Aufhören mit Poker?

    • berlinran
      berlinran
      Bronze
      Dabei seit: 24.09.2010 Beiträge: 2.080
      Auch wenn mein Thema mit Poker zu tun, poste ich das mal bei Smalltalk...

      Ich habe letzten Sommer mit Poker angefangen.

      Hatte mir ein, zwei Bücher gekauft, nur zum Spass gespielt.

      Dann habe ich ein Turnier gewonnen. 750 Dollar.
      Ok. Habe mich gut gefühlt.

      Habe von dem Geld weitere Bücher und Klamotten gekauft.

      Dann hab ich mal den 2. Platz bei einem Turnier gemacht.
      120 Dollar oder so.
      Auch ok.
      Ein paar SnGs, DoNs usw.
      Etliche Male ins Geld.
      Immer so +/- null.

      Aber nach der ersten Euphorie kam der Abstieg.
      Also mehr so mental, nicht in Zahlen.

      In Cashgames bin ich der absolute Looser - mich haben sicher schon x Leute gebookmarked.
      Bei SNG und Tournieren funktioniere ich nur, wenn ich die ganze Zeit "mit dem Herzen dabei" bin.

      Aber ich bekomme schnell echte Hass-Gefühle aufs poker.
      Ich sitze an einem sng oder so - dann denke ich: "Eh, f** euch alle. Ich gehe allin, mir egal."
      Einfach so.

      Also irgendwie habe ich dann das Gefühl, dass mir Poker einen Teil von meinem Leben wegnimmt.

      Ich mache zig Fehler, obwohl ich jetzt so an die 20 Bücher im Schrank habe.
      Ich weiss sogar, wenn ich die Fehler mache.
      Aber ich denke dann: ja, scheisse, na und?
      Hab eh keinen Bock.

      Ich weiss auch nicht genau, was ich hier sagen will.
      Also: am Anfang war Poker nur Spass für mich, just fun.
      Und diese Lockerheit am Anfang, die habe ich nun völlig verloren.

      Wenn ich nach den Büchern handle, bin ich entweder zu tight oder ich renne in Badbeats.

      Als ich noch keine pokertheorie gelesen habe, habe ich aus dem bauch heraus gespielt - und gewonnnen!
      Irre. oder?

      ich überlege nun, voll auszusteigen und die bücher hier im forum zu verkaufen.
      davon mache ich mir dann ein schönes wochenende.

      denk ich so. hmm.
  • 6 Antworten
    • Thilo87
      Thilo87
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 901
      aussteigen oder an deinem mindset arbeiten. das buch "das poker mindset" kann ich empfehlen. wird dir sicher weiterhelfen


      Als ich noch keine pokertheorie gelesen habe, habe ich aus dem bauch heraus gespielt - und gewonnnen! Irre. oder?


      ganz einfach varianz ^^
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Hallo berlinran,

      ich habe Deinen Thread mal in unsere Sorgenhotline verschoben. Solltest Du Dich da ein wenig umschauen wirst Du merken, daß Du nicht alleine bist. ;)

      Gruß

      vandaalen
    • Nudged
      Nudged
      Bronze
      Dabei seit: 25.06.2007 Beiträge: 300
      Entweder am Mindset arbeiten um wieder gelassen spielen zu können oder quit poker.
    • berlinran
      berlinran
      Bronze
      Dabei seit: 24.09.2010 Beiträge: 2.080
      Danke fürs Verschieben, ich wusste garnicht, dass es einen extra Sorgen-Bereich gibt :rolleyes:

      Und danke für den Buchtip - ich das Buch "Poker mindset" sogar schon.
      Aber Lesen allein hilft ja nicht.

      Ich glaub, was mich beim Pokern am meisten stört - dass man immer mit allen Sinnen dabei sein muss, damit es funktioniert.
      Ok, man kann beim Cashgame vom Tisch gehen und was anderes machen.
      Was ich meine - man kann stundenlang gewinnen und sich was ansammeln - dann macht man plötzlich nur einen (aber riesigen) Fehler und das Geld aus den Stunden vorher ist weg.
      Oder man macht sogar keinen Fehler, kassiert aber einen Badbeat.

      Und selbst wenn ich langfristig gewinne - ich spiele auf so niedrigen Limits, dass das eh nur Peanuts sind.
      Da kann man schon mal das Gefühl haben, dass man seine Zeit verplempert.

      Ick wees ja och nich.

      Vielleicht sollte ich das alles nur noch als Hobby betrachten und mir alle paar Monate was Kleines kaufen.

