
    • Casihasi
      Casihasi
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2008 Beiträge: 183
      Jo sicher.. Aber andererseits.. Ist es nicht genau das was einen zu einem besseren Spieler macht? Was würdest Du vorschlagen, wie man an seinem Spiel effektiv arbeiten soll. Spiele grad mit dem Gedanken von FL auf NL umzusteigen und meine ersten Ansätze in dieser Hinsicht gingen exakt in diese Richtung hier. Klar sind das erstmal die eigenen Entscheidungskriterien in unterschiedlichen Situationen...
      Aber ist der Gegner da nicht DAS entscheidendes Kriterium (seine Rangeteilung in der jeweiligen Situation)? ... Oder funktioniert NL auf goldniveau einfach (noch?) nicht so wie ich mir das ausmale?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Casihasi
      Jo sicher.. Aber andererseits.. Ist es nicht genau das was einen zu einem besseren Spieler macht? Was würdest Du vorschlagen, wie man an seinem Spiel effektiv arbeiten soll. Spiele grad mit dem Gedanken von FL auf NL umzusteigen und meine ersten Ansätze in dieser Hinsicht gingen exakt in diese Richtung hier. Klar sind das erstmal die eigenen Entscheidungskriterien in unterschiedlichen Situationen...
      Aber ist der Gegner da nicht DAS entscheidendes Kriterium (seine Rangeteilung in der jeweiligen Situation)? ... Oder funktioniert NL auf goldniveau einfach (noch?) nicht so wie ich mir das ausmale?
      Wie gesagt, NL ist nicht gleich NL.

      Es macht einen Unterschied ob man in einem kleinen Player-Pool auf höheren Limits spielt oder halt auf Limits mit viel Bewegungen in der Spieleranzahl.

      Ein NL50-Spieler kann morgen NL25/NL100 spielen oder sonst was machen, die Fluktuation ist da halt riesig.

      In der Theorie wäre es natürlich ideal genau sowas zu wissen, aber ich fürchte es gibt erst mal wichtigere Baustellen.

      Beispiel:

      Du würdest mich sehr gut kennen und wir würden ewig an den gleichen Tischen spielen.

      Könntest du meine 3-bet-Ranges heraus bekommen?

      Maximal näherungsweise, da ich meine 3-bet-Ranges selber nicht definieren kann. Es ist nun mal von vielen Faktoren/Randbedinungen abhängig, da kann 56s mal gecallt, mal ge-3-bettet werden, mit JJ spiele ich 3-b/broke und die Queens calle ich nur...alles möglich.

      Wenn du das nun siehst (nicht zu vergessen, ca. 80% meiner 3-bet-Range wirst du nie zu Gesicht bekommen [da entweder Villain Preflop foldet oder 4-bettet <worauf ich folde>, oder aber die Hand Postflop nicht zum Showdown kommt]), wie kommst du auf meine Range?

      Ich gehe broke mit Jacks, aber nicht mit Queens? Warum?

      Du wirst da nie auf meine direkte Range kommen, weil ich sie halt selbst nicht weiß und in jedem Spot alles neu überdenken muss.

      Näherungsweise kommst du ran, grobe broke-Range, grober Bluff-Anteil, grobe Vorliebe womit ich bluffe. Gut, das wird dir weiterhelfen. Aber viel mehr geht nicht.


      Und nun überlege das mal bei Bet-Frequenzen, die neben allen möglichen Randbedinungen nicht nur auf einer Street (wie bei 3-bets Preflop) basiert, sondern auf dreien mit noch jeweils sich ändernden Board.

      Näherungsweise ist das alles möglich, aber jemanden perfekt zu readen, wird ganz schwer möglich sein (auch hier daran denken: ca. 75% der Postflop-Hände kommen gar nicht erst zum Showdown).

      Entweder du opferst massenhaft Zeit => dann wäre es aber besser die Fische auszunehmen als einen einzigen Reg zu exploiten

      Oder aber du ziehst falsche Rückschlüsse => Er kann 3-barrel-Bluffs raushauen, also callst du runter, um dann festzustellen, dass er seine marginalen Value-Hände genauso spielt
    • Casihasi
      Casihasi
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2008 Beiträge: 183
      Aso so meinst dis. Sicherlich kriegst die höhere EV-Steigerung durchs ausnehmen der Fishe..

      Ich möchte halt relativ schnell mein "FL-Know How" auf NL transferieren bzw. mein Wissen auf das deutlich dynamischere Spiel übertragen. Stecke halt noch komplett am Anfang bzw. hab Lifetime keine 5k NL-Hände (inkl. Homegames) gespielt. Was Du halt ausführst sind ja die "Rangeteilungsgrenzfelder" ( Randbedingungen für die Änderung einer Rangeteilung :D ).
      Was ich in der Tat aktuell noch wesentlich zu unterschätzen scheine ist wie wenig Infos man tatsächlich über die Rangezusammensetzung hat. Beim FL hast halt ne ganz andere Zusammensetzung aus Bluff- / und Valuehänden. Die Ranges sind im allgemein looser aber man erhält aufgrund des hohen WTS (um die 40 %) halt VIEL mehr Infos.
      NL ist als deutlich dynamischeres und (für mich) deutlich schwerer zu analysieren. FL hatte für mich die Faszination, dass ich jeden Spot faktisch zu 100 % mathematisch korrekt erfassen kann. Je nach Annahmen variieren halt die Ranges etwas aber man (ich) hatte immer ein klares Gerüst, an welchem ich mich langhangeln konnte. Dieses Gerücht ist nun zwar immernoch da und funktionsfähig... Aber ich baumel halt orientierungslos in der Luft, da ich (gefühlt) keine Ahnung habe, mit welchen Parameterregionen ich den Gerüstbauer nu füttern kann, dass er mir ne tragfähige Hütte bastelt.


      Daher war mein erstes Anliegen halt erstmal fremde Spieler sich anzugucken und deren Entscheidungsmuster zu hinterfragen um nen Gefühl für eben diese Rangeteilungsgrenzen und unterschiedliche Motive bzw. deren Wichtung zu erhalten. Vermutlich hast Du recht und es ist wesentlich effektiver sich erstmal um seine eigene Brühe zu kümmern. Ma gucken.

      Vielen Dank für Deine anregenden Zurechtweisungen.

      Gruß,
      Casi