TAG vs LAG style for beginners

    • redcow
      redcow
      Gold
      Dabei seit: 30.08.2006 Beiträge: 2.631
      Hi,

      Die gute alte TAG vs LAG style Frage kommt immer mal wieder vor, bestimmte Grundaussagen sind ja bekannt. Mit einem soliden TAG style ist man sicher guter winner und auf Druck aufloosen endet meistens übel. Wenn jemand ein guter LAG ist macht er sicher mehr Winnings als ein TAG dafür muss er allerdings in marginalen Postflop spots zurecht kommen, d.h es setzt voraus jemand ist ein sehr guter Handreader und hat ein gutes Gefühl für equity und ranges.

      Deshalb ist die Grundform die zumindest auf ps.de propagiert wird "Erlerne erstmal nen soliden TAG style und loose dann langsam auf, da auf den micro/lowstakes sogar viele bis in die highstakes mit dem TAG style solide winner sind". Allerdings "muss" ps.de dies auch machen, da sie sich auf die Masse konzentrieren und die meisten Anfänger ergebnisorientiert sind und nicht longterm denken, und außerdem ps.de ihre Rakeslaven nicht verlieren will, d.h lieber nitty massgrinder als LAG losingplayer die schnell aufhören zu spielen ;)

      Die Frage ist wieso nicht auch als "Beginner" loose spielen und somit in ekelhafte spots kommen aus denen man allerdings viel lernt. Um so öfter man in marginale spots kommt desto mehr wird man gezwungen über sein Spiel nachzudenken und man lernt viel mehr und schneller mit dem Preis am Anfang sicher Lehrgeld zu bezahlen und viele Fehler zu machen. Allerdings hält sich dieses Lehrgeld rein monetär gesehen in Grenzen. Eine solche Empfehlung findet man oft auf DC, BFP etc...

      Oft hört man ja auch LAG style auf den micros/lowstakes bringt es nicht weil die Gegner sowieso nicht folden, aber zu einem LAG style gehört ja nicht nur rumzuballern sondern die Gegner in marginale spots bringen wo sie überfordert sind und Fehler machen. Deshalb werden ja auch viele -EV plays durch den Postflop EV zu +EV moves, da die Gegner nicht richtig adapten und viel mehr Fehler machen, d.h zu loose downcallen oder in den falschen spots broke gehen etc.

      Ich will damit gar nicht sagen dass ein "TAG" nicht outofthebox denken kann oder sich sicke postflop skills aneignen kann, selbst über das Spiel nachdenken und es verstehen ist ja für jeden eine essentielle Komponente. Allerdings wird man meiner Meinung nach wenn man looser spielt schneller dazu "gezwungen" es zu machen.

      Viele Spieler kommen mit ihrem 08/15 style irgendwann auf den low/midstakes an und haben nie wirklich gelernt "outofthebox" zu denken sondern einfach lines/Konzepte die sie in videos or Artikel gelesen haben "nachspielen" und scheitern.

      Was meint ihr dazu?
  • 2 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Es gibt da ein tolles Buch von Leatherass - don't listen to phil hellmuth. Schau mal rein ;)

      Die Frage ist wieso nicht auch als "Beginner" loose spielen und somit in ekelhafte spots kommen aus denen man allerdings viel lernt. Um so öfter man in marginale spots kommt desto mehr wird man gezwungen über sein Spiel nachzudenken und man lernt viel mehr und schneller mit dem Preis am Anfang sicher Lehrgeld zu bezahlen und viele Fehler zu machen. Allerdings hält sich dieses Lehrgeld rein monetär gesehen in Grenzen. Eine solche Empfehlung findet man oft auf DC, BFP etc...


      Es geht dabei darum, dass man die Spieler direkt an ihre Grenzbereiche bringt. Du musst dir das so vorstellen, wenn du mit Poker anfängst:

      Dein Horizont ist beschränkt auf wenige Dinge: Pokerregeln, SHC, 3 Postflopartikel mit klar definierten Anweisungen. Wenn du die Leute jetzt direkt am Anfang aus ihrer klar definierten Welt rausdrängst und dauerhaft vor Situationen stellst, die sie nicht kennen und lernen müssen zu lösen, dann bringst du sie in die Lage dieses "out-of-the-box" Thinking zu erlernen. Situationen analysieren, auswerten und lösen ist das dabei das Thema.

      Du musst bedenken, dass das Geschäftsmodell von pokerstrategy.com nicht darauf ausgelegt ist, dass die Leute möglichst schnell ihre 50$ loswerden, sondern möglichst lange halten und potentiell auch gewinnen. Ich persönlich gewöhn in meinen Coachings den Leuten als erstes so einige Dinge ab wie z.b. SHC nutzen und versetzt sie in eine dauerhafte Diskussion. Ich vermittel dabei nicht mein Spielansatz, sondern meine Gedanken.
      Grade durch die dauerhafte Diskussion erkennen meine Schüler dann auch sehr schnell, ob meine Idee in ihr Spiel reinpasst oder nicht.
    • Nudged
      Nudged
      Bronze
      Dabei seit: 25.06.2007 Beiträge: 300
      Ich denke man sollte erst aufloosen wenn man sich wohl fühlt mit marginaleren Händen zu spielen und um schwierigere Spots zu spielen braucht man Erfahrung. Ich weiß nicht inwiefern du dich noch daran erinnern kannst ganz am Anfang gestanden zu haben aber als Anfänger ist man allein schon damit beschäftigt das erlernte Wissen überhaupt anzuwenden und wenn dieses Wissen zudem überaus schwierig anzuwenden und tough decisions erfordert ist man leicht in die Ecke gedrängt.
      Erstmal müssen rationale Denkstrukturen geschaffen werden die auch in der Lage sind ein Board und den Gegner korrekt zu analysieren. Es wird sicher Menschen geben die so etwas schnell erreichen und theoretische sofort LAG erlernen könnten, dies trifft aber denke ich nur auf die wenigsten zu. Die meisten haben schon Probleme den Tilt einzugrenzen und überhaupt mit dem TAG Style ihre Top Range nicht zu overplayen wie soll dann die Masse mit marginalen Spots am Anfang umgehen können. :-)