Micros: Warum nicht sehr tight spielen ?!

    • 7outs
      7outs
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2008 Beiträge: 133
      Hi,

      wieso versucht eigentlich jeder heutzutage 26/24++ zu spielen? Hab selten jemanden gesehen der das auch wirklich gut spielt (auf den Micros zumindest)

      was spricht eigentlich gegen einen 15/13 Stil und wieso sind Nits so verhasst ? Ich glaube, dass ein eher nittiger Style auf den Micros die größte Erfolgschance hat.

      Freue mich auf Anregungen und Meinungen.

      Edit: Ich spreche hier von 6max !
  • 10 Antworten
    • roester
      roester
      Bronze
      Dabei seit: 25.07.2009 Beiträge: 852
      nichts spricht dagegen. damit kommst du auch am varianzfreisten durch die micros. vorausgesetzt du bist jetzt kein nl200 reg :> dann solltest du die auch mit nem 26/24 style crushen ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Nichts spricht gegen einen solchen Stil. Ein 15/13 Stil lässt nur jede Menge marginale +EV Situationen aus und mittlerweile ist NL Holdem weit entwickelt - es hilft dir halt nicht sonderlich weiter, wenn du auf NL400 mit einem 15/13 Stil unterwegs bist und die Regs nicht schlagen kannst, weil du all die knappen Situationen nie durchanalysiert hast und spielen kannst.

      Ich z.b. empfehle meinen Schülern häufig schlichtweg extrem viele marginale Situationen zu spielen. Lieber ne marginale Hand mehr spielen und darüber diskutieren, als sie zu folden.

      Rein vom EV her wird wahrscheinlich für einen Anfänger ein tighter/passiver Stil die größten Erfolge auf den Micros vorweisen. Ich betrachte die Micros allerdings als lustige Spielwiese in der man Sachen ausprobieren kann und das erste mal seine Grenzen testen kann - hinterher werden Grenzüberschreitungen teuer ;p
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Neue Artikel, Bücher etc. propagieren einen eher loose aggressiven Stil, den die Leser dann auch anwenden. Es spricht ja nichts gegen einen tighten Stil, so lange dieser nicht exploited wird (wird er auf den Micros nicht ;) ).

      Ich sags mal so:

      Als Anfänger/Einsteiger (6max bzw. NLH) ist ein tighter Stil zu empfehlen um noch nicht in so viele schwierige Situationen zu kommen. Mit den steigenden Limits und vor allem mit steigender Spielstärke, sollte man in Erwägung ziehen, mehr Hände zu spielen (wie VPIP/PFR dann aussieht ist erstmal egal, so lange man +EV spielt) um halt maximalen Profit aus den Gegnern zu ziehen und gegen gute Spieler von vorn herein mehr for Deception spielt (man will seine Monster auch mal aubezahlt bekommen^^).

      Meiner Meinung nach wirft ein LAG-Stil an schwachen Tischen den höchsten Gewinn ab, wenn mans kann, was aber relativ ist, denn man kann mit Nit-Stil und dafür viel mehr Tische auf den Micros wohl auf die gleiche hourly kommen. Wobei man da selbst überlegen sollte "will ich auf den Micros lernen, ein guter Spieler zu werden, oder stumpf mit Massgrinding meine BR builden und erst auf höheren Limits an meinem Spiel arbeiten?".

      Wie du schon richtig beobachtet hast, sind diese Spieler auf den Micros nicht gut, auf NL100 machen sie den Fehler oft zu aggro zu spielen, was allerdings nicht gut ist, denn sie haben eine sehr weite Range und adapten nicht richtig darauf, wenn man gegen sie halt pre und postflop lighter broke geht. Auf den Micros denke ich, dass diese Regs eher zu passiven Fehlern (postflop) neigen, was bei einer weiten Range auch nicht so gut ist. Auf den Micros machen diese Spieler halt den Fehler eine weite Range zu spielen, ohne dies zu können, sie überschätzen sich halt. Aber wenn mans kann, dann holt man halt maximalen Profit von den Tischen, was man mit einem Nitstil nicht schafft, wobei dieser auf den Micros keineswegs unprofitabel ist.

      Also um auf deine Frage zu antworten:

      Es spricht auf den Micros nichts gegen einen Nitstil, dieser ist profitabel, wird nicht exploitet und du kannst mehr Tische spielen. Ich sehe nur den Nachteil (beim tighten Stil wird man ja quasi dazu verleitet zu viele Tische zu spielen), dass man halt weniger lernt. Aber das hat eher was mit der Anzahl der Tische zu tun, als mit dem Stil.

      Edit: Ghostmaster mal wieder schneller gewesen. Danke, das mit den marginalen Spots habe ich selbst auch immer so gemacht, war wohl eher unterbewusst und bei dem Lehrgeld, hab ichs dann doch nie jemanden empfohlen :D , aber auf Dauer kommt das wohl zurück und das wenn die blinds wertvoller geworden sind in $$$ :)
    • BulletsForMe
      BulletsForMe
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2010 Beiträge: 140
      Also mal abgsehen davon, dass es zwar profitabel sein kann, würde mir Poker keinen Spaß mehr machen, wenn ich so nitty spiele... Außerdem hat man auf die meisten Gegner auf den Micros ja ne Edge, die man dann auch in mehr Händen ausspielen kann... Dazu natürlich schon der angesprochene Effekt, da man auf den Micros ja das Spiel lernen und Erfahrung sammeln will...
    • weintrinker
      weintrinker
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 575
      Spiel bei William Hill NL2, und das dort extrem nitty.
      Ist halt so mein Zeitvertreib nebenbei, wenn ich eigentlich noch zig andere Sachen (z.B. richtig arbeiten) mache. Daher nur ein Table und bin gefühlt auch nur alle 5-7 Minuten ernsthaft in einer Hand drin.

