SHC SNG und MTT

    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      Ich bin FL CG Spieler, habe mich aber gestern etwas mit den Strategieartikeln zu SNGs und MTTs beschaeftigt.
      Jetzt tauchen ein paar Fragen auf.

      Wieso sind die SHCs zu den fruehen Turnierphasen zu SNG und MTT unterschiedlich?
      Beispiel 1:

      SNG: 99-22 in allen Positionen mitgehen, wenn keine Erhoehung vor mir war
      MTT: 99-22 aus allen Positionen erhoehen, wenn keine Erhoehung vor mir war

      Das heisst ich soll in frueher Position mit 22 erhoehen im MTT und im SNG nur callen?
      Ich wuerde nie mit 22 in UTG erhoehen, in der fruehen Turnierphase. Wo soll da der Sinn liegen?

      Beispiel 2:
      SNG: 99-22 nach einer Erhoehung vor mir: Aussteigen
      MTT: 99-22 nach einer Erhoehung vor mir aus frueher Position: Mitgehen

      UTG z.B. erhoeht und ich soll mit 22 die Erhoehung callen? Macht das Sinn?

      Beispiel 3:
      QJs-65s werden im SNG SHC nicht mal erwaehnt aber im MTT SHC soll ich damit in spaeter Position erhoehen.

      Wieso sind die SHCs so unterschiedlich?
  • 8 Antworten
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      MTTs spielt man in der Regel relativ deep, und zusätzlich nach cEV für die ersten Tische, bis es sich der Bubble nähert. D.h. heißt, praktisch wie im Cashgame also. Für MTTs kannste im Prinzip auch NLBSS Charts nehmen.
      SNGs jedoch sind fundamental drauf ausgelegt early sehr tight zu agieren und so wenig Chips in marginalen Situationen zu verlieren wie möglich, da ein verlorener Chip mehr wert ist als ein gewonnener Chip, nach ICM.

      Daraus folgt dass man SNGs in der early Phase ziemlich tight spielen kann und sollte, wobei man raises mit pockets trotzdem problemlos callen kann, sofern man selbst und der Raiser noch mind. das 15~20 fache der betsize behind haben.
      Bsp: UTG erhöht bei Stacks von 1500 auf 100 bei 15/30 Blinds. Dann kannst du mit einem Pocket schon mitgehen, weil UTG auf eine starke Hand schließen lässt und du bei deinem Set höchstwahrscheinlich ausbezahlt wirst. Daher sind deine Implied Odds gut genug um den Call zu rechtfertigen.

      Man kann auch in SNGs Pockets raisen, aber aus UTG eher nicht empfehlenswert. Wenn man jedoch erfahrener ist in SNGs und viele Regulars mitspielen kann es helfen die eigene Range zu blenden, also nicht nur Monster zu raisen sondern auch andere Hände mit Potenzial. Schließlich ist ein Set im raised Pot auch kein schlechter Weg um viele Chips zu sammeln. Und wenn man UTG limpt kann einen jeder Reg sofort auf eine Range setzen.

      Suited Connectors kann man in SNGs ab so 25/50 Blindlevel anfangen zu stealen, je nach Stats und Reads auf die Gegner in den Blinds. Fische callen gerne und dann hat man eine hand die den Flop sehr gut treffen kann. Regulars restealen, und man kann probemlos die Hand aufgeben. Stealraised man sehr klein, kann man wirklich viele Hände stealen und bekommt einen super Preis, bei nahezu gleicher Fold-Equity. In der early Phase sind diese Hände aber doch zu spekulativ um sie first-in zu raisen.


      Ging jetzt alles bissl durcheinander, aber ich hoffe es hat dir etwas weitergeholfen^^
    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      Original von Romeryo
      Ging jetzt alles bissl durcheinander, aber ich hoffe es hat dir etwas weitergeholfen^^
      Doch doch, du hast Licht ins Dunkel gebracht ;)

      Vielen Dank fuer deine ausfuehrliche Erklaerung.
    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      In den Kommentaren zu diesem Artikel http://de.pokerstrategy.com/strategy/sng/1348/1/ tauchen Fragen auf, die dort leider nicht beantwortet wurden.

      Eine Frage, aus den Kommentaren, zum Stealreraisen war:

      AQ, JJ + TT werden in der mittleren Phase in früher und mittlerer Position gefoldet, wenn wir als erster dran sind. Bei einer Erhöhung vor oder nach uns werden sie auch gefolded. D. h. diese Hände werden für solche Situationen nicht für gut genug befunden zu setzen oder zu erhöhen. Dann soll ich mit diesen und schlechteren Händen einen resteal machen. Das widerspricht sich doch. Wieso gehe ich dann mit z. B. JJ auf eine Erhöhung aus früher Position all in oder mit TT, wenn der Raise aus mittlerer Position kommt? Womit raisen denn die Leute in früher Position? Doch fast nur mit hohen A oder hohen Pockets. Wir sind doch in diesen Fällen oft dominiert. Ich glaube nicht, daß ein solcher Spielzug profitable ist.

