Fragen, die mich selbst nach 1 mio hände auffressen...

    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      Hallo liebe Community,

      ich spiele seit knapp 2 jahren poker, war dabei aber nie richtig erfolgreich. Im moment grinde ich immernoch nl50, da ich bei shots immer aufs maul bekommen habe und mich einfach egal wie ich mich anstrenge, nicht etablieren kann.

      Der folgende text ist lang, bitte nehmt euch zeit oder klickt auf nen anderen Thread ;)

      Ich habe mit FR angefangen, und als es noch die fische aus frankreich und italien gab, hat es viel spass gemacht. Als die aber weg waren, wurde es sehr tough für mich.

      FR habe ich aufgehört, weil ich es nicht mehr ertragen konnte so tight zu spielen und jede hand außer AA zu hassen, sogar schon QQ auf die 3bet folden weil die villians so tight sind.

      Mit SH läuft es eig auch ganz ok, seitdem ich viel über mein spiel nachgedacht habe. allerdings hat sich mein nittiges Spiel auch in SH wiedergefunden, aber wenn ich mal nicht in cooler laufe oder es ansonsten fishimprovements hagelt, mache ich gut geld. Ich finde aber die Varianz unfassbar. Zur veranschaulichung werde ich den letzten monat als graph zeigen. Außerdem werdet ihr meine stats zu letztem sehen, zwar nur 100k händs aber ihr seht die tendenzen. Bitte analysieren..

      Meine extremsten Probleme:

      1. PF broke gehen im blindbattle:
      Ich beschäftige mich viel mit der mathematik in dieser situation. dabei habe ich realisiert, wie extrem klein die edges eigentlich preflop sind. der coinflip regiert, und selbst gegen eine range reinstellen erzeugt viel varianz. Ich sehe regs mit 88 chillig den shove callen und kann mir nicht vorstellen, dass das profitabel ist. Ich tue sowas nicht, und habe schon probleme mit jacks offzustacken, vllt lasse ich mich aber von den schlechten ergebnissen beeinflussen.

      Ich weiß dass dieser Spot sehr sehr villian abhängig ist, aber wer mal gegen den jeweiligen reg equiliert, sieht dass das loose reinstellen nur rake und extreme varianz generiert.

      2. 3bet verhalten :

      OOP fühle ich mich ohne eine gute hand machtlos. ich fühle mich permanent ausgespielt, und wenn ich was habe foldet villian am turn. und das sage ich jetzt nicht als bronze fisch, ich spiele sehr viele hände und habe viel gesehen. Einerseits sehe ich viele loose calldowns mit kleinen overpairs, zb JJ.
      dabei frage ich mich, wie villian es gegen mich nit schafft, 3 barrels mit sonem kleinen overpair zu callen udn dabei nicht zu denken, dass ich vllt ein höheres pair als er habe.

      Ich dagegen fühle mich am turn schon sehr unangehnem damit, mit JJ als overpair noch die barrel zu callen, da ich kein allin am river callen möchte, da ich mich hinten fühle. was sollte mich da schlechteres shoven?

      3. Postflopverhalten im raised pot :

      Jeder kennt diese situation. Man hat ne dicke valuehand (qq+) und floppt das overpair. erstmal schön und gut, aber dann kommt der flopraise oder das slowplay runtercallen. meine erfahrung dabei: wenn villian im raised pot den turn callt, bin ich beat. adios valueextraction mit overpair.

      Noch schlimmer wird es bei flopraises. Hier fühle ich mich ausgeliefert, denn die postflop equity ist im besten fall ein coinflip. es wird gerne ignoriert, wie schlecht AA und KK auf drawy boards dran sind, es lohnt sich mathematisch garnicht, dort zu shoven, wenn man dem villian die drawrange und sets gibt. gegen den FD bin ich 64/36, gegen sets und 2pair enoorm hinten. Wie gesagt, der permanente coinflip.

      Mir fällt es schwer, ohne ein set oder eine andere gute hand gute +ev spots zu suchen, da ich die große varianz hasse.

