Hallo liebe Pokerstrategen,

Bisher habe ich nur bumhunting bis NL 100$ betrieben und dazu genügte mir eine 3-betting Range von AQ+, TT+. Da ich nun auch vermehrt gegen Regulars trainieren möchte muss ich wohl ein bisschen an meiner 3-betting Strategie herumbasteln. Dazu mache ich einfach mal eine Art Brainstorming von dem was mir zum Thema 3-Betting so einfällt. Ich würde mich freuen wenn ihr mal kritisch drübergucken könntet.

1. Villains Tendenzen herausfinden
Um zu erfahren wie Villain auf eine 3-Bet reagiert kann man einerseits eine tighte gut gebalancte 3-betting Range nehmen und ersteinmal viele Hände spielen. Das wäre sicherlich der safe aber auch langwierigere Ansatz.
Eine andere herangehensweise wäre Villain möglichst früh mit vielen 3-bets zu konfrontieren und dafür in Kauf zu nehmen, dass man Postflop mit marginalen Holdings OOP in schwierige Situationen kommt. Hier könnte man in den ersten 30-40 Händen erstmal 30% 3-betten. Eine solche Range könnte etwa so aussehen: 22+, A2s+, K8s+, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 86s+, 75s+, 64s+, 53s+, 43s, A9o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o
Welchen Ansatz verfolgt ihr um Villains Tendenzen herauszufinden und mit welcher Range arbeitet ihr dabei (warum)? Oder setzt ihr euch keine Range sondern 3-bettet beispielsweise gefühlt 1/3 Händen?

2. Fold to 3-bet (ausgehend von OR 70-100%)
Villain müsste ca 70%+ auf 3-bets folden damit die 3-Bet im Vakuum profitabel wäre. Foldet er in diesen Größenordnungen ist es wohl sinnvoll die guten Hände (Broadways und 99+) aus meiner 3-Bet Range rauszunehmen. Eine Überlegung wäre die starken Hände durch crap zu ersetzen und somit meine Bottomrange zu nutzen. Sinnvoller erscheint es mir allerdings offsuit Aces und Kings reinzunehmen (die würde ich ja auch nicht coldcallen) wegen des Handremovals.
Wenn Villain Postflop eher passiv agiert könnte es aber auch sinnvoller sein die Hände mit SD-Value zu coldcallen.
Wenn Villain unter 30% foldet sollte meine Range nur noch aus Valuehänden wie Broadways 88+ bestehen.
Liegt er dazwischen lohnt es sich darüber nachzudenken mit welcher Range und welcher Frequenz ich bluffen möchte.

3. Bluffing Frequencies
Ein erster Ansatz wäre zu sagen foldet mein Gegner zu 100% auf 3-Bets sollte meine Verteilung (Valuehands/Bluffs) bei 0/100 liegen. Foldet er 0% bei 100/0. Läßt man Postflopplay außer acht wäre es naheliegend zu sagen foldet er 50% sollte ich 50/50 spielen usw. Aber dann würde ich wohl nur GTO spielen und meinen Gegner nicht maximal exploiten. Die grundsätzliche Adaption wäre allerdings je mehr er auf 3-Bets foldet um so weniger Valuehände nehme ich rein und erhöhe die Anzahl meiner Bluffs. Umgekehrt natürlich mehr Valuehände und weniger Bluffs.

4. mit welchen Händen bluffen
Vorrausgesetzt wird, dass Villain relativ viel (50%+) auf 3-Bets foldet. Hier ist es wichtig zu wissen wie Villain agiert wenn er nicht foldet. Der Einfachheit halber gehe ich davon aus, dass Villain nicht in der Lage ist zu Bluff-4betten. Neigt er dazu einen großen Teil seiner Toprange zu 4-betten ist es wohl sinnvoll mit Händen die seine Toprange blocken zu 3-betten (A und K Highs). Flattet er die 3-bets eher sollte man auf seine Postfloptendenzen im 3-Bet Pot achten. Hat er einen hohen fold-to-c-bet Wert (in 3-bet Pot) muss ich mir über meine Range wohl nicht allzuviele Gedanken machen. Wenn er allerdings vermehrt Gegenwehr zeigt sollten Hände mit geringer Playability wie kleine Pockets, A und K Highs aus meiner Bluffingrange fallen und durch SC (ggf + 1-Gap und 2-Gap) ersetzt werden.

Hm ja das wären so meine ersten Überlegungen. Mir fällt auf, dass ich insbesondere bei den Bluff-Frequencies noch sehr unsicher bin.

Schönen Dank schonmal
Extralong