[beantwortet] Wie vorgehen bei suited und Rainbow-Flop?

    • Popoface
      Popoface
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2011 Beiträge: 991
      Hallo Leute,

      seit einiger Zeit beschäftigt mich ein Problem.

      Typische Situation:

      AXs, z. B. A5h

      Rainbow-Flop, darunter 1 x h

      Ich muß also sowohl bei Turn als auch bei River h treffen, damit ich meinen Flush bekomme.

      Bietet jemand, passe ich oft, und genau dann kommen oft die benötigten Karten.

      Gehe ich mit, treffe ich oft nicht.

      Wie kann ich das nun (näherungsweise) berechnen, ob sich ein Mitgehen lohnt oder nicht?

      Es geht um FL-6-max.
  • 4 Antworten
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Die Frage wäre im FL-Forum wohl besser aufgehoben.
      Deine Frage wird in folgendem Artikel beantwortet: http://de.pokerstrategy.com/strategy/fixed-limit/1354/1/
    • Hadi
      Hadi
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2009 Beiträge: 12.303
      Danke für die Antwort :) Ich habe den Thread ins passende Forum verschoben, falls du noch weitere Fragen hast
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.496
      Zunächst: welche Karten noch kommen hängt nicht von deinen Aktionen ab. Das bedeutet, wenn du foldest, dann kommen die benötigten Karten nicht häufiger als wenn du mitgehst und wenn du mitgehst, dann kommen sie nicht seltener als wenn du foldest.

      Die Wahrscheinlichkeit, mit der deine Outs fallen, lässt sich ausrechnen. Die praktische Umsetzung wird in den Odds und Outs Artikeln in der Strategiesektion gezeigt.

      -> Postflop: Mathematik des Pokerns - Odds & Outs (Bronze)
      -> Mathematik: Odds und Outs für Fortgeschrittene (Silber)

      Gerade der Silber-Artikel beschäftigt sich viel mit backdoor Draws.

      Hast du eine Hand wie A5s, so kann dich nicht nur der backdoor Flush Draw verbessern, sondern auch ein Ass zum top Paar. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein backdoor Draw ankommt ist gering, aber doch so gross, dass man ihn mit ca. 2 Outs rechnet, wenn er zu den Nuts ist.

      Mathematisch ist es bei einem Flush Draw gar nicht so schwierig. Es gibt 10 Karten, die dir am Turn zu einem Flush Draw verhelfen. Am Turn gibt es dann 9 Karten, die den Flush vervollständigen. Beides muss eintreffen und die Karten hängen nicht voneinander ab. Am Turn fällt eine von 47 unbekannte Karten und am River eine von 46 Karten. Es rechnet sich daher einfach so:

      Chance, einen backdoor Flush zu treffen
      = Chance, einen Flush Draw auf dem Turn zu treffen * Chance, einen Flush auf dem River zu treffen
      = 10/47 * 9/46 = 4,16%

      Bei einem backdoor Straight Draw ist es kompliziert, denn da hängen die Karten voneinander ab. Du kannst auf dem Turn sowohl einen Gutshot als auch einen oesd treffen. Die haben eine unterschiedliche Anzahl von Outs. Ausserdem bieten zusammenhängende 3 Karten mehr Möglichkeiten, einen Draw auf dem Turn zu treffen als 3 Karten mit Lücken.

      Beispiel:

      Du hältst JT und das Board fällt Q43. A und 8 verhelfen dir zum Gutshot mit 4 Outs und Q und 9 zum oesd mit 8 Outs. Kommt das Board jedoch K43, dann hast du A, K, 9 zum Gutshot und die Q zum oesd. Bei A43 hast du nur K und Q zum Gutshot.

      Ein Draw mit 3 zusammenhängenden Karten wie QJT ist ca. 1,5 Outs wert, wenn keine Flush Draws möglich sind. Die anderen Draws sind viel weniger wert.
    • Popoface
      Popoface
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2011 Beiträge: 991
      Original von cjheigl
      Zunächst: welche Karten noch kommen hängt nicht von deinen Aktionen ab. Das bedeutet, wenn du foldest, dann kommen die benötigten Karten nicht häufiger als wenn du mitgehst und wenn du mitgehst, dann kommen sie nicht seltener als wenn du foldest.
      Schon klar :f_biggrin:


      Chance, einen backdoor Flush zu treffen
      = Chance, einen Flush Draw auf dem Turn zu treffen * Chance, einen Flush auf dem River zu treffen
      = 10/47 * 9/46 = 4,16%
      Das wollte ich lesen. :s_cool:

      Also ist ein Backdoor nur spielbar, wenn sich noch weitere Möglichkeiten ergeben wie Street, Top-pair etc. Ich hatte sowas vermutet, war mir aber absolut unsicher, weil er eben oft kam, wenn ich gefoldet habe (wobei mir klar ist, daß "oft" eine eindeutig stark subjektive Eigenschaft ist).

      Vielen Dank für Deine gute und ausführliche Antwort.

      Ich hatte die oben zitierten Artikel schon mal gelesen, ebenso entsprechende Kapitel in Jan Meinerts Poker-Uni.
      Aber so richtig klar war war mir das nicht bis zu Deinem Beitrag. Manchmal ist meine Leitung halt ziemlich lang... :)