Wundersalbe??

  • 10 Antworten
    • derch3f
      derch3f
      Einsteiger
      Dabei seit: 27.06.2011 Beiträge: 452
      ich würde sagen das ist einfach blablabla, wie das in ne einigermaßen seriöse zeitung kommt ist die andere frage

      alleine die geschichte am anfang macht doch schon keinen sinn
      erstmal: wtf ist ne "Sommerbadewanne"? ich nehme mal an sie meinen ein planschbecken

      ein durchschnittlicher wasserkocher fasst 1-2L und braucht so 2 minuten bis das wasser kocht
      wenn man dies nun nach und nach in ein planschbecken schüttet braucht man mal mindestens 10 ladungen um überhaupt einen geringfügigen wasserstand da drin zu haben
      also sagen wir 20L wasser über nen zeitraum von 20 minuten ins planschbecken schütten
      wieviel grad wird das wasser dann bei der riesen oberfläche noch haben? ich vermute maximal noch 60°C

      bei 60°C kann man sich schon nichtmehr wirklich verbrennen, da rötet sich die haut und es tut weh, aber kaum was ernsthaftes
      sie sagen aber "Die Haut hing ihr in großen weißen Lappen von beiden Füßen". seit wann löst sich bei verbrennungen insta die haut ab?

      dann dazu noch "Plötzlich steht Harley Sophia in dem kochend heißen Wasser und schreit." also üblicherweise setzt man einen fuß vor den anderen, wieso soll das mädchen also mit beiden füßen da drin stehen, sie merkt doch schon beim ersten das es zu heiß ist und würde sofort wieder zurück gehen.
      so ziemlich jedes kind weiß das es keine gute idee ist in ein planschbecken zu springen, denn dabei legt man sich leicht aufs maul, also ist es sehr unwahrscheinlich das sie reingesprungen ist.
    • FuaVarra
      FuaVarra
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 3.381
      als anfang für so einen artikel den reportagen stil auszupacken ist auf jedenfall unglücklich.

      aber was im folgenden beschrieben wird ist kein blabla. es ist eine interessanter ansatz, welcher aus ergebnissen der biomedizinischen grundlagenforschung hervorgegangen ist. der professor hat die ergebnisse in der fachpresse publiziert (zeitschrift hat einen akzeptablen impact factor, hab den artikel dazu überflogen, ist halt dann auf einem anderen niveau als der sz-artikel :P ) und da sich das ganze in einer frühen phase befindet, muss halt noch bewiesen werden ob daraus wirklich eine neue, viel bessere behandlungsmethode wird (wundersalbe ist definitiv unglücklich, da es sich nach sensationsmacherei anhört). Die ersten Ergebnisse sind aber ziemlich spektakulär.

      bin gespannt, danke für den link op
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Wenn man etwas recherchiert stellt man fest dass Herr Bader schon einiges vorweisen kann. Nur den Artikel wurde einfach mit Fantasy Storys aufgepeppt um größeres Interesse zu wecken. Die Aktion mit dem heißen Wasser ist totaler schwachsinn, dann die Speiseröhre mit tödlicher Verätzung ebenfalls Müll.

      Hab zwar keine Ahnung in solchen Dingen, aber nach dem was ich mitbekommen hab werden für solche Heilungsprozesse wie im Artikel beschrieben Stammzellen benötigt. Das Material dafür bekommt man entweder kurz nach der Befruchtung oder mann entnimmt es nach der Geburt des Kindes aus der Nabelschnur. Dass man Stammzellen wie im Artikel beschrieben aus dem Blut des Patienten extrahieren kann ist mir neu, halte ich für erfunden. Hat jemand andere Infos? Hat man vielleicht Fremdmaterial verwendet? Kompatibel?
    • FuaVarra
      FuaVarra
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 3.381
      Original von Paxmain
      Wenn man etwas recherchiert stellt man fest dass Herr Bader schon einiges vorweisen kann. Nur den Artikel wurde einfach mit Fantasy Storys aufgepeppt um größeres Interesse zu wecken. Die Aktion mit dem heißen Wasser ist totaler schwachsinn, dann die Speiseröhre mit tödlicher Verätzung ebenfalls Müll.

