[Erledigt] AJ und Pocket Pair preflop UTG raisen?

    • Heidjer
      Heidjer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 146
      Hallo liebe Leute,
      bin noch recht neu hier und beschäftigte mich zur Zeit noch mit der Einsteigerstrategie und bin da auf einen Widerspruch gestoßen:
      Insbesondere im Artikel NL BSS - Wie spiele ich vor dem Flop? wird gemäß Starting-Hands-Chart dazu geraten, sowohl Pocket Pairs von 99-22, als auch AJ,AQ und AT preflop in früher Position immer zu folden.

      Im Einsteiger-Quiz "Reifeprüfung Bronze" gab es allerdings zwei Fragen, bei denen Hero jeweils mit AJ oder 22 preflop UTG ist. Gemäß der bis dato erlernten (oben genannten) Theorie hätte ich mich hier für einen Fold entschieden, die Musterlösung gemäß Quiz-Auswertung sieht allerdings einen Raise vor.

      Die Begründung für den Raise bei AJ im Quiz lautet, dass die Hand einfach zu stark ist um sie zu folden oder bloß zu limpen.

      Aber warum steht dann genau das als Move in der Starting-Hands-Chart?

      Zu dem Raise mit 22 steht in der Begründung, dass man Pocket Pairs grundsätzlich immer versuchen sollte zu openraisen, unter anderem um zu verhindern, dass man zu leicht lesbar wird, wenn man nur mit starken Händen aus früher Position raist.

      Das leuchtet mir ja noch ein, aber sollte man dafür wirklich IMMER mit JEDEM Pocket Pair versuchen zu openraisen? Man muss dann ja schon zwangsläufig ein Set am Flop treffen oder eben einen Bluff per Contibet erfolgreich durchbringen, um die Hand profitabel zuende zu spielen. Wobei ne Contibet ja gegen mehr als einen Gegner (was bei einem UTG-Raise ja nicht unbedingt unwahrscheinlich ist?!) schon recht schwer alle aus dem Pot zwingen dürfte, wenn nicht vollkommener Trash im Flop liegt. Das klingt meiner Meinung nach auf Dauer recht unprofitabel.

      Weiterhin steht auch hier wieder als Begründung, dass die Hand zu stark sei, um sie zu folden.

      22 zu stark zum Folden? Es ist das niedrigste Paar! Wenn man damit das Set nicht trifft, dann ist es eine verdammt schwache Hand oder irre ich mich da?

      Kann mich leicht verwirrten Beginner da mal jemand erleuchten?
      Danke schon mal!
  • 7 Antworten
    • Thanatos88
      Thanatos88
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2010 Beiträge: 1.087
      grundsätzlich kann man auf den micro-limits sagen, dass tigh niemals falsch ist

      also an Anfänger sollte man nicht zu viele von solchen Händen in UTG spielen, da du einfach postflop noch nicht sehr sicher bist und keine erfahrungen im handreading hast

      fühlst du dich sicher genug und kannst deine gegner halbwegs einschätzen solltest du deine Range aufloosen, vor allem im CO und BU... aber eben auch z.B. any pocketpair aus any position openraisen!
      AJ ist mit in UTG auch noch gut genug aber man sollte dann auch erkennen können, dass man mit TP auch man hinten liegen kann
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      1. Mit Pockets kannst du immer raisen, vor allem wenn viele Limper hinter dir sitzen.

      Ansonsten kommt es auf die Tischdynamik an. Hast du Leute, die hinter dir gerne 3Bets machen, zb einen LAG, oder gar einen Maniac dann siehts nicht so dolle aus.

      Vergiss nicht das du einem Bigstack mit einem gefloppten Set alles wegnehmen kann. Daher lohnt sich das schon, aber halt nicht an jedem Tisch, weil viele Spieler dich heutzutage 3betten, wenn sie merken, das deine Range aus UTG höher ist, als die eines Spielers der sehr tight spielt.Sie wollen quasi schauen, wie du reagierst.

      Eine 3bet kann man leider mit einem PP nicht mehr profitabel mitgehen. Deshalb raisen heutzutage viele Leute mit Ax suited oder SuitedConnectors aus UTG, um später einen Raise mitzugehen und ein Set zu floppen.


      2. Zu AJ, AQ vorne:

      Es kommt drauf an, wer in die Hand einsteigt. Da ein UTG Openraise heutzutage auf FR sehr respektiert wird, limpen sogar Leute mit AK auf einen solchen Raise.

      Sollte also ein sehr nittiger Spieler mit einem sehr niedrigen 3bet Wert in deine Hand limpen, kannst du bei trockenem Board ne Cbet machen und dann schauen wie er reagiert.
    • Heidjer
      Heidjer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 146
      Fazit: Als Beginner auf den Micro-Limits dann lieber doch tight nach Starting-Hands-Chart spielen?

      Denke mal, dass sich mit steigender Erfahrung und vor allem steigendem Poker- und Strategieverständnis mein Spiel dann ohnehin im Laufe der Zeit etwas weg von dem klassischen tight-aggressivem Spielstil wegbewegen wird, so dass ich mir da jetzt dann noch nicht großartig den Kopf darüber zerbrechen muss?
    • Grisiii
      Grisiii
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2009 Beiträge: 77
      Hi,

      Ja das hast du richtig erkannt.

      Dein Spiel ändert sich mit zunehmender Pokererfahrung. Ob das im Blinds abgreifen oder im Einschätzen der anderen Hände ist.

      Viel Spass noch
    • Heidjer
      Heidjer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 146
      Dann vielen Dank euch allen! :-)
    • minath
      minath
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2009 Beiträge: 176
      Meiner Meinung nach kann man gerade als Anfänger auf den Micros any Pocket aus UTG Openraisen. Trifft man sein Set kann man damit ruhigen Gewissens auch multiway broke gehn/valuebetten, trifft man es nicht, macht man Headsup eine Cbet und gibt dann auf.
      AJ ist da gerade für Anfänger schon eher problematisch, weil es ihnen vermutlich eher schwer fällt ihre Handstärke auf diversen Boards richtig einzuschätzen und im Zweifelsfall dann meist große Fehler machen, weil sie ihr Toppair nicht mehr loslassen können.
    • JulioC249
      JulioC249
      Bronze
      Dabei seit: 13.01.2010 Beiträge: 249
      Ja, kann da nur den Vorpostern zustimmen.
      Speziell auf NL2 sind irgendwelche Moves nach Stats kokolores. Hitten + Durchfeuren ist auf dem Limit die beste Strategie. Teste es einfach mal aus und loose mal dein SHC-Spiel ersteinmal marginal auf. Z.B KQ-Raise aus MP3 oder eben 77 88 99 Raise aus MP und schaue wie sich das auf dein Spiel auswirkt. Es ist definitv besser sich selbst Gedanken zu machen als einfach nur geschriebenes zu übernehmen.