      Anderseits: Ich liebe es viel geld mit sehr starken draws reinzubekommen, ich shove und raise viel lieber mit ihnen, obwohl sie meistens die gleiche eq wie das overpair hätten. Ich hasse es unfassbar, das set gezeigt zu bekommen. bei dem draw denk ich mir immer: ok, ich habe viele outs! Das ist denke ich ein leak, aber ich bin ein equity bewusster spieler und versuche früh in der hand zu erkennen, woran ich bin.

      Generell nenne ich das ein paranoides postflopverhalten, wenn ich oop am river bin valuebette ich zu wenig, da ich mich nicht so weit vorne sehe. pairs haben bei mir kaum wert...

      4. postflop 3bet??
      Ich habe keinen blassen schimmer, in welcher situation jemals eine 3bet am flop gebracht werden könnte. keinen blassen schimmer...und das nach über eine million händen.


      Wie ihr seht, habe ich mir viel mühe gegeben, meine probleme zu schildern. ich wäre sehr froh, wenn ihr euch mit meinen gedanken außeinander setzen würdet. es frisst mich wirklich auf, und ich zweifele langsam an der profitabilität von poker, da gute +ev spots gegen ranges meistens nicht da sind! es ist ein extremes geflippe und der rake frisst so viel.

      Trotz meiner Probleme verdiene ich gut mit poker dank SN, aber ich möchte endlich auch mal cashen. mein pokerdasein kotzt mich an und ist erbärmlich. über die probleme mit dem Ev nicht zu sprechen.

      Danke für eure Aufmerksamkeit, ich freue mich jetzt schon über eine angeregte Diskussion!

      euer leider nicht so aktiver roflushh

      Es folgen nun die bilder:

      Graph Mai


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      Stats Mai



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  • 78 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Was sofort auffällt: Obwohl du sowenig cbettest (40%) scheinst du recht wenig direkten Erfolg mit der Cbet haben (40%). [das ist ein gutes Zeichen, weil deine Gegner dir anscheinend trotzdem keinen Credit geben]
      Auch scheint es mir, dass du mit mittelstarken Händen viel zu oft an irgendeiner Stelle der Hand keine Bet setzt und viel zu oft mit den Händen am Showdown auftauchst (dein Won$@SD ist astronomisch hoch).

      Obwohl du sehr tight spielst, scheinst du Postflop nur wenige Pötte zu gewinnen. (zu wenige in meinen Augen - dein W$WSF liegt bei deutlich unter 40% => im Prinzip ist der W$WSF ein ziemlich guter Indikator für den Postflopskill eines Gegners. Richtig gute Spieler haben da einen Wert der deutlich über 44 liegt - ich kenne sogar einen der hat da 50% auf eine riesige Samplesize)
      Das ist auch Symptom für dein gesamtes Problem in meinen Augen. Du kämpfst nicht genug um Pötte, sondern hast deinen equitybasierten Ansatz (keine ganz so schlechte Idee - in dem Zusammenhang ist dein Ansatz mit starken Händen und Draws broke zu gehen wesentlich sinnvoller als dauernd mit Overcards hinten zu sein oder zu flippen) wahrscheinlich zu stark verinnerlicht, bist dabei allerdings viel zu stark auf Made Hands spezialisiert. Du musst dir mal bewusst machen, dass es in NL Holdem extrem schwierig ist eine Hand zu treffen und wenn du verstehst, dass NL Holdem im Prinzip ein Spiel darum ist wessen nicht das nichts des anderne aus dem Pot befördert und du gezielt nach Spots suchst in denen die gegnerische Handrange einfach schwach ist (bzw. unbalanciert), dann gewinnst du auch.

