Wann als PFA c/f Flop?

    • sholvar
      sholvar
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 4.826
      Ich hab in den Handbewertungsforen (z.B. hier) schon sehr oft die Erfahrung gemacht, dass die Empfehlung ziemlich eindeutig eher zu c/f Flop tendiert wo ich persönlich als PFA nicht einmal drüber nachdenke.
      Deshalb brauch ich mal euren Rat, wann ich eher zu dieser Line tendieren sollte.

      Aktuelles Limit NL10 Rush.

      Gleich passend: Woran kann ich erkennen, dass ein Gegner zuviel Cbettet?
  • 5 Antworten
    • D4niD4nsen
      D4niD4nsen
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2007 Beiträge: 9.483
      Warum Contibetten -> Foldequity / Value

      Die Contibet ist eine Mischung aus beidem, in jedem Spot verschieden ( RaisedPot ; 3Bet Pot ; Wer ist PFA, Spieleranzahl )

      Genug FEQ ? -> Contibet ( Esseiden man will genau aus dem Grund den Gegner bluffen lassen )

      Genug Value ? -> Man sollte selten/nie slowplayen, weil man von soviel ausbezahlt wird auf kleinen Limits, und man muss ja auch den Pot aufbauen. In deinem Handbeispielspot ist z.b. ein Flushdraw ; AT oder besseres Pair eine klare Valuebet/Broke.


      Falls beides nicht vorhanden, eine Mischung aus beidem -> Bet ? z.b. mit einer Hand wie 89o in deinem Spot, man kann nicht Broke gehen, aber check/call ist auch keine Option, check/folden will man auchnicht,

      man will hier das eventuell schlechtere Hände folden, und hat noch Equity/Value auf späteren Streets

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      In deinem konkreten Beispiel -> Quasi keine Value gegen irgendwas aus seiner Range, weil er alles was gut ist foldet oder er ist halt hinten und wenn er da nicht gerade viel rumblufft macht eine bet keinen sinn

      Nicht genug Foldequity, weil er zuoft etwas hat.

      Durchaus möglich hier als Mischung aus beidem zu setzen, eventuell foldet er sowas wie 22 55 66, oder QJs etc. was gut wäre, aber er wird sooft callen oder allin gehn das der faktor alleine hier halt nicht wirklich ausreicht.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Du solltest dir Gedanken über Texturen machen und Ranges.

      1. Du setzt deinen Gegner auf eine Range

      2. Du schaust dir an wieviel % seiner Hände aus dieser Range auf verschiedenen Flops weiterspielen können (ich weiss nicht ob es da eine Ausarbeitung zu gibt, aber das kannst du auch selber machen, weil du dann wirklich ein Verständnis für Boardtexturen entwickelst)

      Dann stellst du dir die Frage: Wieso erzeugt ein Axxr Board mehr Foldequity als ein Axxhh Board? etc.

      Weiterhin solltest du dich mal in die Thematik der Potequity einarbeiten. D.h. überleg dir wieso eine Cbet mit KQo auf einem Axxh Board weniger EV haben wird als eine Cbet mit KQs (inkl. Backdoorflushdraw).


      In deinem Beispiel ist das auch ganz gut zu sehen:

      Du hast Preflop offensichtlich ein Monster und schiebst dort relativ viel Geld in die Mitte.
      Am Flop triffst du leider nichts und die erste Frage, die ich mir hier stelle:

      i) Wenn ich bette, dann callen mich welche Hände?
      ii) Wenn ich bette, dann folden welche Hände?
      iii) Wenn ich bette, dann raisen welche Hände?
      iv) Wenn ich bette und gecalled werde, dann mach ich was auf welche Turnkarten?

      Du hast in der Hand 2 Overcards zum Board und einen nicht sauberen Backdoorstraightdraw -> d.h. wirklich sinnvoll barrelbar sind am Turn 14 Karten => 14/47 = 30%.

      Jetzt musst du aber berücksichtigen was ich einen Absatz vorher als Fragestellung gegeben habe. Welche Hände callen am Flop?

      a) Flushdraws
      b) Pairs (meistens irgendwie sowas wie 7xs, 88, 99, Txs, JJ etc.
      c) Straightdraws (sowas wie J8s, T9s, J9s vielleicht)

      Die Tatsache, dass a) deine Doublebarrelkarten alle nicht ganz sauber sind, sondern diskontiert werden müssen führt dazu, dass du anstatt 14 saubere Karten eher nur 10 "saubere" Karten hast

      b) Jacks vielen dieser Pairs irgendwie weiterhelfen und zu ihrem Pair noch einen Gutshot oder auch mal ein Set machen

      c) Q und J hier ein paar Kombos irgendwie weiterhelfen könnten (z.b. in Form eines starken Kombinationdraws - Flushdraw + Gutshot oder so)

      D.h. die potentiell "guten" Doublebarrelkarten werden jetzt noch weiter reduziert.

      D.h. im Prinzip läuft die Entscheidung jetzt darüber, dass dein Gegner am Flop extrem viel direkt folded (so ~70%+ Fold to Cbet sollte er im Schnitt schon haben, damit isolierte Cbets sinnvoll werden auf solchen Boardtexturen).

      Vielleicht hast du genug Foldequity, vielleicht aber auch nicht. Du hast hier den Positionsnachteil und dementsprechend "weniger" muss der Gegner hier am Flop aufgeben.

      Hättest du hier AsKx wäre das ganze etwas anders z.b., da du mit Equity wesentlich mehr Turnkarten sinnvollerweise Doublebarreln könntest (die Flushkarten geben dir ja wiederum Equity)
    • sholvar
      sholvar
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 4.826
      Hab das jetzt erstmal ein paar Tage verdaut, damit rumgespielt und versucht es aktiv anzuwenden. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich bei Draws auf mittel starke Hands wie TPGK(/~TK) instinktiv nur schwerlich auf Potequity stützen mag, da ich ja auch TP häufiger mal folden muss (gerade, wenn ich schon 1-2 Streets gebarrelt habe).

      Erstmal hab ich folgende Formel angewandt: Wenn (Potequity% + Foldequity% >= Cbetsize * 100 / Pot-mit-Cbet), dann Cbet.

      Ich frag mich, ob ich da auch implied Odds rein nehmen kann irgendwie, ohne das es zu kompliziert wird, bis ich ein gutes Gefühl zum insta abschätzen der bereits enthaltenen Variablen habe.
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      ich überlege mir folgendes:
      1. wieviel will ich gegen villain x auf board abc überhaupt cbetten? (wieviel bluffraist er? wie light callt er? wie hittet seine range? wie hittet meine percieved range? wie gut kann ich multibarreln?)
      2. wie stark ist meine hand gemessen an meiner gesamten range in dem spot? gehört die hand zu den bei 1. überlegten top x%, dann bet, sonst c/f
    • Gurkha
      Gurkha
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2005 Beiträge: 1.287
      Original von Ghostmaster
      2. Du schaust dir an wieviel % seiner Hände aus dieser Range auf verschiedenen Flops weiterspielen können (ich weiss nicht ob es da eine Ausarbeitung zu gibt, aber das kannst du auch selber machen, weil du dann wirklich ein Verständnis für Boardtexturen entwickelst)
      Dazu lohnt sich allemal ein Blick in den Textur-Artikel des Bronzebereich der FL-Sektion.
      Allerdings sollten einige dort vorgeschlagene Spielzüge nicht ohne Weiteres einfach ins NLHE übernommen werden, weil dort von fixen Betting-Strukturen und den damit verbundenen "fixen" PotOdds ausgegangen wird.