Reaktion auf Reraise hinter mir (Preflop)

    • Hexer72
      Hexer72
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2007 Beiträge: 513
      Ich zitiere mal aus dem BSS Artikel was dort dazu gesagt wird:

      Mit QQ, AKs und AK callt ihr einen gegnerischen Reraise normaler Größe einfach, und schaut dann am Flop, wie es weitergeht. Mit einem Reraise normaler Größe, meine ich einen Reraise, der maximal dem fünffachen des eigenen Raises entspricht. Liegt der Reraise deutlich darüber, solltet ihr diese Hände lieber folden, da ihr sonst zu viel Chips mit einer vielleicht unterlegenen Hand investiert.

      Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten stark -EV. Nehmen wir mal an ich hab mit QQ aus EP geraist und werde mit einem Reraise konfrontiert, der normalerweise dem 3fachen meiner Raisegröße entspricht. Was bringt es mir diesen Reraise zu callen? Wenn schon jemand reraist setze ich ihn auf AA, KK, AK. Gegen AA und KK liegen wir klar hinten. und gegen AK haben wir einen marginal besseren Coinflip. Ich würde eher dazu tendieren, hier ebenfalls die untere Regel anzuwenden und nur gegen Gegner zu callen, die ebenfalls einen großen Stack besitzen. Aber nur auf Set Value.

      AK würde ich gegen jeden Reraise einfach folden. Gegen AA sind wir klar dominiert. Gegen KK liegen wir auch 30/70 hinten. Und gegen QQ haben wir den schlechteren Coinflip.


      Weiter im Strategieartikel:

      Mit anderen Pocketpairs (JJ-22) callt ihr den Reraise, falls sowohl euer Stack, als auch der Stack des Gegners mindestens 15-mal so groß sind, wie der Betrag des Reraises, wiederum in der Hoffnung am Flop ein Set zu treffen.

      Wie oben schon geschrieben, würde ich hier QQ dazu nehmen. AK würde ich direkt streichen. Hinzu kommt noch das man meist OOP ist, was ein zusätzlichen Nachteil bedeutet.


      Was denkt ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
  • 7 Antworten
    • AmigoHD
      AmigoHD
      Global
      Dabei seit: 28.03.2007 Beiträge: 308
      Ich denke auf den unteren Limits, also NL10 und NL25 kann man durchaus streng nach SHC spielen. Ich calle oft Raises hinter mir mit AK. Bei den niedrigen Limits liege oft genug vorne. AB NL50 kann ich mir durchaus vorstellen, dass man dann etwas selektiver callen sollte/kann.
    • KeinKommentar
      KeinKommentar
      Bronze
      Dabei seit: 25.08.2006 Beiträge: 1.191
      Ich will es mal so sagen: Auf der theoretischen Ebene ist mir dieser (vermeintliche?) Widerspruch auch schon aufgefallen. Denn theoretisch ist es schon so, wie Du sagtest. Dazu braucht man nur mal in den SHC schauen.

      Kommen wir aber zum praktischen Aber. Eine solche Ansicht setzt zwischen den Zeilen voraus, daß man es ausschließlich oder wenigstens überwiegend mit ps.de Spielern zu tun hat. Das ist aber zumindest auf den Limits und zu den Uhrzeiten, auf und zu denen ich spiele, keineswegs der Fall. Ich habe keine PT Stats zur Verfügung, denke aber, daß ich in solchen Situationen insgesamt im Plus bin. Daß man sich die Gegner genau anschaut und QQ trotzdem auch mal weglegen kann (zumindest am Flop), ist natürlich Voraussetzung.
    • Kofi
      Kofi
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2006 Beiträge: 2.324
      Und abgesehen mal davon, wenn du anfängst, nur noch mit AA und KK einen reraise zu callen, dann 3-bette ich dich ab sofort mit 33+ und J2o+ ;) .

      Also, Fakt ist, dass die Gegner einfach auch oft mit deutlich schlechteren Händen 3-betten. Sehr beliebt ist auch der Limp-Push mit kleinen Pocket Pairs, weil "der Gegner hat ja bestimmt nur Overcards und ich hab gehört dass Paare gut gegen Overcards sind". Gegner 3-betten auch TT, JJ, 99, AQ, AJ und auch mal irgendwelche anderen Karten wie KQ oder 83o, wenn ihre Unterhose gerade wieder mal zwickt. Mit AK ist es eigentlich immer gut zu callen, da du bei einem 3fachen Reraise Odds von 1:2 bekommst, also oft genug den Flop triffst um es (wenn man davon ausgeht, dass du gewinnst, wenn du triffst und verlierst wenn nicht) +EV ist.

