Polarisierte 3betting range

    • redcow
      redcow
      Gold
      Dabei seit: 30.08.2006 Beiträge: 2.631
      Hi,

      Die Diskussion über, welche range man 3betten soll, wann es besser ist zu callen gegen welche Gegner etc wurde ja schon oft gehört, als "Grundsatz" wird ja immer empfohlen polarisiert zu 3betten außer der Gegner hat Tendenzen die es erfordern dass man unpolarisiert 3bettet, d.h nur seine value range.

      Hier, aber auch im "The Poker Blueprint" ebook von slowhabit wird empfohlen seine value range (z.B QQ+) und seine semibluffing range zu 3betten (z.B. 89s,67s,..low suited connectors) da wir bei den suited connectors hauptsächlich auf FE gehen und bei nem call nie wirklich dominiert sind und postflop relativ einfach spielen können. Hingegen Hände wie KQ,AQ,AJs etc die auf ne 3bet zu "gut" sind zum folden und postflop oft dominiert sind ist es besser zu flatten.

      Jetzt wird aber auf DC (tubasteve,balugawhale,grindcore..) propagiert, dass die Dominationgefahr nicht so eine große Rolle spielt weil wir sehr oft große FE haben, die meistens Spieler OOP postflop sehr schlecht spielen, wir nicht ja nicht immer broke gehen wenn wir TP hitten. Außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass beide ein TP hitten ist so groß wie ein set zu hitten, deshalb haben wir mit der cbet sehr hohe FE. Daher würden sich Hände wie KJo,ATo,QTo als 3betting Hand gar nicht so schlecht spielen. Da der Vorteil, dass jemand zuviel auf 3betts foldet oft höher ist als zu callen, egal welche Hand man hat, außerdem haben wir mit KQ und KJ blocker.

      Grindcore meint in einem seiner "The red line" videos auch dass er nicht versteht warum Leute den untersten Teil ihrer range 3betten, er findet man sollte erstmal den top seiner 3betting range rein for value 3betten, dann die ganzen Hände die einem zu schlecht für ne 3bett aber zu gut für nen fold sind coldcallen und die ganzen Hände die minimal zu schlecht für coldcall, d.h die erste Hand die wir folden würden 3betten als semibluff (z.B QTs,ATo, whatever..) da wir auf nen call immer noch viel bessere equity haben als mit dem bottom unserer range.

      Ich denke einfach mal dass Leute wie balugwhale und grindcore davon ausgehen dass man ziemlich postflop skills hat und deshalb gegen schlechte Spieler auch mit "dominierten" Händen ne edge hat und +EV spielt, und hingegen auf ps.de und das Ebook eher für Anfänger ausgerichtet ist und deshalb eine 3betting Strategie empfohlen wird wo man postflop kaum Fehler machen kann?

      Tl;DR

      Cliffnotes:
      Dominationgefahr?
      ps.de, The Poker Bluerprint: semibluffe mit Händen wie 87s,56s,22-55
      "DC" Auch Hände wie KJo,ATo,QTo sind ok zu 3betten als semibluff.
  • 3 Antworten
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      hast ja eigtl alles gesagt. man kann beide handgruppen nehmen. die broadways, die zu schlecht zum callen sind wie AT haben cardremoval auf ihrer seite und domination ist kein so großes problem, wie die leute denken. die SCs eben mehr potential postflop gebarrelt zu werden. allerdings muss man bedenken, dass 98s oder 87s oft ein +ev flatcall ist und nicht in der bluffingrange landen sollte. da nehme ich eher 1gapper oder sowas wie J8s. je weniger fe ich mir preflop gebe, desto weaker ist villains callingrange, desto eher 3bette ich hände, die ich multibarreln kann. da hab ich dann lieber 89s als QTo.


      man sollte ja immer top oft folding range nehmen. wenn T9s der schlechteste SC ist, den ich flatte, dann bluffe ich eben 98s und T8s und wenn KQo die schlechteste BW-kombo, dann bluffe ich KJo.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die eigene 3-Bettingstrategie hängt unmittelbar mit der Wahrnehmung des Gegners zusammen.

      Wenn du einen Gegner hast der auf 3-Bets dauernd folded, dann kannst du 3-betten was du willst.

      Wenn du einen Gegner hast der auf 3-Bets nur mit 4-Bets anwortet, dann willst du polarisiert 3-betten, da du mit mittelstarken Händen wie KJ, KQ etc. nicht gegen eine polasierte 4-Bet Range spielen willst und nicht weisst, ob du jetzt shoven kannst, callen kannst oder doch lieber folden solltest.

      Wenn du einen Gegner hast, der auf 3-Bets mit vielen Calls antwortet, dann willst du toplastig 3-betten.


      Das Ding ist jetzt, dass du erstmal herausfinden musst wie dein Gegner auf 3-Bets reagiert und da ist es nicht unbedingt förderlich in NL auf die Nuts zu warten, da in NL sehr häufig nichts gegen nichts spielt und grade auf den Micros deine Gegner ihre Hände spielen und nicht erkennen, dass du häufig genausowenig hast wie sie.

      Ich sehe es mittlerweile (dank einer Coachings) nicht mehr ganz so eng bezüglich polarisierte und depolarisierter Range. Ich wähle für 3-Bets grundsätzlich erstmal Hände aus, die grenzwertig für einen Call sind, aber zu schwach sind für einen Fold. Wenn ich z.b. J8s oder KTo im Bigblind haben und der Gegner openraist im Button -> 3-bette ich schonmal. Wenn ich 75s im Button halte und mich wegen der Blinds nicht danach fühle zu callen, dann 3-bette ich das schonmal.

      Du darfst das Thema 3-Bets auch nie so ganz isoliert betrachten (das ist auch das Problem bei isolierten Fragne), sondern du musst im Prinzip schon ein bisschen verstehen wie der Gesamtspielansatz von Grindcore oder Baluga oder Tri ist - die sind nämlich komplett unterschiedlich und deswegen erzählen die auch alle was anderes zum 3-betten.
    • redcow
      redcow
      Gold
      Dabei seit: 30.08.2006 Beiträge: 2.631
      Vielen Dank für die ausführlichen posts, die Unterschiede durch die verschiedenen Spielansätzen und deshalb die Variationen im Preflop/3bet game, macht auf jeden Fall Sinn.