Komfortzone - Was ist für Euch der Maßstab?

    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Um eines vorweg zu nehmen: Ich habe diesen Thread bewusst in diesem Teil des Forums gepostet, weil mich insbesondere die Antworten derer interessieren, die a) um (für mich) nennenswerte Beträge spielen, b) FL-Spieler sind und c) in der Regel über mehr Erfahrung beim pokern verfügen als ich.

      Die Frage der Fragen steht bereits im Thema: Komfortzone - Was ist für Euch der Maßstab? Mich interessiert einfach, woran Ihr festmacht, dass Ihr dieses oder jenes Limit spielt, spielen könnt, spielen wollt - nennt es, wie Ihr möchtet.

      Ich habe für mich persönlich nach meinem ersten Shot auf 2/4 festgestellt, dass das Beträge sind, wo ich mich frage, ob ich wirklich noch um die spielen möchte oder ob es mir nicht zuviel ist. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich sehe Poker als reines Hobby, habe einen festen und gutbezahlten Job und bin nicht auf meine BR angewiesen. Ausgecasht habe ich noch nicht und habe es in absehbarer Zukunft auch nicht vor. Ich habe auch kein Problem mit Risiko - ich bin Vermögensberater und kenne ich mit daher auch mit riskanten Geldgeschäften aus, die ich u.a. auch selbst tätige. Auch Verluste sind mir daher nicht fremd. Trotzdem nervt mich der Gedanke, dass ich beim pokern eine Summe von mehreren hundert $ verspielen könnte, die ich z.B. auch im Urlaub verbraten könnte. Diese Gefahr ist natürlich auf den beiden "kleinen" SH-Limits deutlich geringer.

      Wie seht Ihr das und wie geht Ihr an das Thema heran?
  • 20 Antworten
    • Fl4me
      Fl4me
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 97
      Naja, also das muss schon jeder für sich selbst entscheiden...ich mein du sagst es ja selber: du hast einen guten Job, siehst es eher nur als ein Hobby und deswegen brauchst du eigentlich auch keinen Stress haben. Wenn du eher ein konservativer und in Bezug auf die Bankroll eher "ängstlicher" Spieler bist, dann ist das doch auch ok. Wie immer ist es natürlich fatal, wenn man sich beim Pokern stets die Geldbeträge vor Augen hält und daran denkt, was man sich für die Kohle hätte kaufen können...wenn für dich 1/2 das ideale Limit ist, dann kannst du auch weiterhin drauf spielen und dir die Gewinne als netten Nebenverdienst denken - machen ja auch einige. Ich persönlich würde jedoch trotz konservativer Haltung schauen, ob du nicht doch einen Edge auf den höheren Limits hast. Manche Leute bauen sich einen Bankroll für das nächste Limit in Größenordnungen von 600-1000 BB auf, spielen dann 3 "normale" Tische und einen des höheren Limits und steigern sich halt mit der Zeit. Somit kann man sich gut aklimatisieren und sieht, dass auch auf 2/4 und höher noch viele Volldonks rumlaufen...

      Also wenn du weiterhin lernfreudig bist und der Wechsel bezüglich deines Spiels kein Problem darstellt (Skill-technisch gesehen =) ), dann kannst dich ja langsam an die Sache ran tasten. Probieren würd ichs auf jeden Fall, denn wenn du Gewinn machst, dann ist es doppelt so viel!


      In dem Sinne,

      Greetz
    • netsrak
      netsrak
      Gold
      Dabei seit: 11.03.2006 Beiträge: 37.173
      Also ich würde dir empfehlen, erst mal was auszucashen, das gibt dir schon mal das gute Gefühl. Der Rest ist dann sozusagen "Spielgeld". Den behandelst du dann mit konservativem BRM, d.h. ab ca. 400 - 600 BB Limitaufstieg (evt. wie vorher beschrieben auch erstmal nur 1 Tisch).
      Gerade du als Vermögensberater musst deine Bankroll als Investition sehen. Du investierst x Dollar um noch mehr zu gewinnen. Falls es nicht auf Anhieb klappt, kannst du im Limit immer wieder absteigen.
    • Razah
      Razah
      Black
      Dabei seit: 08.05.2006 Beiträge: 3.922
      Letztendlich befördert man sich bei jedem neuen Limitaufstieg aus der Komfortzone. Man gewinnt dann im Idealfall gleich mal ein bisschen, dann kriegt man mal eine auf den Deckel und irgendwann, schwups hat man sich daran gewöhnt und alles läuft normal. Dann ist man schon wieder am schauen, wie man sich wieder am besten aus der Komfortzone bugsiert.;-)