      Hab zwar keine Ahnung in solchen Dingen, aber nach dem was ich mitbekommen hab werden für solche Heilungsprozesse wie im Artikel beschrieben Stammzellen benötigt. Das Material dafür bekommt man entweder kurz nach der Befruchtung oder mann entnimmt es nach der Geburt des Kindes aus der Nabelschnur. Dass man Stammzellen wie im Artikel beschrieben aus dem Blut des Patienten extrahieren kann ist mir neu, halte ich für erfunden. Hat jemand andere Infos? Hat man vielleicht Fremdmaterial verwendet? Kompatibel?
      nein das ist nicht erfunden.

      für laien: es gibt unterschiedliche arten von stammzellen. die embryonalen (ES) sind die wirklichen alleskönner. sie sind pluripotent.
      aber aus diesen werden stammzellen die schon "einen weg eingeschlagen" haben. sie können später in der entwicklung aber auch während des lebens - je nachdem was sie sind - in zellen des ento- (vorläuferzellen für u.a. innere organe), meso- (VLZ u.a. Knochen- und muskelzellen) oder ektoderms (VLZ für besagte Haut- und Nervenzellen) ausdifferenzieren. sie sind totipotent, vieleskönner.

      der körper hat viele von diesen zellen. nicht nur haut nach verletzungen, sondern auch beispielsweise blutkörper oder knochen werden neu gebildet. hierbei teilen sich nicht einfach zellen die schon ihre funktion erfüllen, sondern sie werden aus den stammzellen geboren.

      und btw "fremdmaterial" kann nicht, bzw. nur in sehr geringem umfang benutzt werden, da der körper diese zellen ja nicht als eigene akzeptiert und bekämpt werden (beispiel bei knochenmarkstransplantationen bei leukämieerkrankungen). darum sind die ES ja so wertvoll und heiß diskutiert. die iPS (induzierten pluripotenten Stammzellen, in münster wo ich studiert habe arbeitet mit hans schöler eine koriphäe auf dem gebiet) sind dagegen werden aus ausdifferenzierten zellen (beispielsweise hautzellen) gewonnen und können dann wieder zu allem anderen umprogrammiert werden.

      extrem aktuelles, spannendes gebiet der modernen biotechnologie/medizin, daher ein paar zeilen mehr hier zur erklärung
    • tazardar
      tazardar
      Bronze
      Dabei seit: 26.09.2006 Beiträge: 355
      Also entnimmt man dem Patienten Blut und gewinnt daraus die Salbe?
      Und das geht innerhalb von wenigen Stunden? Hat wer irgendwelche Links zu den Veröffentlichungen?

      Irgendwie hört sich das ganze sehr seltsam an.
    • evilfish666
      evilfish666
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2010 Beiträge: 524
      Original von derch3f

      sie sagen aber "Die Haut hing ihr in großen weißen Lappen von beiden Füßen". seit wann löst sich bei verbrennungen insta die haut ab?

      dann dazu noch "Plötzlich steht Harley Sophia in dem kochend heißen Wasser und schreit." also üblicherweise setzt man einen fuß vor den anderen, wieso soll das mädchen also mit beiden füßen da drin stehen, sie merkt doch schon beim ersten das es zu heiß ist und würde sofort wieder zurück gehen.
      so ziemlich jedes kind weiß das es keine gute idee ist in ein planschbecken zu springen, denn dabei legt man sich leicht aufs maul, also ist es sehr unwahrscheinlich das sie reingesprungen ist.
      1. Hast du mal eine richtige Verbrennung gesehen? Also "Weißwurstpelle" beschreibt es ganz gut.

      2. Kinder tun gerne das was keine gute idee sein könnte. Anzunehmen, dass das Kind nicht hineingesprungen ist, halte ich für falsch.

      LG evilfish
    • FuaVarra
      FuaVarra
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 3.381
      Original von tazardar
      Also entnimmt man dem Patienten Blut und gewinnt daraus die Salbe?
      Und das geht innerhalb von wenigen Stunden? Hat wer irgendwelche Links zu den Veröffentlichungen?

      Irgendwie hört sich das ganze sehr seltsam an.
      nein. das blut ist ja da.

      vielleicht ist das etwas schwer zu verstehen für laien:

      - der körper sorgt ja bei kleineren verletzungen für eine sehr gute wundheilung.
      - das passiert durch die aktivierung einiger weniger verschiedener faktoren (proteine).
      - diese aktivieren dann ganze kaskaden von proteinen deren funktion als ganzes die wundheilung ausmacht
      - bei großen verletzungen wie bei großflächigen verbrennungen funktioniert diese heilung nicht so gut.

