Bronzecharts auf Micros?

    • Isarrak
      Isarrak
      Bronze
      Dabei seit: 24.10.2008 Beiträge: 111
      Hi,

      Da die Einsteigerstrategie bei mir in zwischenzeit sitzt habe ich mich mal den Bronzecharts gewidmet.

      Was glaubt Ihr ab welchem Limit die Bronzecharts wirklich sinnvoll sind. Ich habe das Gefühl das in den Micros (0.02/0.04 u. 0.05/0.1) aufgrund von vielen Callingstations die etwas looseren Charts nicht wirklich +EV sind. Natürlich hab ich noch keine Samplesize bzw. bei weitem nicht genug Skill um mir da sicher sein zu können. Was meint Ihr dazu?
  • 8 Antworten
    • DismasX
      DismasX
      Black
      Dabei seit: 30.06.2007 Beiträge: 1.508
      Wenn ich mich recht entsinne, sind die Bronzecharts noch die tightesten von allen, deshalb verstehe ich den Hinweis auf die looseren Charts nicht.

      Gerade wenn du postflop noch etwas unsicher bist, sind tightere Charts wie dieser in jedem Fall ok. Noch tighter solltest du dann aber wirklich nicht werden, man kann gerade diese "nitty" Limits auch mit ner weitaus looseren Range sehr gut meistern, wenn man die entsprechenden Postflopskills hat.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Die Bronzecharts sind looser als die Einsteigercharts. Man kann sie schon in den niedrigsten Limits verwenden. Alles in allem sind die Bronzecharts immer noch tight, wie DismasX schon schreibt. Es ist prinzipiell kein Problem, an loosen Tischen selbst etwas looser zu spielen, so lange man das mit vernünftigen Händen tut. Dann ist man öfter im Pot mit schlechteren Spielern, das kann nur ein Vorteil sein.

      Hat man immer viele Spieler im Pot, muss man vor allem sein postflop Spiel anpassen. Bluffs treten sehr in den Hintergrund. Gegen viele Spieler spielt man in erster Linie für Value und Draws nach Odds und Outs.
    • Isarrak
      Isarrak
      Bronze
      Dabei seit: 24.10.2008 Beiträge: 111
      OK, dann werde ich erstmal mein Spiel nach Odds und Outs verbessern und üben. Postflop ab Turn hab ich noch sehr starke Schwächen und ich denke eine loosere Preflop-Range als der Anfängerchart vorgibt zu haben, ohne großartige Postflopskills bringt mich nur in Situationen die ich nicht schnell genug richtig beurteilen kann.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Genau das ist das Problem, wenn man als Anfänger beginnt, looser zu werden. Die sehr tighten Charts sind zwar nicht das Optimun, aber Hände, die nur einen kleinen EV haben, werden schnell -EV, wenn sie falsch gespielt haben, insbesondere bei den hohen Rake auf den Mikros.
    • DismasX
      DismasX
      Black
      Dabei seit: 30.06.2007 Beiträge: 1.508
      Sehe ich nicht so. Kenne jetzt den Chart nicht - sorry für mein erstes Posting - aber es ist btw. oft wesentlich einfacher, ne 87s oder kleine PPs postflop multiway zu spielen als AK oder bspw. JJ mit ner Overcard am Flop, alles jeweils unimproved. Wenn der Tisch preflop relativ soft (wenig Agression) und meist 3+handed ist, dann verschenkst du viel zu viel Value, wenn du diese Hände, mit denen du am Flop fast immer sehr einfache Entscheidungen hast, einfach wegschmeisst.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Original von DismasX
      Sehe ich nicht so. Kenne jetzt den Chart nicht - sorry für mein erstes Posting - aber es ist btw. oft wesentlich einfacher, ne 87s oder kleine PPs postflop multiway zu spielen als AK oder bspw. JJ mit ner Overcard am Flop, alles jeweils unimproved. Wenn der Tisch preflop relativ soft (wenig Agression) und meist 3+handed ist, dann verschenkst du viel zu viel Value, wenn du diese Hände, mit denen du am Flop fast immer sehr einfache Entscheidungen hast, einfach wegschmeisst.
      Oh, OK, habe ich ein wenig zu knapp ausgedrückt.

      Natürlich sollte man seine Range in Richtung multiway-Hände verschieben, aber trotzdem anfangs nicht zu loose werden.
    • DismasX
      DismasX
      Black
      Dabei seit: 30.06.2007 Beiträge: 1.508
      Hi Isarrak,

      evtl. haben dich die verschiedenen Meinungen jetzt eher verwirrt, statt dir zu helfen. Ich hab mir jetzt mal beide Charts angeschaut und kann dein Problem damit auch besser nachvollziehen. Da sollst du 99 aus UTG openraisen und bekommst u. U. 3 Coldcaller und noch ein Raise, am Flop kommt ne Overcard und du weisst nicht weiter. Und selbst wenn du am Flop noch dein Overpair hast, gibt es immer Leute, die ihre höheren Pockets (TT, JJ) passiv runtercallen oder bis zum River auf das As warten, das dann auch noch kommt. Letzteres ist übrigens langfristig das beste, was dir passieren kann, solange das As eben nicht kommt^^. Ähnliches dann für das Openraise mit 66 aus MP2 und zwei Callern, mit zwei Overcards am Flop spielt sich das als Anfänger nicht wirklich gut - wird später auch nicht so viel besser^^.

      Hier spielt die Tabledynamik eine grosse Rolle. Viele dieser Hände leben auch und teilweise vor allem von der Foldequity, die kannst du an einem soften Tisch mit vielen passiven Coldcallern etc. natürlich vergessen. An solchen Tischen solltest du hinsichtlich der Openraises evtl. etwas tighter werden, dafür aber umgekehrt die spekulativen Hände (PPs, Suited Connectors) einfach aus früher Position openlimpen. Da gibt es dann genügen "Overlimps" und postflop spielen sich diese Hände dann ganz prima.

      Wenn der Tisch aber tighter ist, solltest du die Hände im Bronzechart komplett openraisen, du wirst viele Pötte spätestens mit der Contibet am Flop auch gegen 2 Gegner einsammeln, häufig genug auch gut improven oder bis zum River von ner schlechteren Hand runtergecallt werden. Es gibt eben keine Universallösung.

      Im Endeffekt musst du dir einfach auch klar machen, dass du ja nicht ewig auf dieses Nanolimits rumkrebsen möchtest. Klar kannst du die mit deiner sehr tighten Einsteigerrange schlagen, aber auf den nächsthöheren Limits wirst du dann auch schnell bestraft. Atm hast du die Möglichkeit, praktisch für lau sehr viel zu lernen, was dich insgesamt weiterbringen wird und dich auf diesem Limit einfach auch noch viel weniger kostet. Falls es überhaupt was kostet - wie schon eingangs erwähnt, ist auch die Bronzerange noch recht tight und wenn du dich nicht ganz schlecht anstellst in jedem Fall profitabel.

      gl
    • Isarrak
      Isarrak
      Bronze
      Dabei seit: 24.10.2008 Beiträge: 111
      Damit ist mir wirklich geholfen. Danke. Ich sehen das ebenso. Die Microlimits will Ich Nutzen um die essentiellen Basics zu lernen und nach einem Limitwechsel auch noch zu "überleben", das Lehrgeld was ich hier eventuell zahlen muss ist für mich noch sehr gut verkraftbar, später vielleicht weniger.6