      Ich für mich selber halte es so, dass ich immer ca die Hälfte des Gewinns pro Monat auscashe, die Bankroll selber sehe ich nüchtern als "Arbeitsmittel"

      Solange man sich einigermaßen sicher fühlt spiele ich das nächsthöhere Limit immer dann, wenn meine BR(konservativ 800bb für Aufstieg) passt und es genug Fische gibt.
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Ich denke, so wirklich kann man erst sagen, wie hoch die eigene Komfortzone liegt, wenn man auf dem jeweiligen Level mal nen Downswing erlebt hat. Denn schliesslich ist es viel einfacher, mit hohen Gewinnen umzugehen als mit hohen Verlusten :P

      Ansonsten kann ich aber sagen, die Komfortzone wächst mit! Ich kann mich bei mir noch an Zeiten erinnern, da hab ich es als Desaster empfunden, 200$ an einem Tag zu verlieren. Mittlerweile spiele ich Limits, wo ein ernsthafter DS auch mal fünfstellig werden kann und so ein bisschen fürchte ich auch den Tag, an dem mich der nächste große DS erwischt.

      Interessanterweise braucht man aber im Alltag etwas länger, sich an höhere Beträge zu gewöhnen. Bei mir z.B. kam der Durchbruch beim Pokern jetzt so plötzlich, dass ich immer noch Hemmungen habe, einfach mal etwas größere Summen auszugeben, selbst wenn ich in den Tagen vorher (oder gar am gleichen Tag) beim Pokern das doppelte und dreifache verdient hab.
      Is schon ne gewisse Ironie, man verdient an nem guten Tag mal locker 1.5k$ oder auch mehr, macht sich dann aber ne Platte, ob man jetzt wirklich ein paar Hundert Euro für ne neue Kamera, Konsole, Klamotten oder sonstigen Luxus ausgeben soll :P
    • kobeyard
      kobeyard
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 2.750
      spiel 1000 hände auf dem neuen limit und du hast ne neue komfortzone.
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      wow suntzu.. geht mir ganz genau so wie dir.


      ich weiss noch wie ich damals den kumpel, der mich auf poker gebracht hab, mit 25 dollar an nem .5/1 tisch sitzen sah und das für unglaublich viel hielt...

      inzwischen bin ich einigermaßen abgestumpft. obwohl es weh getan hat, nen 320 dollar pot aufm river zu verlieren, wo noch vor kurzem n 50 euro pot riesig war. ;)


      und mit ausgaben gehts mir genauso. hab mich heute beim pokern ständig zwischen +500 und 0 bewegt. am ende knappe 400 gemacht. trotzdem hab ich noch ewig gesucht um wirklich den billigsten staubsauger zu finden.
      und son dummes headset für 15 euro hab ich mir nicht gekauft weil ichs eigentlich nich wirklich brauche.

      aber ich denke das is auch ganz gut so. wenn man ers mal anfängt geld zu verschwenden, dass man im internet auf ner pokerseite hat, kann man nicht mehr so gelassen bleiben, wenn man dann einiges davon verliert.
    • sharkKiZz
      sharkKiZz
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2006 Beiträge: 950
      Hab ein 240 BB down auf 2/4 SH seit 5000 Händen... Ich dachte auch vorher, das ich mit den Beträgen klar komme. Dem ist aber nicht so. Erst im Downswing merkt man richtig ob das Limit außerhalb der Komfortzone liegt.
    • Endos
      Endos
      Black
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 1.272
      Original von michimanni
      [...]Trotzdem nervt mich der Gedanke, dass ich beim pokern eine Summe von mehreren hundert $ verspielen könnte, die ich z.B. auch im Urlaub verbraten könnte.[...]
      Du musst dabei aber bedenken, dass diese Verluste nur kurzfristig sind, da du ja eine bestimmte Gewinnerwartung hast. Und wenn diese Positiv ist, kann du dich mit dem Wissen an die Tische setzen, dass dein Geld mehr wird, je öfter du spielst.
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      eben.