      - was die salbe jetzt zu sein scheint: ein gemisch aus den initiativen faktoren (siehe zweiter punkt)
      - diese unterstützen die aktivierung der wundheilung auf dem größerfälchigen gebiet
      - der körper heilt sich danach selbst, alles weitere was der körper benötigt ist ja vorhanden. die maschinerie muss nur erstmal angeschmissen werden

      das ist ein sehr genialer ansatz und in meinen augen zeigt es, welches potential in der biomedizinische/biotechnologische grundlagenforschung steckt.
      wir machen viele kleine schritte und es dauert alles sehr lange, aber mit der zeit werden wir vieles revolutionieren.
      die bei der bevölkerung geschürte hoffnung, dass das mal eben so in ein paar jahren möglich ist, ist aber falsch.

      zu erforschen welche faktoren für welchen ablauf im menschlichen körper nötig sind, wie sie zusammenwirken, usw. usf., das hat jahrzehnte gedauert und wir sind noch längst nicht soweit, dass wir alles verstanden haben.
    • 28111981
      28111981
      Global
      Dabei seit: 17.11.2008 Beiträge: 3.311
      also wenn das stimmt, dann wäre es wunderbar.

      abwarten und teetrinken
    • Kuhfighter
      Kuhfighter
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2006 Beiträge: 780
      Original von FuaVarra
      Original von Paxmain
      Wenn man etwas recherchiert stellt man fest dass Herr Bader schon einiges vorweisen kann. Nur den Artikel wurde einfach mit Fantasy Storys aufgepeppt um größeres Interesse zu wecken. Die Aktion mit dem heißen Wasser ist totaler schwachsinn, dann die Speiseröhre mit tödlicher Verätzung ebenfalls Müll.

      Hab zwar keine Ahnung in solchen Dingen, aber nach dem was ich mitbekommen hab werden für solche Heilungsprozesse wie im Artikel beschrieben Stammzellen benötigt. Das Material dafür bekommt man entweder kurz nach der Befruchtung oder mann entnimmt es nach der Geburt des Kindes aus der Nabelschnur. Dass man Stammzellen wie im Artikel beschrieben aus dem Blut des Patienten extrahieren kann ist mir neu, halte ich für erfunden. Hat jemand andere Infos? Hat man vielleicht Fremdmaterial verwendet? Kompatibel?
      nein das ist nicht erfunden.

      für laien: es gibt unterschiedliche arten von stammzellen. die embryonalen (ES) sind die wirklichen alleskönner. sie sind pluripotent.
      aber aus diesen werden stammzellen die schon "einen weg eingeschlagen" haben. sie können später in der entwicklung aber auch während des lebens - je nachdem was sie sind - in zellen des ento- (vorläuferzellen für u.a. innere organe), meso- (VLZ u.a. Knochen- und muskelzellen) oder ektoderms (VLZ für besagte Haut- und Nervenzellen) ausdifferenzieren. sie sind totipotent, vieleskönner.

      der körper hat viele von diesen zellen. nicht nur haut nach verletzungen, sondern auch beispielsweise blutkörper oder knochen werden neu gebildet. hierbei teilen sich nicht einfach zellen die schon ihre funktion erfüllen, sondern sie werden aus den stammzellen geboren.

      und btw "fremdmaterial" kann nicht, bzw. nur in sehr geringem umfang benutzt werden, da der körper diese zellen ja nicht als eigene akzeptiert und bekämpt werden (beispiel bei knochenmarkstransplantationen bei leukämieerkrankungen). darum sind die ES ja so wertvoll und heiß diskutiert. die iPS (induzierten pluripotenten Stammzellen, in münster wo ich studiert habe arbeitet mit hans schöler eine koriphäe auf dem gebiet) sind dagegen werden aus ausdifferenzierten zellen (beispielsweise hautzellen) gewonnen und können dann wieder zu allem anderen umprogrammiert werden.

      extrem aktuelles, spannendes gebiet der modernen biotechnologie/medizin, daher ein paar zeilen mehr hier zur erklärung
      Man kann auch aus bereitas differenzierten Zellen, pluripotente Stammzellen machen. Die nennen sich dann induced pluripotent stemcells (iPS) und haben ähnliche Eigenschaften wie embryonale Stammzellen. Habe es jetzt nicht genau verfolgt, aber 2007 wurden diese zum ersten mal aus Haut Fibroblasten gewonnen.
    • FuaVarra
      FuaVarra
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 3.381
      sie sind da mittlerweile nen ganzes stück weiter :)

      sowohl bei der generierung: seit 2007 konnte man die anzahl benötigter faktoren senken + es ist möglich direkt das protein in die zelle zu bringen anstatt mit viren die gene zu transduzieren.

      als auch bei der ausdifferenzierung: hier wurden viele verschiedene zelltypen erreicht. man kann aber aus maus ips auch wieder eine maus werden lassen und es ist möglich durch umprogrammierte ips kranke mäuse zu heilen