      Du scheinst generell Postflop Probleme haben mit der Range des Gegners zu arbeiten und nimmst nur ganz klare Situationen mit - vielleicht solltest du dir hier mal einen Coach gönnen, der hier deutlich höher spielt als du und seine Gedankengänge zu solchen Situationen anhören.
      (schau dir z.b. mal die Sim87 oder Siete777 oder Cyde Sachen an - dort kannst du erkennen das die etwas anders wahrscheinlich über Postflopspots nachdenken - und es geht auch gar nicht darum genauso zu denken wie sie und genauso zu spielen, sondern zu erkennen warum sie bestimmte Spots nutzen, die du nicht nutzt)
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      ich spiele nl50sh euro auf stars. meine cbets kommen einfach nicht durch. ich fühle sehr wenig fold eq, was aber bei dem limit normal ist. deshalb lautet meine adaption: value haben und die anderen auflaufen lassen. ich versuche den pot mit einer schwachen hand schnell zu verlassen und warte auf gegnerische barrel fehler. das klappt eig ganz gut. das von dir angesprochene problem ist natürlich auch das hitten. ich habe eine sehr verzerrte ansich davon, denn ich sehe bei hero calls meistens, dass mein read richtig war und ich beat war/ bin. für mich bedeutet mit AA nach 2 barrels oop eine 3/4 riverbet zu callen tilt. entweder ich laufe unglaublich schlecht oder ich weiß auch nicht. die settings sind mittlerweile nicht mehr erträglich. ich habe dieses jahr 445k hände gespielt und bin im cg nur 500€ vorne. fühle mich deshalb wie ein richtiger fisch. die lange frist ist nunmal extrem lange, ich denke das beachten hier wenige. ich als ernsthafter grinder erlebe die varianz aber in vollen zügen. dabei mag ich es, mich als mathematisches phänomen des schlecht laufens zu sehen, auch wenns lachhaft ist.

      Ich mag den tighten approach, weil die games heute sehr aggro sind, und man mit passivität in den richtigen spots viel geld machen kann. shoven kann jeder, aber den gegner auf eine hand readen und auflaufen lassen nicht. imo.
    • RaisyDaisyyy
      RaisyDaisyyy
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2009 Beiträge: 1.184
      du spielst SH?
      ich spiele FR und habe eine höhere 4betrange,aggression fqz,stealwerte,cbets... (auf den micros mag es stimmen, dass FR viel zu tight gespielt wird^^)

      würde dir raten viel weniger tische (max 4-5!) zu spielen und mal wirklich mehr über die ranges deiner gegner nachdenken.
      du kannst so weiterspielen und nach 2 mio händen bist du auf dem gleichen stand wie jetzt, wenn du nicht am spiel arbeitest und nur massgrindest.

      außerdem glaube ich, dass du extrem passiv bist (scared money?!); dein W$WSF ist nur auf 38%!!! da rauschen deine nonsd winnings aber richtig weit in den keller. und Fcbets machst du ja nur, wenn du was getroffen hast mit 42%
      würde vllt sinn machen etwas NL25 zu spielen um dein spiel aufzuloosen und wieder mehr selbstverstraun zu gewnnen.

      da du diamond bist verstehe ich nicht, warum du keinerlei videos guckst?! hast doch zugriff auf alles.
      außerdem glaube ich, dass du bis nl100/200 dein spiel selbst bzw mit lerngruppen soweit verbessern kannst, dass du diese limits auch schlägst und würde deshalb nicht gleich zu einem coach rennen; aber das ist letztendlich deine entscheidung.
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      Ich gucke viele videos, aber iwie bringen die nix, außer beim cbet verhalten. ich kann mir aber nicht vorstellen dass das ein derart großer faktor ist...
    • Thanatos88
      Thanatos88
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2010 Beiträge: 1.087
      Original von Ghostmaster

      Auch scheint es mir, dass du mit mittelstarken Händen viel zu oft an irgendeiner Stelle der Hand keine Bet setzt und viel zu oft mit den Händen am Showdown auftauchst (dein Won$@SD ist astronomisch hoch).

      Versteh ich das richtig, dass du lieber Hände mit marginaler SD-Value in Bluffs turnst als zum SD zu kommen? Mein Wert liegt auch bei ~ 51... was wäre hier denn ein "besserer" Wert?
      Vielleicht gehe ich in meiner Denkweise auch einfach viel zu oft von WA/WB Situationen aus und spiele vor allem IP mit schwachen Toppairs oder guten midpairs zu oft "bet fop/check turn/call river" als zu second barreln. Hast du das damit gemeint oder hab ich das falsch verstanden?


