Werden Implied Odds überbewertet?

    • AcesWing
      AcesWing
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2007 Beiträge: 376
      Hi,

      ein kleiner Gedanke bezüglich Implied Odds. Grundfrage wäre: Was nützt einem die Berücksichtigung von Implied Odds bei 'nem Flush Draw, wenn der entstandene Flush letztendlich von allen gefoldet oder gerade 1, 2x gecallt wird? Was nützen einem Implied Odds, wenn doch das gegnerische Blatt der limitierende Faktor in bezug auf Value ist? Man kennt doch die Karten des Gegners nicht und die Value ist abhängig vom Bet-Verhalten des Gegners.

      Natürlich kann es sich auszahlen, wenn der Gegner cappt und man hält ein Flush oder Full House, aber gehen wir davon aus, man spiele gegen Sharks - dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß das gegnerische Blatt auch nicht ohne ist. Sprich, bei schwierigen Gegnern besteht ebenso die Möglichkeit mit mittleren, wie mit starken Händen die Runde zu verlieren, gesetzt dem Fall, es wird viel geraist, wodurch ja eine Implied-Odds-Überlegung erst Sinn macht. Das Betten spielt sich doch in dem Fall lediglich in einer größeren Dimension ab.

      Ich kann mir daher irgendwie schlecht vorstellen, daß es langfristig produktiv wäre, beispielsweise auf dem SB gemäß SHC 54s zu callen...

      Was meint ihr? Wenn ich falsch liege, bitte ich im Aufklärung ;)
  • 7 Antworten
    • Michel1337
      Michel1337
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2007 Beiträge: 149
      Es ist eben so, dass Du gerade bei kleinen Pockets und Suited Connectors ein leichtes Spiel am Flop hast. Du limpst billig aus dem SB und kannst in vielen Fällen direkt am Flop folden. Triffst Du aber Dein Set bzw. Flush oder Flushdraw, dann wirst Du eben in vielen Fällen einfach gut ausbezahlt.
      Klar kann man mit Set oder nem 5-high-Flush verlieren. Du darfst dann eben auf einem gefährlichen Board nicht alles wild durchcappen, wenn Dir die Action andeutet, dass jemand Dich geschlagen hat. Einen Fold hat man deswegen oft trotzdem nicht - man callt eben runter.
      Was ich nun eigentlich zusammenfassend sagen will ist:

      1. Du hast eigentlich immer sehr leichtes Spiel am Flop und wirst wenn Du nicht getroffen hast auch nicht mehr verlieren als das bisschen, was Du fürs limpen bezahlt hast.

      2. Wenn Du trifft wirst Du oft genug fürstlich ausbezahlt.

      3. Dass man damit verliert kommt vor, aber meiner Meinung nach überwiegt da einfach Punkt 2.

      Gerade aus dem Grund (eben den implied odds) kann man eben ein Pocket auch bei weniger als 7:1 profitabel callen. Alles in allem sind die aber in NL wesentlich bestimmender als in FL.
    • Erzwolf
      Erzwolf
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2006 Beiträge: 2.470
      gerade als guter Spieler gegen andere gute Spieler machen solche Dinger wie 54s Sinn zu spielen. Stell dir vor, du spielst gegen jemanden mit AK auf nem K54 Board. Er setzt dich einfach nicht 2Pair, was dir Value beschert.

      Gerade gegen die angehenden PS.de Sharks auf den Microlimits sind diese Implied Odds ne ganze Menge wert. Man sollte auch ma drüber nachdenken, ob es wert hat solche Hände zu raisen.
    • mcmoe
      mcmoe
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2006 Beiträge: 3.838
      Original von Michel1337
      […] oder nem 5-high-Flush verlieren.
      das wäre ein straight flush. meistens gewinnt man dann doch damit, hehe :D
    • mcmoe
      mcmoe
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2006 Beiträge: 3.838
      Original von Erzwolf
      Man sollte auch ma drüber nachdenken, ob es wert hat solche Hände zu raisen.
      was soll das denn bei fullring bringen? ein 2pair oder gar trips flopst du in unter 2% der fälle und one pair mit 54 zu floppen ist nicht gerade das erstrebenswerteste.
      du willst mit diesen spekulativen händen eben gemessen an der tatsächlichen potgröße billig mit in den pot rein und dich ggf. hoch auszahlen lassen.