      Leider gibt der Verfasser des Artikel dazu keine Erklaerung ab. Er weiss wahrscheinlich selber keine Antwort darauf ...
    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      Aha, scheint also keiner eine Antwort darauf zu haben. Wo bleiben die SNG-Spezialisten?
    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      Will darauf keiner eingehen oder wisst ihr es selber nicht? Ich dachte hier waeren etliche SNG-Spezialisten, aber anscheinend wohl doch nicht :D
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Ist ziemlich umständlich formuliert, hab da so schnell gar nicht durchgeblickt. Bin mir auch nicht sicher ob ich es jetzt gecheckt hab :D

      Ich denke mal wenn wir von Blindsteals und Resteals sprechen reden wir von Stacksizes zwischen 10 und 20 BB. Das ist so die Steal- und Restealphase, bevor es zur PoF kommt.
      In der Regel sind die Ranges in dieser Phase loose genug und die Odds gut genug (da sich das Stack und Blindverhältnis verringert, sprich die Blinds im Vergleich zum Stack größer und wertvoller werden) dass sich Resteals lohnen, da wir zusätzlich noch Fold-Equity haben, sprich der Gegner noch Hände aus seiner Range weglegen kann. Reads spielen trotzdem eine große Rolle; eine Supernit kann man auch tighter Restealen.

      Ich glaub eine realistische Opening-Range aus UTG geht so bei 77+, ATs+, AJ+ (7,5%) los, bei einem halbwegs soliden Spieler. Da haben wir mit JJ solide 56% Equity, plus Fold-Equity wenn zB noch 77 - 99, AJ und ATs-AJs losgelassen werden und mit 4,7% gecalled wird. Damit hätten wir zusätzliche 38% Fold-Equity plus immer noch 46% Equity bei einem Call gegen die tightere Range.

      Natürlich ändern sich die Ranges für jeden Spieler, daher ist es wichtig einen Read zu haben. Erfahrene Regulars könnten diesen Umstand zB ausnutzen um UTG looser zu openen und größere Fold-Equity zu erzielen, da man UTG in der Regel eine sehr tighte Range gibt. Plus, unerfahrene Spieler könnten immer noch Mist spielen, weil ihnen KJs zB in jeder Position gefällt. Raisesizes sind auch wichtig. Raised jemand auf 4BB ist es häufig eine Hand die er nicht mehr loslassen wird, aber ungern Postflop ausspielen will. Raises auf 2.5bb und kleiner deuten häufig jedoch auf Steals hin.

      Die SHCs sind nicht in Stein gemeißelt, und um klarere Aussagen zu Resteal-Ranges zu bekommen ist der SNG Wizard eine sehr hilfreiche Möglichkeit flexiblere Entscheidungen zu treffen.
    • Phanganer
      Phanganer
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2011 Beiträge: 281
      @Romeryo

      Vielen Dank fuer deine Antwort.

      So aehnlich hatte ich mir das schon gedacht, aber in dem Artikel wird das nur so in den Raum geworfen, ohne weitere Erklaerungen dazu.
      Ziemlich verwirrend, was ja auch aus den Kommentaren hervorgeht.
    • SugarRay82
      SugarRay82
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 38
      Hallo,
      ich hab jetzt nach längerer Pause wieder angefangen.
      Tue mich im Moment wieder etwas schwer reinzukommen.
      Hab direkt die ca 10 ersten sng gewonnen und dann wieder Flaute.

      Was mir viel hilft wieder ins Spiel zu kommen ist das Buch Sit ´n go von Collin Moshman.
      Sehr viele Beispiel Hände!

      Entscheidend bei mir ist prinzipiell der Umgang mit meinen Starhänden.
      Da tu ich mich auch etwas schwer mit Pockets.

      Ein bekannter Pokere sagte mal er spielt Pockets immer, wenn der Einsatz gering ist (in relation zum eigenen Stack). Da ja oft ein Set getroffen wird.

      Ganz entscheident denke ich ist aber der Gegner. Vor mir hinter mir.
      Das wird im Buch besser berücksichtigt als in der Tabelle, denke ich.

      Sollte ich bsp 22 callen nachdem ein tighter spieler in UtG erhöht hat?
      erhöhen tu ich damit def nicht. Ausser Blinds hoch und gute Pos zum stehlen.