      Der Thread trifft den Nagel eigentlich auf den Kopf, da ich mir selbige Fragen auch immer wieder stelle. Bin mal gespannt was hier noch bei raus kommt.

      Was ich allerdings nicht verstehe ist, wie du bei deinen Winnings immernoch NL50 grinden musst/kannst. NL100 ist ja nur wirklich kein großer Sprung... im Gegenteil, ich finde, dass NL100 (zumindest auf Party)wesentlich einfacher gespielt werden kann, da weniger russische MSS-Massgrinder und schlechtere Regs/Fische anwesend sind.
    • fyhob
      fyhob
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 457
      Ich glaube nicht, dass man mittelstarke Hände in Bluffs turnen sollte sondern eher mehr dünne Valuebets platzieren. Da bekommst du am River halt oft folds, das senkt den W$SD, da du halt öfter wenn Villain nicht foldet beat bist.

      Bei mir ist es eigentlich immer so, dass sobald mein W$SD die 50 überschreitet habe ich ne negative red line. Zwischen 46 und 50 habe ich dann eine positive red line und eine positive blue line. Wie genau das mit meinem Spiel korelliert habe ich jedoch nhoch nicht erforscht.

      BTW ich finde NL100 auf FT auch deutlich smoother zu spielen als NL50. Kurios ich dachte ich stände mit meiner Wahrnehmung alleine da.
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      spielt ihr euro oder dollar auf stars? ich weiß nur wie es auf stars ist, weil ich nur da spiele :D
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      @thanatos
      ich spiele diese spots auch so wie du, weil ich mich immer frage: was soll mir da value geben? vllt schätze ich meine gegner auch zu gut ein, aber value bets nach 2 oop calls an flop und turn finde ich sehr marginal, da ja da das WA/WB extrem zum tragen kommt.^^
    • fyhob
      fyhob
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 457
      Keine ernsthaften Erfahrungswerte auf Stars, sorry.
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      ok, ich habe ja noch andere fragen aufgeworfen...zb 3bet verhalten und 3bets an flops...kann mir da jemand helfen? :D
    • RaisyDaisyyy
      RaisyDaisyyy
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2009 Beiträge: 1.184
      2. 3bet verhalten : OOP fühle ich mich ohne eine gute hand machtlos. ich fühle mich permanent ausgespielt, und wenn ich was habe foldet villian am turn. und das sage ich jetzt nicht als bronze fisch, ich spiele sehr viele hände und habe viel gesehen. Einerseits sehe ich viele loose calldowns mit kleinen overpairs, zb JJ. dabei frage ich mich, wie villian es gegen mich nit schafft, 3 barrels mit sonem kleinen overpair zu callen udn dabei nicht zu denken, dass ich vllt ein höheres pair als er habe. Ich dagegen fühle mich am turn schon sehr unangehnem damit, mit JJ als overpair noch die barrel zu callen, da ich kein allin am river callen möchte, da ich mich hinten fühle. was sollte mich da schlechteres shoven?


      wenn ich dich richtig verstehe, siehst du calldowns mit JJ; was aber niemand ggn dich macht?
      naja ist ja offensichtlich, wenn du nur 42% Fcbet hast, wird dir ein einigermaßen solider spieler oft credit geben und seine JJ am T entsorgen.
      wenn aber ein looser spieler 3bettet und z.b. 80/55/50 F/T/Rcbet werte hat, dann wird er vermutlich auch in der lage sein einen 3barrelbluff auszupacken und deshalb wird er bei Qxxxx runtergecallt.
      du zollst nl50 spielern zu viel credit; wenn du weniger bettest werden sie auch weniger fehler machen.
      -->moneyscared spielt da bestimmt eine rolle

