SH Umstieg

    • Maskoe
      Maskoe
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 2.007
      Hey, steige gerade von NL50 Rush FR auf NL50 SH um. Hab vorher schon NL2-25 SH gespielt und ganzg ut geschlagen, aber das is schon ne weile her.

      Jetzt stellen sich mir als FR Nit hier einige Fragen.

      1. Coldcalling
      In FR wars so, dass man quasi nur AK und pockets coldcallen konnte, weil man mit AQ schon nichts mehr dominiert. Jetzt sind die ranges ja deutlich looser SH, wie sollte ich es mit Händen wie KJ KT QJ QT halten? KQ (AQ) coldcall ich gerne weil es ja doch deutlich mehr dominiert. ABer besagte Hände dominieren eben nur Stealhands...

      2. Blinddefense
      Hängt indirekt zusammen mit 1., wie spiele ich diese schlechteren broadways a la KT KJ QT QJ? Ich will sie eig nicht 3betten, weil ich gegen ne calling range ja garnicht so gut performe. Und mich eher in schwierige Spots begebe OOP.
      Passiv defenden ist natürlich die andere sache, aber ohne hit bin ich auch da meistens relativ ehrlich. Ich kenn noch keine Gegner, kaum limittendenzen und attackier deswegen noch nicht so oft Boards mit pure air.

      3. polarisierte 3bet range
      Hoffe ich hab das wort richtig verwendet. :D Hab mich gefragt ob ich lieber SCs und Onegappers oder Kxs und Axs zum bluff3betten nehmen sollte? Muss mich quasi entscheiden weil ich sonst immer beide nutze und viel zu loose 3betten würde. Vor allem da ich erstmal wieder nur Cbet ch/f ohne hit spielen würde.
      Allerdings fallen mir nich wirklich argumente für/gegen SCs/Ax ein...

      Und ich hab n bisschen probleme wenn mich gegner auf so mega dry boards raisen. 656r oder K37r, wird hier schon viel gebluffraist? Glaub denen eig nichts, aber folde dann doch meistens. :D

      Habt ihr noch irgendwelche besonders guten Bücher? Jetzt nicht gerade Ultra Basics.
  • 5 Antworten
    • shaddiii
      shaddiii
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 6.900
      Mal ganz kurz und allgemein ein kleiner Tipp: es gibt keine pauschalen Lösungen. Du solltest in jedem Spot überlegen, was die sinnvollste Aktion gegen den bestimmten Gegner eben dieser Situation ist. Gegen manche ist beispielsweise KQ eine klare 3bet for Value, in einigen Situationen eher ein Call oder manchmal sogar ein Fold.

      Wenn es noch keine klaren Reads auf einen Gegner gibt, nimmt man ihn erstmal als Unknown an und entsprechend eine "Standard Range". Man sollte beispielsweise davon ausgehen können, dass ein Fullstack im Unraised Pot auf NL25 am BTN mindestens 25%, eher noch 30-40%, eröffnet. Deine Überlegung könnte dann sein, was kannst du gut callen, was for Value und was als Bluff 3betten. Worin liegt jeweils der maximale EV. Und so weiter.

      Zu Punkt 3 gibt es im Forum und auch den Strategieartikeln sehr viel Inhalt. Wenn dir Argumente pro und contra bestimmter Thesen oder Hände einfallen, so ist das gut, denn nur wer selber denkt lernt auch wirklich was :)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Maskoe
      1. Coldcalling
      In FR wars so, dass man quasi nur AK und pockets coldcallen konnte, weil man mit AQ schon nichts mehr dominiert. Jetzt sind die ranges ja deutlich looser SH, wie sollte ich es mit Händen wie KJ KT QJ QT halten? KQ (AQ) coldcall ich gerne weil es ja doch deutlich mehr dominiert. ABer besagte Hände dominieren eben nur Stealhands...
      Wieso nur Coldcalls mit AK und Pockets? Was ist mit suited Connecotrs/Aces? Die haben in den häufig entsehenden MW-Pötten beim FR doch eine gute Playability?

      Diese Hände kannst du auch im Sh callen, natürlich Idealerweise in Position und Idealerweise mit wenige Squeeze-Gefahr hinter dir, dafür dem einen oder anderen Spieler der auch gerne mal callt.

      Ebenfalls kannst du AQ/KQ/AJ etc. callen, mit Händen wie offsuited KJ-/QJ- solltest du vorsichtiger sein.


      Original von Maskoe
      2. Blinddefense
      Hängt indirekt zusammen mit 1., wie spiele ich diese schlechteren broadways a la KT KJ QT QJ? Ich will sie eig nicht 3betten, weil ich gegen ne calling range ja garnicht so gut performe. Und mich eher in schwierige Spots begebe OOP.
      Passiv defenden ist natürlich die andere sache, aber ohne hit bin ich auch da meistens relativ ehrlich. Ich kenn noch keine Gegner, kaum limittendenzen und attackier deswegen noch nicht so oft Boards mit pure air.
      Bei diesen 3-bets gehts nicht zwangsweise ums performen, es ist so oder so ein Bluff.