      ich seh dass so, dass ich beim pokern nur geld verliere, wenn ich fehler mache.
      wenn ich nur wegen schlechten karten und pech oder so verliere, ist es eigentlich kein verlorenes geld. man hats halt langfristig in poker investiert und bekommts wieder zurück.

      erst das geld dass man blöd verdonkt oder verschwendet ist wirklich weg.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten. Vielleicht habe ich in der Tat die falsche Sichtweise. Mir gefällt Razahs Satz "...die Bankroll selber sehe ich nüchtern als "Arbeitsmittel"" und auch kobeyard85s gewohnt trockener Spruch " spiel 1000 hände auf dem neuen limit und du hast ne neue komfortzone." hat was, denn er hat ja recht: Bisher ist es immer bei mir so gewesen!

      Ich denke, ich bin in der Tat beim pokern der eher konservative Typ, was eigentlich die blanke Ironie ist: In meinem Job mache ich nix lieber als den Handel mit Optionen und Optionsscheinen. Vielleicht, weil ich mich dort immer noch bedeutend besser auskenne als beim pokern, aber das weiß ich natürlich nicht genau.

      Entschlossen habe ich mich jetzt auf jeden Fall für einen Limitaufstieg auf 2/4 SH mit 750BB also T$3 und sollte ich auf dem Limit das erste Mal T$1 gewonnen haben, cashe ich die aus und gönne mir was schönes.
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      wenn du n gutbezahlten job hast, dir das geld von 1/2 also praktisch egal ist, ist doch alles bestens. dann würde ich noch viel eher aufsteigen und meine comfort zone verlassen.


      also wenn man n hobby ernst nimmt will man doch so gut wie möglich drin werden und fortschritte machen. ich denke die machst du am ehesten mit aggressivem bankroll management und schnellem aufsteigen. irgendwann spielst du möglicherweise so hoch und so gut, dass es dann nicht mehr nur n hobby ist, sondern n guter nebenverdienst. also ab 5/10 aufwärts..

      und wenns nicht klappt steigst du halt wieder ab und landest nach einiger zeit wieder auf .5/1 oder 1/2. da du nicht auf deine br angewiesen bist, macht das doch auch nicht viel aus.



      also wenn mir das geld egal wär würd ich mich nur aufs aufsteigen konzentrieren.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von skedar
      wenn du n gutbezahlten job hast, dir das geld von 1/2 also praktisch egal ist, ist doch alles bestens. dann würde ich noch viel eher aufsteigen und meine comfort zone verlassen.
      Dafür müsste ich aber um die Spielstärke auf 2/4 wissen und ich habe schon mehrfach hier gelesen, dass das Niveau doch höher einzuschätzen ist als auf 1/2. Und auch wenn ich meine BR nicht unmittelbar für etwas benötige, muss ich sie ja nicht zum Fenster rauswerfen.
    • dbelling
      dbelling
      Bronze
      Dabei seit: 16.02.2006 Beiträge: 311
      Original von michimanni
      Original von skedar
      wenn du n gutbezahlten job hast, dir das geld von 1/2 also praktisch egal ist, ist doch alles bestens. dann würde ich noch viel eher aufsteigen und meine comfort zone verlassen.
      Dafür müsste ich aber um die Spielstärke auf 2/4 wissen und ich habe schon mehrfach hier gelesen, dass das Niveau doch höher einzuschätzen ist als auf 1/2. Und auch wenn ich meine BR nicht unmittelbar für etwas benötige, muss ich sie ja nicht zum Fenster rauswerfen.
      Mit entsprechender table selection ist 2/4 genauso soft wie 1/2. und 2/4 spielen hat nun auch nichts mit BR zum fenster rauswerfen zu tun, im gegenteil, wenn du 1/2 gut schlägst, schlägst du auch 2/4 gut und dadadurch, dass du dich nicht traust (entsprechende br vorausgesetzt!) es zu zocken, verschenkst du geld!
    • ErikNick
      ErikNick
      Bronze
      Dabei seit: 10.07.2006 Beiträge: 5.921
      Da ich ja nicht um eingecashtes Geld spiele, kann ich das prima abstrahieren. Auch ich stehe im Laden ewig rum um den tatsächlichen Kilo-Preis zu vergleichen. Da gehts um Cent, aber nen 50-100 $ Pott steck ich weg, als wenns Playmoney wäre. Wenn meine Frau aber will, dass ich was auscashe, weil es eben grade gebraucht wird, dann mache ich nen Riesenaufstand, weil mein 'Arbeitsmittel' angegangen wird. Ich denke dahingehend also extrem Poker-intern und da wächst man am Limit halt mit.
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      also 2/4 ist nicht wie 1/2. meine meinung...

