Frage: Ist die mathematische Entscheidung immer die richtige Entscheidung?

    • IlTedesco
      IlTedesco
      Gold
      Dabei seit: 20.05.2010 Beiträge: 6
      Bei der Review meiner gestrigen Session habe ich trotz Verlustes unter mathematischen Aspekten in der Regel die richtige Entscheidung getroffen.

      Im nachhinein stellt sich mir jedoch die Frage, ob die mathematischen Entscheidungen bedingungslos wirklich immer die richtigen Entscheidungen sind. Diese Frage bezieht sich dabei nicht auf die Draws. Da treffe ich entsprechend oder eben auch nicht. Mir stellt sich diese Frage vielmehr im Hinblick auf die einfachen Made Hands wie Pair und 2 Pair. Beispiel:

      Ich bin mit meinem getroffenen middle (second) Pair TK auf einem dry Board 76%iger Favorit. Ist es dann grundsätzlich richtig, bei entsprechenden Pot Odds die aggressiven Bets eines unbekannten Villains im Sinne der Standard-Line für WA/WB-Situationen check/ call every street bedingungslos herunter zu callen???
  • 10 Antworten
    • 3ounder
      3ounder
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2007 Beiträge: 47
      Die Frage ist, was du als "richtig" interpretiert. Ich denke, dass man in solchen Spots hauptsächlich die Varianz beeinflussen kann, die auf einen wirkt.

      Auf welcher Grundlage bestimmst du denn diese 76%? Gehst du da gedanklich von seiner Prefloprange aus oder meinst du, du hast diese 76% auch noch gegen die Range, mit der er so aggressiv spielt?
      Ich denke, wenn das der Fall ist, dann wäre es vermutlich das richtige Verhalten. Aber ich glaube nicht, dass man gerade gegen Unknown genau sagen kann, ob es eben passt mit der Equity oder nicht.

      So würde ich diese Situationen zumindest einschätzen.
    • philiii
      philiii
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2011 Beiträge: 106
      Ich würde mal sagen, das wen man den mathematischen Weg geht, die Chance größer ist Pot/Money/richtige Entscheidung trifft größer.
      Garantie ist es natürlich nie.
    • DerSentinel
      DerSentinel
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 96
      Sollte der Post ins Fixed Limit Forum?
    • IlTedesco
      IlTedesco
      Gold
      Dabei seit: 20.05.2010 Beiträge: 6
      Die 76% beziehen sich auf eine loose Prefloprange. Vielleicht ist das auch mein gedanklicher Fehler, dass ich Villains Range im Laufe der Streets nicht eingrenze und letztlich so meine Pairs und 2 Pairs einfach nur überspiele...

      Bei Draws und stärkeren Made Hands ist die jeweilige Entscheidung halt deutlich einfacher.

      Wieso Fixed Limit Forum?
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      Ja das ist der fehler...die ranges verändern sich selbstverständlich im laufe der hand.
      Ansonsten ist die mathematisch richtige entscheidung natürlich auch die allgemein richtige, da sie nunmal den max. EV hat.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Ansonsten ist die mathematisch richtige entscheidung natürlich auch die allgemein richtige, da sie nunmal den max. EV hat.

      Mathematische Entscheidungen sind richtig im Kontext unserer Vermutungen über die gegnerische Range und wie der Gegner diese Range spielt.
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      Ja hab ich was anderes gesagt? Wir können nunmal logischerweise nur die informationen nutzen die wir haben. Das ist aber bei jeder entscheidung so, egal ob mathematisch oder nicht.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Die mathematische Entscheidung ist nicht allgemein richtig, bezogen auf eine gegebene Situation. Wir können eine mathematisch richtige Entscheidung treffen, die aber trotzdem in der gegebenen Situation die falsche Entscheidung war, weil wir mit unzutreffenden Variablen (Range etc) gearbeitet haben.
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      :facepalm: Dass die variablen schon richtig gesetzt werden müssen ist ja wohl klar, dass ist aber bei einer nicht-mathematischen entscheidung genau so.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poker ist ein Spiel mit unvollständigen Informationen. Die Mathematik in Poker (in Form von simplen Erwartungswertberechnungen) basiert darauf, dass du Annahmen triffst und aus diesen Annahmen einen Erwartungswert berechnest, der dir eine qualitative Zahl ausspuckt -> eine Zahl kleiner, gleich oder größer 0.

      Das Problem ist in der Praxis, dass die unvollständigen Informationen eben nur durch diese Annahmen angepasst werden können und die Qualität der deines Erwartungswerts eine Funktion davon ist wie gut deine Annahmen mit der Realität übereinstimmen.

      Aus genau diesem Grund gibt es zig richtig gute Spieler, die auch auf den Highstakes gewinnen, die von der ganzen Mathematik so oberflächlich Ahnung haben, sich aber nie damit beschäftigt haben. Letztendlich geht es nur um die Annahmen und ob man seine Spielzüge verbal rechtfertigen kann oder über eine komplexe mathematische Analyse ist in vielen Fällen gleichgültig, da die Entscheidung bzw. das Resultat beider Analysen ähnlich ist.