      => Foldet Villain häufig?
      => hast du einen Card Removal Effect?
      => Hat die Hand eine passable Playability wenn du nur callst?
      => hand die Hand eine passable Playability wenn Villain die 3-bet callt?

      Danach kannst du immer nach Spots suchen, foldet jemand nicht sonderlich viel auf 3-bets und ist Postflop ganz gut, dann kann man QJo folden, ATo 3-betten und KJs mal callen.

      Da entscheiden immer Kleinigkeiten, aber zur Wehr musst du dich schon setzen.


      Original von Maskoe
      3. polarisierte 3bet range
      Hoffe ich hab das wort richtig verwendet. :D Hab mich gefragt ob ich lieber SCs und Onegappers oder Kxs und Axs zum bluff3betten nehmen sollte? Muss mich quasi entscheiden weil ich sonst immer beide nutze und viel zu loose 3betten würde. Vor allem da ich erstmal wieder nur Cbet ch/f ohne hit spielen würde.
      Allerdings fallen mir nich wirklich argumente für/gegen SCs/Ax ein...

      Und ich hab n bisschen probleme wenn mich gegner auf so mega dry boards raisen. 656r oder K37r, wird hier schon viel gebluffraist? Glaub denen eig nichts, aber folde dann doch meistens. :D
      Steht im Grunde schon bei Punkt zwei.

      Du musst dich halt entscheiden ob du eine Hand spielen willst und wenn ja, wie?

      Eine Bluff-3-bet braucht halt die o.g. Kriterien Foldequity und Playability im 3-b Pot. Dazu ein Card Removal Effect kann nicht schaden sowie die Annahme, dass ein einfacher Call nicht einen höheren EV hat.

      Dann kannst du auch SCs und SAs 3-betten.
    • Thanatos88
      Thanatos88
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2010 Beiträge: 1.087
      Hab auch mal eine Frage (bin grade erst von FR auf SH umgestiegen, Limit: NL100):

      Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich besonders in Stealsituationen viel mehr 3bets kassiere als im FR.
      Ich kann aber bisher nicht einschätzen, ob die Value-Ranges weiter sind als im FR oder ob die 3b-Ranges einfach mehr polarisiert sind als FR.

      Kann mir dazu jemand evtl. seine Erfahungen mitteilen? (Ist natürlich immer Gegnerabhängig, aber so eine gewisse Tendenz meine ich bei allen meinen Gegner bisher gehabt zu haben)
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Auch das kommt natürlich wieder auf die Gegner an. Der eine macht es so, der andere wieder komplett verschieden. Falls du schon ein paar Hände gesammelt hast, würde ich empfehlen mir mal ein paar Regs rauszupicken und im HM/PT3 dann gezielt mit Filtereinstellungen nach Antworten suchen. Anschließend gleich ein paar Notes machen und du kommst der Sache schon etwas näher.

      Und auch allgemein beim spielen, sobald von Gegnern in 3bet Pots eine Hand zum SD kommt sofort Notes über Hand und Line machen.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Thanatos88
      Hab auch mal eine Frage (bin grade erst von FR auf SH umgestiegen, Limit: NL100):

      Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich besonders in Stealsituationen viel mehr 3bets kassiere als im FR.
      Ich kann aber bisher nicht einschätzen, ob die Value-Ranges weiter sind als im FR oder ob die 3b-Ranges einfach mehr polarisiert sind als FR.

      Kann mir dazu jemand evtl. seine Erfahungen mitteilen? (Ist natürlich immer Gegnerabhängig, aber so eine gewisse Tendenz meine ich bei allen meinen Gegner bisher gehabt zu haben)
      Eine Value-Range ist grundsätzlich arg begrent. QQ+/AK geht meistens durch, aber selbst mit JJ/TT oder AQ wird es schon schwer eine klare Value-3-bet zu haben.

      In erster Linie kannst du also davon ausgehen, dass mehr geblufft wird bzw. mehr depolarisiert ge-3-bettet wird (3-bets mit KQ oder AJ bspw. sind grundsätzlich ok, aber sie gehen nicht als Value-3-bet durch).

      Equity Gewonnen UnentschiedenVerloren Hand
      Spieler 1: 58,575% 54,336% 8,479% 37,186% 22+, ATs+, KQs, AJo+, KQo
      Spieler 2: 41,425% 37,186% 8,479% 54,336% AsJd


      Die Range JJ+/AK umfasst 3%, wer also mehr wie 10% 3-bettet, bewegt sich im Bluff-Bereich.

      Und da im SH-Bereich mehr gestealt werden muss, werden auch die 3-bet-Zahlen ansteigen.