      eine hand wie 54s zu raisen bringt dir nur dann was, wenn du jemanden isolieren möchtest, der niedrige aggression-werte hat und leicht foldet.
    • Michel1337
      Michel1337
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2007 Beiträge: 149
      Original von mcmoe
      Original von Michel1337
      […] oder nem 5-high-Flush verlieren.
      das wäre ein straight flush. meistens gewinnt man dann doch damit, hehe :D
      Äh ja.. ich denke man weiß was gemeint ist auch wenn ich unfähig bin es auszudrücken :D
    • AcesWing
      AcesWing
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2007 Beiträge: 376
      Original von Michel1337

      1. Du hast eigentlich immer sehr leichtes Spiel am Flop und wirst wenn Du nicht getroffen hast auch nicht mehr verlieren als das bisschen, was Du fürs limpen bezahlt hast.

      2. Wenn Du trifft wirst Du oft genug fürstlich ausbezahlt.

      3. Dass man damit verliert kommt vor, aber meiner Meinung nach überwiegt da einfach Punkt 2.
      Hab an der Sache nochmal'n bißchen gerechnet und denke auch, daß es durchaus Sinn macht, auf dem SB auch kleinere Pockets zu callen, wie Michel1337 es unter 1. genannt hat. Zu 2. glaube ich, daß dies mehr für die kleineren Limits gilt, denn ein guter Spieler würde kaum cappen und re-raisen, wenn er nicht annähernd die Nuts hält oder zumindest ne 90%ige Gewinnchance hätte, oder?

      @Erzwolf: Wie gesagt, denke ich, daß Implied Odds mehr gegen schlechte Spieler Sinn machen, stell dir vor, du hältst gegen 'nen Maniac einen Flush o. FH. Dann wirste in der Tat fürstlich ausbezahlt :D Mein Beitrag oben war natürlich auf Sharks bezogen.
      Und angehende PS.de-Sharks würden höchstwahrscheinlich mit einkalkulieren, daß du mal öfters kleine Pockets hältst auf der SB-Position. Aber in bes. günstigen Fällen (!) könnte sich ein kleineres Pocket natürlich durchaus bezahlt machen.
    • Michel1337
      Michel1337
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2007 Beiträge: 149
      Original von AcesWing
      Original von Michel1337

      1. Du hast eigentlich immer sehr leichtes Spiel am Flop und wirst wenn Du nicht getroffen hast auch nicht mehr verlieren als das bisschen, was Du fürs limpen bezahlt hast.

      2. Wenn Du trifft wirst Du oft genug fürstlich ausbezahlt.

      3. Dass man damit verliert kommt vor, aber meiner Meinung nach überwiegt da einfach Punkt 2.
      Hab an der Sache nochmal'n bißchen gerechnet und denke auch, daß es durchaus Sinn macht, auf dem SB auch kleinere Pockets zu callen, wie Michel1337 es unter 1. genannt hat. Zu 2. glaube ich, daß dies mehr für die kleineren Limits gilt, denn ein guter Spieler würde kaum cappen und re-raisen, wenn er nicht annähernd die Nuts hält oder zumindest ne 90%ige Gewinnchance hätte, oder?

      @Erzwolf: Wie gesagt, denke ich, daß Implied Odds mehr gegen schlechte Spieler Sinn machen, stell dir vor, du hältst gegen 'nen Maniac einen Flush o. FH. Dann wirste in der Tat fürstlich ausbezahlt :D Mein Beitrag oben war natürlich auf Sharks bezogen.
      Und angehende PS.de-Sharks würden höchstwahrscheinlich mit einkalkulieren, daß du mal öfters kleine Pockets hältst auf der SB-Position. Aber in bes. günstigen Fällen (!) könnte sich ein kleineres Pocket natürlich durchaus bezahlt machen.
      3-bet Flop mit Toppair bzw. 3-bet Turn mit two-pair ist eigentlich durchaus drin und eigentlich so gut wie immer for value. Das ist auch der Grund warum man die kleineren Pockets nur gegen mehrere Gegner limpt. Man will eben, dass einer von ihnen was tolles trifft um ausbezahlt zu werden. Mehr Gegner erhöhen die Chance dafür.