      BTW ich finde NL100 auf FT auch deutlich smoother zu spielen als NL50. Kurios ich dachte ich stände mit meiner Wahrnehmung alleine da.
      denke der einzige unterschied ist, dass die meisten nits auf NL50 stecken und auf NL100 denken einfach zuviele am laufenden band moves auspacken zu müssen. die frequencies stimmen einfach überhauptnicht, vorallem bei den polen und spaniern :D :D
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      genauso wie du denke ich auch! ich bin so tight, aber gegen mich werden solche calldowns ausgepackt. der gegner sollte folden, tut es aber nicht :D

      edit: ich meine mit "nit" nicht nicht, sonder halt nittiger spieler :D , deshalb hast du mich missverstanden ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von Thanatos88
      Original von Ghostmaster

      Auch scheint es mir, dass du mit mittelstarken Händen viel zu oft an irgendeiner Stelle der Hand keine Bet setzt und viel zu oft mit den Händen am Showdown auftauchst (dein Won$@SD ist astronomisch hoch).

      Versteh ich das richtig, dass du lieber Hände mit marginaler SD-Value in Bluffs turnst als zum SD zu kommen? Mein Wert liegt auch bei ~ 51... was wäre hier denn ein "besserer" Wert?
      Vielleicht gehe ich in meiner Denkweise auch einfach viel zu oft von WA/WB Situationen aus und spiele vor allem IP mit schwachen Toppairs oder guten midpairs zu oft "bet fop/check turn/call river" als zu second barreln. Hast du das damit gemeint oder hab ich das falsch verstanden?


      Der Thread trifft den Nagel eigentlich auf den Kopf, da ich mir selbige Fragen auch immer wieder stelle. Bin mal gespannt was hier noch bei raus kommt.

      Was ich allerdings nicht verstehe ist, wie du bei deinen Winnings immernoch NL50 grinden musst/kannst. NL100 ist ja nur wirklich kein großer Sprung... im Gegenteil, ich finde, dass NL100 (zumindest auf Party)wesentlich einfacher gespielt werden kann, da weniger russische MSS-Massgrinder und schlechtere Regs/Fische anwesend sind.
      Ich verstehe unter mittelstarke Hände auch Draws und diese sind der Knackpunkt, wenn eure Made Hands nicht ausbezahlt werden und man im Falle einer eine Bet und eines Calls "immer" die bessere Hand zu sehen bekommt.
      Draws balancen automatisch die Valuebettingrange und machen eure Handrange schwierig zu lesen - eine Handrange, die sehr stark auf den Valuebettingaspekt gelegt ist und sehr schwach auf den Bluffbettingaspekt ist sehr einfach zu exploiten, wenn man erkennen kann wie stark der Valuebettingaspekt ist (und dann entweder folded oder raist mit Händen, die schwächer sind als die Valuebettingrange und nur called, wenn man die Valuerange schlägt).

      In der Praxis sieht es jetzt so aus, dass die meisten Spieler auf NL50 ihr "System" spielen und gar nicht so recht auf die Eigenheiten des Gegners eingehen. Die Fische sind nach wie vor die Fische und die soliden Regs spielen meistens zuviele Tische, um auf deine Eigenheiten abseits der Stats einzugehen.
      D.h. ein sehr sehr profitabler Ansatz (den ich schon bei mehreren Spielern erfolgreich angewendet habe, um sie aus den Microlimits zu bekommen) ist ein Ansatz, der sich darauf konzentriert richtig zu valuebetten und einen gesunden Anteil an Bluffs im Spiel zu haben. Der Anteil der Bluffs ist spieltheoretisch betrachtet wahrscheinlich zu gering, aber bis NL2k wird diese Problematik 1 von 10000 exploiten können und der Rest wird unsere Range falsch interpretieren und automatisch Fehler machen.
      Was nicht so profitabel ist und zu solchen Langzeitproblematiken wie bei dir führen sind zu starre Ansätze. Du scheinst irgendwo in deinem Kopf ein Regelwerk zu haben das dir sagt: "Tight is right, wenig bluffen auf den Micros ist der richtige Ansatz etc."
      Sobald du anfangen wirst von den Standardmantras mal auszubrechen und vom "Standard" wegzukommen, wirst du ganz ganz schnell gewinnen und zwar richtig. An den Tischen machen die meisten Spieler irgendeinen Standard und wie willst du gegen die gewinnen, wenn du auch irgendeinen Standard machst? Ihr schiebt euch standardmässig das Geld hin und her und da es heuzutage nicht mehr dieMenge der Monsterfische wie 2007 z.b. gibt, zerfrisst dir der Rake den größten Teil der potentiellen Winrate.
      Du musst anfangen Randprobleme zu erforschen und mit diesen eine Edge aufzubauen. Du erkennst das dein Gegner zuviel 3-bettet Preflop? Dann frag dich doch mal warum er soviel 3-bettet, was die Standardantwort wie man auf lighte 3-Bets weiterspielt und was vielleicht unter bestimmten Bedingungen noch viel viel besser ist als die Standardantwort.
      Ich kann dir in deinem Spiel wahrscheinlich innerhalb von 30 Minuten 50 Spots aufzeigen in denen du etwas machst ohne darüber nachzudenken (vielzählige openraises, Cbets, Doublebarrels, 3-Bets in vielen Situationen), weil es für dich zum "Standard" gehört. Genau solche Spots sind aber die in denen du viel Geld machen kannst ;)
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      danke erstmal ghostmaster, dass du dir zeit nimmst, um dich mit mir zu beschäftigen :) .