      Schau dir diese Hand an, die ich heute gespielt habe, und das war No Limit 100$.

      0.50/1 No-Limit Hold'em (10 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.7 by www.pokerstrategy.cc.

      Preflop: Hero is CO with K:heart: , A:club: . Hero posts a blind of $1.00.
      4 folds, MP2 calls $1.00, MP3 calls $1.00, Hero raises to $6.00, BU raises to $44.15 (All-In), 4 folds, Hero raises to $20.00 (All-In).

      Flop: ($67.65) Q:club: , 2:diamond: , 3:heart:
      Turn: ($67.65) 7:heart:
      River: ($67.65) 8:diamond:


      Final Pot: $67.65

      Results follow (highlight to see):
      BU shows [ As, 3s ] a pair of Threes
      Hero shows [ Kh, Ac ] high card Ace
      BU wins $ 24.15 USD with a pair of Threes.
      BU wins $ 40.85 USD with a pair of Threes.
    • Hexer72
      Hexer72
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2007 Beiträge: 513
      Gut, natürlich berücksichtige ich hier keine Reads und gehe davon aus das ich gegen Unknown spiele. Als Anfänger mit der BSS würde ich daher empfehlen lieber vorsichtiger zu spielen. Wenn ich dann PT bzw. Reads auf meinen Gegner besitze, würde ich natürlich auch mit AK und QQ weiterspielen.

      Dein Beispiel zeigt ja wie schlecht die Gegner, selbst auf höheren Limits agieren.
    • despo16
      despo16
      Black
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 1.018
      also mal mein senf dazu allerdings bezieht sich das auf SH
      jeder Unknow hat eine weitere Reraise range als die die du beschreibst, jeder TAg auch und jeder Maniac erst recht wenn du da queens oder ak gegen ein reraise foldest ist da IMO sehr stark - EV weil du quais dein Geld verschenkst.

      Spasses halber mal meine Reraise Range da möcht ich mal sehn wie du gegen sone Range QUeens foldest. ich reraise normal (sowei IP als ach OOP) AQ+ TT+
      AQ sowie TT und JJ raise ich dabei natrülich nciht immer aber zumindest 50 % würd ich sagen. Außerdem kommst auch or dass gegen bestimmte Gegener von mir mal kleiner Pockets oder SC gereraist werden und damit bin ich definitiv nicht der einzige.

      Von mir aus kannste deine Queens gegen einen sehr sehr niederigen PFR Wert folden (wenn du einen hast) aber selbst da call ich sehr gern wenn der Stack sagen wir mal ca. 9-10 mal so groß is wie der Reraise, da so ein Gegner, den du hier schon auf AA KK und evtl AK oder QQ setzen kannst, sich im normalfall herrlich stacken lässt wenn du dein set flopst oder den Pot mitnehmen kannst wenn er wirklich nur auf AK is und der flop ragged is.

      gruß basti
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Vor allem SH haben die Leute doch eine sehr weite reraising-Range - je nach Gegner 4-bette ich manchmal sogar mit QQ.

      Es ist doch SH nunmal so, dass man First-In eigentlich nie limpen sollte sondern raisen - daher ist ein First-in Raise auch oft ein PP oder SC - wer dann eine wirklich starke Hand hat, sagen wir mal ATs+, AQo+, TT+ wird damit reraisen.

      Wenn der urspruengliche Raise jedoch nach 'nem Steal aussieht (also First-In auf CO oder BU) kommt's schonmal vor dass der BB auch mit schwaecheren Haenden wie etwa any Axs oder KQs reraist, also re-steal sozusagen.

      Wer staendig auf 'nen reraise foldet animiert die Gegner ja geradezu zu 'nem Bluff.
    • Hexer72
      Hexer72
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2007 Beiträge: 513
      SH sieht es natürlich anders aus. Da gebe ich euch vollkommen Recht. Ich hab mich auf FR bezogen, da ich dort auch spiele. Und darauf bezieht sich auch der Artikel, der im Silber Bereich angesiedelt ist. SH hab ich noch nicht ausprobiert.

      Das ich mit QQ einen Reraise calle wenn der Gegner auch einen großen Stack ist doch klar aufgrund der Set Value. Hatte ich auch so beschrieben.

      Ich bin in solchen Situationen eben noch etwas unsicher wie ich mich am Flop verhalte. Wenn ich mit AK TPTK treffe, spiele ich natürlich weiter und bette je nach Boardtextur. Treffe ich mit QQ OOP mein Set nicht, wie verhalte ich mich dann? Spiele ich c/f oder macht es Sinn eine Bet zu setzen um unimproved AK zu vertreiben?