wie weiss man, dass man aufhören soll

    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      so, jetzt hab ich mal eine psychologische frage

      wenn man einen richtig fetten upswing hatte bzw. eine schöne session mit gewinn spielt, wie erkennt man, dass man besser aufhören sollte und mal drüber schläft und erst z.b. am nächsten tag wieder weiterspielt, auch wenn es bis jetzt verdammt gut gelaufen ist

      ich frage nämlich aus gegebenem anlass, weil mir zum wiederholten male folgendes passiert ist (die hauptschuld ist in dem fall klarerweise bei mir zu suchen):

      ich spiele eine ordentliche session poker, zuerst n bisschen minus, dann richtig fett ins plus (heute 1,5$ in 200 händen), und irgendwie schaffe ich es nicht, dann aufzuhören

      wie ich meine, ist das mein hauptfehler, und zwar mit abstand, weil wenn ich aufsummiere, was ich durch gutes spiel und upswings gewinne, und dann durch nen downswing und die damit verbundenen psychologischen probleme (nicht aufhören können) wieder verliere, wär ich bereits locker auf pp

      nun ja, ich bin schon gespannt auf eure eigenen erfahrungen und ratschläge
  • 13 Antworten
    • Xirus
      Xirus
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2005 Beiträge: 1.204
      ist bei mir auch so... erst bisschen minus dann gut plus und am ende gehe ich dann mit nem minus aus der session raus. es ist zum kotzen.
    • RumbleFish
      RumbleFish
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2006 Beiträge: 123
      Ich setzte mir eine bestimmt Anzahl Hände für eine Session, etwa 200-300. Bin ich gut im Plus, und spiele ich die Resthände vorsichtiger runter. Natürlich werden alle Monster weiter mitgenommen. :)

      Das hat bis jetzt immer ganz gut funktioniert.
    • Stargoose
      Stargoose
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 4.077
      Wenn es zur Regelmäßigkeit wird, das man am Anfang einer Session Gewinn macht, und dann dem Gewinn wieder verliert, ist oft einfach die schwindende Konzentration schuld. Einfache Maßnahme dagegen: Kürzere Sessions, mehr Pausen. Individuelles Zeitmanagement ist das Zauberwort ...

      Ich sehe hier aber noch zwei andere, gefährlichere Gründe dafür:

      1.
      Ich setzte mir eine bestimmt Anzahl Hände für eine Session, etwa 200-300. Bin ich gut im Plus, und spiele ich die Resthände vorsichtiger runter.


      Erst guten Poker zu spielen, um Gewinn zu machen, und dann den erzielten Gewinn mit suboptimalem oder schlechtem Poker zu verteidigen, ist nicht sinnvoll. Das ist aber ein Fehler, den viele Spieler machen. Man kann seine BR nur mit möglichst optimalem Poker verteidigen, nicht indem man dann "vorsichtig" spielt. Das ist auch eine Form von Tilt ...

      Da sollte man doch eher daran arbeiten, das man Erfolg und Mißerfolg nicht von dem Stand der Bankroll nach einer Session abhängig macht, sonder von der Qualität des Spiels.

      2.
      ... und irgendwie schaffe ich es nicht, dann aufzuhören.


      Poker ist Glücksspiel, und Glücksspiel kann zu Sucht führen. Das Gefühl, nicht aufhören zu können, mag ein Zeichen dafür sein. Setz Dir Zeitlimits und halte die ein.
    • RumbleFish
      RumbleFish
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2006 Beiträge: 123
      Ich stimme Dir zu, es sollte maschinenmässig ein konstantes Spiel her.
      Ich denke da aber an meine letzte Session. Ich war nach 150 Händen mit knapp 6$ im Plus (auf 5c/10c) und mir wurde es unheimlich. ;)

      Zu lernen seine Emotionen im Griff zu haben, die Konzentration aufrecht zu halten, sein bestes Spiel zu spielen ist sicherlich die wichtigste ßbung für uns Anfänger.
    • Frohbi
      Frohbi
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2005 Beiträge: 796
      Zu lernen seine Emotionen im Griff zu haben, die Konzentration aufrecht zu halten, sein bestes Spiel zu spielen ist sicherlich die wichtigste ßbung für uns Anfänger.

      Das ist eine der wichtigsten ßbungen für jeden Pokerspieler in jeder Phase. Auch für Profis.
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Original von Frohbi
      Zu lernen seine Emotionen im Griff zu haben, die Konzentration aufrecht zu halten, sein bestes Spiel zu spielen ist sicherlich die wichtigste ßbung für uns Anfänger.

      Das ist eine der wichtigsten ßbungen für jeden Pokerspieler in jeder Phase. Auch für Profis.
      Das kann ich nur bestätigen. Und je höher man spielt, desto wichtiger wird es.
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Wenn ich an einem Tag z.B. 600$ verliere, dann hat das natürlich Auswirkungen auf meine Emotionen. Ich weiß, dass ich als Pokerspieler in BB denken sollte und auch eine andere Einstellung zum Geld haben sollte. Aber 600$ sind für mich immer noch viel Geld. Viel zu viel, um es verloren zu haben. Ich weiß, dass es falsch ist, so zu denken, aber ich denke nunmal so.

      Das wichtige ist allerdings, dass ich glaube, dass mein Spiel darunter, also unter meinen Emotionen, nicht leidet. Wenn ich es bemerke, höre ich sofort auf.

      Das gute bei Downswings, zumindest bei mir, ist, dass ich mich intensiv mit den Ursachen von eigentlich "normalen" Swings beschäftige. Dafür gibt es eigentlich nur die Ursache von Pech und Glück. Ich mache mir viel Gedanken darüber und um sicherzustellen, dass mein Skill doch nicht so schlecht ist und alles nur Pech war, beschäftige ich mich sehr mit meinen Stats, Beispielhänden und so weiter.

      Ich denke, dadurch, durch die normalen Downswings und meine viel zu übertriebenen Gedanken dazu, verfalle ich auch nicht in eine Situation, in der ich denke: "Ich schlage sowieso alles. Mein Spiel ist perfekt. Ich kann nicht mehr dazu lernen, ich bin der beste".


      Einerseits eine schlechte Sache, dass ich mir viel zu viel Gedanken darüber mache, andererseits aber auch gut.
    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      also ich werde es jetzt auch so machen, dass ich mir wirklich kürzere Sessions vornehme

      ist es vielleicht auch gut, dass man eventuell sagt, man spielt z.b. 300 hände am tag, ist man aber schon vorher z.b. 50BB (jetzt nur als beispiel, diese grenze kann man ja variieren) im plus, bzw. im minus, dann beendet man die session

      mein problem bei der ganzen sache ist ja dieses, dass ich - aufgrund meines zivildienstes bei der feuerwehr (und den damit verbundenen nachtdiensten) - oft nichts zu tun gehabt hab und dann gesagt hab, spielen wir halt noch ne runde poker, weil ich sonst nix zu tun hatte

      dass muss ich abstellen, dann hab ich das zeug zum guten pokerspieler, weil die gewinne haben bis zu einem gewissen stadium immer gepasst, sonst hab ich fast keine fehler gemacht, nur dieser eine gravierende im selbstmanagment hat ausgereicht, um meine gewinne enorm zu schmälern

      d.h. die wichtigste erkenntnis, die ich aus dieser misere ziehe:
      --> weniger ist mehr
    • Frohbi
      Frohbi
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2005 Beiträge: 796
      sonst hab ich fast keine fehler gemacht,

      Wenn Du das noch in eine selbstkritischere Richtung gedreht bekommst, bist Du auf einem guten Weg. ;) Auch hier wieder: Selbst Profis machen in jeder einzelnen Session Fehler.
    • freifallspoiler
      freifallspoiler
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2006 Beiträge: 524
      Toller Thread, ich wollte grade einen ähnlichen eröffnen, was ich mir hiermit spare.

      Ich beobachte in letzter Zeit, dass ich nach brauchbarem Spiel den Punkt nicht bemerke, wenn die Konzentration zu niedrig wird.
      Anfangs habe ich oft über eine Stunde übermüdet gespielt und in der Stunde mehr verloren als ich vorher ein 2 Stunden gewonnen hatte. In den letzten Tagen achte ich also verstärkt darauf, ob ich noch aufmerksam genug bin. Bemerke ich, dass ich unaufmerksam war, wird das automatische Posten von Blinds abgeschaltet und beim nächsten BB die Session beendet.
      Ich finde es wirklich schwer zu bemerken, wann dieser Punkt gekommen ist. Heute war es extrem: Ich spielte an zwei Tischen, war noch aufmerksam genug, merkte aber, dass ich müde wurde und schaltete bei beiden Tischen "auto-post blinds" ab.
      In den letzten 5 Händen, die ich spielte verlor ich 6,5 von 8 BB, die ich einer Stunde und 20 Minuten davor gewonnen hatte. :evil:

      Ich werde jetzt mal sehen, ob ich einen Artikel zum Zeitmanagement finde und ihn als Nachtlektüre (nochmal) lese...
    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      Original von Frohbi
      sonst hab ich fast keine fehler gemacht,

      Wenn Du das noch in eine selbstkritischere Richtung gedreht bekommst, bist Du auf einem guten Weg. ;) Auch hier wieder: Selbst Profis machen in jeder einzelnen Session Fehler.
      ja ich mache fehler und ich bin definitiv nicht stolz darauf

      ach ja, ich habe mir mittlerweile die zeitliche grenze von 4 stunden am tag gesetzt (meistens geht sich das eh nie und nimmer aus aber am we kann das schon sein) und an diese regelung halte ich mich nun schon sehr gut

      wenn ich jetzt z.b. beim nachtdienst bin, spiele ich in dieser nacht effektiv 4 stunden (auf pp, wenn ich es gar nicht aushalte *gg* spiel ich noch ein bisschen auf stars, da is es mir ziemlich egal ob ich gewinn oder verlier --> komischerweise gewinne ich genau durch diese ungezwungenheit fast immer) und die restlichen 8 stunden sehe ich fern oder lese (poker relevant oder nicht)

      kurz gesagt, ein zeitliches limit ist wirklich gut
    • tmy
      tmy
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 6.309
      its just one big session
    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      ich bin ganz stolz auf mich, dass ich mich erstmals rechtzeitig aus dem geschehen zurückgezogen habe, nachdem ich auf .1/.2 mit 3-tabling mit relativ wenigen händen nen schönen gewinn von fast 50 (!) BB hatte, ich glaub es waren sicher nicht mehr als 200 hände (25BB/100 kann man schon so lassen, auch wenns n fetter upswing war)

      und erstmals konnte ich ein so schönes up konservieren, in dem ich mich mit fast höchststand auf allen drei tischen der action entzogen habe und meine session pünktlich, wie vorgenommen um 2:30 beendet habe

      also wenn ich jetzt noch mit downswings umgehen lerne, dann steht der wsop nix mehr im wege *lol*

      nein spaß beiseite, langsam bekomm ichs in den griff