      Ich möchte jetzt nicht undankbar klingen, aber wann hast du das letzte mal nl50 gespielt? ich würde gerne mehr moves und alternative lines machen, aber die gegner sind teilweise so braindead dass bluffen einfach nicht geht...es wird partout nicht gefoldet.

      Ich fände es toll, wenn du vllt ein paar beispielhände rauskramen würdest und der community und vor allem meiner wenigkeit zeigst, wie man die guten spots finden kann. ich weiß, dass es kein rezept gibt, aber beispiele würden uns allen helfen. Es wäre einfach super, wenn du dir diese mühe machen würdest, und ich denke ich spreche da für viele mitleser.

      Trotzdem bin ich froh und dankbar, gute gedanken von dir und allen zu lesen. danke und macht weiter so! dachte immer im forum sind nur eumel und nerds :D .
    • fyhob
      fyhob
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 457
      Wenn die partout nicht folden ist das doch super für deine Valuerange also bet bet bet...oder ist das mit dem partout nicht folden doch eine subjektive Wahrnehmung deinerseits. Weil andererseits raised du ja auch flops nicht, damit die Spieler NICHT folden...da versteh ich die Logik nicht.

      Der entscheidende Punkt ist halt nicht immer Standard spielen. Sondern sich ganz konkret in jedem Spot Gedanken machen, welches Play das beste ist gegen einen bestimmten Spieler und seine Range.

      Seit ich nur noch max. 4 Tische meistens sogar nur zwei spiele und mich wirklich drauf einlasse aller Reads zu dokumentieren, und jeden move zu durchdenken, läuft das bei mir genial. Vorher beim 12 tabling hatte ich mörder swings und zum Schluß meistens Miese.

      Das Problem ist, dass man dadurch aber nicht auf sonderlich viele Hände kommt, d.h. der RB und Bonus Anteil an den Earnings schwindet.

      Ich höre auch immer nach einer Stunde auf, da ich merke, dass diese Spielweise nach ner Stunde für mich zun intensiv wird und ich dann unbewusst wieder auf die Standardmoves zurückgreife.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      @roflushh

      Ich denke du bist nicht genügend auf Ghostmasters Kommentar eingegangen. Er meinte sicherlich nicht, dass du die "Fische" bluffen sollst, sondern eben die Spieler die ihren Standard-ABC-TAG-Style spielen und auf weiteres nicht achten.

      fyhob sprach im vorherigen Post von "subjektiver Wahrnehmung".

      Ich möchte das mal untermauern:

      Aus deinem letzten Post:

      Original von roflushh
      ... ich würde gerne mehr moves und alternative lines machen, aber die gegner sind teilweise so braindead dass bluffen einfach nicht geht...es wird partout nicht gefoldet.
      Aus deinem ersten Post:

      Original von roflushh
      ...wenn villian im raised pot den turn callt, bin ich beat. adios valueextraction mit overpair.

      Da kann man jetzt frage: Was denn nun? Einerseits bekommst du durchs multibarreln nichts zum folden, auf der anderen Seite glaubst du ein Turncall ist immer ein Monster. Das passt doch nicht zusammen.

      Entweder die Leute (oder natürlich auf jeden Spot einzeln bezogen der spezielle Spieler) callen sehr loose, oder eben nicht. Beides geht nicht.


      Dies erstmal zur Diskussion, über die anderen Punkte kann man später noch diskutieren, eins nach dem anderen. ;)
    • AGGROFORST
      AGGROFORST
      Bronze
      Dabei seit: 26.04.2008 Beiträge: 3.805
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    • Zachanassian
      Zachanassian
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 507
      Zu OPs Stats: 3,81bb/100 auf 58k Hände scheint doch ein ganz profitabler Spielstil zu sein. Anderseits schreibst du ~500€ auf 445k Hands. Warum postest Du dann nicht die Stats/Graphen über die 445k Hands?
    • roflushh
      roflushh
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 505
      @Miiwiin

      Natürlich meinte ich das villianbezogen! ghostmasters kommentar habe ich auch so gesehen, dass es eher um den kampf gegen die regs geht. gegen die fische weiß ich ganz genau wie ich zu spielen habe und sehe da auch keine großen probleme.
      Die spots wegen denen ich hier rumheule sind gegen die regs, sehr solide spieler (zu solid), zumindest postflop. mit ähnlichen leaks wie ich (haben eine ähnliche paranoia am river usw). Ich denke im großen und ganzen, dass ich oft gut folde, weil ich ungefähr weiß, wie die regs denken und nur selten überrascht bin.

      Ein anderes großes thema. hier wurde das mit dem durchbarreln bei value angesprochen. ich denke man sieht sehr, wie ich auf das loose cbet callen der villaians adaptet habe, indem ich eher meine valuerange durchbarrel und nicht viel cbet bluffe. irgendwie merkt das keiner und ich bekomme trotzdem value, das hauptproblem bei der value ist aber, herauszufinden wie gut meine hand wirklich im verhältnis zu der vom gegner ist. ich gehe davon aus, dass wen jemand den turn callt oder raist und das board jetzt nicht unbedingt drawheavy ist, er eine gute hand hat (regs!!!).
      Ich gucke da dann mit meinen one pair händen iwie dumm aus der wäsche. 3 streets for value mit nem overpair sehe ich gegen einen reg im raised pot NICHT.


      Ich traue den overpairs nicht so viel zu im raised pot, da ich mich nach dem spruch "don't go broke with one pair" richte. soll ich den river viel mehr bet/ fold spielen? ich frage mich, ob das nicht even ist mit dem check/call for bluff induce oder dass er halt schlechteres valuebettet. Das ist allerdings nur eine vermutung, und mich würde interessieren was ich dazu sagt. bis jetzt laufe ich am besten mit check/call.

      Ich bin Supernova und bin es gewohnt, viele tables zu zocken. ich langweile mich unfassbar bei nur 4-6 tables, es müssen schon so 12-16 sein. Da ich besser als break even grinde, frage ich mich, ob meine winrate durch den guten rakeback nicht besser ist als von nem spieler, der ganz wenige spielt. Ich denke, dass selbst für wenigtabler langfristige winrates bei den gegnern auf stars nl50€ von >6bb/100 nicht bei ner sample von mehr als 100k machbar sind.

      Zugegebenermaßen war meine winrate auch gut letzten monat, aber trotzdem habe ich das gefühl, dass etwas falsch läuft. Vllt wars am ende auch upswing. um euch mein mangelndes selbstbewusstsein zu zeigen, hier mal mein juni mit ein bischen nl100. schockt mich aber nicht, da es sowieso immer swingy ist und ich da nur an den letzten monat denke, wie es da gelaufen ist..



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