      Ergebnis ist irgendwas von 50-60 BB / 100 Hände... :s_biggrin:

      Soviel zu den Erfolgsaussichten.
      Spaß würd mir das aber sicher keinen machen, wenn ich da ernsthaft vor sitze. Und Lerneffekt ist sicher auch kleiner gleich null....
    • Valyrian
      Valyrian
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 24.193
      was sehr viele übersehen, wenn sie sich mit der Thematik "eher tight oder eher loose preflop?" befassen ist das folgende:

      Wenn du sehr tight spielen willst, dann wirst du automatisch mehr Zeit haben, weil du viel seltener in Hände verwickelt bist und noch viel seltener in sehr komplizierte Hände die viel Nachdenken erfordern.

      Von daher kannst und wirst du dafür deutlich mehr Tische spielen wollen.

      Hier nun beginnt das Problem - der Nitstyle ist NUR dann profitabel, wenn du genug loose Fische am Tisch hast die dich oft genug auszahlen.
      Sitzen hingegen zu wenige Fische am Tisch und zu viele Regulars, verlierst du durch den Rake, sitzt auch noch ein guter Regular am Tisch, der deine tightness exploiten kann, verlierst du schnell sehr viel.

      Es erfordert viel Aufmerksamkeit ständig seine Tische nach ihrer Profitabilität zu überprüfen und ggf. zu schließen - ich kenne so gut wie niemanden, der seine 9+ Tische mit irgendwas wie 15/13 oder so spielt und wirklich permanent(!) tableselection betreibt.
      Ich sehe es so oft, dass an einem Tisch nur Nits (bei mir = VPIP < 19 bei SH) oder 4 Nits und 2 LAGs sitzen und die LAGs stehlen einen blind nach dem anderen, wenn die Nits untereinander mit QQ vs. AK oder KK vs AA broke gehen und ansonsten nur verlieren, Runde um Runde, blind um blind und sitzen bleiben...

      Wie gesagt: tight spielen ist möglich, aber nur dann, wenn du gute tableselection betreibst, die den Nachteil den du freiwillig eingehst, nämlich auf viele marginale +EV spots zu verzichten (die allerdings in der Tat viel skill erfordern) ausgleichen kann durch genug schlechte Spieler am Tisch - hast du genug kannst du mehr Tische spielen und so deine hourly vielleicht sogar höher bringen als jemand der 28/24 spielt, aber eben nur 4 Tische, wenn du 12 Tische mit 15/13 spielen kannst.
      Aber an jedem der 12 Tische muss zu jeder Zeit ein Fisch sitzen, denn sonst verlierst du mit deinem style an jedem dieser Tische und je höher das Limit und je besser die loosen TAGs, die LAGs, desto mehr.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von 7outs
      und wieso sind Nits so verhasst ?

      Weil man Nits schlecht melken kann, und man meistens wenn die Kohle reingeht hinten ist.
      Man kann sie zwar jahrelang bestealen, aber das bringt es auf die Dauer auch nicht.


      Ich hasse auch nicht die einzelne Nit, aber:


      Wenn zur häufigsten Spielzeit nur noch Leute am Tisch sitzen, die nur KK+, AK AI stellen und sonst nur setminen und das an 12+ Tischen, dann ZERSTÖREN sie das Spiel- einfach weil man nicht unbedingt NIVEAUvoll spielen kann. Mir geht es zwar auch um die Kohle, aber ich will auch eine Herausforderung und kein Autobot-Spiel.

      In sofern HASSE ich diese Ansammlung an Masstabling NIts.
    • weintrinker
      weintrinker
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 575
      Gefühlter Wert von Fischen usw. an den Tabeln liegt bei mir so bei mindestens 2-3 pro Tisch. VPIP locker über 50....

      Und die such ich mir natürlich für heads-up situationen aus.
    • Valyrian
      Valyrian
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 24.193
      ja dann spricht sehr wenig gegen nen sehr tighten style.
      Wenn dir das liegt, du gerne nen Tisch mehr spielen willst und erstmal den sehr schweren spots aus dem Weg gehen, dafür das solide value play und Fische Ausnehmen perfektionieren willst, dann nur zu. :P

      Es gibt übrigens einen Spieler, der NL400 mit nem 17/15 style spielt und auf >1Mio Hände eine knapp 2stellige winrate auf diesen stakes hat. :f_eek:
      Ich habe mir mal seine stats und sein play genauer angeguckt, er spielt natürlich gut, keine Frage, aber er gewinnt deshalb so viel, weil er immer nur dann spielt wenn er Position auf nen Fisch hat. Sprich er betreibt exzellente tableselection und genau das macht den Unterschied aus, sollten die Fische mal knapper werden.
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Also ich kann aus Erfahrung sagen:

      Für einen Anfänger ist es gut erstmal TAG zu lernen, danach Massgrinding TAG, dann LAG, dann Massgrinding LAG.

      Wie weit man dann damit kommt ist die andere Frage. Die besten Leute sind meiner Ansicht nach die, die zwischen TAG und LAG wechseln können, wie beispielsweise Ivey. Sind nur TAGs am Tisch dann halt LAG mit kontrolliertem Maniacplay machen. Andersrum dann eher TAG spielen.

      LAG macht aber auf jeden Fall mehr Spass.


      Letztendlich sollte man nicht so starr, sondern flexibel denken. Poker ist keine Religion, sondern ein Strategiespiel.