Mutation Haplogruppe D ursprung der kultur?!

    • nagafen
      nagafen
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 1.761
      Mir ist das echt ein wenig peinlich danach zu fragen, weil ich halt echt 0 Ahnung von der Materie habe, habe aber folgendes auf Wiki gelesen:

      Die Gene Microcephalin und ASPM steuern beim Menschen das Größenwachstum des Gehirns. Forscher um Bruce Lahn vom Howard Hughes Medical Institute der University of Chicago (USA) haben herausgefunden, dass zwei Mutationen sich in der jüngeren Stammesgeschichte des Menschen als vorteilhaft erwiesen haben. Die Haplogruppe D als Ergebnis einer Mutation des Microcephalins entstand vor 37.000 Jahren im menschlichen Genom und verbreitete sich etwa gleichzeitig mit den ältesten Funden, die von der Beschäftigung des Menschen mit Kunst, Musik und Religion zeugen. Diese Mutation findet man heute bei etwa 70 % aller Menschen.


      Kann jemand etwas mehr dazu sagen? stimmt das überhaupt soweit oder totaler blödsinn? Ich mein, ich else da jetzt raus: ein bestimmtes gen ist im gehirn des menschen mutiert und gleichzeitig wurden zum ersten mal "kultur" geschaffen.

      Und 70% in der heutigen bevölkerung? Ist dasvon auszugehen das alle Musiker, Bildhauer, sonstige Künstler heutzutage diese Mutation in sich tragen andersgesagt "talent haben"?
  • 2 Antworten
    • FuaVarra
      FuaVarra
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 3.381
      das ist krass aus dem zusammenhang gerissen.

      hier der link zu dem artikel aus dem der autor des artikels das abgeleitet haben müsste: http://www.sciencemag.org/content/309/5741/1717.long

      zum thema "vor 37k jahren": "The age of haplogroup D was found to be ∼37,000 years, with a 95% confidence interval of 14,000 to 60,000 years."

      die verbindung zur entstehung von kultur wird in einem satz des papers mit quelle zu einem artikel aus dem jahr 99 (R. G. Klein, The Human Career: Human Biological and Cultural Origins (Univ. of Chicago Press, Chicago, 1999) erwähnt, welches man über pubmed nicht findet. "We note that the age of haplogroup D coincides with the introduction of anatomically modern humans into Europe about 40,000 years ago, as well as the dramatic shift in the archeological record indicative of modern human behavior, such as art and the use of symbolism"

      btw war die samplesize für die "70%" 1184 menschen über den globus verteilt (ich guck mal ob ich das bild verlinken kann, bei mir wirds angezeigt, da ich hier zugriff auf "science" habe)


      es geht eigentlich mehr darum dass sich das gen sehr schnell durchgesetzt hat, es also einen positiven selektiven druck gegeben haben muss. dieser ist aber unbekannt, da das genprodukt von mcph1 vor allem im gehirn (bisher bekannte) funktionen hat, wird in dem paper davon ausgegangen, dass der vorteil in einer veränderung des hirns liegen sollte. ("Yet, it remains formally possible that an unrecognized function of Microcephalin outside of the brain is actually the substrate of selection. If selection indeed acted on a brain-related phenotype, there could be several possibilities, including brain size, cognition, personality, motor control, or susceptibility to neurological and/or psychiatric diseases. We hypothesize that D and non-D haplotypes have different effects on the proliferation of neural progenitor cells, which in turn leads to different phenotypic outcomes of the brain visible to selection."


      das ganze ist übrigens stand 2005. seitdem gibt es ca. 40 weitere publikationen zu mcph1, von denen ich mir jetzt nix angeguckt habe...
    • nagafen
      nagafen
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 1.761
      danke für die tolle antwort