      aber ich weiss nicht, ob du alles was du für 2/4 brauchst auf 1/2 lernst. musst halt auf nem limit spielen um in dem limit gut zu werden. dich an die regulars gewöhnen, an die regular fische, an unterschiedliche spielweisen etc.


      ich halte auch nichts davon, ewig auf nem limit zu spielen, um sich zu beweisen, dass man es schlägt.
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.171
      Ich finde immer, dass das schwerste ist, von diesem "Gewinn"-Gedanken wegzukommen.
      Es liegt natürlich in der Natur vom Pokern, dass man letzlich Geld 'gewinnt'.

      ABER

      Gerade so ein Spruch wie "wenn ich da dann das erste mal 1k gewonnen habe gönne ich mir erstmal was".
      Nicht böse gemeint; -
      aber nüchtern betrachtet sieht das ganze wahrscheinlich so aus:
      Pessimistisch gesehen (um Enttäuschungen vorzubeugen) setze ich dich mal auf 1BB/100, also 4$/100, ~300hände/stunde -> 12$/h; also so nach ~87 Stunden reiner Spielzeit hast du dein Ziel erreicht. Das sind bei 2std.avg/tag ~1/1/2 Monate
      ^^...
      Hinzu kommt, dass du nach diesen eineinhalb Monaten irgendwas zwischen 0 und vielleicht 2,5k gewonnen haben kannst mit dieser winrate.

      Worauf ich hinaus will ist: Eine nüchterne hourly rate Betrachtung befreit oft von Illusionen und kann auch helfen, sich auf einem neuen Limit zu etablieren.
      Wenn man sich mal klar macht, dass man im Durchschnitt erwartet, nach einer Stunden Pokern an einem table mit ca. 0,7-1,2 BB mehr vom Tisch zu gehen, ist das schon komisch weil zumindestens ich mich gefühlsmäßig nicht gefreut habe, wenn ich nach ner Stunde von nem 2/4 Table mit 104 anstatt 100$ aufgestanden bin.

      OK... ähh das war alles wenig zum Thema aber naja!

      mfg
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von pKay
      Worauf ich hinaus will ist: Eine nüchterne hourly rate Betrachtung befreit oft von Illusionen und kann auch helfen, sich auf einem neuen Limit zu etablieren.
      Wenn man sich mal klar macht, dass man im Durchschnitt erwartet, nach einer Stunden Pokern an einem table mit ca. 0,7-1,2 BB mehr vom Tisch zu gehen, ist das schon komisch weil zumindestens ich mich gefühlsmäßig nicht gefreut habe, wenn ich nach ner Stunde von nem 2/4 Table mit 104 anstatt 100$ aufgestanden bin.
      Ist ein guter Einwand, pKay, aber daran wird bei mir sicher nichts scheitern. Ich habe meine eigens erstellte Excel-Tabelle mit allen Verlust- und Gewinnsessions, GuV in BB, GuV in $, wie lange ich gespielt habe etc. etc. Ich weiß also auch sehr genau um meine Winrate/h.

      Regulär werde ich weiter auf "meinem" Limit spielen, aber wenn sich ein passender Tisch auf 2/4 finden lässt, werde ich mir den sicher nicht nehmen lassen :)
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      Original von michimanni
      eigens erstellte Excel-Tabelle mit allen Verlust- und Gewinnsessions >>> Pokertracker
      FYP
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von skedar
      Original von michimanni
      eigens erstellte Excel-Tabelle mit allen Verlust- und Gewinnsessions >>> Pokertracker
      FYP
      Da habe ich aber nicht die Sessions drin, die ich vor meiner PT-Zeit spielte ;)
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