      So, jetzt les ich mal, was die andern für Sorgen haben.
      Vielleicht gehts jemand anderen auch so wie mir....
    • Thilo87
      Thilo87
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 901
      Und danke für den Buchtip - ich das Buch "Poker mindset" sogar schon.


      sicher, dass du dieses buch meinst Buch ?

      weil dort stehen eigentlich alle antworten auf deine fragen drin und eigentlich auch meiner meinung nach eine sehr gute anleitung, wie du mit deinem tilt-problem umgehen kannst.

      vor allem die erste regel des poker mindset finde ich für dich sehr wichtig:
      1. verständnis und akzeptanz der realitäten beim poker

      ich denke nicht, dass du schon vollständig akzeptiert hast, dass poker nunmal so ist. das ist aber auch nicht so einfach ;) aber es hilft, sich immer wieder zu sagen, wenn man das spiel spielt, dann muss man akzeptieren, dass man richtig spielen und verlieren oder falsch spielen und gewinnen kann. und das gilt für jeden spieler. das ist auch gut so, denn sonst würden die fische nicht mehr spielen, weil sie nach kurzer zeit pleite wären. so zieht es die fische immer wieder zurück an die tische. sag dir immer wieder, wenn du dich an den tisch setzt, akzeptierst du damit die realitäten beim poker. wie, als würdest du einen vertrag unterschreiben ^^

      ich finde aber alle punkte des poker mindset wichtig

      2. langfristiges spiel
      3. mehr wert auf korrekte entscheidungen als auf geldgewinne legen
      4. sich unempfindlich für geld machen
      5. das ego zu hause lassen
      6. alle emotionen von den entscheidungen fernhalten
      7. sich fortwährend der analyse und verbesserung des spiels widmen, vor allem wenn man eine pechsträhne hat

      wie man das umsetzt, steht ausführlich in dem buch erklärt. irgendwo in dem buch steht auch, dass man es gut während einer pechsträhne lesen kann und ruhig immer wieder lesen kann. ich lese es jetzt auch schon zum zweiten mal und es muntert mich auch immer wieder auf, wenn ich merke, dass es nicht meine schuld ist, wenn ich verluste mache, insofern ich die richtige entscheidung getroffen habe.

      cashgames sind übrigens trotzdem noch besser für dich geeignet. bei turnieren ist man generell viel tiltanfälliger, weil man sich bei den ersten anzeichen von tilt nicht vom tisch entfernen kann.


      Ok, man kann beim Cashgame vom Tisch gehen und was anderes machen.


      man MUSS!


      Was ich meine - man kann stundenlang gewinnen und sich was ansammeln - dann macht man plötzlich nur einen (aber riesigen) Fehler und das Geld aus den Stunden vorher ist weg.


      wenn du winning player bist (oder wärest ohne dein tiltproblem), wovon ich ausgehe, weil du schon bücher gelesen hast und dich anscheinend mit dem spiel befasst hast, dann sind diese fehler bereits in deiner winning rate mit inbegriffen. diesen fehler zu vermeiden würde deine gewinne ansteigen lassen. es wäre praktisch nur ein bonus zu deiner bisherigen winningrate, aber du machst dennoch noch auf lange sicht gewinne mit deinem fehler. und es geht ja um die longtermin-winnings, nicht um die winnings in einer, zwei oder drei sessions.

      also ich würde an deiner stelle das buch noch ein oder zweimal lesen und immer, wenn du dich im downswing befindest und du tiltprobleme bekommen. ausserdem bei cashgames bei den ersten anzeichen von tilt den tisch sofort verlassen und was anderes machen. dann sollte bald klappen.


      Vielleicht sollte ich das alles nur noch als Hobby betrachten und mir alle paar Monate was Kleines kaufen.


      das ist zum beispiel auch eine möglichkeit, um weniger zu tilten
    • berlinran
      berlinran
      Bronze
      Dabei seit: 24.09.2010 Beiträge: 2.080
      @thilo

      Dankeschön für Dein langes Feedback :)

      Ja, wir meinen dasselbe Buch.

      Muss ich wohl wirklich mal richtig lesen.
      Weil bei den Rezensionen jemand geschrieben hat, das buch wäre eher was für leute, die in hohen limits spielen, hatte ich es nur ansatzweise gelesen.
      Dachte, ach, wegen dem bischen poker brauch ich noch keine psychologie...

      tja, wenn ich nicht so oft fehler machen würde, wäre ich schon im plus.
      bis jetzt halte ich mich +/- null.

      ich bin übrigens bei turnieren sicherer als im cashgame weil: bei den turnieren sind die situationen oft wie in einem duell - einer wird überleben, der andere nicht. das macht mir entscheidungen leichter.
      im cashgame denke ich dagegen manchmal: eh, wenn ich passe, verliere ich summe x, wenn ich ebenfalls all in gehe, 5 x summe x. z.b.
      aber egal, wer von beiden gewinnt - keiner fliegt, beide können chips nachkaufen...
      hmm also ich meine in einem turnier sind die spieler "gleicher".
      im cashgame spielt auch eine rolle, wenn der gegner eine so grosse bankroll hat, dass es ihn nicht juckt, wenn er verliert.
      also wenn er den gegner spielen kann und nicht die karten.
      ja klar, kann man auch im turnier machen - aber wenn man im turnier blufft, ist die chance gegen gute karten rauszufliegen bedeutender, weil man ja dann raus ist.
      (umständlich erklärt, sorry)

      habe übrigens einige andere stories im sorgen-bereich gelesen.
      wow - sogar profis haben also so ihre probleme...
      wenn ich ein paar tausend verzocken würde, müsste ich mich wohl einliefern lassen - da wäre ich ja schlaflos.

      und ja - vielleicht muss ich einfach poker wieder als spiel verstehen und nicht als berufsziel o.ä.
      es ist nämlich ein geiles gefühl, geld zu gewinnen.
      aber hauruck zwingen geht ja anscheinend nicht, lol.
      sozusagen das pokern vergewaltigen... :f_biggrin: